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Down Below (I)

Interview mit Neo Scope [Down Below], 26.06.2007, phoner

                 

Down Below ist eine deutsche Band, bestehend aus vier jungen Mannen, die sich 2003 zusammen geschlossen haben und eine Mischung aus Rock/Pop/Goth und Synthi-Elementen spielen. Und dies immer begleitet von einer gewissen Melancholie, wie Sänger Neo Scope erklärt. Mit Pseudonymen eingedeckt und geheimer Herkunft wollen Down Below ihren Weg bestreiten und die Bühnen rocken. Ein bisschen geheimnisvoll muss man auch sein, denn gerade das erweckt besondere Neugier. Neo Scope (Gesang), Carter (Gitarre), Mr. Mahony (Schlagzeug) und Covex (Bass) veröffentlichten am 29. Juni 2007 ihr Album „Sinfony 23“, ein Wortspiel aus Sünde, Musik und 23 Chromosomenpaaren, dem Leben. Fans haben auf vielen Festivals die Möglichkeit, Down Below in diesem Sommer mit ihren neuen Songs live zu erleben. Als nächstes auf dem Amphi-Festival im Kölner Tanzbrunnen. Die junge Band kann schon beachtliche Erfolge aufweisen, so tourten Down Below bereits mit Type`O`Negative, Unheilig und Schandmaul, beteiligten sich an der Orkus-Clubtour und rockten vor der Leipziger Moritzbastei. Und der Weg soll weiter gehen. Wo er herkommt ist unwichtig, nur wo der Weg hinführt, das zählt!

Ich führte mit Neo Scope am 26. Juni ein Telefongespräch und konnte noch allerhand mehr über Down Below erfahren.
 
N=Neo Scope
L=Lea
 
L: Hi Neo, wie geht es dir?
 
N: Ja gut soweit. Es lässt sich leben.
 
L: Wunderbar. Ihr habt euch als Band 2003 zusammen gefunden und könnt mittlerweile schon einige große Erfolge verzeichnen, ward zum Beispiel mit Type`O`Negative auf Tour, habt euch an der Orkus-Clubtour beteiligt…Aber was war denn euer bisheriges persönliches Highlight?
 
N: Das ist immer eine gute Frage. Also irgendwie ist ja jeder Live-Auftritt gleich, also jeder Live-Auftritt ist irgendwo ein Highlight und deswegen kann ich das auch nicht so bewerten. Also klar, Type war eine große Sache, weil ich die Band persönlich total mag. Rock am Ring ist auch cool. Aber auch die Orkus-Tour, wenn du da von 1000 Leuten empfangen wirst, die schon da sind und sich die Vorband mit angucken und da mit abgehen…Das ist auch ein total krasses Gefühl. Und von daher erleben wir zur Zeit relativ viele Highlights und können das noch gar nicht bewerten. Ich glaube, das ist eine Frage, die kann man in zwei Jahren mit Abstand ganz anders beantworten.
 
L: Wie haben euch denn die Menschen bei den ersten Konzerten aufgenommen?
 
N: Auf der Orkus-Tour waren wir echt beeindruckt, weil wir da durchaus positives Feedback bekommen haben und damit hätten wir gar nicht gerechnet. Das war echt der Wahnsinn, weil wir ja auch unser neues Material am Start hatten. Und wir haben gedacht „Mensch, wie kommt das an?“ und mal abgesehen davon, selbst wenn wir die alten Lieder gespielt hätten (lacht), wäre das für die Leute neues Material gewesen, so oder so. Und da sind wir eigentlich jeden Abend doch schon mit einem Lächeln von der Bühne gegangen.
 
L: Und wie würdest du jemandem, der euch jetzt überhaupt nicht kennt, wie würdest du demjenigen euren Musikstil beschreiben? Welcher Richtung kommt er am nächsten?
 
N: Wir machen im Grunde schon Rock. Und da sind viele Synthi-, auch Pop- und Mainstream-Elemente drinnen und über all dem schwebt dann immer so eine Melancholie. Die ist einfach überall mit vorhanden und die ist mir persönlich auch ganz wichtig.
 
L: Und wenn ihr zum Beispiel den Soundtrack zu einem Film machen würdet, welchem Genre würde der Film angehören?
 
N: Ich weiß nur nicht, was für ein Genre das ist, aber ich mag Filme wie „The Six Sense“ zum Beispiel oder „Signs“, die ein bisschen mystisch sind und sich am Ende dann auch eigentlich erst erklären mit so einem Aha-Effekt. Also das wären Filme, da würde ich gerne mal etwas für machen.
 
L: Okay. Würdest du sagen, dass eure Musik sich eher zum Tanzen oder zum Headbangen eignet?
 
N: (lacht laut) Das möchte ich gar nicht entscheiden. Das sollen die Leute mal schön selbst entscheiden, was sie dazu machen möchten, ob sie dazu tanzen oder headbangen möchten. Es ist alles möglich, auf jeden Fall!
 
L: Vielleicht ganz kurz: Wie kam es denn zum Plattenvertrag mit Universal?
 
N: Oh, das ist immer eine schwierige Frage, weil es so eine lange Geschichte ist. Also ich erzähl`s dir in einem Kurzabriss: Wir hatten quasi unseren Deal bei der ersten Firma. Da haben wir das erste Album gemacht: „Silent Wings: Eternity”. Das war damals eher ein Projekt gewesen. Die damalige Plattenfirma hat für uns aber gar nicht viel erreichen können. Da ist nicht viel passiert. Dann haben wir überlegt „Was machen wir jetzt?“ und hatten dann irgendwann das neue Material und hatten Down Below richtig als Band zusammen und sind mit den neuen Sachen einfach losgegangen und haben versucht, überall an Supports zu kommen. Wir haben unser Zeug überall vorgepackt, bei irgendwelchen Plattenfirmen. Von denen kamen allerdings erst mal so Statements wie „Oh nee, zu ruhig“, „Oh, zu poppig“ und wir dachten „Häh? So verschiedene Urteile, aber das ist doch immer die gleiche Musik! Was ist denn nur los? Ja, irgendwie scheint es keinen zu interessieren“. Aber Universal hatte dann irgendwann Interesse angemeldet, „Wartet mal! Das ist interessant für uns!“ Und dann haben wir das Material vorgespielt. Daraufhin war jedoch erst mal eine Weile lang Ruhe und wir haben gedacht „Okay, dann war`s das eben nun doch nicht!“ Dann haben wir überlegt „Was machen wir jetzt? Veröffentlichen wir es selber?“ Und plötzlich meldete sich Universal zurück „So, kommt mal her! Wir wollen noch mal hören! Macht mal noch vier neue Songs!“ Dann haben wir noch vier Demos aufgenommen. Und es hieß plötzlich „Okay!“ Punkt. Machen wir es so. Ja und auf einmal saßen wir plötzlich bei Universal im Büro und haben unseren Vertrag unterschrieben.
 
L: Nicht schlecht. Und ihr habt erst mal „From the highest point“ als E-Single veröffentlicht. Warum habt ihr euch gerade für diesen Song entschieden?
 
N: „From the highest point“ ist auf dem Album der eigenständigste Song, der ist am eigenwilligsten und der ist der erste auf dem Album. Er soll erst mal so ein Bild präsentieren „Wer bist du? Was machst du eigentlich?“ Und in dem Song haben wir irgendwie die meisten Elemente drinnen und gleichzeitig ist es aber auch nicht der stärkste Song von allen. Und trotzdem ist es einfach ein wichtiges Lied und ich fand das irgendwie auch besonders interessant mit diesem Titel anzufangen, mit „From the highest point“, schon allein vom Namen her.
 
L: Du sagstest grade, das ist nicht der stärkste Titel vom Album. Welches Lied würdest du denn als persönliches Highlight vom Album nennen?
 
N: Ich habe auf dem Album mehrere Lieder, die ich noch stärker finde. Und das sind einmal „Down Below“ und das „Farewell“. Das sind zwei Songs, die mir einfach sehr nahe gehen, weil die aus einer Zeit kommen und bestimmte Themen behandeln, die mir sehr nahe gehen und deswegen sind das für mich meine Highlights. Aber in der Band hat auch jeder noch mal ein anderes Lieblingslied. Bei „From the highest point“ war es eben so, dass wir uns alle darauf einigen konnten, dass wir mit diesem Lied anfangen.
 
L: Dann habt ihr jetzt die neue Single „Private soul security“ veröffentlicht. Da gibt es auch ein Video zu. Wo habt ihr das gedreht? Worum geht es in dem Video?
 
N: (räuspert sich) Das Video ist in der Rheingoldhalle in Düsseldorf entstanden. Und ein stückweit weiter gibt´s da Dörfer und Städte, die werden jetzt einfach vom Platz weggeballert, um zu der…
 
L: …Braunkohle zu gelangen?
 
N: Ich weiß nicht, ob es Braunkohle ist, irgendwelche Rohstoffe, also Tagebau…Und die Orte werden da einfach weggemacht. Das ist echt so krass. Du kommst da in so eine Stadt…
 
L: Das ist so geisterstadtmäßig, oder?
 
N: Ja total. Absolut! Der Wahnsinn! Ich meine, das ist wirklich so. Da wird auch nicht randaliert. Das ist alles heile. Das ist so, als wären die Menschen komplett in den Urlaub gefahren oder irgendwas Bedrohliches war da und die sind einfach alle mit Sack und Pack weg. So sieht´s da aus.
 
L: Wie in einem schlechten Horrorfilm.
 
N: So einen Horrorfilm fände ich gar nicht mal so schlecht. (lacht) Der ist echt schon gut dann. Ja und die Story des Videos ist an den Songtext angepasst. Es geht um eine Frau, um das ein bisschen zu versinnbildlichen, die ein bisschen im Chaos steckt und ihre Ängste auslebt. Und zum Schluss kommt etwas ins Bild und das personifiziere ich dann in dem Video und helfe ihr raus aus der Migere. Und „Private soul security“ heißt ja “private Seelensicherheit“ und das ist einfach so ein bisschen meine spirituelle Seite und meine Vorstellung von einem Gott. Das ist nicht bedrohlich gemeint, sondern eher positiv, dass es wahrscheinlich doch im Hinterhalt etwas gibt, was größer ist als der Mensch, was durchaus positiv für uns sein kann. Und das steckt in dem Song so ein bisschen drin.
 
L: Wie du es bereits sagtest, spielt eine Frau in dem Video mit. Hattet ihr zu einem Casting aufgerufen, kennt ihr das Mädchen persönlich oder wie habt ihr das gemacht?
 
N: (lacht) Nee, also wir haben uns da jetzt nicht hingesetzt wie die Overprolls und dann frei nach dem Motto „casten wir hier…zu kleine Brust, zu große Augen“ oder so. Sondern wir haben einfach geguckt, was passt. Wir hatten zwei, drei Angebote zugeschickt bekommen und da war direkt auch ein Mädchen dabei, das war super, das wollten wir für den Videodreh haben. Sie hieß Joyce und macht Theater. Und sie konnte sich da super rein versetzen. Das war schön, ein angenehmes Arbeiten, und das war echt toll. Und ja, auch eine tolle Frau…
 
L: Jetzt am Freitag…(lautes Miauen im Hintergrund) Hast du eine Katze oder so?
 
N: Ja, die ist super rollig (lacht) und irgendwie versteht sie nicht, dass ich kein Kater bin und die mauzt hier gerade rum und sitzt an meinem Bein und wartet auf irgendwas, aber ich kann ihr das nicht bieten.
 
L: Sie will Streicheleinheiten.
 
N: Ja, das versuch ich ja schon, aber sie gibt sich damit nicht zufrieden. Sie wird immer verrückter.
 
L: Wahrscheinlich ist sie eifersüchtig, weil du am telefonieren bist. (lacht)
 
N: Ja, wahrscheinlich…damit kommt sie nicht klar. (lacht)
 
L: Am Freitag erscheint euer Album „Sinfony 23“! Worauf können sich denn die Fans freuen? Was können sie erwarten?
 
N: Ja, auf jeden Fall ein Album, was von vorne bis hinten wirklich gut ist, weil wir viel Zeit investiert haben und es ist alles melodisch. Es ist alles schön irgendwie. Du kannst tanzen, du kannst aber auch mal in Emotionen abschweifen und mal eine Kerze anzünden und das Album hören, kannst auch mal ein bisschen ausflippen. Das Album hat unheimlich viele Facetten. Es gibt sehr tanzbaren Songs, aber auch welche zum in Gedanken schwelgen.
 
L: …und zum Headbangen?
 
N: Headbangen. (lacht) Ja, genau!
 
L: Ich hab das Album ja schon hier liegen, weil ich eine Review für darkmoments geschrieben habe. Jetzt musst du mir nur verraten, warum „Dark queen“ nicht mehr aus meinem Kopf verschwinden will. Jedes Mal, wenn ich das Lied höre, bekomme ich einen Ohrwurm. Warum?
 
N: (lacht) Das kann ich dir doch nicht sagen. (Katze miaut wieder im Hintergrund) Die Dinge passieren halt so. Ich hatte grad diese Melodie im Kopf und von der Melodie kam mir dann die Eingebung zu dem Text, zu der Frau, zu dem Traum, den ich da mal hatte und irgendwie verband sich das ganz wunderbar und ja, ich mag den Titel irgendwie auch. (lacht) Und vielleicht fühlst du dich ein Stück weit angesprochen, kann ja sein, dass es dir deswegen gut gefällt. Also wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Song live wirklich auch gerade bei Frauen sehr gut ankam, also dass das Lied da echt hängen blieb. Aber das ist nicht unbedingt schlecht, weil es richtet sich auch an eine Frau.
 
L: Wohl wahr. Könntet ihr euch denn vorstellen auch irgendwann mal ein Lied auf deutsch zu veröffentlichen?
 
N: Ich habe in der Tat schon ein Lied auf Deutsch aufgenommen, was ursprünglich mit auf die Platte sollte. Ich hatte das Lied zusammen mit einer Freundin aufgenommen. Sie ist jedoch kürzlich verstorben und deswegen ist das Lied nicht auf der Platte mit drauf. Dafür steht aber der letzte Song „Farewell“, für den Abschied von ihr…und dieses deutsche Lied, da kann ich jetzt noch nichts zu sagen, ob wir das irgendwann noch veröffentlichen. Für mich muss erst mal eine ganze Zeit über die Sache wachsen und dann möchte ich auch gerne mit ihren Musikern, mit denen sie in einer Band war, noch mal reden, dass man vielleicht irgendwas macht. Mal sehen. Dazu kann ich jetzt noch gar nicht so viel sagen. Aber das Lied war eine deutsche Nummer und es ist alles offen. Also wir werden uns da nicht festlegen. Im Moment ist es so, dass mir das Englische einfach mehr Spaß macht. Ich mag das vom Singen einfach mehr.
 
L: Kann man sich im Englischen leichter ausdrücken oder wie siehst du das?
 
N: Das Deutsche ist einfach eine sehr harte Sprache. Es hat durchaus seinen Reiz. Eine Band wie Rammstein, die kann das natürlich ausnutzen bis zur Grenze. Da passt das wie verrückt. Unsere Musik ist insgesamt viel weicher und im Englischen ist mehr so ein Singsang drinnen, der sich leichter modellieren lässt. Und deswegen mag ich das und natürlich ist die Sprache auch ein bisschen einfacher und mir fällt es wirklich leichter, Sachen ganz einfach zu verpacken, ganz einfach und subtil und trotzdem nicht dumm. Das geht mit dem Englischen ganz gut.
 
L: Okay, hattest du Gesangsunterricht?
 
N: Ich hatte in der Tat mal eine Gesangslehrerin, die war aber so sexy (lautes Lachen), dass ich mich überhaupt nicht mehr auf`s Singen konzentrieren konnte und das dann abbrechen musste. Ich weiß, total unprofessionell. Die hatte immer ganz hohe schwarze Stiefel an und ganz kurze Röckchen und das war ganz eigenartig. Sie konnte aber suuuuuuper singen, echt! Und dann stand ich da so wie ein kleiner Schuljunge und habe meinen Text vergessen.
 
L: Ehm, wie alt warst du da? (lacht)
 
N: Ach, wie alt war ich da? 17 oder so. Und dann hab ich jetzt später nochmals angefangen, eine klassische Ausbildung mitzumachen, aber durch den Ortswechsel ist das leider verschütt gegangen. Doch für das Album hatte ich nun einen Vocal-Coach und das geht schon. Also diese Grundtechniken und das alles weiß ich und der Rest ist eher autodidaktisch…
 
L: Learning by doing.
 
N: Ja, das kommt einfach…das Ding lebt eh in dir, so oder so, und du kannst wahrscheinlich nur an Techniken feilen. Weil ich aber in keine klassische Richtung gehe, singe ich einfach so wie mir der Schnabel gewachsen ist.
 
L: Ihr gebt ja bekanntlich nicht sehr viel über euch preis, habt Künstlernamen, bedient euch mit Pseudonymen, verratet nicht, wo ihr genau herkommt. Aber wo soll es denn hingehen? Wo soll euch der Weg hinführen?
 
N: Das ist aber nett, dass du da nicht nachharkst. Ja, wo soll uns der Weg hinführen? Auf so viele Bühnen wie möglich auf jeden Fall. Wir möchten einfach Musik machen. Das ist erst mal das Hauptziel. Das ist das Wichtigste. Und im Moment sind wir auf dem richtigen Weg. Also wir möchten einfach live spielen und raus in die Welt und die Songs präsentieren und da sein, präsent sein und hoffen, dass es irgendwann mal so sein wird, dass wir wirklich von und mit der Musik leben können. Das ist eigentlich so ein Traum, der auch schon ein Stück weit in Erfüllung gegangen ist.
 
L: Machst du denn noch etwas neben der Musik? Bleibt da auch noch Zeit für Hobbies?
 
N: Wir haben sogar noch Zeit, um regulär arbeiten zu gehen. (lacht) Also ich arbeite ganz normal als Erzieher in einem evangelischen Kinderhort. Und dann unser Gitarrist, der ist in einem Krankenhaus Netzwerkadministrator. Unser Schlagzeuger, der ist Koch, und Convex unser Basser, der hat ein eigenes Tonstudio und das läuft nach wie vor alles noch so nebenher.
Hobbies haben wir in dem Sinne eigentlich nicht. Also das ist tatsächlich dann die Musik.
 
L: Okay. Also nicht noch irgendwie malen oder so was…
 
N: Naja, ich zeichne doch schon gerne mal, aber das möchte ich jetzt nicht der Öffentlichkeit preisgeben, (Lea lacht) weil es wahrscheinlich doch ein bisschen stümperhaft ist. Und ansonsten spielen wir mal ganz gerne Fußball zusammen. Aber dann mit der Band und Freunden.
 
L: Fußball…furchtbar.
 
N: Ich mag Fußball auch überhaupt nicht. Hei, wenn du uns Fußballspielen sehen würdest, hättest du auch deinen Spaß. Wir können das alle nicht. (Lea lacht) Wir spielen dann immer mit unseren Stiefeln. (lacht) Nee, aber das ist okay. Das ist glaub ich gut für`s Bandgefühl.
 
L: Neo, was hat dich auf deinem bisherigen Lebensweg besonders geprägt?
 
N: Da gibt`s ganz viele Sachen. Es ist einerseits die Musik, es ist die Kindheit und es sind Erlebnisse aus der Jugend oder Erlebnisse, die heute noch stattfinden. Verluste, Ängste…aber eben auch schöne Momente. Also da gibt es ganz viel, was einen so prägt. Doch ich glaube, das sind Sachen, die prägen jeden Menschen. Ich setze halt einfach nur noch die Musik oben drauf.
 
L: Gibt es denn einen Schritt in deinem bisherigen Leben, den du bereust gegangen zu sein?
 
N: (überlegt) Es gibt viele Schritte im Leben, wo ich denke, da hätte ich mir manchmal gewünscht, die wären anders gelaufen. Andererseits hat mich jeder Schritt zu dem geformt, was ich heute bin. Ich denke, dass es gut für mich war. Ich habe aus jedem Schritt, der passiert ist, etwas gelernt. Und das ist letztendlich wichtig und entscheidend. Ich hab halt kein großes Haus und keinen dicken Mercedes, aber das sind glücklicherweise auch überhaupt nicht meine Werte für`s Leben. Also alles, was passiert ist, egal wie scheiße das war, hat für mich auch seine positiven Seiten jetzt im Nachhinein. Das entschlüsselt sich manchmal erst Jahre später und deswegen bereue ich das auch nicht. Ich nehme mir das alles immer mit als Erlebnis, aus dem ich mir dann später mal etwas ziehen kann.
 
L: Kommen wir zu eurem Styling: die schwarzen Anzügen und Zylinder. Wer kam auf die Idee? Ward ihr das selbst?
 
N: Ja, in der Tat. Wir hatten uns überlegt, was machen wir jetzt? Wie wollen wir raus? Und ich hatte immer schon im Kopf, ich möchte gerne etwas haben, was ein Stück weit etwas Uniformes darstellt und trotzdem muss jeder so einen Platz haben für seine Individualität. Und das ist uns mit diesen Outfits glaub ich ganz gut gelungen. Es sollte einen klassischen Stil mit modernen Aspekten verbinden und das passt irgendwie alles. Wir haben auch eine mystische Note mit drinnen. Und das ist cool. Ich mag die Outfits total. Das ist völlig mein Ding und ich leb das total. Und den anderen geht`s ebenso.
 
L: Habt ihr die auch auf Konzerten an? Oder wie stylt ihr euch da?
 
N: Das sind ganz klar unsere Bühnenoutfits.
 
L: In wessen Rolle würdest du denn gerne einmal schlüpfen? Wen bewunderst du besonders?
 
N: Ohh…schwere Frage…wer würde ich gern mal für einen Tag sein? Da muss ich mal nachdenken. Wen ich bewundere, ist vielleicht einfacher zu beantworten. Den Sänger von Perfect Circle und Tool find ich super. Die find ich absolut stark. Aber auch The Cure. Das sind meine Wurzeln. Also Robert Smith, ja, den find ich super. Den fand ich als Kind so beeindruckend, dass ich ihn mir glatt ganz groß an meine Wandtapete gemalt habe und meine Mutter bekam erst mal einen Schreck, weil für sie klar war „Okay, jetzt driftet er ab, aber in eine falsche Richtung!“ (lautes Lachen) Und wer möchte ich denn gern mal für einen Tag sein? Ich glaub, ich wäre gern mal für einen Tag so ein Weltverbesserer, der nach Afrika fährt und Leuten hilft. Das würde ich gern mal machen.
 
L: Wie würdest du deine Bandkollegen beschreiben?
 
N: Carter ist so ein bisschen der Busy-Typ, der Geschäftliche, und so ein bisschen der Papa, glaub ich, der Papa-Typ für alle. Convex unser Basser ist der Ruhepol. Und Mahony unser Schlagzeuger, der bringt glaub ich das Leben in die Bühne. Der ist sehr aufgekratzt, aufgedreht, fast schon hyperaktiv. Aber als Schlagzeuger muss man das glaub ich auch sein. Ja, würde ich schon so sagen.
 
L: Und dich selbst? Wie würdest du dich beschreiben?
 
N: Ja ich bin wohl die Diva? (beide lachen)
 
L: Ach, ist das so?
 
N: Die kleine Diva…aber auch nicht wirklich. Ich bin noch recht verträglich. Ich bin zwar auch sehr konfliktfreudig hier und da, aber grundsätzlich friedlich eingestellt.
 
L: Okay. Hast du irgendwelche Schwächen?
 
N: Schwächen? Oh mit Sicherheit! Ich esse unglaublich gern und muss deswegen auch immer viel Sport machen. Also ich leg mich gerne abends mal vor den Fernseher so um 12 und stopf mich richtig voll.
 
L: Ich glaub, da haben wir was gemeinsam. (beide lachen laut)
 
N: Und ansonsten, also eigentlich bin ich harmoniebedürftig, gehe aber auch nie einem Konflikt aus dem Weg. Wenn jemand wirklich mit mir streiten muss, dann kann ich da auch gerne mitgehen und dann ist die Harmonie erst mal am Arsch. Logisch. Achso und ich bin noch zerstreut. Ich vergesse immer ganz viel. (Lea lacht)
 
L: Also Geburtstage, Telefonnummern…
 
N: Oh ja, das ist ganz schlimm. Telefonnummern kann ich mir bis zur Ortsgrenze merken, aber Geburtstage sind so ein No-Go bei mir, echt. Aber das nimmt mir mittlerweile keiner mehr übel, denn die wissen das einfach. Wenn aber jemand meinen Geburtstag vergisst, find ich das richtig scheiße. Dann bin ich auch traurig. Ja, so ist das.
 
L: Hast du einen Traum, auf dessen Erfüllung du schon sehr lange wartest?
 
N: (Pause) Das auf jeden Fall. Warte mal, ich überleg grad. Also, ich würde gern mal so eine richtige Mitte finden, so eine richtige innere Mitte, wo du stehst. Ich meine damit eine Form von Glücklichsein für mich. Für viele ist Glücklichsein so ein Zustand, in dem sie auf Extasy sind. Für mich ist das Glück eher eine Mitte zu finden, eine innere Ruhe, und von dieser Mitte aus die Dinge zu betrachten und aufzunehmen und stabil zu sein. Das ist etwas, was ich mir wünsche für`s Leben, glaub ich, und das ist aber noch ein weiter Weg bis dahin.
 
L: Bist du eher ein offenes oder ein geschlossenes Buch?
 
N: Ich denke, ich bin ein recht offener Mensch, aber ich überleg immer genau, was ich von mir preisgeben möchte und was nicht. Aber meine Lieder sind schon ein recht offenes Buch. Die Texte.
 
L: Glaubst du an Übersinnliches?
 
N: Ich denke ja.
 
L: Inwiefern?
 
N: Das ist immer eine Definitionssache. Ich denke, es gibt eine übergeordnete Energie. Der eine nennt es Gott, der nächste nennt es Buddha, der nächste nennt es Krishna und ich finde es völlig sinnlos sich deswegen die Fressen einzuschlagen, weil ich glaube, irgendwie meinen wir doch alle das gleiche. Und ich denke, dass der Ursprung doch irgendwo mal etwas Gutes war, was auf Liebe basiert. Das ist so ein bisschen etwas, woran ich festhalte. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich mich abends hinsetze und mit Gläserrücken anfange oder irgendwelchen magischen Brettern. (Lea lacht) Die halte ich für mich abwegig…
 
L: Hast du das auch nicht früher einmal ausprobiert?
 
N: Wir haben das wohl mal ausprobiert. In der Teenagerzeit haben wir einen riesigen Schreck bekommen...
 
L: Hat jemand heimlich das Glas verrückt?
 
N: Nee, da ging es eher um eine Kerze und Hände zusammen halten und das war so ein bisschen okkulter Kram. Wir wussten gar nicht so richtig, auf was wir und da eigentlich einlassen. Ich hab mich dann im Nachhinein viel damit beschäftigt. Und ich denke, das da wirklich viel aus einer Gruppendynamik heraus entsteht. Ich würde es aber trotzdem nicht unterschätzen, weil da auch wirklich vieles passieren kann. Gerade in Sachen selbsterfüllende Prophezeiungen und so. Aber das ist eine Sache, das ist ein Gebiet, auf dem ich mich heute überhaupt nicht mehr bewege, weil ich denke, dass es einen im Leben wirklich nicht weiter bringt. Da sollte man sich dann eher auf sich selbst verlassen, also nicht im übertriebenen Sinne, weil man einfach kein Gott ist, sondern ein Mensch, der einfach mal so eben dahin gerafft werden kann. Und das kann man auch nicht steuern. Aber bevor man auf irgendwelche Kräfte hört, von denen man überhaupt nicht weiß, was da abgeht und was ist und was da nicht ist, sollte man vielleicht ein bisschen auf sich selbst hören und gucken, was man für sich selber tun kann.
 
L: Was fällt dir besonders schwer?
 
N: Nein sagen find ich schwer.
 
L: Der Festivalsommer steht kurz vor der Tür. Worauf freust du dich am meisten?
 
N: Auf die Konzerte und auf die Leute. Ich mag das Amphi und das M`era Luna auf jeden Fall. Das M`era Luna ist für mich so ein kleines Highlight. Da wollte ich unbedingt mal hin auf die Bühne und das passt jetzt diesen Sommer. Endlich klappt es und da bin ich sehr froh drüber. Und da freue ich mich ganz besonders drauf.
 
L: Ja, vielleicht sehen wir uns auf dem Amphi, denn ich werde auch dort sein.
 
N: Das ist ja cool.
 
L: Ihr gebt doch auch eine Autogrammstunde da, wenn ich mich nicht irre?
 
N: Siehst du, davon weiß ich nichts. Das ist wieder so eine Sache, über die Carter Bescheid wissen müsste. Aber wahrscheinlich, ich denke, ja. Ich glaube, wir machen da recht viel.
 
L: (lacht) Alles klar! Bitte vervollständige zum Schluss noch folgenden Satz: Musik ist für mich…
 
N: …ein Geschenk und ich habe das große Glück, dass ich das nutzen darf.
 
L: Super, danke schön! Dann will ich dich heute Abend auch nicht länger aufhalten. Kümmere dich um dein Kätzchen! (lacht)
 
N: (lacht auch) Ich kümmere mich um mein kleines und mein großes Kätzchen. Vielen Dank für`s Interview!
 
L: Ich habe zu danken. Wir sehen uns auf dem Amphi!
 
N: Bis auf`m Amphi!
 
                                               
 
Interview: Lea
Interview for: darkmoments & fhradio
Photos: taken from downbelow.de
Website Band: www.downbelow.de
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