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Cinema Bizarre/The Glam

Cinema Bizarre/The Glam, 14.04.2008, Köln, Underground

Es ist grau, es regnet und eigentlich lässt das Wetter überhaupt keine Motivation aufkommen, sich aufzuraffen. Doch der Grund, warum ich mich letztendlich doch auf den Weg nach Köln mache, sind die fünf Jungs von Cinema Bizarre, die zu Gast in der Domstadt sind. Sänger Strify, mit dem ich erst eine Woche zuvor telefonierte [siehe Interview], hatte mich auf die Tour neugierig gemacht. Ein letzter Blick ins Internet, um den Veranstaltungsort zu überprüfen. Zum Glück! Was lese ich da? Vom E-Werk ins wesentlich kleinere Underground verlegt. Waren denn nicht genügend Karten verkauft worden? Der Hype um die Jungs schien mir doch in den letzten Tagen und Wochen besonders groß, so hatten sie am Vorentscheid für den Eurovision Songcontest teilgenommen und sind aktuell für einen Comet nominiert. 

Noch immer leicht verwirrt über die Verlegung des Konzertes, treffe ich kurz nach 19 Uhr am Underground ein. Der Schlange nach zu urteilen, die durch den gesamten Biergarten bis auf die Straße führt, mussten doch einige Karten verkauft worden sein. Kaum eingetroffen, bekomme ich von netten VIVA-Mitarbeitern Seifenblasen in die Hand gedrückt. Noch unschlüssig darüber, was ich mit dem neugewonnenen „Spielzeug“ anfangen soll, sehe ich mich ein wenig um. Da sind vornehmlich jüngere Mädels, bizarre gekleidet wie ihre Idole, mit Katzenohren und Krönchen auf dem Kopf. Auch sehe ich ein paar Jungs, die sich zwischen den Mädels ein wenig verstecken, aber durch ihren Emo-Style auffallen. Dann sind da auch noch zahlreiche Elternteile, die eher als unfreiwilliges Begleitpersonal mit in der Schlange stehen. Es dauert eine gute halbe Stunde bis wir alle schließlich im Warmen und Trockenen sind. 

Zur Einstimmung auf den Abend spielen von 20 Uhr bis 20:30 Uhr The Glam aus Germany. Eine 3-Mann Band. Sie beweisen, dass nur hautenge Hosen und tief ausgeschnittene Hemden nötig sind, um die Mädels in den ersten Reihen aus dem Häuschen zu bringen. Dazu noch das Pony im Gesicht, ein schüchtern-verschmitztes Grinsen und alle rufen einstimmig „Ausziehen“! Doch sollte es an solch einem Abend nicht eher um die Musik gehen? Aber die Mädels sind hartnäckig und geben nicht eher Ruhe, bis sich schließlich der Sänger seines Shirts entledigt. Weiterhin unbeirrt präsentieren The Glam ihre Songs und kommen damit sehr gut an. So rufen am Ende alle einstimmig „Zugabe“ und erhalten diese auch. The Glam veröffentlichen bald ihr erstes Album, wie sie sagen. Na da sind wir mal gespannt. 

       

Jetzt heißt es noch ein wenig Geduld aufbringen, bis schließlich die fünf Jungs von Cinema Bizarre gegen 21:15 Uhr ihre Füße ins Underground setzen. Einer nach dem anderen kommen die Jungs auf die Bühne und ich bin froh, meine Oropax nicht vergessen zu haben. In fast Tokio Hotel-ähnlicher Hysterie kreischen die Fans das Underground zusammen und richten plötzlich hunderte Mobiltelefone und Digitalkameras gen Bühne, um jeden Schritt ihrer Helden für die Ewigkeit festzuhalten. Zunächst bleibt aufgrund der vielen Arme und sich reckenden Hälse die Sicht für mich versperrt. Doch nach und nach erkenne ich Strify, Luminor, Shin, Kiro und Yu in ihren stylischen Outfits. Sie starten die Show mit ihrem Song „Escape to the stars“ und alle sind direkt außer Rand und Band. Da alle gen Bühne pressen, habe ich plötzlich viel Freiraum um mich herum. Doch sollte man nicht vergessen, dass das Underground sehr klein ist, aus diesem Grund erscheint die Bühne auch aus der hintersten Ecke noch greifend nah. 

      

Cinema Bizarre rocken alle ihre Hits vom Debütalbum und ihre Anhänger singen die Lieder auswendig mit. „Dysfunctional family“ widmet Strify einer guten Freundin. „Get off“ singt er zusammen im Duett mit Luminor. Ich weiß nicht, ob es an meinen Oropax liegt, doch habe ich das Gefühl, als würden sich die Jungs ab und an ein klein wenig in der Tonlage vergreifen, was aber nicht weiter schlimm ist. Gitarrist Yu steht zur Linken, wie immer mit rot-schwarzen Extensions in seinen Haaren. Bassist Kiro zur Rechten im schwarz-weiß Dress grinst frech ins Publikum. Luminor an den Keys scheint mir – seinem Blick und den Handbewegungen nach zu urteilen – teils ein wenig abwesend und in Trance. Shin am Schlagzeug ist kaum zu sehen, während Strify munter vor ihm herumhüpft, die Fans mit Wasser bespritzt, zum Seifen blasen und weiterhin zum Schreien animiert. 

        

Ein Kamerateam, das seit Beginn der Show anwesend ist, filmt die kochende Menge und das Engagement von Cinema Bizarre auf der Bühne. Auch das Geknutsche von Yu und Kiro ist für die Nachwelt festgehalten. Die Jungs machen ihrem Image alle Ehre, erinnern dabei aber eher an Negative als an Tokio Hotel, mit denen sie oft verglichen werden. Es ist gerade mal eine knappe Stunde vergangen, als die fünf Cinema Bizarre-Jungs ihr letztes Lied ankündigen. „Forever or never“. Doch natürlich lassen die Mädels ihre Idole nicht einfach gehen, sondern fordern wie selbstverständlich Zugaben ein. Die bekommen sie auch mit einer Akustik-Version von „Escape to the stars“. Und schon wieder machen sich Cinema Bizarre vom Acker. Erneute Zugabe-Rufe locken die Jungs aber zurück und bereitwillig spielen sie noch ein Cover und als abschließenden Höhepunkt – wie nicht anders erwartet – ihre erste Hitsingle „Lovesong (they kill me)“. Ich werde fast noch von einem Shin-Drumstick getroffen, der in meine Richtung geflogen kommt, den sich allerdings das Mädel rechts neben mir krallt. Andere fangen überglücklich Plektrons, Handtücher und Wasserflaschen der Jungs und stecken sie als stolze Trophäen in ihre Taschen. 

Gegen 22:30 Uhr nach 15 Songs ist das Spektakel vorbei und das Gekreische zum Glück auch. Nun drängeln sich die Fans vor dem Merchandise-Stand, um letzte Andenken von ihren Jungs zu kaufen oder das ein oder andere gemeinsame Foto mit der Supportband zu machen. Ein hartgesottener Rest wartet draußen vor den Türen des Undergrounds auf Cinema Bizarre. Mit Erfolg. Nach und nach wagen es Yu, Shin und Kiro nach draußen, werden direkt umzingelt und geben bereitwillig Autogramme und lassen sich fotografieren. Während sich Strify überhaupt nicht zeigt, verschwindet Luminor geschickt durch einen anderen Ausgang. Jedoch bleibt er von einigen französischen Fans, die extra angereist scheinen, nicht unentdeckt. „Please one last picture“ höre ich Luminor etwas gestresst sagen. Dann ist er auch weg. Mit einem Blick zur Uhr stelle ich fest, dass auch ich mich langsam auf den Weg machen muss.  

                  
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Text: Lea
Fotos: Lea

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