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Katatonia 2016
Katatonia/Agent Fresco, 30.09.2016, Köln – LMH

„The Fall Of Hearts“ – bereits seit Mai ist das neue Katatonia-Album im Plattenladen erhältlich. Nun im Herbst folgte die dazugehörige Tour, auf der die Schweden am letzten September-Tag auch einen Zwischenstopp in Köln einlegten. Mit von der Partie beim Konzert in der Live Music Hall: Agent Fresco aus Island.

Auf die zweite Support-Band mussten die Zuschauer an jenem Abend verzichten, da Vola – so Katatonia vor der Show im Interview – einen Gig auf dem parallel in der Domstadt stattfindenden Euroblast Festival hatten. Dieser Auftritt war wohl schon länger eingetütet worden. Glück für die zweite Support-Band, Agent Fresco, die dafür ein umfangreicheres Set in der LMH spielen konnte. Und das kam beim Publikum sehr gut an, was nicht nur der warme Applaus nach jedem Song zeigte, sondern auch die zahlreichen positiven Kommentare im Anschluss auf der Facebook-Seite der isländischen Musiker. Mit ihrem Progressive Art Rock staubten die vier Herren in diesem Jahr gar den Preis für „Album und Sänger des Jahres“ bei den Icelandic Music Awards ab.



Zugegeben, der teils recht helle bzw. hohe Gesang von Frontmann Arnór Dan Arnarson – beispielsweise im Song „Wait For Me“ – mag für den einen oder anderen erst einmal gewöhnungsbedürftig klingen. Doch in Kombination mit den progressiven Rockklängen macht diese eindringliche Stimme einfach Sinn, zumal sie auch immer mal wieder einen Schrei tat.

Bei ihrem gut einstündigen Auftritt in Köln brachten die Isländer jedenfalls viel Emotion rüber. Die Performance gestaltete sich dabei recht dynamisch, denn die Musiker blieben immer in Bewegung. Sänger Arnór stiefelte am Bühnenrand hin und her – stets das lange Kabel seines Mikrofons im Schlepptau. Drummer Hrafnkell Örn Guðjónsson – der erst wenige Tage zuvor seinen Geburtstag gefeiert hatte – schüttelte seinen Lockenkopf im Takt der Musik. Gitarrist Þórarinn Guðnason wechselte immer mal wieder ans Klavier, während Vignir Rafn Hilmarsson recht schwungvoll den Bass bediente.



Gen Ende sprang der Frontmann noch in den Fotograben, um mit der ersten Zuschauerreihe auf Tuchfühlung zu gehen. Während er performte, schüttelte er die Hände der Fans und verteilte gar Umarmungen. „There’s lots of love in this house tonight“, kommentierte er die Aktion. Und nicht nur einmal bedankte er sich an jenem Abend bei den Zuschauern dafür, dass sie sich die Zeit genommen und Geld fürs Konzert ausgegeben haben.

Bereits gegen 20:20 Uhr waren dann Katatonia als Headliner an der Reihe. Sie mussten deshalb so zeitnah beginnen, da freitags in der Kölner Live Music Hall ab 22 Uhr immer Parties stattfinden und alles von den Veranstaltern recht durchgetaktet ist. Die Schweden eröffneten ihre knapp anderthalbstündige Show mit einem der knackigsten und flottesten Songs vom neuen Album, „Last Song Before The Fade“, der die Zuschauer sogleich in Schwung brachte. Diese standen mittlerweile dicht an dicht fast bis in die hintersten Ecken der Halle. Platz fürs Headbangen war dennoch gegeben und wurde von einigen Fans auch immer wieder ausgenutzt.



Auch die Musiker – abgesehen von Schlagzeuger Daniel Moilanen, der uns übrigens vor einigen Wochen sein allererstes Katatonia-Interview gegeben hatte – ließen immer mal wieder die Haare auf der Bühne fliegen. Den Hintergrund dieser zierte ein riesiges Banner mit einer „umringten“ Krähe – zur Rechten und Linken des Drumpodests hatte man zwei zusätzliche Aufsteller positioniert. Während der Show wurde die Bühne vornehmlich in düstere Rot- und Blautöne getaucht, zugleich umhüllte Nebel die fünf Musiker. Für die Fotografen sicherlich keine Freude – für die melancholisch-progressiven Dark-Rock- und -Metal-Klänge aber durchaus eine passende Untermalung. Einen Blick auf das Gesicht des Frontmanns und Sängers zu erhaschen, war sowieso wie immer schwer, da sich Jonas Renkse stetig hinter seiner langen Mähne versteckt. Aber eigentlich geht es ohnehin eher um seine warme, gefühlvolle Stimme – und die konnte wieder mal überzeugen.



Zwischendurch erkundigte sich der Künstler nach dem Wohlbefinden der Zuschauer: „Are you having a good time?“ Das hatten sie auf jeden Fall, denn Katatonia präsentierten nicht nur neue Songs wie „Serein“ und „Serac“, sondern auch zahlreiche „ältere“ Nummern wie „Teargas“, „The Longest Year“ oder „Evidence“. Bei letzterem kam auch mal der neue Gitarrist Roger Öjersson am Mikrofon zum Zuge, ansonsten steuerte er auch immer mal wieder ein Gitarrensolo bei.



Während „The Racing Heart“ wurden die Bühne und Musiker passenderweise in rotes Scheinwerferlicht getaucht – das Ende des Liedes gestaltete sich dreistimmig. Aber auch die Single „Old Heart Falls“ kam an jenem Abend in der LMH nicht zu kurz. Den Abschluss bildete das treibende „Forsaker“, ehe sich Katatonia von der Bühne verabschiedeten – allerdings nur für kurze Zeit. Schließlich sollten noch drei Zugaben folgen, darunter beispielsweise „My Twin“. „You’ve been totally amazing…“, bedankte sich Jonas im Namen der gesamten Band beim Publikum, ehe sich die Herren verbeugten und noch für ein Gruppenfoto mit den jubelnden Fans parat standen.

Text & Fotos: Lea S.

Fotogalerie

(c) NEGAtief / www.negatief.de

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