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Eisbrecher
Interview mit Noel Pix [Eisbrecher], 24.09.2012, phoner



Der Winter naht in großen Schritten – Zeit für Eisbrecher, wieder in See zu stechen. Passend zum zweiten Teil der "Die Hölle muss warten"-Tour im Oktober konzipierte die Münchener Band eine Neuauflage ihres aktuellen Albums: die Miststück-Edition. Über die Hintergründe sprach ich kurz vor Tourstart mit Gitarrist Noel Pix.

Pix, hattet ihr soweit einen schönen Festival-Sommer?


Pix: Wir können uns überhaupt nicht beschweren. Die Festivals waren großartig dieses Jahr. Wir haben wirklich auf einigen großen Festivals gespielt – und das ziemlich erfolgreich. Auf ein paar kleineren Festivals haben wir aber auch gespielt, u.a. mit einigen Mittelalterbands. Da passten wir ganz gut rein. [lacht] Ich denke, mittlerweile decken wir ein breites Spektrum ab, so dass wir nicht nur vor schwarzem Publikum spielen können. Wir waren beispielsweise beim Deichbrand-Festival, bei dem es sich um kein Szene-Festival handelt. Das war recht interessant, denn dort kannten uns bestimmt 90 Prozent der Leute vor der Bühne überhaupt nicht. Aber es funktionierte trotzdem, zumal wir mit Alexx einen Entertainer vom Feinsten haben. Und er bekehrt dann auch den einen oder anderen, der überhaupt nichts mit unserer Musik anfangen kann.

Was war dein persönliches Festival-Highlight?


Pix: Mein Highlight war definitiv das Amphi-Festival in diesem Jahr. Dort war es einfach super, weil einige Faktoren zusammen kamen: Das Wetter war der Hammer, die Leute zeigten sich entspannt und es war somit ein echt schöner Abend. Einfach grandios! Und alle, die nicht dabei sein konnten, können sich fünf Livetracks auf unserer neuen Tour-Edition anschauen.

Euer aktuelles Album "Die Hölle muss warten" (VÖ 3.2.) hatte es auf Platz 3 der Media Control Charts geschafft. Fühlt man sich da wie im siebten Himmel oder lassen euch Chartplatzierungen völlig kalt?


Pix: Natürlich lässt es einen nicht völlig kalt. Doch auch wenn wir auf Platz 3 gelandet sind und lange in den Charts waren, kann ich mir noch keinen Porsche leisten. [lacht] Wir schwimmen hier also nicht im Geld. Aber der dritte Platz ist natürlich super und zufriedenstellend. Und dass wir die 1 nicht geknackt haben, ist ein Ansporn, uns bei der nächsten Scheibe nochmals richtig reinzuhängen – und dann schauen wir mal, ob's beim nächsten Mal klappt.

Könnt ihr denn trotzdem von der Musik leben?

Pix: Alexx und ich könnten momentan tatsächlich theoretisch von Eisbrecher leben, wenn auch nicht großartig, aber es war eigentlich schon immer so, dass wir uns nicht nur auf Eisbrecher verlassen. Jeder macht noch sein eigenes Ding: Alexx hat beispielsweise seine Fernsehgeschichten, "Der Checker" usw. Keine Ahnung, was er sonst noch alles macht. [lacht] Und ich produziere und schreibe Songs für alles Mögliche. Wir haben also noch weitere Standbeine.

Wie laufen die Vorbereitungen für die anstehende "Die Hölle muss warten"-Tour II?

Pix: Gute Frage. [lacht] Ich sitze hier schon seit ein paar Tagen oder Wochen im Studio. Aber die Proben gehen bald los. Wir wollen auf der Herbst-Tour natürlich nicht nochmals das gleiche Programm wie im Frühjahr fahren, sondern es werden neue Songs dabei sein und die Bühne sieht natürlich anders aus. Die Besucher der Frühjahrskonzerte können also getrost auch nochmals vorbeikommen.

Bei der anstehenden Tour werdet ihr ohnehin in anderen Städten als im Frühjahr rocken…


Pix: Ja, es sind andere Städte im Tourplan vorgesehen und außerdem haben wir sehr viele Songs auf unserer Scheibe, die wir bei der ersten Tour gar nicht alle spielen konnten. Denn hätten wir nur neues Material gespielt, hätten wir sicherlich einigen vor den Kopf gestoßen und außerdem wussten wir zu jenem Zeitpunkt auch noch nicht, ob die neuen Songs live überhaupt funktionieren. Es gibt also einige Songs auf der Scheibe, die überhaupt noch nicht live gespielt wurden. Die Gelegenheit werden wir diesmal nutzen.

Wie oft trefft ihr euch zum Proben?


Pix: Das darf man gar nicht so laut sagen: Wir werden uns dreimal treffen, was für uns aber ziemlich viel ist. [lacht] Die Kunst liegt in der Vorbereitung. Wenn alles gut organisiert ist und jeder gut vorbereitet ist, dann muss man auch nicht wochenlang im Proberaum stehen. Außerdem haben wir überhaupt keinen eigenen Proberaum. Das darf man auch niemandem erzählen. [lacht] Aber wir sind straff organisiert. Jeder bekommt von mir ein Päckchen per Internet geschickt und übt für sich daheim. Und dann treffen wir uns wirklich, um auch mal beim richtigen Licht usw. zu proben.

Hämatom werden als Special Guest die Tour begleiten. Warum gerade diese Maskenband? Wie passt sie mit Eisbrecher zusammen?

Pix: In der Vergangenheit hatten wir bereits verschiedenste Bands auf Tour dabei. Mal waren sie poppiger, mal rockiger. Und nun sind es eben Hämatom, die Zeit haben, uns zu begleiten. Wir schauen mal, wie es passt. Die Band ist natürlich eine Ecke härter und ich kenne nicht alle Stücke von ihr, aber ich habe bei Youtube ein paar Ausschnitte gesehen und fand's sehr lustig. Es ist zwar keine super bekannte Band, aber momentan ist wirklich jede Band aus dem deutschen NDH- und Goth-Rock-Bereich selbst unterwegs.

Beim letzten Mal hattet ihr ja Lord Of The Lost im Gepäck, die mittlerweile überall spielen…

Pix: Genau, jetzt grade spielen sie mit der Letzten Instanz. Wir hätten die Jungs auch nochmals mitgenommen, denn wir verstehen uns super und die Band ist auch gut von unseren Fans aufgenommen worden. Aber Lord Of The Lost promoten grade ihre neue Scheibe und die Letzte-Instanz-Tour war einfach näher am Release dran, sodass die Jungs natürlich dort mitaufgesprungen sind.

Wenn ihr als Band längere Zeit am Stück im Tourbus unterwegs seid, kriegt ihr euch da auch schon einmal in die Haare oder seid ihr stets total entspannt?

Pix: [lacht] Da kommen wir auf die Miststück-Edition zurück, denn auf dieser ist eine 40-minütige Tour-Dokumentation zu finden. Diese gewährt einen guten Einblick auf sämtliche Personen, die im Bus mit dabei sind. Diesmal sind wir ja nicht so lange unterwegs, also keine Monate oder so. Da ist die Gefahr, dass man sich in die Haare kriegt, nicht so groß. Aber ich kenne das noch von früher: Wenn eine Tour länger als drei Wochen dauert, dann wird es wirklich manchmal unangenehm. Ist ja auch klar, der eine duscht nicht, der andere lässt seine Socken liegen… [lacht] Und so ein Nightliner ist ja wie ein U-Boot, aber zum Glück verstehen wir uns alle gut, auch mit der Crew. Deshalb hat es auch noch nicht gekracht.

Wie viele Personen hocken dann letztlich im Tourbus aufeinander?

Pix: Es kann sein, dass diesmal eine Person mehr dabei ist, weil wir mehr Licht als sonst haben, aber insgesamt sind wir 16 oder 17 Leute. Ein Schulausflug sozusagen. [lacht]

Auf eurer Website habt ihr Tickets und Meet'n'Greets für die Herbst-Shows verlost. Außerdem werdet ihr Autogrammstunden geben. Das scheint, als sei euch ein enger Fankontakt besonders wichtig, oder?

Pix: Natürlich ist der Fankontakt immer wichtig. Manche Leute schreiben allerdings bei Facebook und Konsorten "Jetzt heben sie ab", was letztlich völliger Schwachsinn ist. Ich glaube, wir sind noch genau dieselben Jungs wie vor sechs, sieben oder acht Jahren. Nun ist es allerdings so, dass wir live mehr Besucher ziehen. Früher bei einem Gig mit 300 oder 400 Leuten konnte man im Nachhinein natürlich entspannt vor die Bühne gehen. Dann waren vielleicht noch 20 oder 30 Leute da, mit denen man sich unterhalten konnte. Wenn aber 1.500 Leute in der Halle sind und nach dem Konzert noch 500 von ihnen dableiben, dann wird es insbesondere auch für den Alexx extrem schwer. Denn wenn er sich nach einem Konzert in diese Menge wagt, kommt er nachher nicht mehr raus.

Kurz vor Tourstart werdet ihr eine Neuauflage eures aktuellen Albums veröffentlichen – die Miststück-Edition. Vor welchem Hintergrund?

Pix: Zum einen, weil wir jetzt nochmals auf Tour gehen, zum anderen – und das ist der Hauptgrund – läuft die limitierte Deluxe-Edition unseres Albums nun aus. Und die Version war wirklich limitiert! Es soll ja andere Bands geben, deren limitierte Platten man bereits seit zehn Jahren kaufen kann. [lacht] Aber unsere Deluxe-Edition gibt es nun gar nicht mehr. Somit wollten wir nochmals ein schönes Package mit frischem Material zusammenstellen, damit wir auch nochmals neue Sachen spielen können. Einen weiteren Anreiz stellte unser alter Klassiker "Miststück" dar, den wir seit einigen Jahren fast immer als letztes Stück live spielen. Es gab jedoch immer das Problem, dass einige unserer Fans die Vorgeschickte von Alexx und mir nicht kennen, dass wir mal bei einer anderen Band waren. Jene Fans haben uns dann immer gefragt, auf welcher Platte "Miststück" zu finden sei. Und wir konnten immer nur antworten: "Auf gar keiner!" Und das haben wir jetzt mal geändert. Der Song hat es schon lange verdient.

Wurden die vier neuen Stücke "Miststück", "Metall", "Wenn Zeit die Wunden heilt" und "Zu leben" extra für die Tour-Edition aufgenommen oder handelt es sich hierbei um Nummern, die es beim ersten Anlauf nicht auf's aktuelle Album geschafft haben?

Pix: Das ist alles frisches Material, welches in den letzten Monaten entstanden ist. Ich habe es bewusst vermieden, irgendwelche Leichen von der Festplatte auszugraben. Das sind sehr wertige Songs und im Grunde bilden vier Lieder meist schon die Hälfte eines kompletten Albums. Letztlich ist die Miststück-Edition ein Goodie auch für Menschen, die Eisbrecher noch gar nicht kennen. Wir müssen uns nicht hinter dem Package verstecken, denn wir haben uns damit wirklich Mühe gegeben. Die Doku ist beispielsweise sehr aufwändig. Wir haben uns Big-Brother-mäßig fast ein Dreivierteljahr drehen lassen, was ein wenig ungewohnt war. Letztlich ist die Doku fast eine Dreiviertelstunde lang.

Worauf habt ihr bei der Aufnahme von "Miststück 2012" den Fokus gesetzt? Worin unterscheidet sich der Song nun von der ursprünglichen Megaherz-Version?


Pix: Die Aufgabe war gar nicht so einfach, denn der Song ist ja im Grunde ein Klassiker. Wenn man einen Klassiker nochmals neu aufnimmt, besteht die Gefahr, dass man sich zu weit vom Original entfernt, so dass ihn die Leute nicht mehr erkennen oder die Aussage des Songs nicht mehr getroffen wird. Die Alternative ist: Man bleibt ganz nah am Original dran. Ich habe allerdings versucht, ein Zwischending zu machen. Bei diesem ist der Song noch ganz klar erkennbar, aber einfach von der Produktion und von der Machart frischer. Der Sound ist insgesamt moderner, aber nicht zu modern, denn das Lied soll nicht wie ein Remix klingen. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen.

Passend zur Neuaufnahme habt ihr auch ein Video gedreht. Worum geht es in diesem?

Pix: Um die Miststücke dieser Erde! [lacht] Ob's die Männer oder die Frauen sind, möchte ich nicht entscheiden. Im Video ist es auf jeden Fall mal die Frau. Aber das Lied ist grundsätzlich für beide Geschlechter geschrieben, d.h. für Männlein und Weiblein, denn beide Welten können richtige Miststücke sein. Im Video ist es jedenfalls mal die Frau und Alexx ist der Arme.

Wann und wo habt ihr gedreht?

Pix: Am heißesten Sommertag in Berlin. Das war echt die Hölle, weil Alexx bestimmt 24 Stunden am Stück durchgemacht hat, um das alles an einem Tag zu schaffen. Gedreht wurde in einer Villa – keine Ahnung, wem sie gehört, aber sie sah aus wie eine Pornovilla aus den 60ern. [lacht] Das hat ganz gut gepasst, aber es war verdammt heiß, kräftezehrend und wirklich anstrengend. Ich glaube, das war der anstrengendste Videodreh aller Zeiten.

Inwiefern sind eure eigenen Ideen in das Video eingeflossen?

Pix: Wir arbeiteten mit einem ganz normalen Produktionsteam zusammen, bestehend aus Regisseur und Videoproduzent. Aber die Idee wurde schon im Vorfeld von Alexx mit ausklamüsert, dass auch das Schauspielermäßige ein wenig rüberkommt. Und auch die Dame, die mitspielte, hat das großartig gemacht.

Warum kommt "Miststück" eigentlich bei den Fans so gut an?

Pix: Weil diese Thematik wohl jedem aus der Seele spricht! Das ist so ein Stück aus dem Leben. "Miststück" sollte man vielleicht nicht unbedingt zu seiner Frau oder Freundin sagen, aber man hat es sich sicherlich schon einmal gedacht. Und deswegen trifft es irgendwie den Nerv von jedem.

Im Dezember folgen dann noch drei Christmas-Ball-Festival-Gigs und zwei Jahresabschlusskonzerte. Bleibt da überhaupt noch Zeit, ein wenig Weihnachten mit der Familie zu feiern?

Pix: Da sprichst du ein echtes Problem an. [lacht] Nein, es bleibt tatsächlich keine Zeit, dieses Jahr Weihnachten zu feiern. Am 24. Dezember sind wir noch daheim, aber am 25. Dezember geht es dann schon los. Das sind echt kurze Weihnachten, aber manchmal ist es auch wirklich besser, wenn man an jenen Feiertagen nicht zu Hause ist. Zumindest in meiner Familie ist man ganz froh, sonst geht man sich nämlich an die Gurgel. [lacht] Aber prinzipiell hätte ich den 25. Dezember schon noch gerne freigehabt, um auch einfach mal meine Familie zu sehen. Dieses Jahr klappt es leider nicht.

Also bist du doch ein kleiner Traditionsverfechter?

Pix: Nee, nicht wirklich, aber meine Eltern leben getrennt und somit ist Weihnachten immer ein bisschen aufwändiger, da ich an zwei Orte fahren muss. Dieses Jahr geht es nicht, weil ich eben am zweiten Weihnachtstag nicht da bin, deswegen sehe ich einen von beiden nicht – entweder Vater oder Mutter.

Aber es bleibt ja noch Silvester, um dann zum anderen Elternteil zu fahren…

Pix: [lacht] Ja, schauen wir mal. Meine Mutter fährt an Silvester immer in den Urlaub. Aber irgendwie bekommen wir das schon hin…




Interview: Lea S.
Fotos: taken & (c) by Severin Schweiger / taken from protain.de/eisbrecher.html
Website Band: www.eis-brecher.com

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(c) Zillo Musikmagazin / Ausgabe 11/12 / www.zillo.de
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