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Illectronic Rock (I)
Interview mit Robert & Stefan [Illectronic Rock], 14.12.2007, phoner



Sie kommen aus dem Aschaffenburger Raum und machen kranken elektronischen Rock, wie sie selbst sagen. Die Rede ist hier von der Band Illectronic Rock. Im Februar 2008 veröffentlichen die vier Jungs ihr brandneues Album „Angel Suicide“. Ich führte mit Sänger Robert und Gitarrist Stefan ein ausführliches Telefonat und sprach mit den beiden über das neue Werk der Band. 

Ich grüße euch! Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung?
 
Stefan: Ja, enorm. (lacht)
 
Robert: Also ich muss Morgen einen Baum kaufen, ist mir vorhin aufgetragen worden.
 
Soso. Vielleicht zu Anfang erst mal für alle, die Illectronic Rock noch nicht so kennen: Die Band in einem Satz!?
 
Robert: Die Band versucht im Grunde jede Bühne dieser Welt abzubrennen und Spaß zu haben und gute Musik zu machen.
 
Ihr kommt aus dem Raum Aschaffenburg. Wie lange kennt ihr euch denn schon und wie habt ihr als Band zusammen gefunden?
 
Robert: Also, wir kommen aus der Nähe Aschaffenburgs. Eigentlich kommen wir aus dem kleinen Kaff Mönchberg. Da wohnen ungefähr 2000 Leute. Und wir wohnen im Grunde alle so 300 Meter auseinander. Von daher kennen wir uns eigentlich schon teilweise seit wir 10 sind, den anderen seit 12, 13 Jahren. Also schon sehr, sehr lange.
 
Einfach nur Nachbarskinder oder ward ihr auch zusammen in der Schule?
 
Robert: Nee, wir waren tatsächlich komplett alle verschiedene Jahrgänge. Teilweise haben wir zusammen Fußball oder Tennis gespielt, aber wir waren nicht in derselben Klasse. Ich meine, in einem 2000 Seelen Kaff, da läuft man sich automatisch über den Weg.
 
Ich vermute, euer Bandname beschreibt auch gleichzeitig so ein bisschen euren Musikstil. Kann man den als kranken, elektronischen Rock bezeichnen?
 
Stefan: Das ist genau die perfekte Definition, die du da gerade gebracht hast. Wir haben gedacht, wir machen nicht lange herum und überlegen uns 10.000 sinnlose Bandnamen. Wir wollten was Prägnantes, was sich die Leute auch merken können und was auch sofort den Musikstil irgendwie beschreibt. Und da lag das nahe irgendwie. Das ist eigentlich auch genau das, was wir machen. Wir spielen Illectronic Rock.
 
Im Februar nächsten Jahres bringt ihr euer neues Album heraus: „Angel Suicide“. Erzählt doch mal in eigenen Worten, warum man sich „Angel Suicide“ unbedingt zulegen sollte!
 
Robert: (denkt nach) Also du musst natürlich erst mal ungefähr auf die Musik stehen, glaube ich. Aber wenn du auf eine gewisse Power und Aggressivität stehst, aber auch auf zarte Sachen und auf ein bisschen Melancholie, dann ist das glaube ich genau das Richtige. Ich denke, das ist einfach eine perfekte Mischung aus aggressiver Melancholie. Und wen das anspricht, der vielleicht auch – ich sag mal so – Hochs und Tiefs verspürt oder hat in seinem Leben, der fühlt sich da doch ganz gut durch angesprochen.
 
Im Jahr 2006 habt ihr bereits in Eigenvertrieb ein Minialbum herausgebracht und die Songs von jener Platte sind auch auf der neuen Platte zu finden. Ist „Angel Suicide“ so eine Art Neuauflage vom alten Album?
 
Stefan: Ja, wir haben die Platte damals 2006 eigentlich als 1. Demo aufgenommen. Wir haben zu Hause den Luxus von zwei Tonstudios, von zwei Homerecording-Studios, wenn man so will. Und dort haben wir einfach unsere ersten Songs aufgenommen, unter Eigenregie, und haben dann gesagt „Das ist eigentlich recht gut geworden, also lass es uns auch an unsere Fans bei den Konzerten verkaufen!“ Aber in erster Linie war`s eigentlich für Bewerbungszwecke gedacht und um uns einfach vorstellen zu können. Und eben damit sind wir letztendlich auch an den Deal gekommen, den wir jetzt haben. Und die Leute fanden die Songs eigentlich ja fast schon so geil, dass sie gesagt haben, die müssen jetzt auch auf das richtige Album drauf. Also haben wir sie einfach nochmals komplett neu aufgenommen, hier und da vielleicht auch noch kleine Änderungen gemacht. Aber auf jeden Fall mal mit einem richtig amtlich professionellen Sound versehen. Das war eigentlich der Hintergedanke bei der Sache.  
 
Ich habe jetzt nicht so die Vergleichsmöglichkeit, da ich das andere Album „In Black & Bloom“ nicht besitze, sondern nur die neue Platte hier liegen habe. Aber ich kann mir schon vorstellen, wie ihr das meint.
 
Robert: Ja, die erste Platte war auch schon nicht schlecht gewesen. Viele Leute haben uns sehr gelobt über diese erste EP, die wir da rausgebracht haben. Aber jetzt waren wir wirklich ein ganzes Jahr im Studio und haben mit unserem Produzenten dieses Ding ausgearbeitet und eingespielt und eingesungen und geschliffen bis auf`s Letzte. Und das Ding ist jetzt fertig und wir sind überglücklich damit. Und es klingt verdammt fett.
 
Ja, finde ich auch. Da kann ich euch nur zustimmen. (lacht) Auf der neuen Platte gibt`s ja einmal diesen rockigen Song „Angel Suicide“ und passend dazu diese Ballade „Suicide Angel“. Aber der Text ist dabei der gleiche, wie es scheint. Konntet ihr euch da einfach nicht entscheiden, ob der Song nun rockig oder ruhig sein soll oder warum gibt es diese beiden Versionen?
 
Robert: Der erste Hintergedanke bei dem Ganzen war: Wir haben hier in unserer Heimat sehr, sehr viele Fans, die wir durch diese erste EP „In Black & Bloom“ schon gewonnen haben. Und die haben uns eigentlich die letzten vier, fünf, sechs Monate gelöchert „Hei Leute, wann bringt ihr endlich eine neue Scheibe raus? Wir brauchen ein neues Album, neue Lieder!“ Und die haben so lange warten müssen. Und jetzt, wo wir unsere erste Platte deutschlandweit wirklich vertreiben können, haben wir natürlich auch diese ersten sieben Songs unserer EP auf das neue Album gepackt. Jetzt ist es vielleicht – und da habe ich noch so ein klein wenig Angst davor – ein bisschen enttäuschend für unsere ganzen Fans hier in unserer Heimat, die eben die erste EP kennen und jetzt das Album bekommen und merken „Oh hoppla, da sind ja sieben gleiche Songs noch mal drauf – nur besser produziert und neu eingespielt!“ Und da haben wir gedacht „Okay, wir müssen irgendwas quasi für unsere ersten Fans, die wir hatten, noch tun, dass die einfach mehr Spaß an dem Album haben und nicht enttäuscht sind.“ Und da wir schon öfters auf Konzerten kleine Unplugged-Sessions gemacht haben und uns das ganz gut liegt und uns auch gefällt, haben wir gedacht „Okay, warum nicht noch auf das Album einen zusätzlichen Song packen von einem Lied, das hier bei uns wahnsinnig gut ankommt, was auch von vielen Fans das Lieblingslied bisher ist?“ Der Song ist ein Bonus, um gerade für diese Leute das Ganze noch schmackhafter zu machen und quasi um dem Rest der Welt noch eine weitere Facette von uns zu zeigen.
 
Und welcher eurer Songs hat vielleicht auch noch so eine Art Sonderstellung auf dem Album?
 
Stefan: Im Prinzip ist Song Nummer Zwei, „Between Heaven & Here“, unsere Single, wenn man so will. Ja, das hat den Hintergrund, wir haben ein Video dazu aufgenommen, was wir jetzt auch demnächst in der Öffentlichkeit noch ein bisschen mehr verbreiten wollen. Das Video ist auch mit auf der Platte drauf. Ja und insofern hat dieser Song nochmals so ein bisschen eine Sonderstellung, weil er dadurch ein bisschen hervorgehoben wird und weil wir auch denken, dass er insgesamt ein guter Querschnitt aus dem Sound von Illectronic Rock darstellt.
 
Okay, wer ist von euch der Lyrikmeister?
 
Robert: Das bin ich, der Robert.
 
Beruhen denn die Songtexte auf eigenen Erfahrungen oder was inspiriert dich dabei?
 
Robert: Das sind bestimmt nicht komplett wahrheitsgemäße Erzählungen aus meinem oder aus unserem Leben, aber den Anstoß zu jedem Lied ist eigentlich dann doch quasi wirklich passiert oder wirklich gefühlt oder wirklich mitbekommen bei einem selber oder bei Freunden oder Bekannten. Und diese ja sag ich mal schmalzig wahren Gefühle werden dann einfach in erfundene Geschichten mit eingebunden.
 
Verarbeitet man dann manchmal lieber schöne Lügen oder doch eher die hässliche Wahrheit?
 
Stefan: Eine Mischung aus beidem.
 
Robert: Aber man packt irgendwie die wahren Gefühle in ein Märchen rein.
 
Vollendet mal den Satz „Musik ist…“!
 
Stefan: Sex, Drugs and Rock`n`Roll? Denk ich schon.
 
Robert: Musik ist…(lange Pause)…beflügelnd, würde ich sagen.
 
Wo würde man euch denn möglicherweise finden, wenn ihr nicht im Musikbuisness wäred?
 
Stefan: In der Hölle?
 
Robert: Ich weiß nicht…
 
Stefan: …unter der nächsten Brücke wahrscheinlich irgendwo…
 
Robert: …oder between heaven and here vermutlich…
 
Robert, die Jungs sagen über dich auf der Webseite, dass du ein extrovertierter Schreihals bist. Aber mit welchen drei Adjektiven würdest du dich denn selbst beschreiben?
 
Robert: Also ich würde sagen, ich bin motivierend für andere, animierend und verlierend.
 
Okay. Wie ist das „verlierend“ zu verstehen?
 
Robert: Vielleicht sieht man das am besten bei einem Konzert oder so. Ich glaube, da ticke ich manchmal aus. Und dann sagt man „Okay, jetzt ist er nicht mehr er selber!“
 
Hast du denn schon mit dem Schreitraining als Kind angefangen?
 
Robert: Ähm, da muss ich jetzt meine Mutter fragen, aber ich denk mal ja. Nee, in Wirklichkeit ist es so, dass ich lange Zeit Geschrei gar nicht mochte in der Musik, bis ich es selber – ich weiß nicht warum – irgendwann mal ausprobiert habe bei mir im Studio…und irgendwie fand ich, hat´s dann zu unserer Musik gepasst. Und dann kam´s doch immer häufiger dazu.
 
Und Stefan, du bist laut deinen Bandkollegen sehr organisiert und lenkst den Irrsinn der Band in die richtigen Bahnen. Aber wo liegen denn deine Schwächen?
 
Stefan: Ach herrje, da fragst du mich was. (lacht) Ja, meine Schwächen sind vielleicht einfach…ich fang anders an. Also die Stärken, die du genannt hast, oder die meine Kollegen nennen, sind einfach das Organisieren. Und meine Schwächen sind in dieser Sicht, dass ich vielleicht manchmal auch etwas zwanghaft organisieren will oder mich nicht so gerne auf Chaos einlasse, wie vielleicht andere. Vielleicht kann man das als Schwäche bezeichnen.
 
Obwohl…so eine direkte Schwäche ist es ja eigentlich nicht, oder?
 
Robert: Du müsstest ihn manchmal erleben, wenn er da rumorganisiert. (lacht) Dann wärst du anderer Meinung.
 
Ich finde es aber gut, wenn da mal einer ist, der so richtig den Überblick behält. Das muss auch glaub ich so sein.
 
Stefan: Sagen wir es mal so: Es hat jeder so seine Macken bei uns und die gleicht der andere dann immer grundsätzlich aus. Das ist schon ganz okay.
 
Robert: Aber was ich dazu sagen muss. Das will ich jetzt nicht unbedingt über den Stefan sagen, aber zu viel Perfektion tötet einfach auch die Kreativität in einer Band. Du musst glaub ich auch so ein bisschen, wie soll ich sagen, ein bisschen abdriften können, um wirklich alles raus zu lassen, was in dir steckt. Und wenn du zu programmiert bist, dann gibst du nicht das letzte bisschen Kraft, was in dir steckt. Dann bleibst du immer so auf 180 aber nie über 200.
 
Ja, das stimmt. Aber in der Band seid ihr eigentlich zu viert. Marco noch am Bass und Jens am Schlagzeug. Welche Eigenschaften kann man denn den beiden zuschreiben?
 
Stefan: Ich kenne die beiden nicht. (lacht)
 
Robert: Aber ich kann was sagen…also der Jens ist ein guter Trinker! Hat – wie wir uns quasi zusammengeschlossen haben mit der Band – kaum was gesagt. Ja und nein war quasi sein Wortschatz. Aber er hat wirklich von Tag zu Tag mehr Worte dazu gelernt und heute, wenn wir unterwegs sind im Tourbus, redet er quasi ununterbrochen. Das ist eine ganz krasse Wandlung. Aber er ist ein Pfundskerl! Es gibt so Menschen, denen kann man einfach nicht böse sein. Die treten dir in den Arsch und du kannst ihnen nicht sauer sein. Und das ist auf jeden Fall der Jens. Bei Marco ist es fast so. Aber nur fast so. Auf den kann ich schon sauer sein. Aber der ist halt auch komplett von einem anderen Stern…(flüstert fast) den hat auch noch keiner richtig verstanden.
 
(lacht) Manchmal muss man auch die anderen nicht verstehen, glaube ich.
 
Robert: Nee, muss man nicht, um Gottes Willen.
 
Wo muss ich euch denn an einem Freitag der Samstag Abend suchen, wenn mal kein Termin mit der Band ansteht?
 
Robert: Ich sag mal ganz ehrlich, auch wenn es jetzt für einen Rockmusiker uncool ist, aber da wir so oft eigentlich unterwegs sind, findest du mich auf der Couch.
 
Stefan: Bei deinem Psychiater, oder was? (Robert lacht)
 
Was ist denn daran - auf der Couch zu sitzen - uncool? Das muss doch auch mal sein.
 
Robert: Ich weiß nicht. Vielleicht sind ja irgendwelche Kids da draußen, die sagen „Uhhhbbääh Couch, nöööö….“ Ja genau, wir sind keine richtigen Rockstars, die unter der Brücke schlafen oder so….
 
So lang ihr keine Couch-Potatoes werdet…
 
Robert: Nee, wir sind einfach so viel unterwegs und haben jetzt grad für das Album eigentlich immer drei bis vier mal die Woche ein Meeting gehabt oder Probe oder Studiotermin, Fotoshooting, weiß der Geier…dass man wirklich froh ist, wenn man mal zu Hause ist.
 
Und wobei könnt ihr da am besten oder ehesten entspannen?
 
Stefan: (überlegt) Einfach mal gar nix tun…das ist eigentlich gar nicht so einfach, wenn man den ganzen Tag über verplant ist und ständig irgendwas am machen ist. Aber einfach sich mal hinhocken und wirklich einfach mal chillen so…
 
Robert: Also bei mir ist es der DVD-Player. Da guck ich mir dann Konzerte von uns an. (Gelächter)
 
Ihr habt bereits schon in Italien gespielt. Wie kam es denn dazu?
 
Stefan: Das kam über myspace zustande. Und zwar – das wussten wir zu dem Zeitpunkt gar nicht – aber wir waren wohl aus irgendwelchen Gründen irgendwo unter den Top10 Platzierungen der Musikrichtung, die wir dort angegeben hatten. Und die Jungs, die das veranstaltet haben, die Italiener, die hatten ein Konzept, wo sie Top Bands von myspace holen wollten, aus verschiedenen Ländern Europas. Da war eine Band aus Irland dabei, eine aus Dänemark, Großbritannien, wir aus Deutschland und eben die Band aus Italien. Ja und die haben einfach bei myspace geguckt, was ihnen gefallen hat und was irgendwie weit oben war, und da waren wir dabei und hatten plötzlich eine Nachricht von den Jungs im Posteingang. Erst mal hat´s keiner von uns so ernst genommen, weil wir jeden Tag eine ganze Menge Spam irgendwie abkriegen, was ja auch normal ist. Aus Spaß habe ich dann mal zurückgeschrieben und letzten Endes kam es soweit, dass wir dahin gefahren sind und da eine kleine Tour gespielt und eine Menge cooler, neuer Leute kennen gelernt und eine Menge Spaß gehabt haben.
 
Steht denn jetzt mit dem neuen Album auch eine Tour durch Deutschland an?
 
Stefan: Geplant ist eine ganze Menge, aber spruchreif ist eigentlich noch nichts so wirklich. Die Konzerte machen wir weites gehend selber und es stehen schon ein paar Gigs fest. Die stehen auch schon inzwischen auf der Homepage oder auf der myspace-Seite. Weites gehend für den süddeutschen Raum. Es ist aber eine ganze Menge in Planung, vor allem auch diverse Festivals im Sommer, die uns hoffentlich auch durch ganz Deutschland führen. Aber bisher ist wirklich noch nichts soweit, dass wir da genaue Termine nennen können.
 
Am 7. Januar seid ihr beim Finale des Bodog City Festivals. Was habt ihr euch denn für diesen großen Tag vorgenommen?
 
Stefan: Wir nehmen uns da eigentlich nicht wirklich was besonderes vor. Wir machen das, was wir immer machen, nämlich einfach auf der Bühne geben, was in uns steckt. Das war schon von unserem ersten Gig an die Prämisse, dass wir im Normalfall von der Bühne kriechen müssen, weil wir einfach alles rauslassen, was irgendwie geht. Und da ist es uns völlig egal, ob das jetzt ein kleiner Gig ist, in einem Jugendzentrum mit zehn Leuten oder auf einem Festival mit 1000 Leuten oder bei einem Wettbewerb, wo eine Jury da sitzt. Wir ziehen da auf jeden Fall unser Ding durch und für uns ist es einfach eine geile Möglichkeit irgendwo zu spielen, wo wir noch nicht so oft waren. Und wenn wir dann weiter kommen in die nächste Runde, dann freuen wir uns und wenn nicht, dann hatten wir einfach einen geilen Abend.
 
Wo würdet ihr denn gern mal außerhalb von Deutschland spielen?
 
Robert: Madison Square Garden.
 
Stefan: Weißt du überhaupt, wo der ist?
 
Robert: In der Schweiz?
 
Stefan: Genau. (lacht)
 
Nicht ganz, nicht ganz.
 
Robert: Na der ist in New York!
 
Also über den großen Ozean…
 
Robert: Warum nicht, ja!?
 
Ich meine, manchmal hat man ja so bevorzugte Länder oder wirklich konkrete Orte, wo man gern mal spielen möchte…
 
Stefan: Mir persönlich ist es eigentlich völlig egal. Ich bin einfach nur froh, wenn wir rumkommen. Natürlich wäre es geil auch mal irgendwo in abgefahrenen Ländern zu spielen, wo man selber noch nie war. Wenn man auch ein bisschen Kultur interessiert ist, ist es schön, wenn man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und auch ein bisschen Sightseeing dabei machen kann. Aber letzten Endes kommt es uns darauf an, dass wir einfach viel unterwegs sind, viele Gigs spielen, und dann ist es uns eigentlich egal, wo das ist.
 
Ihr habt ein Video zu „Between Heaven & Here“ gedreht. Wie viel Prozent eurer eigenen Ideen stecken denn in so einem Video?
 
Robert: In dem Fall 100 Prozent. Ja, das war auch eine ganz verrückte Geschichte gewesen. Also Videos bei uns mache eigentlich ich. Als das Album fertig war, haben wir überlegt „Wollen wir ein Video drehen?“ Und da das auch schon bei unserer ersten EP so gut angekommen ist, haben wir gesagt „Natürlich! Okay, lass uns wieder ein Video machen!“ Dann habe ich überlegt und eine Idee ausgearbeitet, wie das Ganze aussehen könnte. Und so drei Wochen bevor wir drehen wollten, haben wir durch ganz verzwickte Zufälle – das würde jetzt zu weit gehen, wenn ich dir das erkläre – auch wieder eine Mail bekommen von einem Videoproduzenten, ob wir nicht Lust hätten, mit ihm zusammen zu arbeiten. Und dann dachte ich „Mm, okay, wir haben jetzt schon eigentlich alles so vorbereitet und durchdacht, aber komm, wenn da irgendwie ein halbwegs professionelles Team ist, dann gerne, dann gucken wir uns das mal an!“ Im Videobereich sind wir nämlich im Grunde Laien. Das ist nur ein Hobby von uns, obwohl es jedes Mal sehr, sehr gut funktioniert hat. Und dann haben wir uns mit dem Produzenten getroffen und er hat uns quasi seine Ideen geschildert und ich ihm meine und er fand das dann auch ziemlich schnell sehr gut und hat gesagt „Ey, geile Idee. Lass uns das durchziehen!“ Und das war für uns eigentlich wie ein 6er im Lotto. Es war ein komplettes Team da von Leuten, die etwas davon verstehen, die genau meine Ideen umgesetzt haben. Sie haben auch die ganze Organisation und alles übernommen und haben das gefilmt und die Halle gemietet und die Scheinwerfer besorgt und alles drum herum, was wir niemals auf die Beine hätten stellen können. Und den Schnitt habe ich dann wieder selber gemacht mit dem Produzenten zusammen, von daher ist es eigentlich genau das geworden, was wir uns vorgestellt hatten und was wir machen wollten.
 
Sind Musiker ein Stück weit Schauspieler?
 
Robert: Nicht alle, leider, nicht alle. Aber wenn du was mit Musik, mit Videos machst oder auf der Bühne stehst, dann ist es glaube ich verdammt wichtig, dass du es zum Teil bist. Klar, wenn ich was im Radio höre, ist mir das eigentlich wurscht, was der Typ für eine Ausstrahlung hat oder wie er sich bewegt oder was er den Leuten visuell mitgeben will. Aber ich glaube, dass du heutzutage Leute nur mit guter Musik alleine nicht mehr beeindrucken oder nicht mehr genug beeindrucken kannst. Deshalb ist es ganz wichtig, und gerade wenn du Musik über ernstere Themen machst, wie wir es teilweise tun, kannst du nicht auf der Bühne stehen, wie irgendein Typ, der gerade auf den Zug wartet. Also da musst du irgendwie der Seele freien Lauf lassen und das wirkt sich eben auch optisch aus. Ich denke, der eine bei uns in der Band macht das besser, der andere macht das schlechter. Aber jeder hat natürlich auch seine gewisse Art und Weise, wie er schauspielert oder wie er eben welche Gestik macht oder auch nicht. Aber ich glaube, schlecht sind wir alle nicht.
 
Wenn man einen Film über euer Leben drehen würde, welchem Genre würde der Film angehören?
 
Robert: Ich denke verschiedenen Genres. Bei Marco unserem Bassisten wäre es eine Komödie oder Satire vielleicht eher noch.
 
Stefan: So „Das Leben des Brian“-mäßig…
 
Robert: Jens wäre „Ballermann 6“. (Stefan lacht) Stefan…(überlegt lange) Ich weiß nicht. So „Bill & Ted“ vielleicht? Ja teilweise…(Gelächter) Und bei mir…weiß ich auch nicht.
 
Stefan: Porno.
 
Robert: Das durchaus. Kennst du Braveheart?
 
Braveheart? Ja klar!
 
Robert: Ich bin also ein kleines bisschen Mel Gibson…ein Hero.
 
Alles klar! (Lachen) Stellt euch vor, ihr veranstaltet eine große Party. Wer steht bei euch ganz oben auf der Gästeliste?
 
Stefan & Robert: Du natürlich!!
 
Oh, danke danke! Aber ich dachte da eigentlich eher an andere Bands…
 
Robert: Achso…sonst hätten wir aber keinen mehr eingeladen. (Gelächter) Mm, Zeromancer…
 
Cool, ich bin dabei.
 
Robert: Him! Ich glaub das war´s.
 
Stefan: Ich würde da noch ein paar aufnehmen. Die Nine Inch Nails würde ich noch gern dabei haben.
 
Robert: Dann nehme ich noch Wizo und Terrorgruppe.
 
Stefan, du hattest mir in einer Mail geschrieben, dass ihr gern für Spaß zu haben seid. Welche verrückten Aktionen habt ihr denn schon mal gebracht?
 
Stefan: Verrückte Aktionen? Das Leben an für sich ist glaube ich eine verrückte Aktion. Nee, ich sag mal so. Das war hauptsächlich so gemeint, dass wir gerne einfach überall hinfahren und irgendwas unternehmen. Zum Beispiel die Aktion mit Italien damals. Wir wussten überhaupt nicht, was uns da erwartet und wir haben dann gedacht „Komm scheiß drauf! Wir hocken uns in unseren Tourbus und fahren da einfach mal 10 Stunden irgendwohin, wo wir überhaupt keinen Plan, was da passiert.“ Und letzten Endes haben wir da irgendwo im Nirgendwo gespielt und hatten dabei eine verdammt geile Zeit. Ja, wir sind da relativ spontan und insofern für jeden Spaß zu haben.
 
Robert: Das war ja noch relativ normal. Also was ich dir erzählen kann…das betrifft aber nur den Marco und mich…wir sind mal nachts bei uns ins Schwimmbad eingebrochen und haben dann, bevor wir ins Wasser gegangen sind, uns gegenüber gestellt und uns erst mal in unsere Shorts gepisst und dann sind wir ins Wasser gegangen. (lacht)
 
Sehr schön, ja. Bitte keine weiteren Details! Aber stellt euch doch mal vor, ihr steckt einen Tag lang im Körper einer Frau. Was unternehmt ihr?
 
Robert: Ich würde gar nicht aus dem Haus gehen und nur an mir rumspielen.
 
Stefan: Also ich stecke in der Tat manchmal im Körper einer Frau…(lautes Gelächter)
 
Robert: Das ist aber schwer vorstellbar.
 
Stefan: Ja, willst du jetzt eine ernsthafte Antwort darauf haben?
 
Ja natürlich!
 
Robert: Ich glaube, das wird nichts…
 
Stefan: Ich würde zu einem Illectronic Rock Konzert gehen.
 
Okay, ihr habt die Wahl zwischen Internet und Handy. Wofür entscheidet ihr euch?
 
Stefan: (wie aus der Pistole geschossen) Internet.
 
Robert: Dann nehme ich Handy.
 
Habt ihr schon einmal den Versuch von Traumdeutung unternommen? Glaubt ihr irgendwie, dass Träume euch etwas mitteilen wollen?
 
Stefan: Ich glaube, man macht sich da vielleicht schon seine Gedanken, wenn man irgendwas komplett Absurdes träumt. Aber das wirklich wissenschaftlich zu hinterfragen, nee..
 
Robert: Nee, da bin ich auch nicht der Typ dafür.
 
Bald stehen die Feiertage vor der Tür. Wie werdet ihr denn Weihnachten und Silvester verbringen? Habt ihr schon irgendwas geplant?
 
Robert: Also Silvester weiß ich noch nicht genau. Bei Weihnachten bin ich mir auch nicht sicher. (lautes Gelächter)
 
Stefan: Ich denke mal, wir werden eine ruhige Zeit am Baum verbringen, zumindest über Weihnachten mal ein paar Tage. Es wird auch jeder zu seiner Familie gehen und mal Hallo sagen, was man vielleicht eine lange Zeit nicht gemacht hat. Und Silvester feiern wir sicherlich irgendwo mit Freunden…werden abstürzen und Spaß haben. Ich weiß genau, das wird sich noch kurzfristig entscheiden.
 
Was wünscht ihr euch denn oder was nehmt ihr euch für`s neue Jahr vor?
 
Stefan: Was ich mir wünschen würde, wäre natürlich, dass die Platte super einschlägt. Mein realistischer Wunsch ist der, dass wir es einfach mal deutschlandweit soweit schaffen, wie wir es hier in unserer Heimat gemacht haben. Wir haben hier in unserer Heimatstadt Aschaffenburg eine richtig geile Fanbase erspielt. Die Kids gehen da tierisch ab und die freuen sich jedes Mal, wenn wir irgendwo spielen. Und die unterstützen uns, wo sie können. Also das ist echt eine richtig geile Truppe da. Und wenn wir das wirklich schaffen würden, das auf die Republik auszuweiten und überall auch das Album zu verkaufen, wie wir das mit unserer Promo auch hier gemacht haben, das wäre so ein Ding. Und das wäre auch eher so ein realistischer Traum…
 
Robert: Das ist bei mir ähnlich. Also ich erlebe das dann hier bei den Konzerten, wie der Stefan schon gesagt hat. Das ist einfach wunderschön, wenn du in eine Halle kommst und es stehen schon – auch wenn´s nur eine Handvoll ist – Leute da, die dich quasi kennen aus dem Internet oder von der CD eben, und du stehst dann auf der Bühne und die können wirklich die Texte mitsingen. Das müssen gar nicht wirklich viele Leute sein. Aber das freut mich immer so unwahrscheinlich…das wäre also mein Traum, dass wenn wir wirklich mal ein Konzert in Berlin oder in Hamburg spielen, wo wir noch nicht waren – im Norddeutschen Raum waren wir bisher weniger – dass so was mal passiert nächstes Jahr. Das würde mich riesig freuen.
 
Und was macht ihr heute Abend noch?

 
Robert: Heute Abend fahren wir zu unserem Covergirl, die auf unserer CD vorne drauf ist, die auch bei uns im Video mitspielt. Sie eröffnet nämlich einen Laden mit Gothic Klamotten und mit ein bisschen schwarz-mäßig Angehauchtem. Und da helfen wir ihr noch ein bisschen den Laden auszubauen. Wir sind auch unglaublich handwerklich begabt. Wir alle.

Ja, das muss man wohl auch ein bisschen sein, wenn man Musikinstrumente spielt…

 
Robert: Verständlich!
 


Interview: Lea S.
Fotos: taken from illectronicrock.de
Website Band: www.illectronicrock.de


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