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Nightwish/Pain/Indica

Nightwish/Pain/Indica, 17.03.2009, Köln, Palladium

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass uns Nightwish zuletzt für ein paar Gigs in Deutschland heimgesucht haben. Im März 2009 ist es dann erneut Zeit für die Finnen und ihre phänomenalen Bühnenshows. Und diesmal steht auch Köln mit auf dem Tourplan. Im Palladium soll das Konzert am 17. März steigen. Schon einige Zeit vor dem Einlass tummeln sich meterlange Warteschlangen vor den Toren der Konzerthalle. Das vorwiegend dunkel gekleidete Publikum scheint sich aus den unterschiedlichsten Altersgruppen zusammen zu setzen. Eine wahrlich bunte Mischung für den Abend. Aber auch musikalisch soll es eine mehr als bunte Mischung geben, denn Nightwish haben zwei Vorbands auf ihrer Tour mit dabei, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da wäre zum einen die finnische Girlie-Band Indica zu nennen, die mit poppig-rockigen Klängen überzeugt. Zum anderen sind auch Pain aus Schweden mit von der Partie. Moment! Kommt uns das nicht bekannt vor? Oh ja, denn im letzten Jahr waren Pain auch schon als Support mit Nightwish unterwegs. Da verwundert es wohl nicht, dass sich die aktuelle Tour von Nightwish auch „Déjá-vu-Tour 2009“ nennt. Aber das nur am Rande. Natürlich ist Pain eine vortreffliche Wahl, aber etwas „Neues“ wäre vielleicht auch mal nett gewesen. Nun gut, dafür sind ja Indica dabei, die sozusagen Krieger vom letzten Jahr ersetzen.

              

Um 19 Uhr öffnet das Palladium am Konzerttag seine Tore und gewährt den wartenden Fans Einlass. Der Kampf um die begehrten Plätze in den vordersten Reihe beginnt und ist schnell entschieden. Wer zuerst kommt, mahlt eben zuerst. Nach und nach werden dann auch die hinteren Plätze und der Rundum-Balkon in der Halle gefüllt. Und als um kurz vor 20 Uhr die erste Support-Band Indica loslegt, scheint das Palladium schon reichlich vollgestopft zu sein. Schnell steigen auch die Temperaturen im Saale an und so verwundert es nicht, dass die fünf Mädels auf der Bühne wärmstens in Empfang genommen werden. Schick haben sie sich gemacht für ihren kurzen Auftritt. Und besonders das männliche Publikum dürfte sich angesprochen fühlen beim Anblick der fünf jungen Damen, die bereits seit 2001 zusammen Musik machen. Eigentlich setzen Indica auf finnische Texte, doch während der Tour mit Nightwish präsentieren sie ihre Songs in englischer Sprache. Es gibt eben einfach nicht so viele Menschen, die der finnischen Sprache mächtig sind. Englisch macht die Sache schon viel einfacher. Doch leider haben Jonsu, Heini, Sirkku, Jenny und Laura nur fünf Songs auf Lager, die sie dem Kölner Publikum präsentieren können, oder sagen wir besser mal dürfen. Der zeitliche Rahmen des Abends ist eben knapp gesteckt und während Indica das Palladium mit ihren poppig-rockigen Klängen langsam in Bewegung bringen, stehen im Backstage-Bereich schon Pain in den Startlöchern. Doch noch gebührt dem Mädels-Quintett die Ehre. Sängerin Jonsu greift während des Auftritts auch immer wieder zur Geige, um die Songs atmosphärisch zu untermalen. Den Mädels ist die Spielfreude förmlich ins Gesicht geschrieben. So ist es schade, dass sie bereits um 20:15 Uhr die Bühne wieder freimachen müssen.

              

Doch nun sind Pain an der Reihe, die anstatt auf poppig-rockige Klänge eher auf metallische Industrial-Sounds zählen. Der Umbau geht schnell vonstatten und so entern Frontmann Peter Tätgren und seine drei Bandkollegen bereits kurz vor halb neun die große Bühne im Palladium und legen gleich mit „I´m Going In“, dem Opener des aktuellen Pain-Albums, los. Und natürlich sind die Nightwish-Fans mittlerweile mit den Schweden und ihrer Musik vertraut und haben längst angebissen. Kein Wunder also, dass die Anwesenden schon vor dem Auftritt der Headliner des Abends ein wenig abgehen. Aber Peter & Co. spornen die Konzertbesucher auch immer wieder zum Klatschen und Rumhüpfen an. Erst der etwas ruhigere Track „Hate Me“ sorgt für eine kurze Verschnaufpause, ehe es mit dem Ohrwurm „Same Old Song“ wieder volle Kraft voraus geht. Auch „Monkey Business“ vom neuen Album “Cynic Paradise” kommt an jenem Abend in Köln nicht zu kurz. Immer wieder lassen die Pain-Jungs ihre langen Haare durch die Lüfte wirbeln und finden schnell ein paar Nachahmer in den ersten Reihen und auf den Balkonen. Das riecht förmlich wieder nach reichlich Nackenschmerzen zu späterer Stunde, scheint aber sowohl Band als auch Publikum reichlich egal zu sein. Und so laufen beide beim siebten und letzten Lied nochmals zu Höchstformen auf. Natürlich hat auch „Shut Your Mouth“ einen Platz auf der leider viel zu kurzen Setlist von Pain gefunden. Zu diesem Song hat die schwedische Band einst ein amüsantes Video mit einem Alien gedreht, das in Köln aber leider nicht dabei ist. Aber Pain können auch so mit ihren Songs überzeugen und lassen somit um 21 Uhr im Saale ein mehr als zufriedenes Publikum zurück.

                  

Und das hat plötzlich nur noch eine Band im Kopf: Nightwish! Allerdings müssen sich alle noch ein wenig in Geduld üben. Nicht, dass der erneute Umbau auf der Bühne ungewöhnlich lange dauern würde, doch irgendwie scheint für den Beginn der Headliner-Show Punkt 21:30 Uhr vorgesehen zu sein – und nicht früher. Im Grunde gar kein Problem. Das Publikum sieht das jedoch ein wenig anders und verfällt in eine unruhige „Die-Headliner-auf-die-Bühne-hol-Klatschzeremonie“, der nach und nach synchrone „Nightwish“-Rufe folgen. Doch wirklich erst Punkt 21:30 Uhr lassen sich Nightwish endlich erweichen. Ihr Intro beginnt und die Bühne erstrahlt im blauem Scheinwerferlicht und wird von Nebelschwaden überzogen. Erst jetzt ist das gesamte Ausmaß der Bühnendeko sichtbar, angefangen bei einem riesigen Nightwish-Banner im Hintergrund der Bühne. Davor erhebt sich mittig das Schlagzeug von Jukka Nevalainen auf einem Podest. Links und rechts daneben befinden sich zwei große Stellwände mit darauf abgebildeten Meereswellen. Das Keyboard von Tuomas Holopainen ist von einem Boot umgeben, während auf der Stammseite von Gitarrist Emppu Vuorinen ein riesiger Schiffsanker seinen Platz gefunden hat. Bassist und Sänger Marco Hietala und Sängerin Anette Olzon finden sich in der Mitte der Bühne ein, an die sie während des Abends allerdings nicht fest gebunden sind. Denn da ist reichlich Bewegung auf der Stagen angesagt.

              

Nach seinem explosiven Opener „Seven Days To The Wolves“ greift das Quintett auf den älteren, aber dadurch nicht weniger guten, Track „Dead To The World“ zurück, ehe es mit „The Sirene“ ein Stück von der letzten gemeinsamen Platte mit Ex-Nightwish-Sängerin Tarja Turunen auf die Ohren gibt. „Wie geht es Ihnen? Alles gut?“, ruft die aktuelle Frontfrau der Band, Anette Olzon, die mittlerweile blondes und nicht mehr schwarzes Haar trägt, in ihrem besten Deutsch. Laute Jubelschreie sagen da alles. Und sie werden auch nicht schwächer, als „Amaranth“ angesagt ist. Denn dabei handelt es sich um einen Ohrwurm, der einmal gehört, nicht mehr so schnell aus dem Kopf verschwinden will. Aber von diesen Ohrwürmern haben Nightwish so einige auf Lager, die bei den Anwesenden natürlich besonders für positive Stimmung sorgen. Es wird gehüpft und gebangt und die ersten Schweißtropfen fliegen. Die mögen allerdings auch daher rühren, dass das Finnen-Quintett natürlich nicht auf allerlei Pyro-Effekte verzichtet. Das erklärt wohl auch die nicht gerade niedrigen Eintrittspreise zum Konzert. 45 Euro Abendkasse sind schließlich schon ein netter Batzen. Aber dafür bekommt man auch einiges geboten – und nicht nur Feuerfontänen, die gen Hallendecke schießen, oder meterlange, rote Lametta-Bänder, die durch den Raum flattern. Schließlich präsentieren Nightwish in erster Linie ihr musikalisches Können. Und das äußert sich im Verlauf des weiteren Abends durch Songs wie „The Poet And The Pendulum“ vom Studioalbum „Dark Passion Play“ und das eingängige „Nemo“, bei dem plötzlich Schaumflocken von der Decke rieseln und in der Halle für ein minutenlanges, wirbelndes Schneegestöber sorgen.

                

Schließlich bieten die fünf Finnen mit ihrer Ballade „The Islander“ einen kleine Ruhepol inmitten all ihrer Kracher. „Haltet alle eure Mobiltelefone und Feuerzeuge in die Höhe“, fordert Marco auf und sorgt so für ein grandioses Lichtermeer. Aber auch auf der Bühne sorgen Fackeln für eine wohlige Atmosphäre. Anette – an jenem Abend im schwarzen Rock und mit gleichfarbigen Top bekleidet – hat sich plötzlich ein Diadem auf den Kopf gesetzt und stimmt mit Marco zusammen den ruhigen „Islander“-Song an. Danach geht es jedoch wieder krachiger weiter und Nightwish präsentieren mit „Dark Chest Of Wonders“ den vermeintlich letzten Song des Abends und bieten nochmals ordentlich Feuerwerk in der Halle. Alle starren gebannt zur Bühne, auf der das Spektakel seinen Lauf nimmt, ohne dabei aber das Klatschen und Hüpfen zu vergessen. Auch die Support-Mädels von Indica haben sich wieder in der Halle eingefunden – diesmal allerdings auf dem Balkon – um ihren Kollegen bei deren Liveshow zuzuschauen. Als das Quintett allerdings die Bühne verlässt, gibt sich das Publikum noch nicht zufriedengestellt und verlangt nach mehr. „Zugabe, Zugabe“ schallt es durch den gesamten Saal. Das dürften auch Nightwish im Backstage-Bereich gehört haben, denn plötzlich kommen sie zurück auf die Bühne, um noch zwei Zusatzsongs an ihre Show anzuhängen. Außerdem ist immer noch nicht die gesamte Pyro verfeuert und schließlich kommen auch noch die bekannten „Papierschnipsel-Kanonen“ zum Einsatz. So wirbeln mit einem Male tausende Papierschnipsel so dicht durch die Luft, dass man sekundenlang überhaupt nichts vor Augen sehen kann. Als 15. und letzten Song des Abends präsentieren die Finnen-Headliner Nightwish ihren Song „Wish I Had An Angel“ und runden damit das Konzert im Kölner Palladium kurz nach 23 Uhr perfekt ab. Zum Abschied nehmen sich die fünf nochmals alle in die Arme und verbeugen sich vor der versammelten Meute. Unter tosendem Applaus verlassen sie schließlich die Bühne und entlassen ihre Fans in die kühle Nachluft. 
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Text: Lea
Fotos: Lea

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