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For Your Dawn
Interview mit Dennis [For Your Dawn], 19.08.2015, Köln/No. 6 The Beast



Sie kommen aus Köln, siedeln sich musikalisch irgendwo zwischen Hard-Rock, Metal, Melo-Death und Electro an und werkeln derzeit an ihrem Album „Endless Journey“. Die Rede ist von For Your Dawn, bestehend aus Uwe (Gesang), Chris (Bass), Manuel (Keyboard), Sascha (Gitarre), Eike (Gitarre) und Dennis (Schlagzeug). Im Interview verriet der Drummer, wie der Stand der Dinge bei der Albumproduktion ist und wann es die Band das nächste Mal live auf der Bühne zu sehen gibt.

Dennis, wie schätzt du die Kölner Metal-Szene ein?


Dennis: Sie ist ziemlich groß. Und zwar so groß, dass man selbst keinen Überblick mehr hat. Es gibt allein schon so viele Proberäume in Köln, wobei jeder Raum von minimal drei Bands benutzt wird. In unserem Proberaumkomplex gibt es beispielsweise neun Räume und jeden Raum teilen sich je gut drei Bands.

Kennst du als Kölner Musiker viele Bands aus der Domstadt persönlich?


Dennis: Aus Köln kenne ich erstaunlicherweise wenige Bands, da ich nur selten auftrete. Ich habe sogar jedes Jahr Probleme, für das von mir organisierte Event „Rock im Fort“ gute Bands zu finden, die musikalisch hinzupassen. Würde ich Black-Metal-Bands engagieren, wäre das Fort nachher leer. Die Veranstaltung heißt schließlich nicht „Metal im Fort“.

Du könntest ja eine zweite Veranstaltungsreihe ins Leben rufen…

Dennis: Es gab tatsächlich schon Anfragen. [lacht] Wie gesagt, die Szene ziemlich groß und unübersichtlich – man müsste definitiv mehr gemeinsam machen.

Du selbst spielst Schlagzeug. Wie bist du zu diesem Instrument gekommen?

Dennis: Vor 16 Jahren beschlossen ein Kumpel und ich Musik zu machen. Er selbst spielt Gitarre. Ich fragte mich dann, was für mich wohl einfach zu erlernen wäre, und kam auf’s Keyboard. Das habe ich dann eine Zeit lang probiert, doch letztlich fand ich es zu schwierig. Was könnte also noch einfacher als Keyboard sein? Letztlich kam ich zu dem Entschluss: das Schlagzeugspielen! Eine Woche später besuchte ich einen Trödelmarkt und fand genau dort ein Schlagzeug. Schicksal?

Wie hast du dann das Spielen erlernt?


Dennis: Ich habe es zunächst einfach so probiert, learning by doing, später nahm ich ein paar Stunden Schlagzeugunterricht, aber nicht sehr lange, weil es recht trocken und teuer ist.

Vor welchem Hintergrund hast du die Band For Your Dawn gegründet?


Dennis: Früher hatte ich mit dem Keyboarder sowie dem ehemaligen Gitarristen und Bassisten eine andere Band. Diese löste sich allerdings auf und wir wollten wieder die Richtung aus den Anfangstagen einschlagen. Gothic-Metal war eigentlich unsere Ursprungsidee. Davon ist heute allerdings nichts mehr übrig geblieben, weil einfach zu viele Leute gegangen und neue Bandmitglieder hinzugekommen sind. Jeder brachte seinen eigenen Hintergrund und seine eigenen Ideen mit.

Deshalb kann man For Your Dawn nicht so einfach in eine Schublade packen…


Dennis: Ich kenne keine andere Band, in der die musikalischen Vorlieben der einzelnen Bandmitglieder so verschieden sind wie bei uns. Das macht es uns einerseits beim Songwriting nicht leicht, andererseits entstehen dadurch aber auch sehr einzigartige Songs. Von klassischen Rock-Balladen wie „Rings On Fire“ bis hin zu technischen Nummern wie „Falling Down“ ist alles mit dabei.

Wie würdest du jemandem, der euch gar nicht kennt, die Musik von For Your Dawn beschreiben?


Dennis: Eine Prise klassischer Hard-Rock, gemischt mit ein bisschen Technikgefrickel, Melodie und Keyboards – bisweilen in Richtung Electro –, dazu Hardcore-Gesang gepaart mit ein paar cleanen Vocals. Es gibt einfach keine andere Band, die ebenso klingt.

Ihr seid zu sechst in der Band. Lasst ihr Demokratie walten oder gibt es häufig Diskussionsbedarf?


Dennis: Diskussionen gibt es immer. Früher, als ich noch mehr Zeit hatte, war ich stets bei meinen alten Bands der Chef und kümmerte mich um alles selbst. Bei For Your Dawn wollte ich diese Rolle bewusst nicht übernehmen. Somit kann jeder mitentscheiden.

Wie entstehen bei euch die Songs?

Dennis: Die meisten Songs haben die Gitarristen geschrieben. Die anderen durften aber noch ihren Senf hinzugeben. Oft entstehen die Songs aber auch ganz klassisch im Proberaum, wenn wir zusammen jammen. „Ring On Fire“ hat unser Sänger Uwe beispielweise komplett allein gemacht.

Welche Bedeutung schreibst du Songtexten zu?

Dennis: Anfangs waren sie mir gar nicht wichtig, doch mittlerweile bedeuten sie mir recht viel. Die Leute wollen teils wissen, worum es in den Texten geht, und fragen explizit nach. Seitdem gebe ich mir mehr Mühe mit den Lyrics, [grinst] obgleich das Schreiben eigentlich nicht so mein Ding ist. [lacht]

Sprich, du als Schlagzeuger schreibst die Texte?

Dennis: Genau. „Breathing Life“ habe ich z.B. für meine Tochter geschrieben, in „Falling Down“ geht es um zwischenmenschliche Beziehungen… Letztlich greife ich selbsterlebte Sachen auf, wobei sie in den Texten natürlich nur indirekt wiederzufinden sind. Das Schwierigste ist generell immer ein Thema zu finden.

Doch es steckt stets viel Persönlichkeit in den Texten, oder?

Dennis: Ja. Beispielsweise „House Of The Restless Souls“ handelt praktisch von der Band. Hier habe ich auf witzige Art und Weise die Eigenschaften der Bandmitglieder eingearbeitet. Ursprünglich hieß der Song „House Of The Godless Souls“ und sollte von Kindesmissbrauch handeln, doch ich als Vater kann zu diesem Thema nun echt nichts beitragen. Deshalb habe ich aus „godless“ ein „restless“ gemacht…

„Endless Journey“ soll euer Album heißen. Wie ist der Stand der Dinge?

Dennis: Es läuft. [lacht] Coming soon! Nein, im Ernst, das ist ein Thema für sich. Aufgrund verschiedener Probleme wie Musikerwechsel, einzelner Auftritte, die dazwischen kamen, sowie der Privatleben kam es zur Verzögerung. Vielleicht lag es auch daran, dass wir manche Songs immer wieder verändert haben, obgleich sie eigentlich schon fertig waren. Mittlerweile stehen alle Songs für das Album.

Wie viele sind es?

Dennis: Sechs oder sieben, darunter die drei Lieder von der aktuellen Demo-CD. Sie müssen allerdings nochmals neu gemischt werden, was jemand von extern übernimmt. Musiker sollten niemals ihre eigenen Songs mischen! Aktuell fehlt noch der Gesang bei drei Songs, weil die Texte noch nicht vorliegen, was wiederum an mir hängt. Wir hoffen, dass wir bis Ende des Jahres die CD fertig haben.

Wo nehmt ihr das Album auf?

Dennis: Im Proberaum! Unsere Gitarristen sind zugleich Technikfreaks und haben entsprechende Software und Mikrofone für Aufnahmen. Deshalb benötigen wir keinen Studiotermin, zumal wir auch kein Geld dafür haben. Das Album bleibt eine Demo, doch vom Sound her kann es durchaus mit einer Studioproduktion mithalten. Da lehne ich mich mal weit aus dem Fenster…

Spielt ihr es live ein?

Dennis: Nein, wir spielen die Instrumente nacheinander ein.

Worin liegen die Vorteile einer Eigenproduktion?


Dennis: Ganz klar die geringeren Kosten. Dann hast du niemanden, der dir ständig reinredet und es besser weiß. Wobei das natürlich auch wieder von Nachteil sein kann, wenn man es selbst nicht besser weiß. Außerdem steht man im Studio immer unter Zeitdruck, denn jeder Tag kostet extra. Heutzutage gibt es aber Software, mit der du alles prima selbst in Angriff nehmen kannst. Wären wir stattdessen im Studio, wäre unser Album natürlich schon längst fertig. Denn dort hätte man jemanden, der einen in den Arsch tritt. Für große Bands, die mit Musik Geld verdienen wollen, ist ein Studiobesuch natürlich das A und O.

Wie dürfen wir uns For Your Dawn live on stage vorstellen?

Dennis: Live haben wir ganz klar einen Vorteil. Wir geben auf der Bühne Vollgas, wobei das Programm hauptsächlich auf Uwe zugeschnitten ist. Er ist völlig verrückt auf der Bühne, wie ein Tier, und hat die Leute in der Hand. Eike an der Lead-Gitarre wie auch ich am Schlagzeug machen natürlich ebenso Show. Uns live zu sehen, ist wie ein Feuerwerk!

Gibt es ein optisches Konzept?

Dennis: Einheits-Outfits wollten wir nie haben. Ich trage ganz gerne einen Anzug, für die anderen ist das nix. Eike, unser Frauenschwarm, zieht gerne mal oben blank. Ansonsten zieht jeder das an, was er will.

Hast du Lampenfieber, wenn es auf die Bühne geht?


Dennis: Gar nicht mehr. Ich freue mich tierisch aufs Spielen, bin dabei aber überhaupt nicht nervös.

Was erwartet die Besucher bei eurem nächsten Auftritt im Rahmen des Cirque du Freak am 31. Oktober 2015?

Dennis: Ich möchte noch nicht zu viel verraten. [lacht] Cirque du Freak, auch Halloween-Rock genannt, ist eine Parallel-Veranstaltung zu Rock im Fort, die ich zusammen mit Izzy von Mok organisiere. Das Mini-Festival soll zukünftig jedes Jahr an Halloween stattfinden. Dieses Jahr treten drei Bands aus der Region Euskirchen, eine Band aus dem hohen Norden sowie Mok und For Your Dawn auf. Wir werden dort wahrscheinlich verkleidet die Bühne stürmen, schließlich ist Halloween.

Wie würdest du abschließend den Satz „Musik ist…“ vollenden?


Dennis: …mein Zeitleben, mein Ausgleich zu Familie und Beruf.



Interview & Fotos: Lea S.
Website Band: www.foryourdawn.com


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