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Crematory (I)
Interview mit Markus Jüllich [Crematory], 20.10.2013, phoner



Um das Warten aufs neue Album "Antiserum" ein wenig zu verkürzen, präsentieren Crematory dieser Tage nicht nur eine erste Single-Auskopplung, sondern mit dem CD-Boxset "Inception" auch noch einen ganz besonderen Leckerbissen für Jäger und Sammler. Was es genau damit auf sich hat, verriet mir Crematory-Schlagzeuger Markus Jüllich im Interview.

Markus, wie war euer Auftritt gestern beim Metal Invasion Festival in Straubing?

Markus: Großartig! Es waren alte Freunde und Bekannte vor Ort, mit denen wir noch lange gefeiert haben, so dass wir heute erst spät nach Hause gefahren sind. Aber soweit lief alles gut.

Am 22. November 2013 werdet ihr ein 10-CD-Boxset namens "Inception" veröffentlichen. Vor welchem Hintergrund gibt es dieses Paket mit den ersten 10 Crematory-Alben?

Markus: Mit SPV haben wir einen neuen Partner für die Zukunft gefunden, was die künftigen Albumveröffentlichungen anbelangt. Da ist es normal, dass man den Backkatalog zum neuen Label mitbringt, um den Fans nochmals etwas Besonderes zu bieten.

Beinhaltet die Box sämtliche ursprünglichen Albumversionen oder wurde etwas überarbeitet?

Markus: Das sind alles die Original-Alben.

Sind alle Alben noch einzeln erhältlich?


Markus: Das wird wahrscheinlich noch kommen. Momentan weiß ich es nicht genau, was SPV da plant. Aber das neue Package wird es, soweit ich weiß, für rund 29 Euro zum Endpreis geben. Das ist ein richtiges Schnäppchen für die Fans. Jäger und Sammler oder diejenigen, die noch nicht alles besitzen, haben hier die Möglichkeit, für kleines Geld an alle Alben zu kommen.

Wenn man alle Alben in der richtigen Reihenfolge durchhört, inwiefern hat sich die Band in den letzten Jahren musikalisch gewandelt?

Markus: Bei uns erfolgt alles "step by step", so ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Album zu Album erkennbar. Beim ersten Album waren die Keyboards z.B. noch sehr spärlich. Ursprünglich kommen wir ja aus dem Death-Metal- bzw. Melodic-Death-Metal-Bereich, wo die Gitarren prägnanter waren. Aber ich denke, dass sich gerade das Instrument "Keyboard" von Album zu Album am meisten weiterentwickelt hat bzw. immer mehr eingebracht wurde. An jenem Element haben wir am meisten gefeilt, da wir mit Keyboard und Samples die besten Stimmungen und meisten Varianten erzeugen konnten. Darüber hinaus ist die gemeinsame Weiterentwicklung der Musiker nicht zu verachten. Als Band lernt man immer mit dazu – durch all die Proben und zahlreichen Konzerte. Heute, nach 22 Jahren Bandgeschichte, ist vieles verständlich, was wir uns zu Beginn unserer Karriere noch hart erarbeiten mussten. Deshalb ist für mich generell jedes Album wichtig, weil jedes auf dem Vorgänger aufbaut. Und die Erkenntnis, die man beim Vorgänger-Album gewonnen hat, setzt man beim nächsten Album um bzw. die Fehler, die man gemacht hat, macht man dann beim nächsten Album nicht mehr. Dahinter verbirgt sich ein kontinuierlicher Prozess.

Was ist in deinen Augen das bisher stärkste Crematory-Album?

Markus: Unser Highlight ist definitiv das "Illusions"-Album, das den Song "Tears Of Time" beinhaltet. Denn dieser Song hat uns den Durchbruch beschert. Er wurde weltweit auf knapp 1.000 Samplern veröffentlicht und so sind wir mit diesem Lied über die Grenzen hinaus bekannt geworden. "Illusions" mit "Tears Of Time" war wohl das richtungsweisendste Album, welches uns vieles ermöglicht hat.

Ist der Song auch dein persönliches Highlight oder hast du andere Favoriten?

Markus: Das ist immer unterschiedlich. Natürlich hänge ich an diesem Song, weil er uns zum Durchbruch verholfen hat. Ich bin auch sehr dankbar, dass wir so einen Song geschrieben haben, der uns zu dem gemacht hat, was wir jetzt sind. Wir spielen das Lied nun schon seit 20 Jahren. Die Leute wollen es hören und wir müssen es einfach jedes Mal spielen. Ich würde dies als angenehmen Fluch bezeichnen, den man mit sich trägt.

Fühlst du dich manchmal gelangweilt oder bist genervt, den einen oder anderen Song zum x-ten Mal live spielen zu müssen?


Markus: Ja, so geht es mir vor einer Show. Aber sobald ich den Song spiele und sehe, wie die Leute darauf abgehen, werde ich selbst gepusht. Je stärker das Feedback der Fans bei den Konzerten ist, desto mehr steigert man sich da auch rein. Und dann ist es eigentlich egal, was man spielt. [lacht] Schließlich will man Spaß mit den Fans haben und den Moment genießen.

Ebenso am 22. November 2013 erscheint eure neue Single "Shadowmaker", die einen ersten Vorgeschmack aufs neue Album "Antiserum" bieten soll, das im Februar rauskommt. In welche Richtung geht's hier musikalisch? In meinen Ohren klingt der Anfang des Songs sehr Industrial-like…

Markus: Die Idee war, eine Fortführung unseres Comeback-Albums "Revolutions" zu kreieren. Wir hatten auf jenem Album die Keyboards geändert und mit Dance/Trance-Elementen gearbeitet. Und da die Band Crematory sowohl im Metal- als auch Gothic-Bereich stattfindet und uns die Dance/Trance-Sache gut gefiel, wollten wir das Ganze erneut, aber diesmal etwas düsterer und dunkler aufgreifen. Somit entschieden wir uns für EBM-Sounds und -Keyboards aus dem Electro-Bereich. Da wir in diesem Bereich aber nicht so große Erfahrung haben, überlegten wir, mit wem unsere Keyboaderin Katrin hier zusammenarbeiten könnte. Letztlich kam uns Elmar Schmidt von der Band Centhron in den Sinn, ein alter Freund und Bekannter von uns, der auch ein super Schlagzeuger ist und ab und zu mit Felix und Matze Cover-Sessions spielt. Elmar hat dann zusammen mit Kathrin die Sounds kreiert und produziert. Im Prinzip war "Electro/EBM-Gothic-Metal" unser Arbeitstitel. Und ich denke, mit "Shadowmaker" haben wir die Grundlage "EBM-Keyboards treffen Gothic-Metal" gut umgesetzt.

Wie ist "Shadowmaker" entstanden? Wie geht ihr grundsätzlich bei der Entwicklung eines neuen Songs vor? Wer hat welche Aufgabe inne?

Markus: Zu 80 Prozent legt das Keyboard mit Melodien, Hooklines und Samples vor. Darauf packe ich das Schlagzeug. Dann folgen die Gitarrenspuren von Matthias und die Basslines von Harald. Wenn ein Song fertig arrangiert ist und alles passt, bekommt Felix ihn zum Anhören und schreibt auch dann erst seine Texte.

Sprich, Katrin gibt immer den Startschuss?

Markus: Ja, aber wir sprechen uns im Vorfeld auch ein bisschen ab.

Was war eure Inspirationsquelle bei "Shadowmaker"?

Markus: Es galt den roten Faden "Electro/EBM-Gothic-Metal" umzusetzen, sprich die beiden Musikrichtungen zu vereinen. Wir haben uns das einfacher ausgemalt, als es im Endeffekt war. Denn im EBM-Bereich ist nichts so strukturiert, wie wir das bei Crematory kennen, wie etwa "Intro, Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Mittelpart, Doppel-Refrain". Das gibt es da gar nicht. Deshalb mussten wir aus Elmars Part erst einmal Songstrukturen bauen. Das war anfangs etwas schwierig, doch nach zwei, drei Songs hatten wir langsam den Dreh raus. Nur mussten wir in jenen Songs am Schluss wieder rumwurschteln, weil uns durch den gemeinsamen Lernprozess wieder bessere Ideen in den Sinn kamen. Ich denke, letztlich ist uns etwas sehr Stimmiges gelungen, das unserer Leitlinie folgt und für den Hörer sehr interessant sein wird.

Wie weit seid ihr grundsätzlich mit der Arbeit am neuen Album vorangeschritten?

Markus: Wir sind fertig. Vor zwei Wochen war ich mastern und Elmar hat noch zwei Remixe für "Shadowmaker" kreiert. Das wollten wir ihm natürlich zugutekommen lassen, da er so tolle Arbeit geleistet hat. Die Remixe werden als Bonus-Tracks die Single ergänzen.

Worum geht es eigentlich textlich im Song "Shadowmaker"?

Markus: [lacht] Da darfst du mich nicht fragen. Die Texte sind Felix' Part. Darin bin ich überhaupt nicht involviert. Er fährt sein ganz eigenes Ding und schreibt gerne zweideutig. Ich bin grade zu sehr mit der Albumfertigstellung beschäftigt, dass ich dir auch gar nicht sagen kann, worum es in den anderen neuen Texten geht.

Zu "Shadowmaker" soll es ein Musikvideo geben. Wie ist hier der Stand der Dinge?

Markus: Das Video ist fertig. Wir haben es letztes Wochenende gedreht, es wird aber grade noch geschnitten. Ich habe noch kein Endergebnis zu Gesicht bekommen. Das Video beinhaltet eine Band-Performance mit Lasern und Lichteffekten. Der Regisseur wird noch eine kleine Story drum herum bauen, die er zusammen mit Felix erarbeitet hat. Aber auch hier bin ich nicht im Thema. Für Stories und Texte ist ausschließlich Felix zuständig.

Wer zeichnete für die Cover-Gestaltung der neuen Single verantwortlich?

Markus: Wir arbeiten immer mit unterschiedlichen Künstlern zusammen. Das "Shadowmaker"-Cover zeichnete jener Künstler, der bereits das "Black Pearls"-Cover entworfen hat. Das neue Single-Cover stellt letztlich einen Ausschnitt aus dem "Antiserum"-Cover dar.

Warum wird die Single nur digital released?

Markus: Wer kauft denn heute noch physische Singles? Letztlich ist es eine Entscheidung der Plattenfirma. "Greed" war unsere letzte Single – oh Gott, wie lange ist das jetzt her? Damals wurden davon 2.000 oder 3.000 Exemplare verkauft. Heutzutage würde man vielleicht nur noch 1.000 verkaufen. Ich denke, ein Download lässt sich heutzutage besser verkaufen, weil er für die Leute bequemer ist.

Da ihr ja alle neben Crematory auch noch Familie und andere Berufe habt, wie teilt ihr euch die Zeit mit der Band ein – etwa für Proben und Studio-Arbeit?

Markus: Das ist das Schwierigste bei Crematory, deshalb erstelle ich immer recht früh einen Zeitplan für das komplette folgende Jahr, damit nichts mit den Privatterminen kollidiert. Felix ist z.B. als Koch häufig in Event-Cookings zusammen mit dem Fernsehkoch Stephan Marquard involviert. Ich muss wiederum die Termine meiner Tochter berücksichtigen, da sie Bundesliga-Fußball in Frankfurt spielt und europaweit Turniere hat. Deshalb planen wir die Crematory-Termine sehr lange im Voraus. Erst kürzlich haben wir den Zeitplan für das komplette Jahr 2014 besprochen.

Wie spielt sich eigentlich dein neues Drumset?

Markus: Total geil! Gestern beim Festival habe ich das erste Mal richtig darauf gespielt. Beim Videodreh kam es auch schon zum Einsatz, aber da wurde es abgedämpft und ich habe nur zum Playblack gespielt. Aber auf der Bühne war's der Hammer! Paiste hat mir extra weiße Becken mit Crematory-Logo gemacht. Hammer geil! Das ist schon etwas Besonderes. Das Set kam vorletzte Woche erst an und ich musste es selbst zusammenbauen. Es handelt sich um eine Spezialanfertigung, auf die ich ein halbes Jahr warten musste. Aber es macht mir unglaublich viel Spaß, ein Schlagzeug zusammenzubauen.

Im November seid ihr nochmals live unterwegs. Was erwartet die Fans bei den Shows? Werdet ihr "Shadowmaker" bereits live vorstellen?

Markus: Wir präsentieren "Shadowmaker" bereits seit den letzten vier Konzerten live, um ein wenig die Spannung herauszunehmen. Denn ich werde oft bei Facebook angeschrieben, ob ich den Song schon einmal hochladen könnte. Aber das darf ich natürlich nicht. Deshalb spielen wir den Song wenigstens schon einmal live und er kommt sehr gut beim Publikum an. Wir erhalten auch viel positives Feedback, wenn wir nach den Shows am Merchandise noch Autogramme geben und uns mit den Leuten unterhalten. Ich habe da große Hoffnungen.



Interview: Lea S.
Fotos: Promo 2013/2014
Website Band: www.crematory.de

(c) Zillo Musikmagazin / Ausgabe 12/13-01/14 / www.zillo.de
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