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[soon]
Interview mit Eric [soon], 10.02.2008, phoner



„Without A Trace“ ist bereits ihr zweites Album und wurde im letzten Jahr veröffentlicht. Die Platte bekam hervorragende Kritiken, genauso wie schon ihr Vorgänger „End Isolation“. Die Hamburger Band [soon] weiß, wie sich guter dunkler Rock anhören muss. Eric, 7even, Markus und Lenny haben sich 2003 zusammen gefunden und seit dem viel Live-Erfahrung sammeln können. Unter anderem im Vorprogramm namhafter Bands wie Xandria, den Beatsteaks und Flowing Tears. Und [soon] rocken weiter durch die Lande, um ihre Songs dem Publikum nahe zu bringen. Ich sprach mit Sänger Eric über die aktuelle Platte der Band und konnte noch weitere Infos über [soon] in Erfahrung bringen.

Eric, was macht das Wetter bei euch da oben in Hamburg?
 
Eric: Das ist relativ angenehm. Normalerweise hast du hier im Januar immer so einen Wintereinbruch. Aber es gibt bestenfalls nur ein paar Wochen Schnee. Dieses Jahr ist es irgendwie ganz, ganz wenig hier in Hamburg. Das stört mich jetzt nicht. Aber mal gucken, ob vielleicht doch noch der Winter kommt.
 
Habt ihr denn da oben die letzten Tage auch Karneval gefeiert oder ist das bis Hamburg nicht so durchgedrungen?
 
Eric: (lacht laut) Nee, eigentlich gar nicht. In Hamburg gibt`s das glaube ich nicht. Also mir ist hier nichts von Umzügen bekannt. Und wenn, dann findet das nur im ganz, ganz kleinen Rahmen statt.
 
Kommen wir vom Karneval zur Band [soon]. Vielleicht erst einmal ganz allgemein: Was zeichnet [soon] aus? Für welchen Musikstil steht die Band?
 
Eric: Ich würde [soon] auf jeden Fall als eine dunkle, düstere Rockband bezeichnen. Sie ist irgendwo musikalisch zwischen Rock und Metal gelegen, aber durch diesen klaren, melodischen Gesang – es gibt ja kein Shouting – ist sie auch irgendwie eine Sache, die viele Gothic-Fans anspricht. Ich würde uns als düstere Rockband sehen, die sehr viele schöne Melodien und ruhige, atmosphärische Parts dabei hat.
 
Ihr habt im letzten Jahr euer zweites Album „Without A Trace“ veröffentlicht. Was unterscheidet denn diese Platte vom Vorgänger „End Isolation“? Worauf habt ihr diesmal Wert gelegt?
 
Eric: Wir haben versucht ein bisschen mehr zu variieren, besonders was den Tempobereich angeht. Wir haben auch diesmal versucht, bewusst die Bandbreite ein bisschen zu erhöhen, also noch ein paar schnellere Songs dabei zu haben und noch ein paar etwas langsamere Stücke. Bei „End Isolation“ hat sich das noch mehr im Midtempo-Bereich bewegt. Und diesmal haben wir vor allem darauf versucht Augenmerk zu richten, dass wir noch eine größere Bandbreite haben, was gerade auch bei Live-Konzerten wirklich schön ist, wenn wir die Auswahl haben. Wir spielen gerne live. Und das ist auch eine schöne Geschichte.
 
Wie kam´s denn zum Albumtitel „Without A Trace“? Welche Bedeutung hat er? Ich erinnere mich da auch immer an diese gleichnamige, amerikanische Serie „Without A Trace“, wenn ich den Titel eurer aktuellen Platte höre…
 
Eric: Das stimmt, aber ehrlich gesagt habe ich jahrelang keinen Fernseher gehabt. Ich habe quasi ohne Fernseher gelebt und da ich die Serie nicht gucke, allgemein sehr wenig Fernseh schaue, hatte ich keine Assoziation zu dieser TV-Serie. Es geht primär bei uns oder bei mir um den Songtitel. Wir haben ja auch einen Song, der „Without A Trace“ heißt. Die dritte Nummer auf der CD. Und im Prinzip ist es eigentlich genau umgedreht, als man spontan verstehen würde. Es geht nämlich gerade bei dem Song darum, Spuren zu hinterlassen, also in seinem Leben. Irgendwelche Sachen zu machen, von denen man das Gefühl hat, das hat für einen selber oder vielleicht auch noch für andere Menschen eine Bedeutung. Das ist also genau umgekehrt, als man spontan vermuten würde, eben nicht spurlos verschwinden, sondern möglichst Spuren zu hinterlassen.
 
Also wenn ich das richtig verstanden habe, war das Lied „Without A Trace“ zuerst da und das Album wurde danach benannt?!
 
Eric: Genau! Wir haben nach einem Albumtitel gesucht und wir fanden gerade „Without A Trace“ sehr passend. Es führt zwar spontan so ein bisschen in die Irre. Erst wenn man sich mit dem Text wirklich beschäftigt, kommt man quasi dahinter, was eigentlich gemeint ist.
 
Ist denn „Without A Trace” auch irgendwie der stärkste Song von der Platte oder welchen Track favorisierst du persönlich?
 
Eric: Nein, „Without A Trace“ ist nicht der stärkste Song auf der Platte. Ich finde andere Songs noch stärker. Ich schwanke so ein bisschen zwischen „Gone“, dem zweiten Song, den ich sehr gern mag…ich finde den vierten, den auch du favorisierst [siehe Review], finde ich auch einen sehr starken Song.
 
„High Time“.
 
Eric: Ja. Aber ich würde auch „Estrangement“ nehmen. Also „Gone“, „Estrangement“ und der vierte Song, das wären irgendwie meine Favorits.

Und da gibt`s noch diesen Bonustrack „All I wanted“ auf der aktuellen Platte. Er ist auch bereits Opener auf dem ersten Album. Warum gibt`s denn jetzt diese neue Version? Was ist an ihr anders?
 
Eric: Wir haben noch das Live-Intro dazu gepackt. Also wer [soon] schon mal live gesehen hat, der wird das wiedererkennen. Wir haben unsere Konzerte ganz, ganz lange, inzwischen mehrere Jahre lang so eröffnet gehabt. Inzwischen machen wir es nicht mehr. Aber das war halt lange Zeit vor „End Isolation“ und auch danach noch so, dass es unser Opener war. Und insgesamt haben wir so ein Songvoting auf unserer Internetseite www.soonmusic.net und da war „All I wanted“ einer der beliebtesten Songs auf „End Isolation“ und wir wollten soundmäßig noch einen Schritt nach vorne kommen mit der neuen Platte, was hoffentlich auch gelungen ist, und wollten den Leuten den Song da nochmals in einer besseren Version letztendlich bieten.
 
Die eckigen Klammern um euren Bandnamen, haben die irgendeine besondere Bedeutung?
 
Eric: Nee, sie haben keine besondere Bedeutung. Wir haben ursprünglich nach einem sehr kurzen, prägnanten Bandnamen gesucht. Dann kam ich irgendwann auf die Idee mit [soon]. Und so sticht das Ganze eben noch ein wenig heraus, auch von der Schreibweise her. Wir schreiben´s ja auch komplett mit kleinen Buchstaben, was eher ungewöhnlich ist für einen Bandnamen. Und durch die eckigen Klammern sticht das einfach etwas mehr ins Auge. Ich glaube, wenn man es auch einmal so vor Augen hat, dann kann man sich den Namen auch ganz gut merken, hoffe ich jedenfalls. Der Name hat allerdings den Nachteil, dass die Leute ihn nur immer sehr schwer einordnen können bei irgendwelchen Magazinen, weil sie nicht genau wissen, wo sie die eckigen Klammern einordnen sollen, ob ganz am Ende oder bei „S“ oder ganz am Anfang.
 
(lacht) Wusstest du denn, dass es in Holland auch eine Band gibt, die Soon heißt? Ohne Klammern allerdings!!
 
Eric: Nee, in Holland gibt`s eine Band? Da sagst du mir gerade was Neues. Ich hatte mal von irgendjemand gehört, dass es in den 90ern mal einen italienischen DJ gab namens MC Soon oder so ähnlich. Das ist aber alles.
 
Eure Band besteht aus insgesamt vier Mitgliedern. Könntest du deine Kollegen kurz charakterlich vorstellen?
 
Eric: Wir haben unseren Schlagzeuger 7even dabei, quasi als den Taktgeber der Band, ein sehr, sehr zuverlässiger, sehr genauer, sehr angenehmer Mensch, der auch sehr kraftvoll Schlagzeug spielt. Und eigentlich ist er so ein Schlagzeuger, wie man sich ihn wünschen würde. Er ist bei den Live-Auftritten immer so ein bisschen der Motor. Er und der Bassist zusammen bieten sozusagen das Fundament der Band, auf dem dann die Melodien aufgebaut werden. Insofern ist das eine sehr gute Sache. Wir spielen jetzt mit 7even seit 2003 zusammen. Dann seit 2006 ist Markus in der Band. Er hat quasi Robin ersetzt, der zum ersten Album „End Isolation“ noch in der Band war. Markus ist sehr technikbegeistert auf jeden Fall. Er hat auch irgendwie immer wieder sehr interessante Ideen parat. Er ist ein toller Bassist. Insgesamt muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin mit der Besetzung. Es macht sehr viel Spaß mit allen drei Leuten zusammen zu spielen. Und Markus ist auch ein sehr angenehmer Zeitgenosse, der auch immer sehr viele interessante Geschichten zu erzählen hat. Wir fahren sehr häufig zu Gigs und es ist immer sehr nett mit den Leuten unterwegs zu sein. Und Lenny, unseren Gitarristen, den kenne ich am längsten. Mit dem mache ich auch schon am längsten Musik. Er ist auch ein sehr innovativer Musiker, der immer sehr viele originelle Ideen hat. Insgesamt ist das eine sehr angenehme Runde, die auch musikalisch, finde ich, eine Menge Ergiebiges zustande bringt. Deshalb freue ich mich sehr in der Band zu sein. Das ist nett mit kompetenten Musikern zusammen spielen zu dürfen.
 
Und welche Eigenschaften würden deine Bandkollegen dir zuschreiben?
 
Eric: (lacht) Oh Gott. Das müssten sie dir eigentlich selber sagen. Mmmm… (denkt nach) Das kann ich dir ehrlich gesagt nicht sagen. Das ist ziemlich schwierig.
 
Okay, dann stelle ich die Frage anders: Wie würdest du dich selbst beschreiben?

 
Eric: Wahrscheinlich würden sie irgendwas mit Organisieren sagen, weil ich so für die Alltags-Orga-Sachen, „Wie fahren wir zu Auftritten hin?“, „Wann proben wir?“, und so weiter zuständig bin. Vermutlich würden sie auch noch das Songwriting erwähnen, dass ich Musik und Texte schreibe. Also einerseits diese organisatorischen Sachen, aber andererseits auch diesen kreativen Teil, denke ich.
 
Ihr habt bereits im Vorprogramm namhafter Bands wie 4Lyn, den Beatsteaks, H-Blockx und zuletzt auch mit Xandria gespielt. Dein persönliches Show-Highlight? Deine persönliche “High Time” sozusagen?
 
Eric: Ich glaube das waren tatsächlich diese Gigs mit Xandria, diese Minitour im letzten Jahr. Das war auch unsere erste richtige Tour in Anführungsstrichen. Man hat vorher ganz viele Einzelkonzerte gespielt, war am Wochenende auch mal für zwei Gigs unterwegs, aber das waren nie ein paar Tage so am Stück. Aber das fand ich bei der Tour mit Xandria schon toll. Das hat Spaß gemacht im November letzten Jahres. Ich glaube, das waren so die schönsten Gigs, die wir gespielt haben. Lacrimas Profundere waren auch noch bei einem Auftritt mit dabei. Das war auch einfach mal toll, die Leute kennen zu lernen. Es waren auch noch zwei andere Bands mit dabei und insgesamt war es auch eine sehr angenehme Stimmung auf Tour.
 
Steht ihr denn noch zu einigen Bands in Kontakt?
 
Eric: Ich glaube unser Schlagzeuger hat noch Kontakt zu dieser einen Vorband, ansonsten gibt es da momentan keine weiteren Kontakte.
 
Wie viel probt ihr als Band?
 
Eric: (lacht) Ehrlich gesagt sehr wenig. Es ist so, dass wir wirklich relativ viel live spielen. So im Schnitt der letzten Jahre spielen wir zwischen 30 und 40 Auftritte. Und wir proben dann schon noch mal, wenn wir eine Auftrittspause hatten oder beziehungsweise wenn neue Songs zu erlernen, zu erarbeiteten sind. Ansonsten aber eher selten. Wenn du regelmäßig jede Woche oder alle zwei Wochen spielst, sitzt das Set eigentlich ganz gut und insofern sind wir jetzt keine Band, die wahnsinnig häufig probt.
 
Wie viel persönlich Erlebtes steckt in den Songtexten, die du schreibst?
 
Eric: Eigentlich eine Menge. Es gab nur auf dem ersten Album einen Song, der eigentlich keinen großen persönlichen Bezug hat. Das war „Timid Child“. Ansonsten steckt eine Menge persönlicher Erfahrung in den Songs. Es ist nicht alles unbedingt immer meine aktuelle Lebenssituation. Es sind sicherlich auch ältere Erfahrungen dabei. Aber ich finde es einfacher Texte zu interpretieren oder zu singen, wenn sie von mir selbst kommen. Ich finde es angenehm, dass ich sie schreiben kann, dass ich quasi meine eigenen Erfahrungen da auch musikalisch interpretieren kann und ich versuche dann natürlich immer Alltagsbezüge zu haben. Also letztendlich sind es Texte aus meinem Leben, wenn man so möchte.
 
Und welche von deinen Textpassagen findest du am stärksten? Gibt es vielleicht auch Zitate von anderen Künstlern, die dir gut gefallen?
 
Eric: (denkt nach) Es gibt andere Künstler auf jeden Fall, die schreiben sehr, sehr schöne Texte. Wenn du mich konkret nach einem Beispiel fragen würdest, da müsste ich passen. Das ist schwer zu sagen. Da müsste ich erst überlegen. (lacht) Ich find`s immer toll Booklets in der Hand zu haben und ich lese mir die Texte dann natürlich auch durch. Beispiele von [soon]-Texten zu nennen, das ist tendenziell etwas einfacher. Ich finde „Nearly Fantasized“ sehr lyrisch. Der ist noch eher ungewöhnlich für die Texte, die ich schreibe. Also die Ballade vom neuen Album, den Text finde ich ganz schön.
 
Gibt es Tabuthemen in der Musik? Siehst du irgendwo eine Grenze, was lyrisch nicht in der Musik verarbeitet werden sollte?
 
Eric: Ich versuche tatsächlich immer einen Bezug zu den Texten zu haben. Das finde ich bei den Auftritten und bei den Aufnahmen immer einfacher zu interpretieren. Ich glaube Sachen, die mich jetzt persönlich gar nicht interessieren würden, diese reinen Fantasy-Lyrics, da könnte ich nicht viel mit anfangen, oder auch so Horror-Lyrics. Wenn ich keinen Bezug dazu habe, hätte ich das Gefühl, ich könnt`s irgendwie auch nicht vernünftig rüberbringen auf der Bühne.
 
Wie würdest du den Satz „Musik ist…“ vollenden?
 
Eric: Musik ist? Es gibt ein schönes Zitat: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Ich finde das ist ein ganz, ganz toller Satz. Musik ist für mich einerseits Musik zu machen, aber auch andererseits Musik einfach zu hören von anderen Bands. Musik ist eine der schönsten Sachen, die es im Leben gibt. Und ich finde es sehr schön, dass es so viele Bands gibt, die gute Musik machen. Ich freue mich da immer sehr drüber, wenn ich neue Bands entdeckte, die mich sehr begeistern.
 
Welchem Instrument würdest du die höchste Wichtigkeit zuschreiben?
 
Eric: (lacht) Auch wenn ich selber nicht Gitarre spiele, würde ich der Gitarre die höchste Wichtigkeit zuschreiben. Also Rockmusik ist tatsächlich das, was mich immer noch am meisten berührt und insofern sind Gitarren ganz wichtig…neben der Stimme natürlich.
 
(lacht auch) Mit welchem Musikstil kannst du dich gar nicht anfreunden?
 
Eric: Sagen wir es so, Rock, Metal, Gothic, das ist schon irgendwie die Ecke, in der ich mich musikalisch eindeutig zu Hause fühle. Ich kann sehr häufig mit relativ seichten Pop-Sachen nichts anfangen. Auch Hip Hop berührt mich einfach nicht wahnsinnig. Ich kann mir solche Musik anhören, ich kann mir auch Radiomusik anhören, aber es bedeutet mir einfach nichts. Und ich finde auch die Texte, über die da gesungen wird, da geht`s ganz häufig um große Gefühle, um Liebe und solche Sachen…ich finde das nie entsprechend interpretiert. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Leute das wirklich fühlen, was sie singen. Aber das ist natürlich jetzt auch meine subjektive Sichtweise.
 
Ich habe gehört, dass Paradise Lost ein großer Einfluss für [soon] sind. Hast du die Jungs je persönlich kennen gelernt?
 
Eric: Nee, wir hatten noch nicht das Vergnügen. Eventuell klappt das in diesem Jahr, mal schauen. Aber das ist noch alles unsicher. Das wäre toll. Also Paradise Lost ist eine der Bands, die sicherlich maßgeblich dazu beigetragen haben, dass [soon] so klingen, wie sie klingen und es gibt noch sicher einige andere. Aber Paradise Lost ist eine der ganz, ganz wichtigen Bands, auf jeden Fall.
 
Was steht denn privat bei dir im Plattenregal?
 
Eric: Paradise Lost, wo du es grade schon erwähnt hast. Ich höre momentan ganz, ganz viel 30 Seconds To Mars, auch eine tolle Band.
 
Oh ja! Morgen sind sie in Köln!
 
Eric: Ja, ich hab`s gelesen. Aber sie haben glaub ich kein Hamburg-Date dabei. Die haben nur zwei Deutschland-Dates. Ganz wenige Konzerte jedenfalls. Ich finde die letzte Dredg-Platte „Catch without arms“ auch ganz toll. Die letzte Scheibe von Antimatter finde ich sehr, sehr schön. Anethema ist auch eine Band, die ich irgendwie gerne höre. Also eigentlich gibt es einiges, ist aber doch alles so in erster Linie im Rock/Metal-Bereich anzusiedeln.
 
Wann hast du für dich entschieden, dass du Musiker werden willst? Ist da irgendwie ein Kindheitstraum mit in Erfüllung gegangen?
 
Eric: (lacht) Ich habe damals, ich war noch relativ jung, eine Iron Maiden – Platte gehört und zwar die „Seventh Son of a Seventh Son“ und irgendwie fand ich das einerseits erschreckend – ich war wirklich relativ jung – und gleichzeitig aber auch so ganz faszinierend. Und das war so ein Moment, der hat mich berührt in verschiedener Hinsicht. Und das fand ich toll. Ich hab dann ganz viel angefangen in der Art Musik zu hören und irgendwann ist daraus der Wunsch entstanden, auch selber Musik zu machen. Das hat natürlich eine Weile gedauert. Ich kann dir keinen konkreten Zeitpunkt nennen, weil das eher ein Prozess war, dass ich gesagt habe „Ohh, das ist was Tolles, was mein Leben sehr bereichert. Vielleicht schaffe ich es ja auch irgend so etwas in der Art letztendlich mal zu erschaffen, was andere Leute irgendwie begeistert“.
 
Welche Gefahren birgt deiner Meinung nach das Musikbusiness und wovor hast du da persönlich Angst?
 
Eric: (denkt nach) Angst…im Bezug auf das Musikbusiness habe ich nicht vor so wahnsinnig vielen Sachen Angst. Es ist ja so, dass wir bei einem kleinen Indie-Label, bei einem kleinen Vertrieb sind, das heißt der Rahmen ist noch sehr überschaubar. Also diese typischen Sachen, diese riesen Verlockungen des Musikbusiness, was du in irgendwelchen Promizeitschriften dann liest, das gibt`s quasi so in dem Sinne für [soon] nicht. Bisher jedenfalls nicht. Da habe ich auch keine wahnsinnig große Angst vor. Aber wovor hätte ich Angst? Ja, ich glaube ich hätte Angst davor, irgendwann Songs zu schreiben, hinter denen ich nicht stehen kann. Das wäre momentan das, was mich da am meisten sorgen würde, irgendwann mal Musik zu machen, auf Druck von Außen hin, vielleicht weil hier irgendeine Plattenfirma sagt „Nee, der Song ist aber nicht gut. Und die Songs müssen alle irgendwie eingängiger sein oder müssen kommerzieller sein oder es muss auch eine andere Musikrichtung sein.“ Das fände ich schade, wenn mir das irgendwann mal passieren sollte, dass ich irgendwann Musik schreiben muss, die mich nicht mehr selber berührt.
 
Nils (Label Oscillation Music – Anm. des Verf.) sagt, du arbeitest viel. Darf ich fragen, welchen Jobs du neben der Musik nachgehst?
 
Eric: Das sind einfache Studentenjobs. Ich studiere und das sind so Aushilfsgeschichten. Und da ich mich selbst finanzieren muss, muss ich relativ viel arbeiten.
 
Okay und wie hälst du dich bei all der Arbeit fit? Treibst du Sport? Hast du noch andere Hobbies?
 
Eric: Ja, ich treibe Sport (lacht), je nach dem wie viel jobmäßig und mit [soon] anliegt. Ich bin im Fitness-Studio, mache da Gerätetraining, hatte auch Kurse nebenbei gemacht. Das schaffe ich allerdings momentan nicht mehr. Aber ich versuche mich körperlich fit zu halten. Ansonsten gehe ich sehr gern ins Kino, ich gucke gerne gut gemachte Filme, also auch wenn ich wenig Fernsehn gucke, finde ich es durchaus schön ins Kino zu gehen oder mir dann DVDs auszuleihen. Das ist toll. Ansonsten treffe ich mich gern mit Freunden und ja, bin gerne auch viel unterwegs.
 
Welches Genre bezüglich Filme? Was guckst du da am liebsten?
 
Eric: Ich mag Thriller sehr gerne. „Sieben“ finde ich einen fantastischen Film nach wie vor. Aber eigentlich bin ich da relativ offen. Ich finde auch ein gut gemachter Krimi oder eine gut gemachte Komödie kann schön sein. Das ist immer stimmungsabhängig. Also da würde ich nicht sagen, das ist nur ein Genre, was mich da begeistert.
 
Nochmals zurück zum Thema Musik: Jetzt bald am 14. Februar findet Stefan Raabs Bundesvision Song-Contest statt. Würdet ihr bei so etwas je mitmachen, um euer Bundesland musikalisch zu vertreten?
 
Eric: Ich glaube grundsätzlich könnten wir uns das vorstellen. Ich hab jetzt gerade gelesen – ich bin zwar nicht so ganz über die Teilnahmebedingungen informiert. Liegt eben auch daran, dass ich fernsehtechnisch wirklich nicht so ganz auf dem Laufenden bin – dass Down Below irgendwie einen Song auf Deutsch singen sollten. Ich weiß nicht, ist das Vorraussetzung, dass die Leute Deutsch singen bei dem Wettbewerb?
 
50 Prozent des Songtextes müssen auf Deutsch sein. Das ist die Bedingung. Und ja, Down Below haben jetzt einen kompletten Song auf Deutsch. „Sand in meiner Hand“ ist das.
 
Eric: Grundsätzlich kann ich mir auf jeden Fall vorstellen bei solchen Geschichten mitzumachen, allerdings, wenn das die Bedingung wäre, einen Text auf Deutsch schreiben zu müssen, kann ich`s mir nur schwer vorstellen. Dann würde ich eher sagen, das käme für [soon] so momentan nicht in Frage.
 
Ist es schwierig sich im Deutschen auszudrücken, dass man deshalb das Englische wählt? Oder wie siehst du das?
 
Eric: Eigentlich ist es bestimmt viel leichter sich in Deutsch auszudrücken. Aber alle meine Lieblingsbands haben irgendwie englische Lyrics und ich bin damit aufgewachsen und ich finde, es gibt deutschsprachig nur ganz wenige Künstler, wo ich die Musik einigermaßen ansprechend mit deutschen Texten verbunden finde. Das ist tatsächlich auch mal von Leuten an [soon] herangetragen worden, ob wir nicht irgendwie deutsche Texte machen wollen. Wir haben es kurz überlegt, aber ich kann es mir eigentlich nur schwer vorstellen. Also, ich weiß nicht, ob man es verstehen kann, aber all die Musik, die mich begeistert, ist auf Englisch und für mich ist Englisch auch tatsächlich die Musiksprache. Ich kann`s mir momentan schwer vorstellen, Texte auf Deutsch zu schreiben.
 
Hast du ein bisschen den Überblick, wer da alles beim Song-Contest mitmacht diese Woche?
 
Eric: Ich habe gelesen, dass Down Below dabei sind. Aber ansonsten…Magst du mir da nochmals ein wenig auf die Sprünge helfen?
 
Subway To Sally, Sportfreunde Stiller, dann auch jüngere Bands wie Peilomat, Jennifer Rostock, Nevada Tan…Die Band, die zum Beispiel hier für Nordrhein-Westfalen antritt, von denen habe ich noch nie zuvor gehört.
 
Eric: (lacht) Okay. Das ist kein gutes Zeichen.
 
(lacht auch) Nee, ich weiß jetzt aber auch gar nicht, wer oben für euer Bundesland antritt.
 
Eric: Oh, ich glaube, es ist Das BO.
 
Dein Tipp: Wer hat Chancen den Bundesvision Song-Contest 2008 zu gewinnen?
 
Eric: Nachdem Oomph im letzten Jahr gewonnen haben und Subway To Sally ja doch sehr, sehr groß und sehr populär sind, ohne jetzt die komplette Besetzung zu kennen, würde ich sagen, Subway To Sally haben schon sehr gute Chancen. Also ich fand es sehr überraschend, dass Oomph im letzten Jahr gewonnen haben. Da habe ich mich natürlich gefreut. Ich denke grundsätzlich ist so etwas gut, wenn auch solche Art von Musik, letztendlich Rock/Metal, sich immer weiter auch in solchen Medien etabliert. Recht häufig wird diese Musikart von denen links liegen gelassen. Insofern hat mich das gefreut. Und ja, das fände ich toll, wenn Subway To Sally oder Down Below, wenn die gewinnen würden. Ich finde, dass sie musikalisch einfach gute Qualität abliefern.
 
Aber der 14. Februar, an dem der Song-Contest stattfindet, ist ja bekanntlich auch Valentinstag. Darf sich denn jemand an dem Tag über ein kleines Geschenk von dir freuen?
 
Eric: (lacht laut) Ich glaube, meine Freundin wäre sogar ausgesprochen verstimmt, wenn sie nichts bekommen würde. Insofern. Ja, eine Karte habe ich auf jeden Fall schon besorgt. Aber ich denke, ich werde ihr zusätzlich noch eine Kleinigkeit schenken. Ich bin noch am überlegen, was es sein soll, aber es ist klar, dass es eine Kleinigkeit für sie geben wird.
 
Und am kommenden Samstag (16. Februar), da habt ihr euren nächsten Auftritt und zwar im sogenannten „Affenclub“…
 
Eric: Genau, in Kleinmachnow. Das ist in der Nähe von Berlin beziehungsweise Potsdam. Ich glaub, wir waren da noch nie. Ich weiß auch nicht, was uns da erwartet. Schauen wir einfach mal. Wir spielen sehr viel live. Im Prinzip überall, wo man uns hören möchte. Wir stehen wirklich gern auf der Bühne. Es macht uns Spaß, live zu spielen. Wir sind auch immer wieder neugierig in neuen Clubs zu spielen.
 
Werdet ihr denn auch bald nochmals in unsere Gegend hier kommen? Also bis NRW habt ihr`s ja schon ein paar Mal gewagt.
 
Eric: Genau. Grundsätzlich sehr gern. Wenn es Angebote gibt, spielen wir auf jeden Fall. Wir haben letztes Jahr bis Bayern runter gespielt, also insofern spielen wir eigentlich überall, wo man uns hören möchte. Momentan laufen glaub ich diverse Festival-Bewerbungen. Eventuell könnte da was zustande kommen.
 
Wie lautet deine Lebensphilosophie, Eric?
 
Eric: „Carpe diem“ – auch wenn`s ein bisschen ausgelutscht klingt. Ich versuche mein Leben aktiv zu leben in verschiedenen Bereichen, einfach vorwärts zu kommen, die Zeit zu nutzen und Sachen zu schaffen. Ich versuche jeden Tag für mich einen kleinen Schritt vorwärts zu kommen.
 
„A Step Forward“ quasi.
 
Eric: (lacht) Genau. Wenn du es so möchtest, genau. Es gibt ja auch auf „End Isolation“ den Song „Another Try“, der quasi von der Band handelt. Auch wenn viele Leute den Text spontan anders verstehen. Und auf „Without A Trace“ ist es quasi “A Step Forward”, richtig.
 
Zum Schluss: Was würdest du den Menschen da draußen gerne mit auf den Weg geben?
 
Eric: Ich würde mir wünschen, dass die Leute einfach offen sind, auch tatsächlich für sich versuchen neue Bands zu entdecken, um zu gucken, dass es neben vielen gut etablierten Bands auch viele Newcomer gibt, die es Wert sind, mal gehört zu werden. Wahrscheinlich wäre das so ein Tipp, den ich den Menschen mit auf den Weg geben möchte, auch wenn es sich in diesem Fall nur auf Musik bezieht.




Interview: Lea S.
Fotos: taken from zephira.de/soonmusic.net
Website Band:
www.soonmusic.net

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