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Marilyn Manson - Vernissage (deutsch)
Die Blumen des Bösen
Marilyn Manson und seine erste Bilderausstellung in Deutschland




Er provoziert, er schockiert und er ist immer wieder gut für Überraschungen. Die Rede ist von Marilyn Manson (38) – lebendes Gesamtkunstwerk und Rocker der dunkleren Generation. Viel hat er in letzter Zeit durchlebt, vieles hat ihn geprägt. Das Leben des Düsterrockers mit dem blassen Teint und den dunkelroten Lippen wurde in jüngster Vergangenheit einmal so richtig durchgekrempelt. Geplagt von Depressionen, die Trennung von Fetisch-Model Dita von Teese…damit hatte Manson zu kämpfen. Doch in dem ganzen Durcheinander fand er schließlich einen (Aus-)weg und zwar zu sich selbst, zum Menschen in ihm. Diesen Menschen hat Manson nun auf seiner neuen Platte „Eat me, drink me“ zu Wort kommen lassen. Das Album sei eine Art Tagebuch oder Brief, in dem der nun ganz menschliche Manson mit der Vergangenheit und insbesondere dem letzten Jahr abrechne.

Doch nicht nur die Musik bietet Brian Hugh Warner, so Mansons bürgerlicher Name, die Möglichkeit, Gefühle auszudrücken, um die Menschen damit zu erreichen. Seit einigen Jahren bereits greift Manson auch immer wieder zu Pinsel und Leinwand. Die Malerei ermögliche es ihm, so Manson, Gefühle jenseits der Musik auszudrücken. Und diese Gefühle finden sich in großformatigen Aquarellen wieder. In Florida waren die Bilder bereits zweimal ausgestellt – in Naples und Fort Myers. Aber nun zeigt Multitalent Marilyn Manson seine Kunstwerke auch erstmalig in Deutschland. In der Kölner Galerie Brigitte Schenk können derzeit Mansons Bilder einen Monat lang bewundert werden.

Bezüglich dieser Ausstellung fand am 27. Juni 2007 eine Pressekonferenz im Kölner Hilton-Hotel statt. Der Künstler war höchstpersönlich an Ort und Stelle, um über seine Werke zu erzählen. Doch ließ der gute Mann im Konferenzsaal des Hotels erst einmal die rund 100 geladenen Journalisten ein halbes Stündchen warten. Spannung lag in der Luft. Alle Augenpaare und Kameraobjektive waren zur Tür hin gerichtet, die jeden Moment aufgehen konnte. Einer der anwesenden Journalisten versuchte die angespannte Atmosphäre durch Sprüche wie „Ist das rote Mikrofon da vorne auf dem Pult in Blut getränkt? Nicht, dass Herr Manson das gleich schluckt…“ aufzulockern, was ihm nur geringfügig gelang.

Gegen 18:30 Uhr hatte das Warten endlich ein Ende. Marilyn Manson, so wie wir ihn kennen – weiß geschminkt mit dunklem Lippenstift und einer großen Sonnenbrille auf der Nase – , betrat in Begleitung von Galeristin Brigitte Schenk den Raum. Ein Raunen und begrüßendes Applaudieren schwappte durch die Menge. Doch anstatt sich als erstes am „blutgetränkten“ Mikrofon zu vergreifen, hob Manson erst mal ein Glas Absinth an die Lippen und nippte von der milchig-grünen Flüssigkeit. Brigitte Schenk sprach derweilen ein paar einleitende Worte. In ihrer Galerie sind Mansons Bilder zum ersten Mal in Deutschland ausgestellt. „33 großformatige Aquarelle von hoher Qualität“ gebe es zu bewundern, so Schenk auf der Pressekonferenz. Die Werke stammen aus den Jahren von 1999 bis 2006.

Nach der kurzen Begrüßung wurde eine offene Fragerunde eröffnet, in der jeder die Möglichkeit hatte, dem Künstler persönlich Fragen zu stellen. Manson antwortete sehr offen und ausführlich, erzählte von seinen Maltechniken und Inspirationen, dass er oft erst Skizzen und Polaroid-Aufnahmen mache, ehe er richtig mit Pinsel und Wasserfarbe loslege. Das Meiste habe er definitiv durch die Malerei gelernt…

Mansons Bilder handeln – ähnlich wie die Texte in seiner Musik – von der düsteren Seite des Lebens, von den tiefsten Abgründen der Menschen: Verzweiflung und Depression. Früher habe er mit „schmutzigem Wasser“ gemalt, nun sei er auf Wasserfarbe umgestiegen. Aber auch außergewöhnliche Substanzen – wie Absinth – finden immer wieder Einsatz in Mansons Malerei. Entweder die Menschen mögen das, oder sie mögen es nicht. Aber wem die Bilder nicht gefallen, der solle es besser machen, verdeutlichte Manson auf der Pressekonferenz. Künstler seien die am meist verfolgten und angeschuldigten Personen auf Erden, kritisierte er weiter. Auf die Frage hin, warum er nach zwei Ausstellungen in den USA nun Deutschland als nächstes Ziel gewählt habe, antwortete Manson, dass ihm die Mentalität hier gefalle. Deutschland versuche nicht wie Amerika zu sein. Und das Land gebe ihm eine gute Inspiration. Obwohl Manson sich besonders in Berlin wohl fühle, habe er jedoch Köln als Standpunkt für seine Bilderausstellung gewählt, da die Stadt sehr verständnisvoll sei. Wenn das so ist, warum musste der malende Schockrocker laut eigenen Angaben dann beim Kölner Dom vor geschlossenen Türen stehen bleiben? „…vermutlich weil ich Lippenstift drauf hatte“, zwinkerte Manson in die Runde.

Nach rund 25 Minuten war die offene Fragerunde beendet, Marilyn Manson und Brigitte Schenk bedankten sich für das große Interesse und luden noch zum anschließenden Fototermin in die Galerie selbst ein. Vor deren Türen hatte sich derweilen eine große Menge an Fans angesammelt, die allesamt erhofften, einen Blick auf den Malermeister erhaschen zu können. Und wieder ließ der Künstler auf sich warten, was aber wiederum die Zeit bot, sich schon einmal in Ruhe die Aquarelle in der Galerie anzuschauen. Die Werke zeigen größtenteils Porträts von Menschen, bei denen das Schöne völlig verdreht ist. Anstatt einem sanften Lächeln bekommt man ein fratzenhaftes Grinsen von der Wand entgegen geworfen. Schemenhaft verzerrte Körperteile schwirren durch den Raum. Ein wahrlich provokanter Malerfundus, der auf eine düstere Spur führt und das Böse an der Wurzel packt. « Les Fleurs du Mal » nennt Marilyn Manson seine Ausstellung, die Blumen des Bösen. Und diese tragen Titel wie „Skoptic Syndrome“, „Mouth Of War“ und „Pornography Becomes A Sport“. In seinen Bildern verarbeitet Manson Grenzthemen. Er zeigt Menschen mit ungewöhnlichen Krankheiten („Prone To Epilepsy“), wandert zurück in die Vergangenheit der US-Kriminalgeschichte und stellt den Tod der sechsjährigen JonBenet Ramsey dar („Sleeping Beauty“), sowie mit „Snow White I & II“ den ungelösten Mordfall der Elizabeth Shot aus dem Jahre 1947. Ebenso wagte sich Manson an die deutsche Vergangenheit heran und brachte Adolf Hitler mit dem Pinsel als transsexuelles nacktes Wesen zu Papier. Hauptaugenmerk war jedoch auf das Bild „Skull Roses“ gerichtet, die wahren Blumen des Bösen. Vor dieses Werk stellte sich Manson auch, als es gegen 20 Uhr endlich mit dem Fototermin losging. Ein wahres Blitzlichtgewitter überflutete den Künstler. Jeder wollte den besten Schnappschuss machen. Doch den Journalisten blieben keine 10 Minuten, ehe sie aus der Galerie wieder ins Freie geschoben wurden.

Manson machte anschließend noch selbst einen kleinen Rundgang durch die Galerie – diesmal begleitet von seiner neuen Freundin Evan Rachel Wood (19). Die schaurig schöne Ausstellung „Les Fleurs du Mal“ von Marilyn Manson in der Galerie Brigitte Schenk in Köln kann noch bis zum 5. August besichtigt werden.



Text & Fotos: Lea S.
Website Künstler: www.marilynmanson.com
Website Galerie Brigitte Schenk: www.galerieschenk.de

(c) darkmoments / www.darkmoments.de

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