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Negative "Anorectic"

Negative "Anorectic", VÖ 29.09.2006, Roadrunner Records

Tracklist:
01) Arrival
02) Glory Of The Shame
03) Reflections
04) One Last Shot
05) Fading Yourself
06) Planet Of The Sun
07) A Song For The Broken Hearted
08) Sinners Night/Misty Morning
09) Swans
10) Stop F*ckin<< Around
11) Embracing Past
12) We Can´t Go On
13) In Memoriam (immortal peace)
 
Wie heißt es so schön? Aller guten Dinge sind drei!
 
Und hier ist es nun: „Anorectic“, das dritte Album der finnischen Band Negative.
Mit dieser vielschichtigen Scheibe laden die Jungs auf eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle ein, voller Höhen und Tiefen, die sich über insgesamt 12 Songs erstrecken. Und diese Achterbahnfahrt rockt!
 
Eingeleitet wird sie durch ein psychodelisches Intro, welches sogleich in den wohl härtesten Song der Scheibe übergeht - „Glory of the shame“. Sänger Jonne überrascht mit rauer und tiefer Stimme, lässt aber auch, wie „Reflections“ beweist, sanfte und gefühlvollere Töne zu.
 
Das folgende Lied, in dem es um eine missglückte Beziehung geht, besticht durch seine volle Bandbreite an verzerrten Gitarrenriffs, schnellen Drums und nicht zuletzt durch den plötzlichen Stimmungswechsel. Ein Song mit garantiert viel Hitpotential.
 
Weiter geht die verrückte Achterbahnfahrt begleitet von Glockenspiel und Glamrock-Power in „Fading yourself“ und gotischen Keyboardparts in „Planet of the sun“. Doch neben den zahlreichen Rock-Nummern haben Negative auch speziell eine Ballade für gebrochene Herzen im Gepäck. Diese lässt einen bei Streicherklängen träumend in Gedanken davon schweben.
 
Allerdings bleibt nicht viel Zeit zum Träumen, denn das überraschende Ende der Ballade und die darauf folgende Einleitung der Stadionhymne „Sinners night/Misty morning“ schrecken auf: Hey asshole! You´re in the wrong fucking frequency! Bitte? Sind das wirklich Negative, die da rotzfrech ihre eigene Interpretation von Rock`n`Roll präsentieren?
 
Ein überraschendes Album, da hat Jonne Recht (siehe Interview). Es ist verrückt und bunt wie ein Zirkus, denn es gibt so viele Dinge zu entdeckten, seien es orientalische Klänge aus den Lautsprechern eines Radios oder düstere Schreie wie am Ende von „Swans“.
 
Der Song mit dem rotzigen Titel „Stop fucking around“ lässt nochmals R`n`R-Feeling aufkommen und mit „We can´t go on“ beweisen die finnischen Mannen ebenfalls, dass sie einen weiteren großen Schritt gen Rockhimmel gemacht haben. Doch emotionale Sprünge bleiben auf „Anorectic“ einfach nicht aus. So kann man bei „Embracing past“ trotz schwerer Gitarren gepaart mit schöner Melodie nochmals zu Jonnes sanfter Stimme entspannen.
 
Die Achterbahnfahrt endet schließlich mit „In memoriam (immortal peace)“ und einem letzten Akkord. Oder auch nicht? Aber was Vogelgezwitscher, Zahnarztbohrer und Babygeschrei mit Negatives wilder Fahrt durch „Anorectic“ zu tun haben, muss jeder selbst herausfinden.
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Rezi: Lea
Website Band:
www.negative.fi
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