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Apocalyptica/Sturm&Drang/Stam1na

Apocalyptica/Sturm&Drang/Stam1na, 30.10.2007, Köln, E-Werk

Wer sich am 30. Oktober rein zufällig oder vielleicht doch äußerst bewusst im Kölner E-Werk eingefunden hatte, konnte einen wahrlich finnischen Abend erleben. Apocalyptica – mit ihrem neuen und mittlerweile 6. Studioalbum „Worlds Collide“ auf großer Europa-Tour unterwegs – hatten zusammen mit ihren Landsleuten von Stam1na und Sturm&Drang einen Zwischenstopp in der Domstadt eingelegt, um auch dort ihre neuen Stücke zu präsentieren. Apocalyptica, das sind drei Cellisten und ein Schlagzeuger und zusammen machen sie instrumentalen „Cello-Rock“, wie sie selbst sagen, mit Headbanging-Garantie. So natürlich auch an jenem Abend im Kölner E-Werk.  

Vor dem Gig hatte ich die Gelegenheit von Perttu/Apocalyptica höchstpersönlich ein paar Headbanging-Tricks zu erlernen. Ich traf den Finnen im Tourbus zu einem Interview. Gutgelaunt – hatte er doch zuvor sein Handy vor`m Ertrinken in der Kloschüssel retten können – und sehr offen beantwortete er meine Fragen. [siehe Interview]

                                       
 
Die Konzerte selbst begannen ab 20 Uhr und zunächst hatten Stam1na freie Bahn. Die fünf Finnen machen Power-Metal und Gitarrist und Sänger Antti performt in finnischer Sprache, was es nicht gerade einfach macht, die Lieder zu verstehen. Aber dafür schmiss Antti zwischendurch immer wieder mit sämtlichen deutschen Sätzen um sich und brachte das Publikum mit seinen Jokes zum Lachen; besonders als er plötzlich ein deutsches Pornomagazin hervorholte und daraus zitierte – echt köstlich! Da hatte sich Perttus Bemerkung aus dem zuvor geführten Interview bestätigt: „Stam1na have a great sense of humor live on stage!“ Die Jungs waren heavy, rockten in ihren eigenen Bandshirts und schüttelten ihre langen blonden Haare und das Publikum machte begeistert mit, bis Nacken und Füße schmerzten. Schade, dass den Jungs nicht mehr als eine halbe Stunde auf der Bühne vergönnt war. 

     
 
So erging es auch der nächsten Band – Sturm & Drang. Dem Namen nach zu urteilen, würde man wohl an eine deutsche Band denken. Doch Fehlalarm! Sturm & Drang kommen aus Finnland, sind zu fünft und gerade mal 15 und 16 Jahre alt. Aber trotz ihrer noch jungen Jahre sind die Jungs nicht zu unterschätzen. Das sollten sie an jenem Abend im Kölner E-Werk unter Beweis stellen. Und ebenso taten sie es! Lag dem ein oder anderen Besucher in der Menge anfangs noch ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen, als die Jungs die Bühne betraten, verformte sich dieses spätestens bei den ersten „Broken“-Riffs und Gesangparts von Andrè zu einem eher überraschten Ausdruck. Zwar nicht ganz so heavy wie ihre Vorgänger Stam1na, aber trotzdem mit beachtlicher Rockmanier schwangen die Jungs ihre Haare und präsentierten ihre Songs vom Debüt „Learning To Rock“. Natürlich durfte die erste Single „Rising son“ nicht fehlen und auch „Indian“ ließen die Jungs verlauten. Auch wenn André eine kleine Schwäche bei den etwas höheren Tönen zeigte, tat es der Stimmung und der Achtung vor den Jungs keinen Abbruch. Ich für meinen Teil fühle mich bei Sturm & Drang jedes Mal ein klein wenig an Sonata Arctica und The Scorpions erinnert, zumindest was den musikalischen Part angeht. Beim Alter liegen dann doch noch ein paar Welten dazwischen. Das bestätigte Sänger Andrè dem Publikum dann auch nochmals: „Actually we should be in school. But now we are here in Germany touring with Apocalyptica und Stam1na!” Und das macht natürlich auch dreimal mehr Spaß, als die Schulbank zu drücken und Hausaufgaben zu machen. Daraufhin stimmten die Jungs „Fear of the dark“ von Iron Maiden an und die vielen Menschen im Saal rockten und sangen begeistert mit. Feuerprobe in Köln bestanden!

                      
 
Punkt 22 Uhr wurden schließlich feierlich die Throne für Apocalyptica enthüllt und Mikko, Perttu, Eicca und Paavo betraten in Begleitung von Antero Manninen (Ex-Apocalyptica), der sie auf der gesamten Tour live unterstütze, die Bühne. Die nächsten gut anderthalb Stunden gehörten ganz den Finnen mit ihren Cellos und das kosteten die jungen Männer natürlich aus. Sie legten los mit dem Album-Opener „Worlds collide“ und hängten „Refuse/resist“ gleich hinten an. Saß Antero während des gesamten Konzertes gelassen mit Sonnenbrille auf dem linken Thron, sprangen Perttu, Eicca und Paavo immer wieder auf und bearbeiteten ihre Instrumente auch in anderen Positionen; dazu die fliegenden Haare – wobei man jedes Mal darauf wartete, dass sie sich irgendwann einmal in den Saiten der Cellos verfangen mussten – und eine passende Lichtshow und das Publikum blieb nicht mehr still stehen. Besonders in den mittleren ersten Reihen war Pogolaune ausgebrochen und steckte nach und nach immer mehr Leute an. Eicca und Perttu hielten abwechselnd kleine Ansprachen zwischen den Songs, doch konnte man Gesang von ihnen nicht erwarten. Ich hatte Perttu zuvor im Interview gefragt, was man ihm bieten müsse, damit er einen der Apocalyptica-Songs live on stage auch gesanglich performen würde. Er meinte, das Publikum würde schon den Gesangspart übernehmen und das tat es auch. „I`m not Jesus”, “Helden”, “Bittersweet”…Apocalyptica präsentierten genügend Songs, zu denen es auch einen passenden Text gibt. Die Finnen spielten ruhigere Stücke wie „SOS“, aber auch Kracher wie „Betrayal“ und „Hall of the mountain king“, welches auch gleichzeitig so derart schnell ist, dass man den Streichbewegungen auf den Cellos kaum folgen kann. Ein wahrer Hingucker war auch die riesige Hintergrund-Leinwand, welche die Bühne zierte: ein Cello mit Totenkopf und Flügeln! Zwei persönliche Highlights für mich waren die Songs „Somewhere around nothing“ und auch „Enter sandman“, nach dem Apocalyptica zum ersten Mal die Bühne verließen. Doch lange konnten sie nicht fern bleiben, sonst hätte das Publikum aufgrund der lauten Zugabe-Rufe bald keine Stimme mehr gehabt. Apocalyptica spielten also noch drei weitere Stücke und die gehören auf jeden Fall zu den Klassikern der Band: „Nothing else matters“, „Life burns“ und „Inquisition symphony“. Die Fans zeigten Begeisterung pur, was natürlich auch die Band freute und deshalb hängten sie als zweite Zugabe noch „Seemann“ hinten an. Überglücklich fielen sich die Jungs danach auf der Bühne um den Hals und ihre „Dankes-Rufe“ gingen im frenetischen Jubel unter. Apocalyptica machen ihr ganz eigenes Ding und das furchtbar gut. Und wer je behauptet hat, Cello spielen sei langweilig, der hat den Zug verpasst…

               
 
Setlist: Worlds collide, Refuse/resist, I`m not Jesus, Fight fire with fire, Grace, S.O.S., Somewhere around nothing, Seek & destroy, Helden, Burn, Betrayal, Bittersweet, Last hope, Hall of the mountain king, Enter sandman – 1. Zugabe: Nothing else matters, Life burns, Inquisition symphony – 2. Zugabe: Seemann
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Text: Lea
Fotos: Lea

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