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Megaherz/[soon]

Megaherz/[soon], 13.11.2008, Köln, Underground

Freitag...ähm...Donnerstag der 13. Man könnte ihn einen durchaus grauen Novembertag nennen. Doch was soll`s? Kein Grund, um Trübsal zu blasen und sich im Zimmerchen zu verkriechen! Denn am Abend öffnet wie so oft das Kölner Underground seine Pforten. Und wieder hat der kleine Club eine Menge zu bieten. Dieses Mal gleich zwei Highlights auf einen Streich. So haben sich für jenen kalt-feuchten Novemberabend die Münchener Megaherzen und die Hamburger Formation [soon] in der Domstadt angekündigt. Da verwundert es ein klein wenig, dass es kurz vor 20 Uhr am Clubeingang keine Warteschlangen gibt. Na nu? Zu spät dran? Nein, zum Glück nicht! Die Erstankömmlinge sind lediglich schon vor dem ungemütlichen Herbstwetter nach drinnen ins Warme geflüchtet, wo es wenigstens Sitzgelegenheiten und jede Menge Bier für alle gibt, die am Abend noch viel vor haben. Doch noch sind die Massen überschaubar. Die erste Reihe vor der Bühne ist von ein paar Jungs und Mädels in Beschlag genommen, während sich die restlichen Anwesenden gut auf den Raum aufteilen. Erst nach und nach trödeln noch einige Nachzügler ein und füllen den Club auf geschätzte knapp 200 Leute an. Ausverkauft ist das Konzert nicht, doch soll das nichts heißen.

                   

Der große Zeiger auf der Uhr ist schon ein wenig über die volle Stunde hinausgewandert, als sich Band Nummero 1 des Abends langsam auf der Bühne postiert und plötzlich alle Aufmerksam auf sich zieht. [soon] übernehmen die Rolle des Supports und haben die Aufgabe, das Publikum mit melodischem und eingängigem Rock aufzuwärmen. Dieses gibt sich anfangs noch etwas scheu und zurückhaltend, als [soon] mit „Grown Apart“ von ihrem aktuellen Album loslegen. Erst nach dem zweiten oder dritten Song tauen die anwesenden Gestalten langsam ein wenig auf und trauen sich auch ein wenig näher an die Bühne heran. [soon] präsentieren weiterhin ihre Songs wie das rockige „All I Wanted“ und das eingängige „High Time“, welche beide positiven Anklang finden. 

                   

Für Eric, Lenny, Markus und 7even ist es das erste Mal als [soon] auf Kölner Boden aufzutreten, doch scheinen sie nicht jedem gänzlich unbekannt zu sein. So werden auch die Stücke „Our Isolation“ und „Estrangement“ herzlich vom Publikum aufgenommen. Während 7even gebunden an einen Platz unerlässlich sein Drumkit bearbeitet, nutzen Markus am Bass, Lenny an der Gitarre und Sänger Eric ihre Bewegungsfreiheit auf der Bühne, wandern umher und tauschen zwischendurch die Plätze. Obgleich die Aufmerksam dabei hauptsächlich auf den Sänger gerichtet ist, schafft es Lenny durch seine grandiosen Gitarrensoli immer wieder von Eric abzulenken. Eine gute und ausgewogene Mischung von beiden Alben spielt das Quartett an jenem Abend und rockt als letztes seinen Song „Buried“, mit dem [soon] auch leider schon die Bühne verlassen. Da nutzen auch vereinzelte Zugaberufe nichts, die jungen Herren zurück in den Saal zu locken. Der Support-Gig ist getan, das Aufwärmen damit vorbei. [soon] haben ihre Feuerprobe in Köln mit Bravour bestanden. Thumbs up!

                          

Doch nun heißt es Bühne frei für den Hauptact des Abends. Ein großer Banner mit schwarz-weißem Schriftzug im Hintergrund kündigt die Band an. Allerdings vergehen noch etliche Minuten des Wartens, ehe sich Megaherz blicken lassen. Einige nutzen den Umbau, um sich noch Biernachschub zu holen oder bereits dem Merchandise einen Besuch abzustatten, wo sich mittlerweile auch [soon] postiert haben, um ein wenig mit dem Publikum zu quatschen. Doch dann ist plötzlich nicht mehr viel mit Unterhaltung, denn das Intro von Megaherz ertönt aus den Boxen und überstimmt alles Gesagte. Einer nach dem anderen betreten die Jungs die Bühne: Bam Bam, X-ti, Roland, Wenz und zuletzt Sänger Lex. Er könnte glatt der Bruder von Ex-Sänger Alexx sein, der seit geraumer Zeit mit Eisbrecher über die Meere zieht. Zum einen sehen sich die beiden frisurentechnisch ziemlich ähnlich, haben ähnliche Stimmen und dann auch noch den gleichen Vornamen. So was aber auch. Aber wollen wir an dieser Stelle nicht weiter spekulieren, sondern uns voll und ganz auf die Musik von Megaherz konzentrieren. Schließlich stehen die fünf Herren in Köln auf der Bühne und legen sogleich mit ihrem Opener „Das Tier“ los. 

         

Und als wäre beim Publikum ein Schalter umgelegt worden, bricht es plötzlich völlig aus sich heraus und feiert die Band mit Begeisterung. Auch Tracks wie „Jordan“, „Fauler Zauber“ und „Beiß mich“ tun ihr übriges hinzu. Während Sänger Lex zu Beginn der Show noch eine schicke Jacke anhat, muss er schon bald feststellen, dass sie doch ein wenig zu warm ist. Darunter zum Vorschein kommt ein schwarzes Shirt mit weißem Schriftzug, dessen verschnörkelte Buchstaben sich kaum entziffern lassen. Während Drummer Bam Bam und Bassist Wenz die hintere Reihe der Bühne in Beschlag nehmen, posen die beiden Gitarristen X-ti und Roland immer wieder auf zwei Podesten, die eigens für Megaherz auf der Bühne aufgestellt worden waren. Auch Lex hüpft immer wieder aufs Podest, um den Raum besser überblicken zu können. Mittlerweile stehen die Menschen dicht an dicht und feiern begeistert jeden einzelnen Song. Es verwundert nicht, dass die Texte auswendig mitgesungen werden können. Und wer einen Blick auf die Setliste erhaschen kann, weiß bereits im Voraus, welches Stück als nächstes angesagt ist. „Kopfschuss“, „Ja, genau“ und das etwas ruhigere „Alles nur Lüge“ erhalten die positive Stimmung im Underground weiterhin aufrecht. Dann ist es Zeit für den Titeltrack des aktuellen Megaherz-Albums, das der Tour seinen Namen gegeben hat: Heuchler! Ein Stampfsong mehr, der das ein oder andere Mädel aus der ersten Reihe in wahre Extase versetzt. Da fliegen auch schon mal ein paar Haare anstatt Fetzen. 

          

Als Megaherz dann plötzlich von der Bühne verschwinden, lassen das die Fans nicht auf sich sitzen und vordern einstimmig Zugaben, die sie auch bekommen. Drei Stück an der Zahl, wozu auch der Ohrwurm „Miststück“ gehört. Danach verschwindet das Quintett ein zweites Mal von der Bühne. Doch noch immer hat das Publikum nicht genug. So kom men zumindest die vier Instrumentalisten von Megaherz zurück auf die Stage, während sich Sänger Lex unauffällig unters Publikum mischt. Er bleibt allerdings nicht unentdeckt und hält geduldig sein Gesicht für das ein oder andere Fotos in die Kamera. Schließlich kämpft er sich durch die Menge zurück auf die Bühne, um mit seinen Mannen die letzten Akkorde gemeinsam ausklingen zu lassen. Dann ist das Konzert vorbei und das Publikum mehr als zufrieden mit der energiegeladenen Show. Wenige Minuten später treffen sich Fans und Künstler am Merchandise wieder, um noch die ein oder anderen Worte zu wechseln und für gemeinsame Fotos zu posieren. Auch [soon] stehen immer noch am Merch und verteilen fleißig Autogramme. Erst nach und nach löst sich der Pulk im Underground langsam auf und die Menge macht sich langsam, aber glücklich auf den Heimweg. 
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Text: Lea
Fotos: Lea
 

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