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Nightwish/Pain/Krieger

Nightwish/Pain/Krieger, 19.03.2008, Dortmund, Westfalenhalle

Groß war die Nachfrage bei Fans des nordischen Metals, als Nightwish am 19. März im Ruhrgebiets-Städtchen Dortmund spielen sollten. So wurde ihr Konzert kurzerhand von Saal 2 in den wesentlich größeren Saal 1 der Westfalenhallen verlegt. Doch als wir kurz vor 19:00 Uhr den Haupteingang eben dieser Rundbaute erreichten, erwartete uns ein noch relativ überschaubarer dunkel gekleideter Menschenpulk, der sich langsam seinen Weg ins Innere der Halle bahnte. So auch wir. Drinnen sah es von der Menschenmenge her zunächst auch nicht nach mehr aus: die Tribünen – zumindest die hinteren Bereiche – nur spärlich besetzt, der Innenraum bis zum Auftritt der Headliner nicht einmal halb gefüllt. Aber das sollte sich im Verlauf des Abends noch ändern. Dafür hatten die Erstangereisten – im übrigen bunt durchgemixt – noch das Vergnügen zwei Supportbands zu erleben.

Da waren zunächst einmal Krieger aus Dresden. Musikalisch passen sie vielleicht eher in Richtung Subway To Sally und In Extremo, aber auch unter den Nightwish-Fans fanden sie viele Befürworter. Mit „Krieger“ legte die Band um 19:30 Uhr los und hatte eine halbe Stunde Zeit, die Anwesenden mit deutschem punkigen Rock von sich zu überzeugen. Hinter den vier Jungs prangte auf einer Stellwand ihr Logo – ein großes K in schwarz/weiß. Krieger rockten weiterhin Songs wie „Mein Schloss“, bei dem sie eine Kerze entzündeten, um für traurig-schöne Atmosphäre zu sorgen. Zum Abschluss durften natürlich auch das rockige „In Flammen“ und die aktuelle Single „Heimat“ nicht fehlen. Eine insgesamt solide Show, die schon einmal für gute Stimmung im Saale sorgte. 

 

Als nächstes hatten die Schweden von Pain die große Bühne ganz für sich allein und nutzten diese auch vollkommen aus. Eine gute halbe Stunde rockten sie sieben Songs – angefangen mit „Same old song“ – und schwangen dazu ihre langen Haare. Dem Publikum gefiel es, was der Jubel und das Klatschen bewiesen. „Beautiful“, grinste Sänger Peter sichtlich erfreut über das Entgegenkommen der Fans ins Mikro, um danach direkt den nächsten Song anzustimmen. So standen neben dem Klassiker „Same old song“ auch Tracks wie „End of the line“ und „Just hate me“ auf dem Plan. Die vier Pain-Jungs hatten ganz schön Feuer unter dem Hintern und viele hätten sicher gern noch mehr von dieser Industrial-Metal Band gehört und gesehen, doch hinter der Bühne standen bereits Nightwish in den Startlöchern. Somit beendeten Pain ihren Auftritt kurz vor 21:00 Uhr mit einem letzten Drum-Solo, einem „Dankeschön“ und verschwanden unter tosendem Applaus. 

  

Jetzt hieß es sich noch ein wenig gedulden, ehe das große Nightwish-Logo enthüllt wurde und die fünf Nordlichter von Nightwish die Bühne für sich einnahmen, um ihr neues Album „Dark Passion Play“ samt neuer weiblicher Besetzung zu präsentieren. Natürlich ist es für eine Band immer ein Risiko, wenn plötzlich nicht mehr die gewohnte Stimme die alten Hits performt. Wie werden die Fans den neuen Gesang aufnehmen? Anette war soweit sehr gut von den Nightwish-Fans aufgenommen worden, als bekannt wurde, dass sie Tarja Turunen ersetzen würde. Auch das Dortmunder Publikum empfing die neue Frontfrau sehr herzlich. So legten Nightwish gewohnt pompös mit ihrer 1 ½-stündigen Show los und ließen nach schier endlosem Intro den Opener „Bye bye beautiful“ aus den Lautsprechern krachen. 

   

Aber nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit reichlich Pyro-Effekten heizten die Finnen/Schwedin die Westfalenhalle an jenem Abend ein. So schossen immer wieder Feuersprühregen, rote Feuerwerkskörper und meterhohe Flammen gen Hallendecke und erwärmten die Nasen im näheren Umkreis. „Dark chest of wonders“ erklang als nächstes aus den Lautsprechern und wurde gebührend gefeiert. Tuomas – wie schon zuvor der Sänger von Pain im roten Shirt gekleidet – ließ seine schwarzen Haare fliegen und haute gleichzeitig auf die Tasten seiner Keyboards. Auch Gitarrist Emppu ließ seine Haare wirbeln, während bei Bassist und Sänger Marco noch der Bart hinzu kam. Von Julius am Schlagzeug sah ich von meiner Standposition aus nicht sehr viel, da die liebe Bühnentechnik die Sicht versperrte. Aber den Klängen nach zu urteilen, wird sich der Drummer mit Sicherheit völlig verausgabt haben. Anette bedankte sich auf deutsch beim Publikum für dessen Unterstützung. Sie habe in der Schule Deutsch-Unterricht gehabt, erzählte sie lachend, allerdings in englisch. Sie habe das meiste nämlich wieder vergessen. 

   

Nach weiteren Songs vom neuen Schaffenswerk und „The siren“ vom Once-Album, gab es die erste Single-Auskopplung von „Dark Passion Play“. Es lässt sich nicht verleugnen, dass „Amaranth“ schnell zum Ohrwurm wird. Doch durch den sich anschließenden Akkustik-Track – gesanglich vorgetragen von Marco – wurde man rasch wieder von „Amaranth“ abgelenkt. Meeresrauschen und vier brennende Feuerkelche trugen nicht unerheblich zur romantischen Atmosphäre bei diesem Song bei. Schließlich ging es mit dem endlosen „The poet and the pendulum“ wieder rockiger zur Sache. Sprühender Feuerregen in Form von sich drehenden Windmühlen und rotes Lametta, das von der Decke fiel, sorgten für neue Überraschungseffekte. Auch die Instrumentalversion von „Last of the wilds“ durfte nicht fehlen, bei der Anette den Jungs die Bühne überließ und für eine Weile hinter den zwei Deko-Stellwänden, auf denen aufgemalte Meereswellen schäumten, verschwand. Für „Sahara“ war sie allerdings wieder präsent und kündete danach bereits den letzten Song des Abends an: „Nemo“! Der hat natürlich gerockt und als schließlich noch weiße „Schneeflocken“ von der Hallendecke rieselten, schien alles perfekt. 

                            

Allerdings war „Nemo“ – wie angekündigt – leider wirklich schon der letzte Song, zumindest so lange, bis Nightwish vom Publikum angefeuert noch zwei weitere Zugaben hinlegten. Und bei diesen tobten sich die fünf Skandinavier nochmals richtig aus. Dachte man bei „Wishmaster“, dass sämtliche Feuerwerkskörper doch endlich mal verfeuert sein müssten, gab es bei „Wish I had an angel“ nochmals einen oben drauf, denn zusätzlich kamen nochmals die „Schneekanonen“ zum Einsatz. Aber damit waren Nightwish nach 15 Songs auch wirklich am Ende ihrer Show angelangt. Ein insgesamt beeindruckendes Konzert, wie ich finde. Der ein oder andere wird sich noch an den neuen Gesang gewöhnen müssen, aber Anette macht ihre Sache gut. Und als Dankeschön für den netten Empfang, den Dortmund ihr und den Jungs bereitet hatte, gab es zum Abschluss Shake-Hands mit der ersten Reihe, wo fleißig eine Schweden-Flagge für Anette in die Höhe gehalten wurde. Dann verschwand die Schwedin mit ihren finnischen Kollegen entgültig hinter der Bühne; für die Fans das Zeichen ebenso aufzubrechen. Und somit strömten tausende Menschen gleichzeitig aus der Halle ins Freie. 
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Text: Lea
Fotos: Lea

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