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Lord Of The Lost
Interview mit Chris [Lord Of The Lost], April 2014, mailer



Erst kürzlich legten Lord Of The Lost 12.000 km "on the road" in den USA zurück, dicht gefolgt von einer 6-Städte-Tour durch Deutschland, auf der die Dark-Rocker bereits einen ersten Einblick in ihr neues Album "From The Flame Into The Fire" gewährten. Laut Frontmann Chris Harms ist es "schneller, härter [und] wütender" als der Vorgänger.


Chris, erst kürzlich ward ihr noch in den USA unterwegs, habt tausende Kilometer zurückgelegt und sicherlich viel gesehen und erlebt. Was hat euch denn am meisten beeindruckt bzw. ist euch von der Reise am intensivsten in Erinnerung geblieben?

Chris: Am beeindruckendsten fand ich auf jeden Fall die Dimension des Landes an sich. Wir sind 12.000 km in nicht einmal drei Wochen gefahren und jeden Tag befanden wir uns in einer anderen Welt, was sehr skurril war. Musikalisch entpuppte sich die Show in der legendären "Bar Sinister" in LA als absolutes Highlight. Eine Stadt wie LA hat eine sehr vielfältige und extrovertierte Musikszene; es war schön, diese Menschen mit unserer Show zum Kochen bringen zu können.

Aktuell tourt ihr wieder durch Deutschland und stellt bereits euer neues Album "From The Flame Into The Fire" vor, das Ende Mai erscheint. Wie nehmen eure Fans die neuen Songs an? Wie verliefen die bisherigen drei Shows?

Chris: Wir haben alle Songs, die auf der Tour live vorgestellt wurden, zuvor als 1-minütige Teaser bei Youtube veröffentlicht, um das Publikum bei einer 125-Minuten-Show nicht mit sieben oder acht neuen Songs zu stark zu fordern. Wir als Musikfans verstehen, dass komplett neue und unbekannte Songs nur in einer geringen Dosis aus Publikumssicht Spaß machen. Wir waren sehr erstaunt, dass die neuen Songs nicht nur wohlwollend abgenickt, sondern teilweise regelrecht gefeiert wurden. Das ist das schönste Kompliment an ein Album, das noch nicht einmal veröffentlicht wurde.

Wann habt ihr euch mit dem Songwriting für die neue Platte befasst und wie seid ihr dabei vorgegangen, wenn ihr gefühlt ständig "on the road" seid und nebenbei auch noch andere musikalische Projekte meistert?

Chris: Es ehrt uns, dass wir "gefühlt" ständig "on the road" sind, aber wenn man unsere Tourpläne analysiert, sieht man, dass wir nicht mehr oder weniger auf Tour sind als unsere Mitbewerber. Ich denke, dieser Eindruck entsteht durch eine in den letzten Jahren exorbitant gestiegene mediale Allgegenwärtigkeit, insbesondere durch unser Tour-Video-Tagebuch "TV Of The Lost" und unsere sehr aktive Arbeit mit sozialen Netzwerken. Das Songwriting an sich ist bei uns ein Prozess, dem viel Zeit geschenkt wird. Wir beginnen bereits weit vor Fertigstellung der nächsten Platte mit dem Songwriting für die übernächste usw. So geben wir den Songs Zeit zu wachsen. Für "From The Flame Into The Fire" habe ich mich bewusst dazu entschieden, mit vielen Songwritern aus meinem musikalischen Umfeld zusammenzuarbeiten, um mich stilistisch nicht zu schnell im Kreis zu drehen. Das hat der Platte einen ganz neuen Horizont gegeben. Besonders stolz bin ich auf die Zusammenarbeit mit der Songwriting-Legende Steve van Velvet, der bereits für Falco Hits schrieb; mit Steve entstanden Songs wie "My Own Shadow" oder die erste Single "Afterlife".

Wie würdest du eure musikalische Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgängeralbum "Die Tomorrow" beschreiben?

Chris: Schneller, härter, wütender. "Die Tomorrow" ist bewusst sehr poppig ausgefallen. Statt wie von vielen erwartet diesen Weg weiterzugehen, haben wir lieber nochmals einen Gang hochgeschaltet.

Auf welche Inspirationsquellen hast du für die Lyrics zurückgegriffen und inwiefern sind sie ein Spiegel deiner selbst?

Chris: Da muss man ganz vorsichtig sein. Meine Texte sind eine Melange aus selbst erlebten Gefühlen, Träumen und Wunschträumen, Katalysation von Wut über die Unzulänglichkeit unserer Spezies und all unserer selbst geschaffenen Probleme und falschen Propheten, bewusster Provokation und purer Fiktion. Man darf nicht Chris Harms als Person in jedem meiner Texte suchen. Wenn man den in jedem meiner Texte vermutet, dann wäre ich ein hochgradig gestörter Soziopath.

Hangeln sich die Songs an einem roten Faden entlang oder steht jede Nummer für sich?

Chris: Der Großteil der Songs wirft lautstark weltliche und religiöse und damit persönliche Fragen auf, die mich bereits als Jugendlicher in Atem hielten und die heutzutage kein Stück weniger relevant geworden sind. Aber natürlich gibt es Ausreißer, reine Partysongs, die damit nichts zu tun haben. LOTL waren schon immer ein Stück weit auch einfach nur eine Partyband, und das wird und soll auch so bleiben.

"From The Flame Into The Fire" klingt wild und unberechenbar (ganz zu schweigen von der Optik des Artworks) – inwiefern spiegelt sich der Titel im Albuminhalt wider?

Chris: Zum einen umschreibt der Albumtitel den deutlichen Anstieg des Energielevels, das dieses Album mit sich bringt, zum anderen ist er ein schönes Bild für unseren Karrierestatus: Die Flamme brennt gerade und wir werden überall wahrgenommen. Jetzt wollen wir mehr, das ganz große Feuer...

Wann und wo wurde die Platte aufgenommen und wer hat euch dabei produktionstechnisch unter die Arme gegriffen?

Chris: Das Album habe ich selbst produziert in enger Zusammenarbeit mit unserem sehr eingespielten Studioteam, das inzwischen zu weiten Teilen auch zu unserer Live-Crew geworden ist. Wie immer haben wir die Platte über einen langen Zeitraum in diversen Studios in und um Hamburg aufgenommen. Wir strecken die Recording-Zeit absichtlich immer über etwas mehr als ein Jahr, um genug Zeit zu haben, zu reflektieren und bestimmte Dinge immer wieder und wieder einzuspielen, bis sie absolut zufriedenstellend sind oder sich als unbrauchbar erweisen. Dann wird der Song weggeschmissen. Das war bei der Entstehung dieses Albums bei ca. 25 Songs der Fall. Bei uns gibt es nur 100 Prozent.

Welche Herausforderungen hattet ihr bei den Studio-Aufnahmen zu bewältigen?


Chris: Das einschlägigste Erlebnis war der Brand der Hammer-Studios in Hamburg, ein Studio, in dem wir schon immer sehr viel gearbeitet haben. Das hat uns definitiv zurückgeworfen. Aber das betrifft nur die Musik. Viel wichtiger war, dass keiner bei dem Brand ernsthaft verletzt wurde oder schlimmeres passiert ist.

Warum ist "Afterlife" eine gute erste Single-Auskopplung?

Chris: "Afterlife" tut nicht weh, "Afterlife" ist wie ein Aperitif, der klar macht, wohin die Reise ungefähr geht, aber noch nichts über den Rest des Albums verrät. Und zu dem ist es in meinen Augen ein sehr starker Popsong. Ich bin ein Liebhaber guter und funktionaler Poparrangements, einem Song, der hängenbleibt und nicht wieder so leicht verschwindet.

Kürzlich habt ihr das Video zu eurem Song "La Bomba" veröffentlicht, das – wie der Song selbst – ein wenig aus der LOTL-Reihe tanzt, aber bereits nach einer Woche über 40.000 Klicks zählte. Vor welchem Hintergrund habt ihr euch für diesen "Exot" entschieden und inwieweit habt ihr bei der Idee fürs Video unter der Regie von Michel Briegel mitgemischt?

Chris: Es gibt in der Karriere einer jeden Band einen Zeitpunkt, wo man sich einfach mal was trauen muss und zeigt, dass man auch für Überraschungen gut ist, so stark diese auch polarisieren mögen. Wir hatten schon extremere Dinge wie echten Sex vor der Kamera bei "Beyond Beautiful"; das ist aber nur eine kurze Sensation. Hinter "La Bomba" verbirgt sich indes ein skurriler musikalischer Stilmix mit noch skurrilerem Video, ein Song, der auch den bleichesten Gothic-Uhu zum Grinsen bringt, wenn auch mit einem Fragezeichen im Gesicht. Das bleibt hängen. Wir haben es riskiert, mit diesem Song ganz tief zu fallen, stattdessen heben wir mit ihm aber gerade gewaltig ab. Michel Briegel verehre ich für seine extrem stilsicheren IAMX-Videos und ich wollte ihn unbedingt für das Video haben. Der Song hat ihn glücklicherweise von einer Zusammenarbeit überzeugt und wir haben dann gemeinsam dieses bizarre Video erdacht. Und es ist schöner und schräger geworden, als wir uns alle es hätten vorstellen können.

Im Video findet eine Art Casting mit schrägen Leuten statt. Wie würde sich denn ein Chris Harms neben Dieter Bohlen bei DSDS oder bei Voice Of Germany in der Jury machen?

Chris: Ich würde das tatsächlich sehr gerne mal machen. Da sitzen immer so viele Kasper, die den jungen Dingern so eine Scheiße erzählen. Ich traue mir durchaus zu, ein kompetenteres Jurymitglied zu sein als so einige andere, die dort warum auch immer über den Nachwuchs richten durften.

Dein persönliches Song-Highlight auf der neuen Platte?

Chris: Ich habe jeden Tag einen anderen Favoriten, das ist immer stimmungsabhängig. Im Moment ist es gerade mitten in der Nacht und mir wäre stark nach "In A Perfect World"; ein Song, in dem wir uns die Welt so hindenken, wie wir sie gern hätten.

Lord Of The Lost sind stets sehr fannah, was nicht nur eure täglichen Facebook-Posts und die "TV Of The Lost"-Episoden zeigen, sondern z.B. auch eure "Fandy"-Aktion neulich. Wie kommt man auf solche Ideen? Wer ist da so kreativ bei euch in der Band?


Chris: Wir alle haben viele Flausen im Kopf, und so kommen wir meistens nach sieben bis vier Gläsern Whiskey auf solche abstrusen Ideen. Wir haben ein ganz klares Credo: Do it now! Jede Idee, und scheint sie noch so doof oder abwegig, wird von uns in die Tat umgesetzt, zumindest versuchen wir es. Drei Tage nach der Fandy-Idee führten wir schon das erste Fan-Gespräch am Telefon im Tourbus.

Wenn man Tag für Tag, Woche für Woche beisammen ist und viel Zeit im Tourbus aufeinander hängt, kommt es sicherlich auch mal zu Reibereien. Wie haltet ihr ein gutes Bandklima aufrecht?

Chris: Das Problem ansprechen, klären, fertig.

Weniger wegen Streitereien, sondern vielmehr aus musikalischen bzw. persönlichen Gründen gab es kürzlich einen Besetzungswechsel am Schlagzeug. Wie fügt sich euer neuer Drummer Tobi in die Band ein?

Chris: Disco und LOTL waren gegen Ende wie ein Puzzle mit einem Teil, das nicht mehr 100-prozentig passt, da sowohl er als auch wir woanders hinwollten. Wir haben sehr freundschaftlich und respektvoll die Situation zu jedermanns Zufriedenheit gelöst; Disco spielt jetzt bei Blutengel und ist da sehr glücklich, und Tobi ist exakt das passende Puzzlestück, das wir gebraucht haben.

Nach dem Festivalsommer geht die "Into The Fire"-Tour weiter. Inwiefern werden sich die Shows von den aktuellen unterscheiden, zumal dann das neue Album bereits draußen sein wird?

Chris: Wir werden sicherlich ein paar mehr neue oder zumindest andere neue Songs präsentieren, welche genau, ist aber jetzt noch nicht absehbar. Wir werden nicht sechs Shows spielen, sondern 12, d.h. es werden auch wieder kleinere Clubs und kleinere Städte dabei sein. Wir hoffen auf eine sehr persönliche Tour, auf der wir unseren Fans wieder etwas näher sein können, was auf dem ersten Tourteil nicht immer so möglich war, wie wir es uns gewünscht hätten.

Und zum Abschluss: Wie würdest du den Satz "Musik ist…" vollenden?


Chris: …nicht alles, aber fast!



Interview: Lea S.
Fotos: taken & (c) Mandy Privenau / taken from outofline.de
Website Band: www.lordofthelost.de


(c) NEGAtief / Ausgabe Mai/Jun. 14 / www.negatief.de
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