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Aeranea
Interview mit Christopher F. Kassad [Aeranea], Februar 2014, mailer



Das neue Jahr hat gerade erst begonnen – und schon ist Endzeitstimmung angesagt. Denn die Essener Metal-Band Aeranea präsentiert dieser Tage ihre erste EP namens "As The Sun Died". Gitarrist und Bassist Christopher F. Kassad (Jesus On Extasy), der die Band 2012 zusammen mit Sängerin Christina Vogt ins Leben rief, verrät im Interview, warum CD und Artwork so apokalyptisch geworden sind.

Christopher, vor welchem Hintergrund hast du 2012 zusammen mit Sängerin Christina die Band Aeranea ins Leben gerufen?

Christopher: Die Intention war, endlich meiner eigenen Kreativität ihren lange überfälligen Raum zu geben. Ich war einige Jahre Main-Songwriter einer (ziemlich verrückten) Death-Metal-Band , was auch eine sehr schöne Zeit war; aber meine musikalischen Wurzeln liegen eigentlich ganz woanders. Als Jesus On Extasy nach dem letzten Album pausierte, war die Zeit gekommen, etwas Eigenes an den Start zu bringen. Und das ganze läuft jetzt unter dem Namen "Aeranea".

Was verbirgt sich hinter dem mystischen Bandnamen?

Christopher: Da ist viel Interpretationsfreiraum: Man kann es als "eine neue Ära" lesen oder die Assoziation zum lateinischen Überbegriff für "Spinnenartige" herstellen. Letztlich ist es ein schönes Wort, was irgendwie für mich das Gefühl dieser Band transportiert. Nennen wir es "abstrakte Kunst" oder so. [lacht]

Stand die Musikrichtung von Anfang an fest oder musstest ihr erst einmal diskutieren, wie die ersten Songs klingen sollen?

Christopher: Nein, da war nicht viel Diskussionsbedarf; die Songs standen schon zu großen Teilen, ehe ich mit Christina die Feinarbeit und Lyrics in Angriff nahm. Ihre Stimme trug sicher noch viel zum Gesamt-Feeling bei, so dass am Ende etwas Eigenständiges mit Teilen von uns beiden entstanden ist.

Wie haben Gitarrist Christof und Schlagzeuger Christian zur Band gefunden?

Christopher: Als wir mit den Aufnahmen für die erste EP fertig waren, suchten wir aktiv nach einer festen und vollständigen Besetzung. Es brauchte ein paar Anläufe und Experimente, bis wir das komplette Line-up beisammen hatten, so wie es jetzt besteht. Chris und Chris fanden uns über Anzeigen, die wir in diversen Musikerportalen geschaltet hatten – eine recht langweilige Geschichte. Um also in der Welt von Aeranea zu bleiben, haben wir die Beiden natürlich unter einem Schutthaufen eingestürzter Kathedralen und Häuser gefunden.

Wie gehst du grundsätzlich beim Songwriting vor und was sind deine Inspirationsquellen?

Christopher: Ich habe gar keinen Grundsatz; die Songs entstehen sehr oft ohne mein Zutun. David Bowie hat mal in etwa gesagt, dass es gar nicht der Künstler sei, der die Songs schreibe, sondern dass es ein sehr eigenständiger Prozess sei. Und wenn Meister Bowie so etwas sagt, wird was dran sein! Dementsprechend ist die Hauptinspiration meistens die Musik selber...das klingt schon wieder furchtbar abstrakt, oder?

Inwiefern wirken auch die übrigen Bandmitglieder beim Songwriting mit?

Christopher: Bisher recht wenig, da die Songs wie gesagt in erster Linie schon standen, bevor es überhaupt die Band gab. Wie das in Zukunft laufen wird, wird sich zeigen. Ich bin immer offen für Vorschläge, sehe mich aber doch als den "musical director", der das letzte Wort hat.

Wie gestaltete sich der Aufnahmeprozess eurer ersten, sehr düsteren EP namens "As The Sun Died"?

Christopher: Die EP ist ein Auszug aus einem ganzen Album, das wir entweder über ein Label oder selber später dieses Jahr veröffentlichen werden. Der Aufnahmeprozess gestaltete sich wie bei vermutlich 99 Prozent der Alben: Songs schreiben, Studio suchen, Songs aufnehmen, verzweifeln, hoffen, bangen und am Ende glücklich sein.

Welche Rolle spielte hierbei Chai Deveraux (Jesus On Extasy)?

Christopher: Chai hat das Album aufgenommen und gemischt. Er brachte aus Produzentensicht noch ein paar gute Ideen ein, die das Album zu dem machen, was es ist. Und es ist das letzte Album, was in seinem Studio (Sinustal) entstanden ist. Auch eine Art Apokalypse.

Gutes Stichwort: Das Jahr 2014 hat zwar gerade erst begonnen, doch der Titel der EP wie auch das Artwork wirken sehr apokalyptisch und sorgen für ein wenig Endzeitstimmung. Warum so negativ?

Christopher: Es ist letztlich wie bei jeder künstlerischen Ausdrucksform: Das Augenscheinliche ist nicht zwangsläufig das, worum es geht. Die Geschichte, die "As The Sun Died" erzählt, kann man wortwörtlich nehmen oder als Metapher für die Weltuntergänge sehen, die jeder von uns mitgemacht hat. Wenn ich die Musik höre und die Texte lese, erkenne ich große Teile meiner eigenen Vergangenheit in den Bildern wieder; und ich glaube, dieses Gefühl wird auch an den Hörer weitertransportiert. Das "Negative" ist also einfach Teil meiner persönlichen Lebenserfahrung und ich glaube, dass jeder einzelne Mensch auf diesem Planeten psychische Traumata erlebt hat. Wenn man also will, Weltuntergang für jedermann. Es ist aber letztlich doch ein sehr persönliches Album – jede Kunstform ist immer zu einem gewissen Teil autobiographisch, glaube ich. Sonst ist sie auch nicht authentisch.

Was müsste die Menschheit in deinen Augen anders machen, damit es wirklich keine Apokalypse gibt – wie schon so oft im Kino gesehen?


Christopher: Ich weiß gar nicht, ob eine Apokalypse mit solch einem Ausmaß das Schlechteste wäre, was der Menschheit (oder diesem Planeten) zustoßen könnte. Verstehe mich nicht falsch, ich kann gut drauf verzichten, ich brauche kein Leben in Dunkelheit und Qual, aber wir leben auch nicht in der schönsten aller Welten. Doch das driftet schon wieder ab…

Bist du selbst ein eher negativ oder positiv denkender Mensch?

Christopher: Ich würde ja sagen "Realist mit Erfahrung". Da schwingt eine gesunde Portion Sarkasmus mit. Meine Band sagt mir oft, ich solle nicht so negativ denken – gefühlt tue ich das gar nicht. Was sagt das jetzt aus?

Welche Themen würden niemals Platz in einem Aeranea-Song finden?

Christopher: Politik, denke ich. Das ist ein Thema, was ich nicht anrühre.

Was ist dein persönlicher Favorit auf der CD und warum?

Christopher: Oh Gott, das ist wie nach einem Lieblingskind zu fragen. Ich glaube, "Still" ist der Song, in den ich sehr viel Herzblut investiert habe. Der geht mir persönlich lyrisch und musikalisch sehr nahe. Es hat viel mit Abschied zu tun und der Tatsache, dass man Dinge in der Vergangenheit nicht ändern kann und sie damals nicht ändern konnte.

Am 15. März habt ihr in Duisburg euren ersten Auftritt. Was erwartet uns?

Christopher: Wir zelebrieren das Ende der Welt. Davon abgesehen hoffe ich einfach auf einen schönen Abend mit den anderen drei Bands, die dort auftreten werden.

Du selbst spielst bei Aeranea die Leadgitarre und den Bass. Wie machst du das auf der Bühne? Männer sind doch nicht multitaskingfähig…


Christopher: Die Bass-Tracks auf dem Album sind nur zur Hälfte von mir, die andere Hälfte hat ein Freund von uns eingespielt. Er kommt aus Kamerun und ist eigentlich Jazz/Funk-Bassist, hat aber Gefallen an unserer Musik gefunden. Leider hat er keine Einwanderungsgenehmigung nach Deutschland erhalten, sonst wäre er auch fester Bestandteil des Line-ups. Bis wir also einen würdigen Nachfolger gefunden haben, wird der Bass erst einmal als Backing Track vom Laptop kommen.

Welche musikalischen Ziele möchtest du 2014 erreichen?

Christopher: Optimalerweise das zweite Album fertig schreiben und so viele Konzerte wie möglich spielen…

Und zum Abschluss: Wie würdest du den Satz "Musik ist…" vollenden?

Christopher: ...alles.



Interview: Lea S.
Fotos: Promo 2014
Website Band: www.aeranea.com

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