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Eisregen
Interview mit Mitch [Eisregen], 29.04.2014, phoner



Erst Ende letzten Jahres veröffentlichten die Extrem-Metaller Eisregen ihr neues Studio-Album „Todestage“ und tourten ausgiebig mit Debauchery und Schwarzer Engel durch die Lande. Nun, kein halbes Jahr später, schieben die Thüringer bereits eine neue Veröffentlichung hinterher: das Mini-Album „Flötenfreunde“. Die Hintergründe verriet Frontmann und Sänger Michael "Mitch" Roth  im Interview.

Hast du die Osterfeiertage gut überstanden letzte Woche?

Mitch: Ja, die waren okay. Wir sind mit der Familie ein wenig herumgezogen.

Und bist du mit der Band schon auf die Festival-Saison eingestimmt?

Mitch: Ehrlich gesagt noch nicht so richtig. Aber in zwei Tagen haben wir wieder einen ersten Auftritt. Er findet im Saarland statt.

Welche Eindrücke habt ihr von der „Todestage“-Tour letztes Jahr mit nach Hause gebracht?

Mitch: Die Tour an sich entpuppte sich als extrem erfolgreich: Die Hälfte der 12 Konzerte war komplett ausverkauft, aber auch die andere Hälfte war äußerst gut besucht. Debauchery sind sehr nette Leute und wir kamen gut miteinander aus. Auch Schwarzer Engel war eine angenehme Support-Band.

Habt ihr auch viel Party mit den Jungs gemacht?

Mitch: [lacht] Ehrlich gesagt nicht so sehr. Wir haben zwar das eine oder andere Bier zusammen getrunken, aber wir sind nicht direkt über die Stränge geschlagen. Das ist erschreckend, dass wir mittlerweile so gesetzt sind, oder?

Euer neues Album „Todestage“ erblickte Ende letzten Jahres das Licht der Welt. Nun, kein halbes Jahr später, gibt es das Mini-Album „Flötenfreunde“ auf die Ohren. Vor welchem Hintergrund habt ihr so schnell für Nachschub gesorgt?


Mitch: Wir hatten im Vorfeld bzw. zur Veröffentlichung von „Todestage“ Probleme mit einem gewissen Flöten-Lied, das wir schließlich von der Platte nehmen mussten, weil sich hier Anwälte eingeschaltet hatten. Diese bemängelten zudem das Cover von „Todestage“. Die CD wurde daraufhin komplett neu gepresst. Das war natürlich schade drum. So suchten wir im Anschluss nach einer Möglichkeit, das besagte Flöten-Lied in einer abgewandelten Form doch noch publik zu machen. Das Lied heißt nun „Tausendschweiner“ und ist auf der „Flötenfreunde“-CD zu finden. Dazu gibt es noch neue Songs wie „Rotes Meer“ und „Blut saufen“. „Mordlust“ ist ein Remake von einem älteren Lied, das in der Vergangenheit beanstandet wurde. Als fünften Song findet man noch die Demo-Version von „Tot/Untot“, die bisher nur vor zwei Jahren mal auf einem Sampler erschienen ist.

In welchem Zeitraum sind die fünf neuen Tracks entstanden und wo wurden sie aufgenommen?

Mitch: Der Zeitraum lässt sich immer schwer bestimmen, weil wir mittlerweile ein kleines Studio haben, in dem wir auch über längere Zeiträume arbeiten. „Rotes Meer“ ist bereits vor einiger Zeit entstanden und war von Yantit [Drums, Anm. d. A.] zunächst für Ewigheim vorgesehen. Doch der Song passte nicht so recht. Ich habe dann den passenden Eisregen-Text dazu geschrieben und einige Sachen umarrangiert…

Was hat dich zum blutigen Song „Rotes Meer“ inspiriert?

Mitch: Der Klassiker von Steven Spielberg: „Der weiße Hai“. [lacht]

Der Song „Blut saufen“ fällt indes ein wenig aus der Reihe, da er sehr elektronisch gefärbt ist. Was ist denn da im Studio passiert?

Mitch: Ich hatte schon immer den Hintergedanken, mal einen selbstironischen Text über die ganze Art, wie man Lieder oder Musik macht, zu schreiben. Ich habe es dann ein bisschen auf die Spitze getrieben, so dass „Blut saufen“ nur noch einen Metal-Anfang hat, wobei dieser in Power-Metal-Manier gestaltet ist, was für uns komplett untypisch ist. Und der Rest des Songs ist elektronisch. Insgesamt ein sehr ungewöhnliches Lied, das auf einem regulären Album sicherlich keinen Platz gefunden hätte, aber auf einer EP kann man sich ein bisschen austoben. Bereits in der Vergangenheit hatten wir auf unseren EPs immer ein paar spezielle Lieder platziert…

Du hast es eben schon erwähnt, dass sich hinter „Mordlust“ eine Neuauflage verbirgt. Inwiefern unterscheidet sich diese Version vom Original und warum wurde gerade dieser Song neu aufgenommen?

Mitch: Beanstandet wurde die 2000er Version, die damals auf einer Mini-CD erschienen und mittlerweile nicht mehr auf dem Markt zu finden ist. Wir hatten das Remake bereits für „Rostrot“ geplant, aber gerade in dieser Zeit kam heraus, dass die Mini-CD vom Markt ist, und zudem bestand die Gefahr der Inhaltsgleichheit. Deshalb habe ich den Text auch komplett neu geschrieben und die Musik ist nun anders arrangiert, so dass auch hier keine Gleichheit mehr besteht. Der Original-Song ist letztlich ein uralter Bandklassiker, den wir schon öfters mal in ein neues Gewand gekleidet haben.

Und dann ist noch die Demoversion vom sehr flotten „Todestage“-Song „Tot/Untot“ auf dem Mini-Album zu finden, wobei der Song mit den Worten „Tod ist relativ scheiße“ endet. Gibt es denn deiner Ansicht nach ein Leben nach dem Tod?

Mitch: Nee, eigentlich nicht. Meiner persönlichen Ansicht nach hat man nur jene Zeit zur Verfügung, die man auf der Erde verweilt. Danach ist Schicht im Schacht. Gut, ich kann mich natürlich täuschen, aber das ist meine persönliche Meinung.

Markus Stock [u.a. The Vision Bleak] hat euch bei „Todestage“ unterstützt. War er auch bei der Produktion der fünf neuen Tracks für „Flötenfreunde“ involviert?

Mitch: Die finale Fassung der Mini-CD wurde auch wieder bei ihm im Studio abgemischt. Den Großteil hatten wir schon bei Yantit vorproduziert. Bei Markus haben wir nur noch ein paar kleine Sachen aufgenommen. Er konnte übrigens nicht die Finger davon lassen, beim wunderschönen Metal-Intro von „Blut saufen“ ein wenig Gitarre einzuspielen. Ansonsten war Markus relativ wenig eingebunden.

Abgerundet wird die Platte mit zwei Videos. Inwiefern seid ihr als Band grundsätzlich in Videoideen involviert?

Mitch: Das Video zu „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“ ist natürlich auch auf unserem Mist gewachsen. Die Umsetzung legten wir den Jungs von Hämatom in die Hände, die Videodrehs auch hauptberuflich machen. Doch die Idee dahinter war unsere eigene. „Lang lebe die Nadel“ ist ein reines Studiovideo. Hier hielten wir einfach nur die Kamera drauf und schnitten die Aufnahmen später zu einem Video zusammen.

Das Cover zu „Flötenfreunde“ erinnert an den Rattenfänger von Hameln. Wer hatte die Idee?

Mitch: Die Idee kam direkt von der Plattenfirma. Wir hatten vorher eine andere Variante, die dem Label überhaupt nicht gefiel. [lacht] Das aktuelle Cover ist zwar nicht unbedingt mein Favorit, aber man kann damit leben, denn es ist relativ ästhetisch. Es wurden sogar noch ein Glow-in-the-Dark-Effekt und eine Logo-Prägung eingebaut. Damit gebe auch ich mich zufrieden.

Welche Berührungspunkte hattest du denn bisher mit Flöten? Wurdest du als Kind etwa auch von deinen Eltern zum Blockflöten-Unterricht geschickt?

Mitch: Ja, leider. [lacht] In der ersten oder zweiten Klasse musste ich auf alle Fälle Blockflöte spielen. Das hat schwarze Schatten auf meine Zukunft geworfen…

Müssen deine Kids auch Blockflöte spielen?

Mitch: Nee, definitiv nicht. Der Große ist 17 und spielt seit zwei Jahren Bassgitarre und der Kleine hat nun mit 11 angefangen Gitarre zu lernen. Das sind beides Instrumente, mit denen man später etwas anfangen kann. [lacht]

Das geht also schon einmal in die richtige Richtung…

Mitch: Ja, das hoffe ich doch!

Hören die beiden denn auch düstere Musik?


Mitch: Der Große hört wesentlich Schlimmeres als Eisregen. Da gehe ich dann meistens auch aus dem Zimmer, wenn er die Musik aufdreht. Der Kleine hört viel Deutschsprachiges in Richtung Rammstein und Megaherz. Die „Elektro Hexe“ von Eisregen findet er auch ganz gut.

Was hält deine Familie von deinen ganzen lyrischen Ergüssen für Eisregen, die ja nicht immer ganz ohne sind?

Mitch: [lacht] Meine Frau ist da immer ein bisschen skeptisch, aber sie hat sich damit arrangiert. Sie weiß ja, wie ich privat bin und dass die ganzen textlichen und musikalischen Sachen eine Seite an mir sind, die ich auf der Bühne ausleben muss, um im Privaten ein ruhiger und gelassener Mensch zu sein.

Für 2015 ist das nächste Studio-Album geplant. Inwiefern seid ihr denn schon mit der Platte beschäftigt?

Mitch: Wir befinden uns aktuell in der Planungsphase. Das Album wird „Marschmusik“ heißen und birgt prinzipiell auch eine Kriegsthematik. Ich bin grade dabei, ein textliches Konzept zu verfassen, um einige Lieder miteinander zu verbinden. Yantit hat auch schon damit begonnen, ein bisschen Musik zu schreiben. Ein sehr schönes, marschmusikähnliches Intro haben wir schon angefangen. Grundsätzlich bietet es sich an, die Albumveröffentlichung mit unserem 20-jährigen Jubiläum zu verbinden, so dass wir 2015 auch eine größere Tour fahren.

Wie würdest du den Satz „Musik ist…“ vollenden?

Mitch: …für jeden etwas ganz Eigenes. Jeder muss selbst definieren, was ihm Spaß macht und was er lieber lässt.

Wie feierst du morgen in den Mai?

Mitch: Ich werde weniger feiern. Eigentlich hatten wir ein Konzert in Darmstadt geplant, aber das musste leider verlegt werden. Somit sind wir morgen noch einen Tag zuhause. Einen Tag später werden wir dann schon relativ früh aufbrechen. Deshalb lasse ich morgen nur die Kinder in den Mai feiern.



Interview: Lea S.
Fotos: Promo 2013/2014
Website Band: www.fleischhaus.de


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