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Jesus On Extasy
Interview mit Jesus On Extasy, 27.04.2008, Siegen/Meyer



Mit neuem Album im Gepäck sind Jesus On Extasy aus der Indusrial Area des Ruhrgebietes aufgebrochen, um den „geliebten Feind“ unter´s Volk zu bringen. Die neuen Songs wollen live gespielt und gehört werden. Auch das kleine Städtchen Siegen steht auf dem Tourplan. Am 27. April 2008 rockten Jesus On Extasy im Club Meyer. Vor dem Konzert traf ich die Band zu einem Interview.

Ihr veröffentlicht am 2. Mai euer zweites Album „Beloved Enemy“. Freut man sich, wenn es nach längeren Studiozeiten endlich wieder auf die Bühne geht, um die neuen Songs live zu präsentieren, oder ist man auch ein wenig nervös, wie die Lieder beim Publikum ankommen?
 
Dorian: Nee, nervös sind wir überhaupt nicht. Wir haben uns so gefreut, die neuen Songs endlich live spielen zu können, weil wir die alten Songs einfach satt hatten. Die wurden langweilig auf der Bühne.
 
Chai: Es macht tierisch Spaß, die neuen Songs zu präsentieren. Wir saßen jetzt lange herum, haben aufgenommen und mittlerweile wird es mal wieder Zeit auf die Bühne raus zu gehen. Jetzt geht auch die Festivalsaison wieder los. Das wird wieder lustig. Die Tour steht an. Also jetzt geht richtig die Post ab.

Beim neuen Album sind im Vergleich zum Vorgänger echte Drums hinzugekommen durch BJ. Ein notwendiger oder ein indirekt geplanter Schritt?

 
Dorian: Das war einfach eine natürliche Entwicklung, weil BJ eh dabei war. Er wäre auch auf dem ersten Album dabei gewesen, also bei den Aufnahmen, wenn er damals schon in der Band gewesen wäre.
 
Chai: Das war definitiv eine kluge Entscheidung mit den Drums. Es wäre, wie Dorian grade sagte, vorher schon passiert, dass BJ bei den Albumaufnahmen mit dabei ist, aber das hat sich zeitlich so überschnitten. Doch jetzt ist einfach mehr Rock n Roll auf der Bühne. Du hast ein besseres Live-Feeling und es knallt einfach mehr. Die Songs werden einfach ein bisschen rockiger dadurch. Das ist schon geil.
 
BJ: (kommt auch endlich mal zu Wort) Ich finde das toll, dass ich das machen darf.
 
Gibt es zu den Studioaufnahmen irgendwelche Anekdötchen zu erzählen? Wie sind die Aufnahmen verlaufen?
 
Chai: Chaotisch wie immer, aber lustig. Nein, die Studioaufnahmen laufen bei uns eigentlich immer relativ entspannt ab, weil wir eben entspannte Leute sind. (lacht) Wir haben am neuen Album insgesamt ein halbes Jahr gearbeitet. Wir haben es hier in Freudenberg produziert. Das ist eigentlich gleich um die Ecke von Siegen. Wir sind mehr oder weniger alle nacheinander runter gefahren. Jeder hat immer eine Woche seine Sachen gemacht. In Essen hatten wir die Platte bei mir im Studio vorproduziert, so dass wir eigentlich nicht oft zusammen im Studio waren.


 
Wie sieht bei euch ein Songentstehungsrezept aus?
 
Dorian: Hah, das gibt`s nicht! Wir haben alle ein bisschen Aufnahme-Equipment daheim. Ich habe zum Beispiel so ein kleines Heimstudio, Chai hat sein großes Tonstudio. Die Songs entstehen quasi bei mir zu Hause in meinem Arbeitszimmer oder bei ihm im Studio. Und dann führen wir unsere Ideen quasi zusammen. Das Schöne ist, wir verstehen uns beim Songwriting so blind, dass wir die Ideen ungehört aneinander bauen können und das passt dann einfach. Das ergibt dann den Song.

Zu „Stay with me“, der ersten Single-Auskopplung vom neuen Album, habt ihr kürzlich ein Video gedreht, zu dem ihr auch Fans eingeladen habt, die dann im Video mitmachen dürfen. Habt ihr beim Konzept von so einem Video komplettes Mitspracherecht?

 
Chai: 100%iges. Wir haben ein ziemlich geiles Produzententeam. Mit denen haben wir jetzt schon drei Videos gedreht. Das sind echt Freunde von uns mittlerweile. Und die haben die Ideen. Sie gucken, was möglich ist und machen uns letztendlich Vorschläge. Wir geben denen vorher ein Grundkonzept und die gucken, was sie draus machen können und sie toppen jedes Mal unsere Erwartungen. Das ist unglaublich. Sie hängen sich so derbe da rein, dass dann am Ende wieder so ein geiles Video dabei herauskommt. Das ist Wahnsinn.
 
Und wenn ihr rückblickend eure drei bisherigen Videos anschaut, welches ist euer Highlight?
 
Chai: Meines ist immer noch „Alone“, weil es das erste war. Wir hatten damals noch keinen Plattenvertrag und haben dieses Video selber finanziert und umgesetzt und für unser No Budget damals, ist es echt geil geworden.
 
Dorian: Ich glaube, das ist auch das Video, bei dem wir am meisten gelitten haben. Die Szene, wo wir alle am Ende im Wasser liegen, war hart. Die hatten in diesem Filmstudio vorher einen U-Boot-Film gedreht und hatten noch das Wasserbecken da stehen und dann war das eine spontane Idee „Ach legt euch doch mal ins Wasser. Das ist toll!“
 
Chai: 3 Grad kaltes Wasser. Frisch aus der Leitung. Wir leiden in dem Video, das sieht man.
 
Dorian: Ja! Es gibt ein kleines Making-Of Video, das ein Fan zusammen geschnitten hat, und da sieht man, wie wir uns das erste Mal ins Wasser legen und direkt wieder aufspringen, weil es einfach so kalt ist. Und bei Chai hatten damals, als er dann die 4 ½ oder 5 Minuten im Wasser lag, die ersten Nahtoderfahrungen eingesetzt. Das war sehr lustig.
 
Chai: Ja, das war echt krass. Der Song ging irgendwie 5 Minuten und ich hatte echt nur eine Chance das durchzuziehen mit der Gitarre im Wasser und nach 3 Minuten, wenn man so im 3 Grad kalten Wasser liegt, verliert man irgendwie den Bezug zur Realität und dann wird einem die Kälte egal. Und dann liegt man da und irgendwann schläft man ein und dann mussten die mich aus dem Wasser ziehen. Bei unserer Bassistin war das genau dasselbe.
 
Dorian: Aber die war leichter herauszuziehen, weil sie die Hälfte von Chai wiegt. (Gelächter)

Und dein Highlight, BJ?

 
BJ: Definitiv das “Assassinate me”-Video, weil ich da am meisten gelitten habe. Das Video haben wir in einer Halle gedreht. Die war 2000 Millionen km² groß. (Was ist das denn für eine Einheit?) Das war eine alte Industriehalle und ich musste so oft meine Drums durch die Gegend schleppen. Das war sehr anstrengend.
 
Chai: Das Leben ist kein Ponyhof, BJ!
 
Dorian: (grinst) Das Schöne war, wir hatten diese sehr reizende Hauptdarstellerin, die Nele, die Blonde mit dem Schwert. In der Halle war im Übrigen nichts vorbereitet. Diese Location mit der großen Pfütze und so, das sah alles wirklich so aus. Das war extra über Jahrzehnte so gereift, glaube ich, damit wir da ein Video drehen können. Und in einer Szene stand Nele in dieser großen Pfütze und sollte mit dem Schwert fuchteln und sie ist dann ausgerutscht und wirklich mit dem Gesicht und offenem Mund in diese alte Pfütze gefallen…
 
Chai: …und hatte dann Teilrückstände. Das ist Industrial. Die Frau war wirklich am industrialsten von uns allen. Ja, sie hat sich geopfert.
 
Aber das Ganze ist doch hoffentlich gut ausgegangen?
 
Dorian: Ja, jetzt ist sie bei RTL und spielt in einer Vorabend-Serie mit.


 
(zu Dorian) Du hast neulich für das Musikmagazin Zillo einen Bericht vom Videodreh zu „Stay with me“ geschrieben. Wäre das etwas für dich – Musikjournalismus – wenn es Jesus On Extasy nicht geben würde?
 
Dorian: Bestimmt. Ich habe bisher allerdings noch nicht so oft etwas in diese Richtung gemacht. Gut, ich habe einmal unser Tourbook für Zillo geschrieben und jetzt den Videobericht…
 
Chai: Die anderen von uns können nämlich nicht schreiben.
 
Dorian: Genau. Aber ich glaube, wenn ich dann selber Künstler oder Rockmusiker interviewen müsste, dann würde ich mich mit denen streiten. Ich glaube, ich finde die alle doof. Ich mag nur die Musik aus unserer Band und Big Boy. Nein, das war natürlich nur Spaß.

Mit „Sometimes“ habt ihr auch eine Ballade auf dem neuen Album. Sind Balladen ein absolutes Muss oder kann man auch darauf verzichten?

 
Dorian: Man kann theoretisch auch drauf verzichten, aber das sind so Songs, die entstehen einfach. Wir wissen vorher nicht, was das für ein Song wird, wenn wir ihn schreiben. Der Song entwickelt sich. Wir lassen uns quasi eher vom Song leiten, als dass wir sagen, „so wir schreiben jetzt eine Ballade“.
 
Chai: Es kann sein, dass wir ein Intro für einen Song geschrieben haben und denken uns „Ja, das wird balladenmäßig, irgendwie ruhiger“ und auf einmal knallen dann irgendwie doch die Beats wieder rein. Das kann ganz schnell gehen bei uns. Aber so eine Ballade auf dem Album ist schon mal ganz schön als Ruhepunkt und dieses Mal wieder als letzter Song auf der Platte. Ist doch so, oder? (Gelächter) Gut, auf der Limited Edition ist es nicht so, sondern nur auf der normalen Edition. Auf der Limited sind natürlich noch die Bonustracks hinten dran, aber eine Ballade rundet alles sehr schön ab.
 
Was ist denn auf der Limited Edition noch alles mit drauf?
 
Dorian: Die ist fantastisch. Sie hat einen wunderbaren Pappschuber um sich herum. Das sieht wirklich sehr edel aus. Und es gibt eine „Alone“-Akustik-Version, eine Live-Version von „Neochrome“…
 
Chai: …und einen dicken Autoaggression-Remix, der uns heute im übrigen supportet.
 
Dorian: …und einen ASP-Remix. Und zwar hat ASP aus „Beloved enemy“ eine Swing-Version gemacht und das ist mein Favorit bisher von den Remixen. Die Version ist super geil.
 
Grace, Ex-Keyboarder von Dope Stars Inc., hat das Cover für „Beloved Enemy“ entworfen. Wie kam es dazu?
 
Dorian: Grace ist ein guter Freund von uns und war eigentlich von Anfang an unser Wunschgrafiker. Wir hätten ihn schon gerne bei unserem ersten Album als Grafiker gehabt, aber da hatte er keine Zeit, weil sein Terminplaner komplett voll war. Und dann haben wir ihn frühzeitig für das zweite Album gefragt. Was er jetzt für uns gemacht hat, ist wieder weit über unsere Erwartungen hinaus geschossen. Das ist echt Wahnsinn. Der Typ ist ein Genie. Er macht viel für andere Bands. Grace hat ein Deathstars-Artwork entworfen, dann alle Dope Stars-Artworks und egal, was man von solchen Bands hält, aber die Artworks waren immer schön.

„Musik ist“, wie würdet ihr diesen Satz vollenden?
 
Chai: …geil. (Gelächter) Musik ist mein Leben, um das mal philosophisch auszudrücken.
 
Dorian: Musik ist eine Droge.
 
BJ: Oh, schwierig. Ich kann mich eigentlich nur anschließen. Beides. Leben und Droge.


 
Dorian: Musik ist auch schöne Frauen.
 
Chai: Musik ist schöne Frauen? Ich sag ja, wir können nicht schreiben. (Gelächter)
 
Was ist denn wichtiger in der Musik: eine Botschaft zu vermitteln oder das Entertainment auf der Bühne, die Unterhaltung?
 
Dorian: Auf jeden Fall beides, denn wenn du die Leute unterhälst, dann hören sie dir auch mehr zu, als wenn du wirklich nur stur drauf bedacht bist, deine Botschaft rüberzubringen. Ich glaube, dann langweilen sich die Leute schnell. 
 
Bekommt ihr noch oft böse Kommentare von irgendwelchen Leuten bzgl. eures Bandnamens oder hat sich das mit der Zeit gelegt?
 
Chai: Ja, das hat sich mit der Zeit eigentlich gelegt.
 
Dorian: Naja, es geht. Ich glaube, die Leute finden den Bandnamen manchmal immer noch blöd, aber sie reden weniger drüber. Sie haben akzeptiert, dass es uns gibt. Aber das mit den blöden Kommentaren wird glaube ich nie so richtig aufhören.
 
„Church of Extasy” heißt auch ein Song auf eurem neuen Album. Eure eigene Religion?
 
Chai: Unser Forum heißt „Church of Extasy“. Das ist eine Hymne an unsere Fans und vielleicht auch ein bisschen an uns.

Wie viel Zeit widmet ihr Jesus On Extasy und dann für euch selbst? (Dorian und Chai lachen)
 
Chai: Gibt`s da einen Unterschied?
 
Dorian: Freizeit haben wir überhaupt keine mehr. Da ist auch gar nichts mehr anderes nebenbei möglich. Du kriegst so viele Interviewanfragen oder Organisationskram, der nebenbei noch zu machen ist und dann die ganze Festival- oder Tourvorbereitung, Albumproduktion oder so was. Da hast du überhaupt keine Zeit mehr für irgendwas anderes.
 
Chai: Wir träumen sogar nachts davon.
 
BJ: Nicht zu vergessen ist auch der Fankontakt zwischendurch…in jeder Hinsicht natürlich. (Gelächter) Was sich immer anbietet, ist über myspace. Darüber kriegt man andauernd irgendwelche Anfragen.
 
Welche drei Adjektive beschreiben Jesus On Extasy am ehesten?
 
Dorian: Da berufe ich mich doch immer wieder auf den Pressetext unserer Anfangszeit aus dem Jahr 2005: Jung, sexy und laut. Wir sind immer noch jung und laut.
 
BJ: Und sexy sowieso.
 
Dorian: Naja, auf jeden Fall jung und laut.
 
(An dieser Stelle muss Chai kurz weg.)
 
Wie viel Bedeutung schreibt ihr Träumen zu?
 
Dorian: Viel, weil ich glaube, wir träumen von Dingen, die uns unterbewusst beschäftigen und da denke ich schon, dass es wichtig ist, was wir träumen.
 
Fließen denn Träume auch in die Lyrics mit ein?
 
Dorian: Ja, definitiv.

Dorian, du hast auf deinem Bauch ein Tättoo. Hat das irgendeine besondere Bedeutung für dich?
 
Dorian: Natürlich, klar. Ich habe es teilweise selbst entworfen, mit unserer ehemaligen Bassistin Ivy zusammen. Sie ist Tättowiererin. Das Tättoo habe ich mir damals anlässlich unseres ersten Albums stechen lassen. Das sollte mich einfach an die schöne Zeit erinnern.
 
Ganz anderes Thema: Ihr habt kürzlich in Italien gespielt und…
 
Dorian: (unterbricht) Das war ein totaler Alptraum. Da ging bei der ersten Show einiges schief und die mussten wir dann abbrechen beziehungsweise konnten erst gar nicht spielen. Das war ganz klar die Schuld des Veranstalters, weil er unsere Liste mit technischen Anforderungen missachtet hat. Er hat sie noch nicht einmal ansatzweise erfüllt und hat aber dann von uns die Gage zurück verlangt plus wir sollten alles bezahlen, was wir im Catering gegessen und getrunken hatten.
 
BJ: „You can drink as much as you want!”, so sagte er vorher. (immitiert den italienischen Veranstalter) Und dann wollte er uns umbringen.


 
Dorian: Wir haben dann gesagt „***lecken! Du kriegst kein Geld von uns zurück!“, sind zum Shuttle-Bus gegangen, der uns zum Hotel bringen sollte, und dann kam er hinter uns hergesprungen und mit ihm 20 Typen, die mehr oder weniger ihre Messer gezogen haben, also Mafia-mäßig. Und unser Lichtmann hat die ganze Situation ein bisschen falsch eingeschätzt, glaube ich, weil er den Typen dann weiterhin angeschrien hat.
 
Aber das ist noch alles gut ausgegangen, oder?
 
Dorian: Ich habe den Typen dann so schlimm bei seiner Ehre verletzt, dass er (lacht) mit Tränen in den Augen in den Laden zurückgegangen ist. Ich habe ihm gesagt, „wenn du unbedingt Geld von uns willst, nimm meine letzten 20 oder 30 Euro“ und dann hat er mich wirklich mit wässrigen Augen angeguckt und gesagt: „Who do you think I am? I don´t need your money!” (miemt den italienischen Akzent des Veranstalters nach) und er ging zurück in den Club und nahm seine Schergen mit. (Gelächter)

Im Sommer stehen einige Festivals auf dem Plan. Gibt es denn sonst noch irgendein Highlight, auf das ihr euch wirklich freut?
 
Dorian: Auf meinen Geburtstag im Juni. (lacht) Den würde ich gerne noch erleben. Außer meinem Geburtstag möchte ich noch erleben… (denkt nacht) Was wäre denn noch so ein Highlight in diesem Jahr? Oh, oh, ein ganz besonderes Highlight wird das Billy Idol-Konzert in Hannover, weil er auf Tour geht. Und wenn ich es irgendwann mal schaffe mir Karten zu besorgen, dann gehe ich auch auf das KISS-Konzert in der Arena Oberhausen.
 
Und dein Highlight, BJ?
 
BJ: Ich warte einfach mal ab, was noch so kommt. Letztes Jahr waren genug Überraschungen, aber ich denke, das wird dieses Jahr auch so sein. Und ich freue mich dann spontan. Das macht eh mehr Spaß.
 
Mit welchem Künstler würdet ihr gerne mal eine Single oder vielleicht sogar ein komplettes Album aufnehmen?
 
Dorian: Mit Trent Reznor von Nine Inch Nails. Der Mann ist personifizierte Genialität.
 
Bald steht der 1. Mai vor der Tür. Werdet ihr Maibäume bekommen?

 
Dorian: Nein, wir werden spielen. Wir werden gar nicht zu Hause sein, deshalb weiß ich gar nicht, ob ein Maibaum unter meinem Fenster stehen wird.
 
BJ: Wir könnten einen Maibaum auf die Bühne stellen. Oder du bist unser Maibaum, Dorian!
 
Dorian: Wir sind am „Tanz in den Mai“ in Wuppertal und am 1. Mai spielen wir in der Matrix. Aber ich bin mir sicher, dass uns Fans Maibäume unter`s Fenster stellen werden. Ich hoffe allerdings, dass sie nicht wissen, wo ich wohne. Aber wenn sie es wissen, sind sie natürlich herzlich eingeladen, Bäumchen unter`s Fenster zu stellen.
 
Chai: (mittlerweile wieder zurück) Vor meinem Studio steht bestimmt ein Maibaum. Da weiß ja jeder, wo das ist. Oder die Leute sollen das selber rausfinden.

Seid ihr traditionsbewusst? Haltet ihr an Traditionen fest?
 
Dorian: Naja, eigentlich eher weniger. Ich finde, dass Familienfeiern Eingriffe in mein Privatleben sind.
 
Chai: Also ich bin schon froh, wenn ich einmal im Jahr den Großteil meiner Familie sehe, weil ich die über`s Jahr verteilt relativ selten sehe. Weihnachten feiere ich genau deswegen und nicht wegen irgendwas anderem. Und die ganzen anderen Sachen so wie Maifeiern halt der Party wegen, wenn denn mal irgendwo eine Party ist.


 
BJ: Die meisten Feste sind immer so gezwungene Freude und es gibt genug andere Anlässe, die so spontan kommen, wo man einen Grund hat, sich zu freuen und Freunde und Familie zu sehen. Das muss nicht an bestimmten Tagen im Jahr festgemacht werden.
 
Seid ihr Karnevalfreaks?
 
Chai: Auf gar keinen Fall. Ich hasse Karneval. Schrecklich. Ganz schrecklich auf Kommando „hihihi“. Nee, nix für mich. Also mit dieser ganzen Verkleidungsscheiße kann ich echt nichts anfangen.
 
Dorian: Wenn wir Frauen in Hauseingängen begatten wollen, dann können wir das auch, wenn nicht Karneval ist. Es ist ja so, dass an Karneval bei Leuten wirklich die letzten Hemmungen fallen, die ansonsten ganz bieder im grauen Kostüm den Rest des Jahres in ihrem Büro verbringen und die dann Karneval wirklich als Legitimation sehen, um einmal im Jahr wild zu sein. Das ist, glaube ich, genau wie beim Springbreak in Amerika. Aber nachdem ich „Girls gone wild“ gesehen habe, möchte ich doch mal zum Springbreak. (Gelächter)
 
Chai: Das hat aber andere Gründe.
 
Dorian: Ja. Das Wetter…
 
Chai: …die Briese, das Meer, der Wind.

Euer nächstes Urlaubsziel?
 
Chai: London, in zwei Wochen. Aber Urlaub ist gut. Ich reise nach London, um einfach mal was anderes kurz zu sehen. Also nicht geschäftlich, sondern einfach nur mal just for fun drei Tage raus.
 
Dorian: Ich möchte gerne mal wieder nach New York und mal nach Japan.
 
BJ: Ich würde gerne mal wieder nach Prag, aber ob ich das zeitlich hin kriege? Mal schauen.
 
Eurer Schlachtruf für heute Abend?
 
Dorian: Cowabunga. (Gelächter)
 
Chai: Dem füge ich nichts mehr hinzu. Jaaaa die Turtles…ich bin Michelangelo.
 
Dorian: Dann bin ich Leonardo.
 
BJ: Und ich bin Donatello.
 
Chai: Und wer fehlt dann noch?
 
Dorian: Raffaello.
 
Chai: Raffaello? Raffaello ist scheiße.
 
Dorian: (korrigiert sich) Raffael! (Gelächter)
 
Chai: Dann bin ich Rochèr oder ein Küsschen.



Interview & Fotos 1+7: Lea S.
Fotos 2-6: taken by Julia K.
Website Band: www.facebook.com/jesusonextasyofficial


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