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Cinema Bizarre
Interview mit Strify [Cinema Bizarre], 08.04.2008, phoner



Dem ein oder anderen dürften noch die Zeilen der ersten Single „Lovesongs (they kill me)“ in den Ohren klingen. Mit Glam, Pop, Rock und Electro haben sie uns in letzter Zeit überhäuft. Ihr erstes Album „Final Attraction“ hat sehr schnell viele Anhänger gefunden. Und dennoch war es nicht immer einfach für die fünf Jungs von Cinema Bizarre, mit ihrem auffälligen Stil Anklang zu finden. Cinema Bizarre haben ihren eigenen Style und kämpfen mit dem Motto „Style is war“ um Akzeptanz. Sie nahmen am Vorentscheid zum Eurovision Songcontest teil und sind aktuell als „Best Newcomer“ bei der Comet-Verleihung nominiert. Zusätzlich rocken Cinema Bizarre derzeit durch unsere Lande. Zwischen all dem Medienrummel und Reisen fand Sänger Strify dennoch Zeit, mir am Telefon Rede und Antwort zu stehen.

Strify, alles fit bei euch? Seid ihr schon nervös wegen der nächsten Konzerte?

 
Strify: Nervös eigentlich noch nicht. Das kommt dann immer erst, wenn man wirklich dort an der Location ist und die Halle kennenlernt. Man ist erstmal aufgeregt, weil man sich sehr darauf freut und man ist sehr gespannt, weil die ersten zwei, drei Gigs sind bekanntlich gerne auch mal sehr chaotisch, bis man wieder ein bisschen eingespielt ist und man sich wieder dran gewöhnt hat. Und die wirkliche Nervosität kommt bei mir erst vor dem Auftritt. Dann bin ich wirklich tierisch nervös. Ich laufe hin und her und muss immer wieder runterkommen. Aber das brauche ich auch irgendwie, dass ich so nervös bin, weil ich so die Energie für die Bühne sammeln kann. Ich glaube, wenn man nicht nervös wäre, dann würde man das alles viel zu routiniert machen. Das will man ja im Grunde gar nicht auf der Bühne.
 
„Style is war“ prangt auf eurer Webseite und steht auch im Booklet eures Debüts. Was genau dürfen wir denn unter diesem Satz verstehen?
 
Strify: „Style is war“ ist dadurch entstanden, dass jeder von uns fünf schon Erfahrungen gemacht hat, dadurch, dass er einfach mit seinem Style angeeckt ist, was eigentlich merkwürdig ist. Es ist dasselbe, wie wenn du eine andere Sexualität hast, eine andere Religion oder eine andere Hautfarbe. Immer, wenn irgendetwas anders ist, sei`s der Style so wie bei uns, eckt man an und man muss dafür kämpfen, anerkannt zu werden. Das ist wie eine Art Krieg. Man muss um Akzeptanz kämpfen. Deswegen haben wir diesen Slogan „Style is war“ gewählt, weil wir das den Leuten auch mitteilen wollen und damit auch eigentlich für mehr Toleranz aufrufen wollen. Es muss natürlich so sein, dass man so akzeptiert wird, wie man ist.
 
Und was siehst du als stylisch an?
 
Strify: Stylisch? Das ist natürlich immer eine Definitionssache, weil jeder das natürlich anders sieht und ich bin der Letzte, der jemand wirklich Tipps gibt „So oder so musst du rumlaufen!“ Ich würde auch niemandem sagen „Lauf so rum wie ich“. (lacht)

Ihr habt nicht nur dieses auffällige Styling, sondern auch auffällige Künstlernamen: Strify, Luminor, Shin, Yu und Kiro. Ist das für euch auch so eine Art Schutzfunktion?
 
Strify: Natürlich hat man immer irgendwie eine Schutzfunktion, wenn man in gewisser Weise in der Öffentlichkeit steht. Man will nie alles preisgeben, weil man sich auch sonst selbst verlieren würde, wenn man sich wirklich komplett verkaufen wolle. Aber die Namen haben damit überhaupt nichts zu tun, weil wir die davor auch schon gehabt haben. Wir haben uns die nicht einfach jetzt für den Act gegeben, für die Band, sondern einfach weil wir uns davor schon selbst so genannt haben. Ich habe meinen Namen damals von Yu bekommen, als wir uns kennengelernt haben und irgendwie haben auch ziemlich viele andere damit angefangen, mich so zu nennen. Und seit dem bin ich für die meisten Strify. Und dann habe ich den Namen auch für die Band übernommen.
 
Wenn ich richtig informiert bin, habt ihr fünf euch nicht durch Schulzeiten kennengelernt, sondern habt über andere Wege zusammengefunden.
 
Strify: Ja, das stimmt. Wir haben uns zwar noch IN unserer Schulzeit kennengelernt (lacht), aber eben nicht DURCH die Schule. Angefangen hat das alles eigentlich mit Yu und mir, der mich mal über`s Internet angeschrieben hatte. Wir hatten dann regen Internet-Kontakt und auch beide das Interesse für Musik gehabt und eine Band zu gründen. Ich habe davor auch schon immer versucht, irgendwas auf die Beine zu stellen. Ich wollte immer singen. Ich habe versucht, Erfahrungen in Chören zu sammeln als ich kleiner war, was mir aber nie wirklich etwas gebracht hat. Das war auch nie wirklich mein Ding. Auch mit der Schulband hat das nicht so ganz geklappt. Dann haben Yu und ich uns das erste Mal 2005 in real gesehen auf einer Convention für Manga und japanische Kultur und an dem gleichen Tag haben wir auch Kiro durch Freunde zufälligerweise kennen gelernt. Und mit ihm war dasselbe Level da und dann haben wir sozusagen den Grundstein für die Band gelegt.
 
Also vor Cinema Bizarre hast du noch in keiner anderen Band gespielt oder Gesangsunterricht gehabt?
 
Strify: Doch, ich hatte ein ganz kleines bisschen Gesangsunterricht, ein paar Schnupperstunden bei uns. Ich muss dazu sagen, ich komme ursprünglich aus dem Schwarzwald und da war das Angebot nicht so dralle und die Lieder waren auch nicht das, was ich mir erhofft hatte (lacht), deswegen ist das immer nur bei Schnupperstunden geblieben. Wie ich schon erwähnt habe, bin ich dann mal in den ein oder anderen Chor gegangen und habe mir das angeguckt und war auch ein paar Stunden dabei. Aber es war nie was Richtiges für mich dabei, deswegen habe ich das immer schnell wieder liegen gelassen und mich nach etwas anderem umgeguckt. Und in einer richtigen Band habe ich zuvor auch nie gespielt. Ich war zwar mal bei der Schulband zum Vorsingen, habe aber schnell gemerkt, das klappt nicht. Später wollten sie mich dann doch in der Band haben, aber da hatte ich schon meine eigene Band mit Cinema Bizarre gegründet.
 
Tilo Wolff, mir eher als Kopf von Lacrimosa bekannt, und Eric Burton managen euch. Wie kam es zur Zusammenarbeit?
 
Strify: Die beiden haben uns auch auf einer Convention kennengelernt. Sie haben uns dort gesehen und fanden uns sehr toll. Und dann sind wir irgendwie ins Gespräch gekommen. Ich kannte ganz ehrlich gesagt Tilo Wolff vorher gar nicht und auch Eric Burton sagte mir nichts…

Also ich höre Lacrimosa, deswegen kam mir der Name Tilo Wolff so bekannt vor. Ich war zwar ein wenig irritiert im ersten Moment…

 
Strify: Ja, das war bei mir auch lustig. Als ich später Freunden den Namen erzählte, meinten diese „Ach, den kennen wir doch!“ Und ich „Häh? Wirklich?“ Und dann habe ich erstmal gegoogelt „Oh, stimmt ja, ihr habt Recht!“ Wir sind auf jeden Fall mit Tilo Wolff und Eric Burton ins Gespräch gekommen und haben ihnen erzählt, dass wir eine Band sind. Sie meinten dann „Ja, lasst doch mal etwas von euch hören“ und haben sehr schnell Gefallen an uns gefunden. Das war dann quasi eine glückliche Begegnung, kann man sagen.
 
In eurer Musik treffen bekanntlich sehr viele verschiedene Elemente zusammen aus Rock, Pop, Glam, Electro etc. In welche Musikzeitschrift passt ihr denn mit eurem Stil am besten? Was meinst du?
 
Strify: Diese Frage ist schwierig zu beantworten, weil ich denke, dass wir in keine spezifische Kategorie reinpassen, weil wir eben sehr viele Einflüsse haben aus der Popmusik, auch aus der Rockmusik, aus den 80ern und aus New Wave. Deswegen können wir eigentlich in allen möglichen Musikmagazinen erscheinen, weil wir einfach diese ganzen Einflüsse haben und ich würde uns jetzt nicht als Popband beschreiben. Ich würde uns aber auch nicht als komplette Rockband beschreiben, weil wir eben beides sind.
 
Und wie ist es mit einer eigenen Richtung?
 
Strify: Ja, eine eigene Richtung ist schön und toll, wenn man sie hat. Wir haben sie ja auch einigermaßen mit dem Album, aber wir können jetzt nicht ein eigenes Musikmagazin nur mit uns herausbringen. Auf die Dauer wäre das langweilig.
 
Was hörst du denn eher privat? Was steht bei dir im Plattenregal?
 
Strify: Ich privat bin sogar eher der Popeinfluss aus der Band, weil ich Sänger und schon immer ein großer Fan von Melodien gewesen bin. Und die findet man natürlich am meisten in der Popmusik. Ich höre zum Beispiel Amy Winehouse und viele weibliche Stimmen. Ich höre aber auch einige Rockbands wie zum Beispiel 30 Seconds To Mars oder Muse. Ich bin auch mit Depeche Mode aufgewachsen, weil mein Vater ein riesiger Depeche Mode – Fan ist und die höre ich auch viel. Also eigentlich besteht meine CD-Sammlung aus einem guten Misch aus Pop und Rock.
 
Du lebst mit Kiro und Yu in einer WG in Berlin. Wer ist denn bei euch die Hausfrau?
 
Strify: (lacht laut) Auf jeden Fall nicht Kiro. Der ist nämlich eine ziemlich faule Socke.
 
Das heißt: Wer ist es dann?
 
Strify: Na, das machen wir schon alle irgendwie…(wird kurz von Yu unterbrochen, der im Hintergrund aufgetaucht ist) Also das machen wir schon alle so in Gemeinschaftsarbeit. Das geht hier bei uns zu Hause ziemlich familiär zu und da wird sich dann auch schon einmal angeschrien, wenn mal jemand seinen Teller nicht abgewaschen hat. Also alles ganz normal und ganz lustig.

Wie wohnt denn der Rest der Band, also Luminor und Shin?
 
Strify: Shin wohnt noch bei seinen Eltern und Luminor wohnt alleine in einer Wohnung, auch in Berlin. Aber wie`s so bei denen vom Haushalt abgeht, kann ich gar nicht sagen. (lacht)
 
Kommen wir zurück zur Musik. Wie würdest du den Satz „Musik ist…“ vollenden?
 
Strify: Musik ist Leidenschaft. Ja, auf jeden Fall.
 
Ihr habt in diesem Jahr am Vorentscheid zum Eurovision Songcontest teilgenommen. Leider hat es nicht ganz für den Sieg gereicht. Dir ging es an dem Tag auch gar nicht so gut. Ich habe gehört, du hattest eine Stimmbandentzündung!?
 
Strify: Ja, das stimmt. Wir hatten uns auch kurz zuvor überlegt, ob wir überhaupt teilnehmen sollen. Meine Stimme war bei den Proben richtig, richtig grenzwertig. Es war wirklich ganz schlimm. Aber ich habe die ganze Aktion nie wirklich ernst genommen. Wir haben das immer als Spaßaktion gesehen. Wir wollten einfach mal was tun, was die Leute nicht von uns erwarten. Und dann habe ich bei den Proben irgendwann gemerkt „Scheiße, meine Stimme! Irgendwas stimmt da nicht“. Das waren dann noch die Rückwirkungen von der letzten Tour, weil ich auf dieser krank geworden bin und meine Stimme jeden Tag belastet wurde. Und durch die Halsentzündung habe ich dann eine Stimmbandentzündung bekommen. Und die hatte ich dann immer noch beim Eurovision Songcontest, obwohl die Tour schon lange vorbei war. Wir haben dann erst einmal einen Arzt kommen lassen und der hat mir Kortison verschrieben für den Auftritt. Wir mussten bei der Probe sogar irgendwann eine Vollplayback-Probe einlegen, weil ich meine Stimme so schonen musste, sonst hätte ich gar nicht auftreten können. Die anderen Acts waren ein bisschen sauer, weil das ja eigentlich schon fast ein Wettbewerbsvorteil ist. (lacht) Naja, am Ende hat es dann irgendwie halbwegs geklappt, weil ich Kortison genommen habe. Das hat alles ein bisschen runtergedrückt und nun ja, ich sehe das eigentlich alles halb so schlimm. Meine Stimme war scheiße. Das finde ich immer noch. Ich gucke den Auftritt eigentlich sehr ungern an, weil ich meine Stimme nicht gut finde. Dass wir nicht gewonnen haben, finde ich gar nicht schade.
 
Warum?
 
Strify: Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen werden. Und bekanntlich haben die No Angels gesiegt. Es war nur lustig, dabei zu sein und das Ganze mal mitzubekommen, wie das abläuft. Das ist schon ein sehr historischer Wettbewerb. Aber wirklich gewinnen wollte ich nicht. Es ging wirklich nur um´s dabei sein.
 
Nach dieser noch bevorstehenden Tour findet am 23. Mai das nächste größere TV-Event für euch statt, die Comet-Verleihung, bei der ihr als „Best Newcomer“ nominiert seid. In Canne hattet ihr neulich bereits einen sehr extravaganten Auftritt auf dem roten Teppich mit Uhu und Hund und was nicht alles noch. Gibt es diesmal auf dem roten Teppich beim Comet auch wieder irgendwas Besonderes zu erleben? Worauf können wir uns denn da freuen?
 
Strify: Bisher haben wir nichts Konkretes geplant. Wir hätten schon Lust darauf, mal wieder etwas auf dem roten Teppich zu machen. So ein roter Teppich ist natürlich schon eine ganz lustige Sache. Mal gucken, was wir uns noch einfallen lassen und was wir noch alles auftreiben können, welche Tiere diesmal. (Gelächter) Vielleicht kommen wir diesmal auf einem Elefanten eingeritten. Wer weiß?

Ich werde Augen und Ohren offen halten. Welche Gewinn-Chancen rechnet ihr euch denn bei diesem Event aus?
 
Strify: Ich würde mich sehr freuen, wenn ich den Comet gewinnen würde, weil das natürlich ein Fanpreis ist. Deswegen lasse ich mich mal überraschen, wer die aktivsten Fans hat, die am meisten im Internet und per Telefon voten. Ich würde natürlich sehr gerne gewinnen. Ich gebe auch zu, dass ich glaub ich auch ein wenig enttäuscht wäre, wenn ich nicht gewinnen würde. (lacht) Aber die Konkurrenz ist auch sehr stark. Mark Medlock hat mittlerweile schon sein zweites Album herausgebracht. Und Jimi Blue läuft ja auch ganz gut. Deswegen lasse ich mich doch mal überraschen, was passieren wird.
 
Ich drück die Daumen! Könntest du dir vorstellen, auch mal einen Song auf Deutsch zu kreieren?
 
Strify: Nee, das finde ich eher komisch, weil ich selbst nie wirklich viel deutsche Musik gehört habe. Schon als ich klein war, habe ich eher englische Musik gehört. Deswegen kam es für mich auch nie wirklich in Frage jetzt in der Band auf Deutsch zu singen. Auch für Luminor war es so. Okay, ich würde niemals „nie“ sagen. Ich weiß nicht, vielleicht irgendwann mal so aus Spaß bei irgendeiner Aktion oder sonst was Besonderem.
 
Oder ihr macht mal bei Stefan Raabs Bundesvision Songcontest mit…
 
Strify: Muss man da eigentlich auf Deutsch singen?
 
Ja, beziehungsweise 50 Prozent, glaube ich, des Songtextes müssen auf Deutsch sein.
 
Strify: Dann fallen wir sowieso komplett weg, weil wir meistens dann doch nur auf Englisch singen. Und so richtig etwas Deutsches als Single herausbringen, das würden wir glaub ich nie tun. Eher als Special…
 
Ihr singt in einem eurer Songs „I don`t believe (in anything)“. Wie sieht es denn mit Übersinnlichem aus? Glaubst du daran?
 
Strify: Nein, ich glaube nicht wirklich an Übersinnliches. Ich bin auch nicht richtig abergläubisch, wobei ich da auch immer wieder ein bisschen schwanke, weil ich mal Tage habe, da denke ich „Irgendwas stimmt da nicht!“ und habe ein mulmiges Gefühl. Aber wirklich daran glauben, tue ich eigentlich nicht. Ich bin da irgendwie doch sehr auf dem Boden und denke mir, es gibt für alles eine Erklärung.
 
Wo liegt dein persönlicher „silent place“?
 
Strify: Mein persönlicher „silent place“ ist mein Zimmer in der WG, weil ich da die Tür zumachen kann und wenn die Tür zu ist, kommt auch keiner rein, außer Yu wie vorhin. (Gelächter) Und da habe ich dann mein Bett und kann wirklich meine Ruhe finden. Und wenn es hier doch irgendwie zu laut wird, kann ich auch so einen „silent place“ finden, wenn ich einfach rausgehe und zum Beispiel Spazieren gehe. Mütze auf und einfach mal rumlaufen. Da kann man viel nachdenken, wenn man einfach mal durch den Park läuft, was ich auch gerne ab und an mal mache hier in Berlin.

Würdest du jemals ins Big Brother-Haus einziehen? Wäre das was für dich?
 
Strify: Nein, niemals. Das würde ich überhaupt nicht machen, weil ich das wirklich ziemlich herabwürdigend finde, wenn man dort drinnen ist und sich wirklich den ganzen Tag beobachten lässt. Das würde ich niemals machen.
 
Ihr habt mittlerweile drei Videos im Kasten zu euren Singles „Lovesongs (they kill me)“, „Escape to the stars“ und „Forever or never“. Welches Video zu drehen hat rückblickend am meisten Spaß gemacht? Welches ist dein persönliches Highlight?
 
Strify: Mein persönlich liebstes Video ist immer noch „Lovesongs“, weil das auch meine persönliche Ästhetik am meisten widerspiegelt und ich auch damit etwas sehr Besonderes verbinde, weil es unser erstes Video war. Und sonst habe ich in jedem Video ein paar gewisse Highlights, die ich ganz toll finde. Zum Beispiel gerade in „Forever or never“ liebe ich diesen Raum mit den ganzen weißen Bändern und dem schwarzen Hintergrund. Das war sehr toll. Und am meisten Spaß gemacht zu drehen hat, glaub ich, wirklich „Forever or never“, was aber auch sehr lustig ist, weil wir dort eigentlich sehr schlecht gestartet sind. (lacht) Es war wirklich so, dass wir morgens alle wie Säcke dort gehangen haben, weil wir total fertig waren. Wir hatten die Tage davor total viel zu tun. Wir waren eben in Canne bei den Energy-Awards und dann sind wir zurückgekommen und hatten gleich eine Pressekonferenz in Hamburg. Und das war schon alles sehr viel und wir waren alle sehr geschafft an dem Tag. Und vor allen Dingen sind wir aus Canne wiedergekommen, wo wir 25 Grad Sonnenschein und Meer hatten, und dann kommt man nach Deutschland zurück und es regnet. Das war wirklich ganz merkwürdig. Wir haben dann eine lange Anlaufzeit gebraucht. Aber zum Abend hin sind wir alle richtig wach geworden. Der Videodreh hat im Endeffekt am meisten Spaß gemacht, weil auch die Performance richtig toll war und wir uns einfach super gefühlt haben.
 
Für welche Art von Werbung würdest du niemals dein Gesicht hergeben?
 
Strify: (denkt länger nach) Mmm, für was würde ich niemals mein Gesicht hergeben? Ich glaube für KIK, diesen Textil-Discount.
 
Okay. (lacht) Über welches Thema plauderst du denn mit dem anderen Geschlecht am liebsten?
 
Strify: Über alles Mögliche eigentlich. Man kann sich doch über alles unterhalten. Das ist auch immer so eine universelle Frage, weil es natürlich auch immer drauf ankommt, worin sich die andere Person auskennt. Man kann nicht mit jedem Menschen über alles reden. Ich finde Filme sind ein Thema, in das man zusammen ziemlich schnell einsteigen kann oder auch Musik.
 
Warst du mittlerweile eigentlich in „Sweeney Todd“? Ich habe gehört, du wolltest da reingehen.
 
Strify: Ja, wir sind sogar noch in der ersten oder zweiten Woche, als er angelaufen ist, reingegangen.

Was hälst du von der These „Musiker sind ein stückweit Schauspieler“?
 
Strify: Ich glaube, das ist schon richtig. Es ist ja so, wenn man einen Song schreibt, oder ein Song entsteht und man ihn einsingt, hat man meistens ein gewisses Gefühl oder eine Erfahrung gemacht, woraus dieser Song auch entsteht. Aber man hat dieses Gefühl ja nicht immer. Man muss die Songs immer wieder singen und spielen, rauf und runter, und man hört sie ständig. Und trotzdem hat man nicht immer dieses Gefühl, welches zur Entstehung des Songs beigetragen hat. Nehmen wir zum Beispiel „Lovesongs (they kill me)“. Ich stehe nicht immer auf der Bühne und habe ständig Liebeskummer, wenn ich diesen Song performe. Deswegen muss man einfach auf sein Gefühlsreportoire zurückgreifen und sich an Gefühle erinnern, die man mal hatte. Und in gewisser Weise ist das eine Art Schauspielerei, wenn man das macht.
 
In welchem Johnny Depp-Film hättest du Johnny gerne mal von seiner Rolle abgelöst?
 
Strify: Ich glaube in fast allen Johnny Depp-Filmen. Johnny Depp nimmt meistens Rollen an, die ein bisschen außergewöhnlich sind und das sind dann meistens Filme, die mich ansprechen. Gerade jetzt „Sweeney Todd“ finde ich wunderbar. Ich finde auch „Edward mit den Scherenhänden“ toll und das ist einer der Filme meiner Kindheit und auch gleichzeitig der erste Tim Burton-Film, mit dem ich aufgewachsen bin. Und Johnny Depp und Tim Burton arbeiten sowieso ziemlich viel zusammen. Gerne hätte ich auch in „Charly & the chocolate factory“ mitgespielt. Den finde ich auch ganz toll.
 
Und wieder zurück zur Musik: Du sagtest neulich bei VIVA Live, die kommende Show in Berlin werde möglicherweise aufgezeichnet. Sammelt ihr Material für eine DVD?
 
Strify: Man kann immer mal aufzeichnen und mal gucken, was damit passiert. Verwendung findet man sicher immer. Eine DVD wäre super. Es kommt natürlich auch darauf an, wie der Auftritt wird. Man kann nie wissen…vielleicht hat man ja am Tag davor zu viel getrunken und die Stimme macht nicht mit. (Gelächter) Ich fände es schon super, eine DVD herauszubringen. Also wenn der Auftritt gut wird und wir prima Material haben, dann würde ich gerne eine DVD herausbringen.
 
Wenn man sich ein bisschen durch youtube kämpft, findet man unter anderem eine Grußserie von euch auf verschiedenen Sprachen. Zum Teil benutzt ihr da Spickzettel. (Strify lacht am anderen Ende der Leitung) Welche Fremdsprache würdest du gerne perfekt beherrschen?
 
Strify: Mittlerweile würde ich gerne Französisch perfekt beherrschen. Ich hatte das in der Schule, aber da habe ich es gehasst. Ich hatte es fünf oder sechs Jahre und wir haben immer irgendwelche politischen Themen behandelt, was wirklich total uninteressant war. Die Lehrer haben das auch immer sehr unmenschlich rübergebracht. Aber seitdem wir jetzt mit der Band ziemlich viel in Frankreich sind, ist irgendwie mein Französisch wieder ins Leben gerufen worden und ich rede da auch ständig gerne viel auf Französisch und würde das auch gerne noch verbessern. Da sind super viele tolle Leute und ich würde mich gerne besser mit denen unterhalten können, weil das Englisch der Franzosen irgendwie nicht so ausgereift ist. (Gelächter)

Wie sieht das überhaupt mit der Schule bei euch aus? Hattet ihr die alle abgeschlossen?
 
Strify: Das ist bei uns allen ganz unterschiedlich. Kiro zum Beispiel hat seine Schule noch fertig gemacht und ist dann nach Berlin gezogen. Ich habe die Schule abgebrochen. Ich würde jetzt eigentlich mein Abi machen, Abi 2008, aber das ist so gewesen, dass wir schon im Vorfeld, ehe das alles richtig mit Cinema Bizarre losging, viel herumgereist sind, hin und her und dann von zu Hause nach Berlin und wieder hin und her und zurück. Ich gebe gerne zu, ich war noch nie ein guter Schüler, weil ich immer sehr faul war. Und meine Noten waren immer durchschnittlich, aber nie gut. Und dadurch, dass ich viel gefehlt habe und viele andere Dinge im Kopf hatte, hat es dann auch irgendwie an der Disziplin gefehlt. Meine Noten sind wirklich abgesackt. Und ich weiß noch, die letzte Mathearbeit, die ich abgegeben habe, war wirklich ein leerer Zettel, wo ich nur meinen Namen draufgeschrieben hatte. Und irgendwann war dann der Punkt erreicht, wo ich dachte, irgendwas stimmt nicht. Und dann habe ich viel mit dem Management geredet, mit meinem Rektor, mit meiner Tutorin, mit meinem Vater, wie es weiter gehen soll. Ich habe mich letztendlich, obwohl mir alle davon abgeraten haben, dazu entschlossen, abzubrechen. Es sind aber dann alle hinter meiner Entscheidung gestanden, weil ich auch eigentlich gesagt hatte, dass ich die Schule erst mal unterbreche, weil ich davon ausgehe, dass ich meinen Abschluss nachholen würde. Ich hätte schon gern das Abitur, so ist es nicht. Aber ich wollte mich jetzt einfach erst einmal auf die Chance mit der Band 100%ig konzentrieren. Yu zum Beispiel hatte wie Kiro die Schule auch schon fertig. Yu hat eine Ausbildung zum Masseur gemacht…
 
…und kommt jetzt bei euch immer zum Einsatz?
 
Strify: Nee, leider nicht. Er wird öfters mal gefragt, aber er macht es nie.
 
Wie schaut es denn aus mit dem Führerschein? Hattet ihr noch Zeit, den zu machen?
 
Strify: Kiro ist der Einzige aus der Band, der einen Führerschein hat.
 
Wenn du die Wahl hättest zwischen einer Abenteuertour mit Zelt und Rucksack durch Finnlands Wälder, einem Sightseeing-Kultur-Trip durch die Städte Osteuropas, einem Faulenzer-Strandurlaub meinetwegen auf Mallorca oder einer Pony-Planwagenfahrt durch das grüne Irland, wofür würdest du dich entscheiden?
 
Strify: Ich würde glaub ich an den Strand gehen, zwar nicht unbedingt auf Mallorca, aber so Rucksack-Touren sind überhaupt nicht mein Ding. Mein Vater war schon früher ein großer Wanderfan und hat mich mitgeschleppt. Und ich fand das damals schon immer schrecklich so durch das Donautal zu wandern. Das ist überhaupt nicht mein Ding. Ich finde die Natur zwar ganz toll, auch Campen und so, das kann man mal machen, aber nee, ich schlaf dann doch lieber in einem schicken Hotel und genieße die Sonne.
 
Eine ganz andere Geschichte: Fahr Sindram zeichnet euch als Manga-Figuren für Comics. Worum geht es da genau?
 
Strify: Ich kenne Fahr Sindram schon eine ganze Weile. Ich glaube, ich habe sie auch 2006 oder 2005 auf einer Convention kennen gelernt und sie hat damals ihren ersten Manga rausgebracht bei einem kleinen Verlag. Und dann ist das mit der Band entstanden und wir haben uns mal drüber unterhalten und sie meinte, dass sie wirklich Feuer und Flamme für uns und unsere Musik sei und uns super toll fände. Sie hat mir das nicht nur freundschaftlich gesagt, sondern sie ist wirklich ein großer Fan. Und dann meinte ich, dass ich es cool fände, mit ihr zusammen zu arbeiten. Wir hatten erst die Idee, dass sie uns als Merchandise-Figuren für unser Merchandising zeichnet. Es sind auch noch andere Dinge im Gespräch, aber das ist immer noch alles in Arbeit. Leider ist das auch viel zu schnell über das Internet an die Öffentlichkeit gelangt. Eigentlich hätten wir es gerne noch geheim halten wollen, bis es dann wirklich soweit ist, als Überraschung…

Wofür würdest du das meiste Geld ausgeben?
 
Strify: Ich gebe mein meistes Geld im Moment schon für CDs und Klamotten aus.
 
Und wobei kannst du am besten entspannen?
 
Strify: Wenn ich schlafe? (lacht)
 
Bist du nah am Wasser gebaut?
 
Strify: Nein, eigentlich nicht. Ich kann auch gar nicht mehr sagen, wann ich das letzte Mal geweint habe. Das ist schon eine ganze Weile her.
 
Bald ist der 1. Mai. Wirst du einen Maibaum bekommen oder kennt ihr die Tradition gar nicht?
 
Strify: Erzähl´s mir mal, weil das in anderen Regionen von Deutschland auch immer mal wieder anders ist.
 
Bei uns ist es so – ich komme hier aus dem Rheinland – und hier ist es am 1. Mai so, dass Maibäume gestellt werden. Dieses Jahr ist Schaltjahr und da müssen die Mädels ans Werk und Maibäume unter`s Fenster stellen, mit einem Namensschild dran. Und ansonsten machen das eigentlich immer die Jungs bei ihren Freundinnen. Sie stellen diesen dann heimlich nachts einen Maibaum unter`s Fenster und am nächsten Morgen, wenn du dann einen Maibaum unter dem Fenster hast, weiß jeder, dass du einen Freund oder Verehrer hast. Also das ist die Tradition am 1. Mai hier bei uns.
 
Strify: Ich kannte die Tradition bisher nicht. Und du willst wissen, ob ich dieses Jahr einen Maibaum bekomme?
 
Ja, ob du einen Maibaum bekommen wirst, genau. Es werden wahrscheinlich 1.000 vor der Tür stehen.
 
Strify: Gut, dass wirklich diese 1.000e nicht wissen, wo wir wohnen.
 
Zum Schluss: Was können wir jetzt von der bevorstehenden Europatour erwarten?
 
Strify: Uns fünf live natürlich. (Gelächter) Etwas Besonderes wie Pyroeffekte wird es nicht geben. Wir wollen einfach unsere Songs präsentieren und das Album und die Show mit uns unterstreichen. Wir wollen die Show sein auf der Bühne. Und ich freue mich auch sehr drauf. Ich bin da sehr aufgeregt, auf jeden Fall. Und wir sind jetzt auch schon wieder eine Weile dran am arbeiten, am proben und am aufbauen, Setliste aufstellen. Wir wollen auch wieder ein paar Akustik-Songs spielen, wie wir das auf der letzten Tour gemacht haben. Auf der letzten Tour hatten wir das eigentlich als Dankeschön eingeplant an die Fans und das ist so gut angekommen, das hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir das auf jeden Fall erweitert haben und auch diesmal ein paar Akustik-Songs spielen werden.



Interview: Lea S.
Fotos: taken from cinema-bizarre.de
Website Band: www.facebook.com/CinemaBizarre


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