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Down Below (V)
Interview mit Neo [Down Below], 15.07.2013, phoner



Bereits kurz nach der Veröffentlichung des vierten Down-Below-Albums "Zeichen" (2012) machte sich Bandfrontmann Neo Scope ans Songwriting für den Nachfolger "Zur Sonne – Zur Freiheit". Schlagzeug, Gitarre und Bass sind mittlerweile eingespielt, und auch der Gesang ist im Kasten. "Jetzt fehlen nur noch der Mix und das Mastering", verrät Neo im Interview.

Neo, laut deinem letzten Zillo-Interview ist jedes Album eine Momentaufnahme deiner aktuellen Lebensumstände. Wie schaut es denn momentan in deinem Leben aus? Geht's dir gut? Was ist passiert? Was bewegt dich?


Neo: Doch, doch, mir geht's gut! Zurzeit bewegt mich natürlich das neue Album. Ich möchte es bald mal fertig bekommen. Bei diesem Album trete ich nämlich als Produzent mit auf. Zuvor griffen wir immer auf Produzenten von außerhalb zurück, aber bei dieser Platte wollten wir alles selbst in die Hand nehmen. Unser Ziel war es, den Ton der Band richtig zu finden und ohne Eingriffe von außen zu schauen, was passiert. Deshalb ist die Produktion dieses Albums ein bisschen anstrengender und stressiger als sonst, und das beschäftigt mich bereits einige Monate: angefangen beim Songwriting, über die Texte bis hin zu den Aufnahmen der Vocals, Gitarren usw. Das ist schon sehr umfangreich!

Euer viertes Album "Zeichen" kam erst letztes Jahr raus. Wann habt ihr mit dem Songwriting für die neue Scheibe begonnen?

Neo: Kurz nach der Veröffentlichung von "Zeichen" widmete ich mich bereits wieder der Schreibphase. Diese teilte ich allerdings in mehrere Parts ein, so hatte ich in jeder Jahreszeit eine Schreibphase. Für ein oder zwei Wochen schlossen wir uns auch mal komplett weg und schrieben drauf los. Ich habe viel mit Fabian Lange zusammen geschrieben, da wir ohnehin ein Songschreiber-Team auch für andere Künstler bilden. Bei "Zeichen" haben wir ja auch schon zusammen geschrieben, und jetzt wollte ich ihn erneut dabei haben, weil wir einfach gut zusammen funktionieren. Das fetzt! Man sagt ja auch: Never change a running system! So mieteten wir uns in der Nähe von Coswig in ein Ferienlager ein, welches wir dann für uns ganz allein hatten. Es gab keine anderen Gäste, aber einige Bungalows. Eines von denen funktionierten wir in ein Studio um, das heißt wir stellten Computer, Piano, Gitarre und Mikro hinein. Schlafräume gab es auch. Ansonsten war dort nichts außer Wald ringsherum und ein See mit Steg, Kanus und einer Feuerstelle. Wir haben in der Zeit sogar auf Handy und Fernseher verzichtet. Und dort entstanden die ersten fünf Stücke in vier Tagen. Wir waren richtig fix, haben uns morgens hingesetzt und geschaut, was der Tag uns so bringt. Dabei entstanden "Alles wird gut" und "Ein König wird kommen". Das waren die Nummern, die uns zeigten, in welche Richtung es geht. In ihnen steckten viel Film und große Bilder. So ward die Idee zur Berge- bzw. Bergsteigerthematik für das Album geboren.

Aber da war nicht die ganze Band mit dabei?

Neo: Nein. Ich schreibe die Songs generell allein, aber wenn ich Hilfe benötige, dann greife ich auf Fabian zurück, weil wir ein Team sind. Erst wenn die Demos fertig sind, hole ich die Band dazu. Sie hören sich die Demos dann an und können mitentscheiden, welche Songs auf die Platte kommen.

Ihr ward also mehr oder weniger zu zweit in der Hütte am See…

Neo: Ja, so war es. [lacht] Fabian kommt eigentlich aus dem Hip-Hop- und Jazz-Bereich, also aus einer ganz anderen Ecke. Als wir uns das erste Mal sahen, bei irgendeinem Konzert, haben wir uns mit dem Arsch nicht angeguckt, weil ich dachte: "Was ist denn das für ein Poser?" Irgendwie prallten dort zwei Welten aufeinander, aber durch einen Zufall trafen wir uns über einen gemeinsamen Freund wieder und begannen, an einem Musikstück zusammenzuarbeiten. Seitdem schreiben wir gemeinsam.

Wie weit sind denn die Arbeiten an eurem neuen Album "Zur Sonne – Zur Freiheit" vorangeschritten?


Neo: Es sind alle Songs klar, die auf das Album kommen. Wir haben das Schlagzeug, die Gitarren und Bässe eingespielt – und auch die Vocals sind im Kasten. Im Grunde ist alles aufgenommen; jetzt fehlen nur noch der Mix und das Mastering. Das Artwork ist grade noch im Gange, aber es steht schon soweit fest. Das Video haben wir abgedreht. Aber wir haben trotzdem noch ganz viel Arbeit vor uns, weil so viele Kleinigkeiten beachtet werden müssen, da wir wie gesagt alles alleine machen. Wir lernen dadurch aber auch viel hinzu, was sehr cool ist.

Macht ihr den Mix und das Master auch selbst?


Neo: Nein, das Master ist tatsächlich das Einzige, was wir auslagern. Hier geht es ja nur nochmals darum, Lautstärken anzugleichen, eventuell störende Frequenzen herauszufiltern usw. Da lassen wir dann doch jemand "Fremdes" ans Werk. Das wird in diesem Fall der "Busy" sein. Er macht ganz viel – von Deutschrock über Peter Fox bis hin zu Clueso. Ein richtig fitter Typ! Er wird sich um das Master kümmern, was wirklich der letzte Schritt ist. Aber dieser hat nichts mehr mit dem Mix und damit zu tun, wie die Platte klingen wird.

Wie groß ist bei dir der Songausschuss beim Schreiben?

Neo: Früher habe ich stets einfach drauflos geschrieben. Danach war ich zwar relativ leer, hatte aber über 20 Songs vorliegen, aus denen die Band auswählen konnte. Das waren allerdings nur Demos, die ich zuhause aufgenommen hatte. Diesmal bin ich anders vorgegangen: Ich entwickelte erst einmal die Musik, da ich wusste, in welche Richtung es gehen soll: viele Streicher, cineastische Sachen, große Sachen, alles wieder ein bisschen härter mit viel Gitarrenarbeit. Es gab keinen Song, der mir im Nachhinein nicht mehr gefiel. Ich hatte zuvor mit Fabian gesprochen und mit ihm festgelegt, dass wir nur das machen, worauf wir Bock haben. Und wenn ein Song an irgendeiner Stelle nicht fetzig war, schmissen wir ihn nicht weg, sondern gingen einfach eine Stunde raus, hörten Radio usw. Auch sind wir viel gejoggt, obgleich ich Laufen eigentlich hasse, aber in jenem Prozess tat es wirklich gut. Wir sind dann einfach mal sieben oder acht Kilometer gelaufen – ohne zu reden. Und erst danach haben wir nochmals in den Song reingehört... Wenn schließlich ein Instrumentalstück fertig war, ließen wir es auf Dauerschleife laufen, weil wir uns freuten, dass es endlich gut klingt. Dann schauten wir, welche Bilder die Musik in unseren Köpfen hervorruft, was sie mit uns macht und welches Gefühl sie vermittelt. Mir war es wichtig, dass Musik und Text genau zusammenpassen. Auf diese Weise bin ich noch nie vorgegangen, aber es tat im Nachhinein wirklich richtig gut.

Du hast die Texte also letztlich passend zur Musik geschrieben…

Neo: Genau.

Hast du dich beim Songwriting auch von aktuellen Geschehnissen aus den Medien beeinflussen lassen, auch wenn ihr euch weggeschlossen und auf Internet, Handy und Zeitung verzichtet habt?

Neo: Nein, das kann ich nicht so wirklich. Wenn aktuelle Ereignisse auf mich einprallen, je nachdem worum es geht, würde ich sie erst einmal einfach so wiedergeben. Aber das ist nicht die Art, wie ich für Down Below Texte schreibe. Bei Down Below habe ich das Gefühl, dass Sachen in mir erst einmal eine Weile verarbeitet werden müssen. Wenn ich einen gewissen Abstand dazu habe und von oben drauf schauen kann, was auch wieder gut zu der Bergsteigerthematik passt, dann kann ich auch aus jener Perspektive etwas dazu sagen. Wenn allerdings etwas ganz aktuell in mir brennt, dann habe ich dafür noch gar keine Lösung und kann auch nicht erzählen, wie ich damit umgehe. Bei den Texten ist es mir grundsätzlich aber wichtig, dass ich über Sachen erzähle, die mir passiert sind, die mich beschäftigt haben, und wie es mir damit geht.

Wer ist eigentlich der junge Bergsteiger auf dem Cover der neuen Platte?

Neo: Dagonaut, der auf dem Cover zu sehen ist, ist ein Freund von mir und eigentlich DJ im Electro-Bereich. Irgendwann kreuzten sich einfach unsere Wege. Wir haben dann ein paar Sachen so aus Spaß zusammen gemacht. Dagonaut ist übrigens wirklich Bergsteiger. Er erzählte mir viel darüber und sprach mir aus der Seele. Seine Worte passten einfach genau zu dem, was ich mit meinen Texten sagen wollte. Seine Erzählungen gaben mir viel Input. Demnächst gehen wir mit ihm mal in die Berge. Ich will das auf jeden Fall machen! Ein paar Mal war ich schon da und habe ein wenig geschnuppert. [lacht]

In Österreich?

Neo: Nein, in Italien, Südtirol.

Du hast es bereits angesprochen, dass ihr die Platte selbst produziert. Da hat aber auch hauptsächlich euer Bassist Convex seine Finger mit im Spiel, oder?

Neo: Genau, er macht die ganzen Engineerings. Ich bin immer mit meinen Demos bei ihm im Studio. Convex ist dort tüchtig involviert, nimmt alles auf und überarbeitet die Songs so, dass sie nachher gut klingen.

Welche Herausforderungen gab es bisher im Studio zu bewältigen?

Neo: Nun ja, wir haben uns anfangs immer dabei ertappt, dass Fabian oder ich Dinge ausprobieren wollten und Convex dann meinte, sie seien so unkonventionell. Das mache man eigentlich nicht in einem Rocksong. Das bekomme er nachher nicht zusammengemischt. Somit gab es am Anfang unglaublich viel Diskussionspotential, bis wir uns irgendwann zusammen an einen Tisch gesetzt haben. Ich glaube, man verliert einfach viel mehr Zeit mit einer Diskussion darüber, ob irgendwas geht oder nicht, anstatt die Dinge einfach auszuprobieren. In jener Zeit sind wir wirklich gut zusammengewachsen.

Anfang August erscheint mit dem Titeltrack "Zur Sonne – Zur Freiheit" ein kleiner Vorgeschmack auf die neue Platte. Warum wird's den Song als Free-Download geben?

Neo: Wir feiern in diesem Jahr unser zehnjähriges Bandbestehen, deshalb gibt es den Song als kleines Gimmick. Er ist unser Geburtstagsgeschenk an die Fans und Leute, die Down Below vielleicht noch nicht so kennen. Sie müssen sich die Single nicht kaufen, sondern können einfach erst einmal reinhören. Der Song zeigt, wohin die Reise geht, was wir auf dem neuen Album machen. Er ist ein guter Trailer zum Album.

Ihr habt zur Single ein passendes Video gedreht, das am 9. August 2013 Premiere feiert. Kannst du uns erste Details verraten?

Neo: Ja! Es ist toll, sensationell, phänomenal, unglaublich schön… [lacht]

Das verrät uns aber nichts über den Inhalt...

Neo: Ach, du willst was zum Inhalt hören? Ich habe es mir fast gedacht. Ich wollte unbedingt weg von einer reinen Band-Performance. Das fand ich irgendwie doof. Ich wollte viele Bilder haben, die das Thema des Albums verdeutlichen. Wir haben dann Dagonaut, der auf dem Cover zu sehen ist, schauspielerisch eingebunden. Wir fuhren nach Berlin, wo er aus einem Filmfundus richtig alte Sachen aus den 20er- oder 30er-Jahren bekommen hat. Wir zogen ihm die alten Bergsteigersachen an, sind aber dann ins Studio, um vor einer grauen Wand das Video zu drehen. Er musste also all das, was man in den Bergen fühlt und erlebt, alleine vor dieser Wand transportieren. Da er Bergsteiger ist, hat er das super hinbekommen. Das Video lebt letztlich von Bildern, wie Eis bricht, wie Funken von Feuerstellen hochfliegen, wie er mit Steinen hantiert und durch die Dunkelheit läuft. Zwischendurch gibt es auch mal die Band zu sehen, aber anders als sonst. Zum Beispiel sind jetzt meine Haare ab. [lacht] Ein Teil unserer Fans war völlig schockiert, andere fanden es super. Am besten fand ich den Facebook-Kommentar: "Wenn man über die Haare spricht, dann hat man es geschafft!" Ich wollte aber unbedingt zur neuen Platte eine optische Veränderung haben und bin total happy mit der neuen Frisur. Carter kam dann noch auf die Idee, Benni Cellini erneut anzuhauen, weil wir auch viele Streicher im Song haben. Er war sofort bereit mitzuspielen und gab richtig Gas. Die Bilder sind wirklich gut geworden. Als wir uns das Video hinterher anschauten, waren wir echt geplättet.

Am 30. August 2013 erscheint eine weitere Single namens "Unvergessene Zeit", bei der du gesanglich von Natalia Avelon unterstützt wirst. Warum wurde es Zeit für das erste Duett in der Bandgeschichte von Down Below?

Neo: Die Idee hatte ich schon immer. Damals fragte ich bereits den Graf von Unheilig, aber er ging zu jener Zeit mit "Geboren um zu leben" durch die Decke und so ist ein Duett gescheitert. Aber Duette fand ich schon immer irgendwie cool! Am stärksten ist mir "Where The Wild Roses Grow" von Nick Cave und Kylie Minogue im Kopf hängengeblieben. So eine Stimmung wollte ich aufgreifen, schrieb ein Duett und dann nahm Convex Kontakt zu Natalia auf. Sie meinte, wir könnten uns ja mal treffen und ich höre mir das Lied dann an. Es lief wirklich alles total unkompliziert. Wir fuhren nach Berlin und trafen uns in einem von ihr ausgewählten Restaurant – und das war zufällig genau das Restaurant, in dem wir unseren ersten Platten-Deal unterschrieben haben. Da hatten wir natürlich sofort Gesprächsstoff. Sie hörte sich dann unser Lied an und fand es total super, wollte sich allerdings noch ein paar Meinungen einholen. So spielte sie den Song ihrer Mutter vor, die daraufhin spontan weinen musste. Schließlich kam Natalia nach Roßlau, wir sangen gemeinsam das Lied ein und stellten fest: Das ist es! Natalia hatte ja damals den Song "Summer Wine" zusammen mit Ville Valo aufgenommen. Jenes Lied ging von der Atmosphäre her in die Richtung Nick Cave/Kylie Mongue. Ich war nun gespannt, wie es für Natalia sein würde, auf Deutsch zu singen. Ich wusste anfangs nicht, ob sie überhaupt Deutsch spricht, denn sie ist Polin. [lacht] Aber sie spricht sehr gut Deutsch und wir verstanden uns auf Anhieb.

Wie viele Tracks werden insgesamt auf der neuen Platte zu finden sein?

Neo: Auf der Scheibe sind 12 Stücke zu finden. Dann gibt es aber noch eine EP, ein kleines Mini-Album, mit dem Natalia-Duett. Sie bindet sich übrigens unglaublich mit ein. Es ist nicht so, dass sie nur ins Studio kommt, den Song runtersingt und ihre Kohle kassiert. Wir haben auch schon zusammengesessen und überlegt, was wir für ein Video drehen. Sie kommt zum Beispiel aus dem Filmgeschäft und bringt sich nun dadurch ein, dass sie die Ideen für ein Video entwickelt. Das wird ein richtiges Gemeinschaftsding, was mich sehr freut. Aktuell ist das Video noch in Planung, aber wir werden es wohl nächstes Wochenende abdrehen. Die EP erscheint noch vor dem Album und auf ihr gibt es verschiedene Varianten von "Unvergessene Zeit" zu hören, etwa das Original und ein Remix von unserem Bergsteigermodel. Dann wird noch der Song "Ein König wird kommen" auf der EP zu finden sein, der sonst nirgendwo erscheint, sowie der Titel "Feuerregen". Dieser Song wird auch später auf dem Album zu finden sein. Außerdem ist noch der Free-Download-Track "Zur Sonne – Zur Freiheit" auf der CD mit drauf, so dass man ein gutes Paket hat.

Könntest du abschließend noch einige Songs der neuen Platte kurz beschreiben? Fangen wir an mit "Ketu"…

Neo: "Ketu" ist unser Intro. Dieses Musikstück klingt nach Film und soll die Ohren und das innere Auge für jene Szene öffnen, die sich später noch auf der Platte entwickelt, also dieses ganze Bergthema. Ich habe mir vorgestellt, ich stehe auf der Spitze eines Berges und schaue mir das Panorama an. Dazu habe ich dann die passende Musik entwickelt – das Intro. "Ketu" ist übrigens die Bezeichnung der Eingeborenen für den sehr schwer zu besteigenden Achttausender K2.

"Dem Himmel so nah"…

Neo: Dahinter verbirgt sich ein kraftvoller Song, der mit einer Art Stadion-Beat anfängt. Er erzählt die Geschichte vom ersten Schritt in Richtung Gipfel – von ganz unten bis oben, wo die Luft dünn und das Atmen schwer wird. Wer es bis ganz nach oben schafft, kann letztlich den Triumpf feiern, dass er sich überwunden hat. Die Strapazen haben sich also gelohnt für diesen einen Moment dort oben. In den Tracks haben wir zwar grundsätzlich alles in die Bergwelt transportiert, doch gibt es immer diese zweite Ebene zur eigenen Ich-Welt.

"Unvergessene Zeit"…

Neo: "Unvergessene Zeit" ist ein Duett mit Natalia. Dort geht es tatsächlich darum, dass alte Liebe nicht rostet. Ich habe dort ein paar eigene Erfahrungen und Geschichten, die mich unheimlich beeindruckt haben, mit einfließen lassen. Der Song ist ein wenig losgelöst von der Bergsteiger-Thematik. Jeder, der ihn bisher gehört hat, musste erst einmal tief durchatmen.

"Bruder"…

Neo: Dieser Song geht zurück auf die Geschichte von Reinhold Messner und seinem Bruder, die gemeinsam den Nanga Parbat besteigen wollten. Reinhold kam allein zurück und sein Bruder starb am Berg. Bis heute ist nicht so ganz klar, was dort geschehen ist. War Reinhold geil auf den Gipfel und hat seinen Bruder für den eigenen Erfolg dort sterben lassen? Oder hat er einfach nicht mitbekommen, dass sein Bruder plötzlich nicht mehr da war? Man weiß es einfach nicht. Das ist ein offenes Kapitel. Wir haben jedenfalls diese Thematik in "Bruder" aufgegriffen. Es geht um den Kampf ums Überleben und das Drama, das sich dahinter verbirgt. Harter Tobak – dementsprechend ist der Song auch musikalisch umgesetzt, u.a. mit Kirchenchören.

"Neuer Horizont"…

Neo: Der Song ist erst letzte Woche fertig geworden. Musikalisch ist er ein bisschen tanzbarer und insgesamt ein wenig schneller. Inhaltlich geht es ums Durchhalten und Dinge hinter sich lassen, um sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Und wenn man die Augen richtig aufmacht, sieht man diejenigen Menschen, die einen dabei unterstützen können.

"Abschied"…

Neo: Das ist tatsächlich genau das, was der Titel sagt. Ich wollte einen Song auf dem Album haben, den man schön als Schlusstrack bei Konzerten spielen kann. Mit diesem bedanken wir uns sowohl für die Zeit mit den Fans beim Konzert als auch die gesamte Zeit, die wir gemeinsam als Band erleben konnten. Dahinter steckt also ein großes Dankeschön!

"Alles wird gut"…

Neo: "Alles wird gut" ist einer der Songs, die als erstes entstanden sind, als wir im Ferienlager waren. Er war neben "Meilenstein" der ausschlaggebende Song für die musikalische Richtung der Platte. Als er fertig war und wir ihn uns anhörten, waren wir erst einmal baff, weil er vom Text her ziemlich schwer ist. "Alles wird gut" ist hier ein wenig ironisch zu verstehen. Hier haben wir das erste Mal mit Hörnern, ganz viel Geigen, schweren Rhythmen und einer insgesamt großen, epischen Soundlandschaft gearbeitet.




Interview: Lea S.
Foto 1: taken from downbelow.de
Foto 2: taken & (c) by Holger Fichtner
Website Band:
www.downbelow.de

(c) Zillo Musikmagazin / Ausgabe 09/13 / www.zillo.de

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