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Cradle Of Filth 2012
Cradle Of Filth/God Seed/Blynd, 08.12.2012, Bochum – Matrix

Mit "The Manticore And Other Horrors" veröffentlichten die britischen Dark-Metal-Könige Cradle Of Filth an Halloween ein wahrhaft monströses Werk, das die sechs Musiker derzeit im Rahmen ihrer "Creatures From The Black Abyss"-Tour live vorstellen. So auch am 8. Dezember 2012 in der Bochumer Matrix. Doch anstatt der angekündigten vier Vorbands, gaben sich nur zwei von ihnen die Ehre, den Abend musikalisch einzuläuten. Zunächst waren Blynd aus Zypern an der Reihe. Ihr druckvoller Grunz-Metal brachte die Katakomben der Matrix ordentlich zum Beben, aber die bereits anwesenden Zuschauer ließen sich nur wenig von dem Quartett mitreißen. Auch als der Sänger die Menge aufforderte, eine Gasse zu bilden, sahen sich alle irritiert an und die "Wall Of Death" misslang.



Ein bisschen mehr Engagement zeigte das Publikum indes bei der zweiten Vorband, God Seed, die direkt aus der Hölle zu kommen schien. Mit böse geschminkten Gesichtern und abgrundtiefem Metal-Sound beschallten sie den "Tunnel" und hinterließen mit Songs wie "Carving A Giant", "Wound Upon Wound" und "Exit" bei dem einen oder anderen mit Sicherheit eine kalte Schauer. Insbesondere Sänger Gaahl konnte einem echt Angst machen: Mit eindringlichem Blick sah er die Fans in den ersten Reihen an, zeigte immer wieder mit abgespreiztem Zeige- und kleinen Finger auf einzelne Personen in der Menge und ließ ein fieses Grollen seiner Kehle entrinnen. Doch nach gut 40 Minuten war der Spuk vorbei und die Norweger machten – trotz vereinzelter Zugabe-Rufe – Platz für die Headliner Cradle Of Filth.



Als die Briten die Bühne enterten, schien das Publikum plötzlich wie ausgewechselt. Nicht nur, dass alle plötzlich nach vorne drängten; nein, jetzt wurde auch ordentlich geheadbangt und Crowd Surfer wagten unablässig das Bad in der Menge, so dass die Securities aller Hand zu tun hatten. Band-Frontmann und Sänger Dani Filth und seine Kompagnons performten derweil nicht nur neue Songs wie "For Your Vulgare Delectation" und "The Abhorrent", sondern stimmten auch ihre Klassiker wie "Cthulhu Dawn", "Nymphetamine" und "Born In A Burial Gown" an. Zwischendurch stellte sich Dani – in düsterer Lederkluft gekleidet und mit hellen Kontaktlinsen in den Augen – immer mal wieder auf ein Podest, das man zwischen Keyboarderin und Schlagzeuger positioniert hatte und aus dem stets eine Nebelfontäne herausgeschossen kam. Ansonsten eilte er unentwegt keifend, schreiend, grunzend und fauchend über die Bühne und animierte die Zuschauer mit den Worten "Make some noise" auch selbst ordentlich Krach zu machen. Mit "The Forest Whispers My Name" beendeten Cradle Of Filth ihr reguläres Set und ließen sich trotz lauter Zugabe-Rufe eine ganze Weile Zeit, ehe sie erneut die Bühne in Beschlag nahmen, um noch einige weitere Stücke zu präsentieren. Nicht fehlen durften natürlich "Her Ghost In The Fog", bei dem die Band passenderweise in Nebelschwaden gehüllt wurde, sowie der Kracher "From The Cradle To Enslave", ehe das Sextett seine gut anderthalbstündige Show mit "Sinfonia" vom neuen Album ruhig ausklingen ließ.



Setlist Cradle Of Filth: Tragic Kingdom, Cthulhu Dawn, Funeral In Carpathia, Summer Dying Fast, Lilith Immaculate, Nymphetamine, For Your Vulgare Delectation, Born In A Burial Gown, The Forest Whispers My Name, The Unveiling Of O, The Abhorrent, Cruelty Brought Thee Orchids, Her Ghost In The Fog, From The Cradle To Enslave, Sinfonia

Text & Fotos: Lea S.

Fotogalerie

(c) Zillo Musikmagazin / www.zillo.de

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