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Oomph!
Interview mit Flux [Oomph!], 31.07.2008, phoner



In diesem Jahr feiern sie ein kleines Jubiläum. Mit „Monster“ veröffentlichen Oomph! ihr mittlerweile 10. Studioalbum und haben es darauf geschafft, alte Wurzeln mit neuen Pfaden zu verknüpfen. Bereits die erste Singleauskopplung „Beim ersten Mal tut`s immer weh“ vom neuen Longplayer wies den Weg und bot einen kleinen Vorgeschmack auf das neue Schaffenswerk der Oompher Jungs Dero, Flux und Crap. Im November werden die Drei auf große Tour gehen. Viel Gesprächsstoff also, so dass ich am 31. Juli 2008 mit Gitarrist Flux telefonierte, um mit ihm über die neue Platte und die anstehenden Konzerte zu sprechen.

Hei Flux, wie geht`s dir?

Flux: Mir geht´s gut. Ich schwitze hier, denn es ist sehr warm bei uns. Aber wir wollen ja nicht über den Sommer meckern. Dann meckern wir auch wieder, wenn es zu kalt ist. Ich habe auch grade meine Marathon-Vorbereitung. Morgen ist Laufen angesagt. Und da ist es morgens auch schon warm.

Machst du viel Sport?

Flux: Ja, ich laufe Marathon und da muss ich auch entsprechend trainieren, sonst tut`s beim Marathon weh.

Es dauert nicht mehr lang, dann könnt ihr die Veröffentlichung eures Jubiläumsalbum „Monster“ feiern. Werdet ihr eine fette Party schmeißen?

Flux: Ja, aber das machen wir eigentlich immer nur intern. Es gibt keine große, pompöse Record-Release-Party. Da sagen wir immer, unsere Plattenfirma soll das Geld sparen und sinnvoll investieren. Wir feiern dann hier mit denen, die wirklich mitgemacht haben, mit Freunden und Familien, unserer Crew...

Ihr habt das Album wieder selbst produziert. Ist letztendlich alles zu eurer Zufriedenheit verlaufen oder gab es zwischendurch auch mal einen Durchhänger?

Flux: Wir haben jetzt noch mal neun Monate an reiner Studiozeit gehabt. Wenn alles dann immer noch nicht zu unserer Zufriedenheit gewesen wäre, dann hätten wir etwas falsch gemacht. Wir nehmen uns ja schon immer genau die Zeit, die wir brauchen, bis wir sagen, dass jeder Song perfekt ist und dass jeder Song auch soweit ist, dass wir ihn veröffentlichen können. Vorher fliegen eigentlich die Songs und Ideen raus, die uns nicht gefallen.

Ihr selektiert also direkt?

Flux: Ja, ja. Wir haben viel mehr Songs geschrieben, als jetzt letztendlich auf dem Album gelandet sind. Da wird dann schon vorher von unserer Seite ausgewählt und später dann nochmals zusammen mit der Plattenfirma. Und dann arbeiten wir eben so lange, bis wir damit zufrieden sind. Das ist der Vorteil, wenn du ein eigenes Studio hast und dich selber produzierst. So kannst du eben auch mal neun Monate im Studio bleiben. Ich glaube in einem Mietstudio wäre das heute gar nicht mehr bezahlbar.

Worin siehst du denn noch konkret Vor- und Nachteile, wenn sich eine Band selbst produziert ohne einen Produzenten von Außen hinzuzuziehen?

Flux: Der Nachteil ist natürlich, dass es passieren könnte, dass man sich verrennt, dass man nicht genug Ideen hat oder der Aufgabe auch einfach nicht nachkommt oder einem auch der Blick so von Außen fehlt. Aber der Vorteil ist, dass wir alle drei produzieren können und somit die Kontrolle auch eigentlich wieder gegeben ist. Wenn jetzt zum Beispiel die Grundidee von Dero kommt, haben Crap und ich mehr diese externe Position und die hat Dero, wenn wir umgekehrt mit der Grundidee kommen. Und das gleicht sich immer ganz gut aus. Noch dazu gibt es natürlich unseren Manager und unsere Plattenfirma, die wir auch in wichtige Songs miteinbeziehen, so dass von deren Seite auch Feedback kommt, über das wir uns Gedanken machen, wie wir es umsetzen können oder ob wir es überhaupt umsetzen wollen. Wir haben also schon noch externe Ohren, die da mithören. Jeder von uns hat auch Freunde und Bekannte, denen er zwischendurch immer mal Demoversionen vorspielt, woraufhin dann auch Kommentare kommen.

Du sprachst eben davon, dass schon viele Songs vorab herausselektiert wurden. Sind diese Songs dann wirklich direkt im Mülleimer gelandet oder haben sie noch eine Chance auf einer späteren Platte zu erscheinen?

Flux: Wir schicken die dann immer Rammstein.

Euer Ziel war es auf „Monster“ alte Wurzeln mit neuen Pfaden zu verknüpfen. Wo beziehungsweise in welchen Songs wird es besonders deutlich, dass es euch gelungen ist, diesem Spagat nachzukommen?

Flux: Ich denke, „Revolution“ ist einer der Songs, der sehr elektronik-lastig und sehr tanzbar ist. Der hätte auch ruhig auf einem der ersten Alben drauf sein können. Dann haben wir „Du lügst“. Das ist ein Song, der auf einer der limitierten „Monster“-Versionen mit drauf sein wird und der ist auch sehr elektronik-lastig. Das muss sich noch gar nicht mal durch den ganzen Song durchziehen, sondern können auch nur Strophen oder Zwischenteile sein, die daran erinnern und an denen man sieht, dass wir etwas aufgegriffen haben. Man versucht das auch zu kombinieren. Wenn wir das eins zu eins machen würden, wie auf den alten Alben ohne neue Einflüsse, dann wäre das ein wenig langweilig. Wir versuchen uns ja schon weiterzuentwickeln. Die Sprünge sind vielleicht nicht mehr so riesig wie vom ersten zum zweiten Album, aber wir versuchen schon jedes Mal einen neuen Oomph! Sound zu finden und auch neue Sachen auszuprobieren. Wir könnten nicht 10 Jahre lang den gleichen Sound machen. Das wäre für uns langweilig. Da hätten wir auch gar nicht die Energie zu. Neue Sachen und Sounds auszuprobieren und mit neuen Geräten zu arbeiten, ist auch das, was uns als Band vorantreibt.

Und kommt dadurch auch immer so ein Wechsel vom Stil zustande? Man liest ja die unterschiedlichsten Bezeichnungen für euren Stil, zum Beispiel Elektro-Metal, Industrial oder Metal-Dance. Welchem Genre würdest du das neue Album zuschreiben?

Flux: Man selber hat es ja nicht immer so mit Stilbezeichnungen. Wir machen halt das, was uns gefällt und wir haben natürlich unsere Einflüsse, die aus der Rockmusik, Elektronik, dem Industrial und auch der Klassik kommen. Das versuchen wir alles einfließen zu lassen und somit haben wir diese Mixtur. Und wenn die Leute sagen, das ist Industrial-Rock oder Elektro-Rock, dann trifft das zu, weil die beiden Welten zumindest schon mal genannt werden, woher wir die Einflüsse nehmen. Im Grunde ist es schön, wenn man dann liest, dass man einen Oomph! Sound hat. Oder teilweise liest man in Plattenkritiken von anderen Bands, dass die sich nach dem Oomph! Sound anhören. Da weiß man dann, dass man was eigenes kreiert hat.

„Beim ersten Mal tut`s immer weh“ habt ihr als erste Single gewählt und dazu existiert auch ein sehr nettes, blutiges Video. Habt ihr euch dabei ein wenig vom Film „Hostel“ inspirieren lassen?

Flux: Das Video ist ganz konkret an den Film „Heart Candy“ angelehnt.

Gut, den habe ich nie gesehen.

Flux: Eigentlich ist er auch nicht eins zu eins umgesetzt, aber auf jeden Fall aufgegriffen.

In „Hostel“ kommt halt auch diese Szene vor mit dem Stuhl...

Flux: Ja, ich glaube, das kommt in einigen Horrorfilmen vor oder zumindest so ähnliche Szenen. Es geht uns einfach nur darum zu zeigen, dass es Sinn macht, den Spieß umzukehren und sich zur Wehr zu setzen. Wir wollen auch ein bisschen Aufmerksamkeit für das Thema schaffen, dass Eltern ein bisschen mehr auf ihre Kinder gucken, auf welchen Seiten sie sich im Internet herumtreiben und vielleicht auch ein paar Regeln schaffen, dass das ein wenig eingedämmt wird und eben auch alle wachsam sind gegenüber solchen Phänomenen.

Wann gibt es denn die unzensierte Version des Videos zu sehen oder wird da immer noch drüber diskutiert?

Flux: Die gibt`s mittlerweile so viel wie ich weiß im Netz in unserem „Labyrinth“ zu sehen. Und dann sind die Leute ja auch immer sehr schnell und ich weiß nicht wie die das machen, aber sie kopieren das dann raus und setzen es auf youtube, wo du das Video jetzt auch schon sehen kannst. Irgendwer hat es da in schlechter Qualität reingestellt.

Habt ihr das Video zur nächsten Single „Labyrinth“ jetzt auch schon im Kasten?

Flux: Ja, das ist auch schon fertig.

Und für dieses Video konnte man auf eurer Website bei einem Wettbewerb mitmachen und eine Rolle gewinnen?

Flux: Richtig, ein Fan hat eine Rolle bekommen, ein Mädel. Sie sitzt mit uns an einer pompösen Tafel. Die Story ist ein bisschen an „Alice im Wunderland“ angelehnt. Und die das gewonnen hat, hat zwar nur eine kleine Rolle bekommen, ist aber auf jeden Fall im Video zu sehen.

Auch habt ihr eure Fans am Cover der neuen Platte teilhaben lassen. Sie sollten Vorschläge dafür einreichen. Was waren letztendlich die ausschlaggebenden Punkte, welches Cover gewinnt?

Flux: Also erstmal waren wir total überwältigt, dass es so viele Einsendungen gab, genauso wie bei dem anderen Wettbewerb, den du angesprochen hast, wo die Fans ihren Lieblings-Oomph! Clip nachdrehen sollten, um eine Rolle in „Labyrinth“ zu erhalten. Wahnsinn, mit welchem Aufwand das teilweise und mit welcher Detailliebe das gemacht wurde. Das hat uns wirklich umgehauen. Da hätten wir nie mit gerechnet, dass es überhaupt so viele sind. Beim Cover haben wir über 630 Entwürfe erhalten. Das war eine riesen Arbeit, die durchzusehen und zu diskutieren. Jeder von uns hatte natürlich auch seine eigenen Favoriten. Und es war die komplette Bandbreite da, die man bei „Monster“ auch erwarten kann. Es gab Monster in allen Schattierungen. Manche haben Fotos von ihrer Freundin oder Ex-Freundin eingesandt oder ihre Haustiere am Computer verunstaltet. Es war eigentlich alles da, was man sich vorstellen kann, von professionellen Grafikern, zumindest sah es so aus, oder Sachen, die kleine Kinder gemalt haben oder es sah zumindest so aus, als hätten es kleine Kinder gemalt. Es war alles dabei. Du hast das Cover schon gesehen, denke ich mal?

Ja, ich habe die CD und das Cover per Downloadlink bekommen.

Flux: Ah, okay. Also uns war es halt wichtig, dass das Cover noch ein paar Fragen offen lässt. Man sieht nun einen kleinen Jungen, der eine Spaten in der Hand hält und eine Schürfwunde im Gesicht hat. Man weiß nicht, ob er das Monster ist oder ob er erst mit dem Monster gekämpft und es dann unter die Erde gebracht hat. Es lässt also so ein bisschen was offen. Und das war irgendwie interessanter, als einfach ein Horrormonster auf der Platte abzubilden.

Bist du denn auch selbst künstlerisch aktiv, was Malen und so anbelangt oder wo schlummert neben der Musik dein Talent?

Flux: Ich mache immer naive Malerei „Malen nach Zahlen“. Nee. Also da beschäftige ich mich gar nicht mit, mit grafischen Dingen und so. Ich habe da zwar schon - wie jeder von uns - eine ganz klare Meinung und kann auch mit dem Grafiker zusammen arbeiten. Also wir haben das Cover dann auch noch mal ein wenig gestalterisch beeinflusst, aber jetzt selber hingehen, das würde ich gar nicht machen wollen. Ich habe mich in dem Sinne auch noch nicht damit beschäftigt. Das ist ja auch nochmals ein ganz eigener künstlerischer Berufszweig. Wir machen als Band schon so vieles selber, da muss man sich dann nicht auch noch ins Detail reinhängen. Auch bei den Videos, die wir drehen, sind wir zwar supervisor-mäßig unterwegs und hängen uns überall mit rein. Bis zum letzten Schnitt und Entwurf reden wir mit und das gar nicht immer zur Freude unserer Plattenfirma, obwohl die immer sagen „Wir schätzen es sehr, wenn der Künstler auch eine Meinung hat!“. Aber bei uns geht das dann auch schon mal so sehr ins Detail, dass die schon lange sagen „Jetzt ist gut“ und wir sind immer noch am rumfeilen.

Ihr seid also kleine Perfektionisten?

Flux: Ja, aber letztendlich ist das für die Plattenfirma eine Platte von 30, die sie im Jahr veröffentlichen. Die gehen da natürlich ganz anders dran. Für uns ist es jedes Mal unsere Karriere, die auf dem Spiel steht, unser Baby, was wir gebären. Wir bringen fast nur alle zwei Jahre eine Platte raus und die will man natürlich in allen Belangen so gut wie möglich machen, sei`s vom  Artwork, sei`s natürlich von der Musik selber her.

Und Hobbies? Du hast eben schon das Thema Sport angesprochen. Hast du denn noch andere Hobbies neben der Musik?

Flux: Was habe ich denn doch für Hobbies? (lacht) Der Sport natürlich, der nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Und dann ist natürlich die Musik schon immer unser Hobby gewesen. Das ist auch der große Vorteil, dass wir die zu unserem Beruf machen konnten. Und dann ist die Zeit auch schon dahin, wenn man auch noch ein paar Freundschaften pflegen möchte. Da bleibt dann nicht mehr viel Zeit für anderes. Es macht auf jeden Fall immer viel Spaß, auch mal in diese anderen Bereiche wie Videodreh oder auch Coverdesign mit reinzuschnuppern. Das ist immer eine schöne Sache und auch eine gute Ablenkung. Die Platte ist dann meistens fertig und man kann sich somit auch mal in anderen künstlerischen Bereichen ein bisschen umschauen.

Was ich auf jeden Fall auch eine spannende Sache finde – du hast sie auch eben schon angesprochen – ist das Online-Game „Labyrinth“ auf eurer Website. Wer hatte denn die Idee dazu?

Flux: Die Idee kam von der Plattenfirma. Wir haben sie dann gemeinsam ausgearbeitet. Aber die Idee kam von der Plattenfirma, dass die gesagt hat, „Monster“ und „Labyrinth“, diese Verbindung würde sich dazu anbieten, ein Spiel auf der Seite zu machen. Wir haben schon immer der Plattenfirma gesagt, wir hätte gerne mal mehr mit Computerspielen zu tun. Gerade Crap ist ein sehr starker Gamer und in dieser Szene involviert. Online mit vielen anderen zu spielen ist sein großes Steckenpferd. Und wir hatten auch mal einen Song auf einem Computerspiel oder zwei Songs ja mittlerweile. Diese Zusammenarbeit oder ein Computerspiel als Medium für uns zu nutzen, ist wirklich sehr spannend, weil es immer viele gibt, die das cool finden und auch gerne spielen. Und das ist eine interessante Möglichkeit, den Kontakt zu den Fans zu halten, vielleicht auch neue Leute für Oomph! zu interessieren. Von daher waren wir gleich hellauf begeistert, als die Idee mit dem Online-Game „Labyrinth“ kam.

Neben ganz vielen Videos und Covern, die die Fans eingesendet haben, gibt es da auch noch andere Dinge, die sie bereits für euch getan haben? Gibt es vielleicht irgendein verrücktes Geschenk, das ihr mal bekommen habt?

Flux: Natürlich sind da immer die ganzen Frauen, die sich bei uns nackt im Backstage ausziehen. Das sind immer sehr schöne Geschenke. (lacht) Nee, nee. Wir sind brave Jungs. Und die Frauen sind auch ganz brav. Wir kriegen natürlich viele Geschenke. Wir haben auch immer diese Oomph! Days, von denen jetzt auch wieder drei anstehen.

Meet & Greets sozusagen?

Flux: Genau. Im Grunde sind wir dann an dem Abend da und stellen uns den Fans für alles Mögliche außer Sex zur Verfügung. Sie dürfen fast alles mit uns machen: Fotografieren, Anfassen, Fragen stellen, wir geben Autogramme...Und da kriegen wir auch immer sehr viele Geschenke. Wir neigen ja auch manchmal dazu, in Interviews Blödsinn zu sagen, wie wenn man uns fragt, was macht ihr abends im Tourbus, dann haben wir schon oft gesagt, wir spielen eingeölt und nackt Twister. Und so haben wir des öfteren Babyöl geschenkt bekommen. Achso, wir bemalen uns im Tourbus natürlich auch nackt mit Fingerfarbe, das haben wir auch schon oft gesagt. Und dann kriegen wir eben auch von unseren Fans Fingerfarbe geschenkt und so was in der Richtung. Oder die malen Bilder oder neulich haben wir eine gebastelte Puppe von der Darstellerin aus dem Frankenstein-Film, Frankensteins Braut, die wir auch bei „Brennende Liebe“ mit drin haben, erhalten oder Voodoo-Puppen wurden uns gebastelt, die uns darstellen. So was landet dann alles bei uns im Studio und dekoriert es. Einmal haben wir auch einen Stern geschenkt bekommen. Man kann bei Sternwarten Sterne kaufen und das hat jemand für uns getan und diesen dann nach Oomph! benannt. Dann gab es auch schon ein Ölgemälde vom Cover „Glaube, Liebe, Tod“ und ach ganz viel...

Ihr habt echt kreative Fans, muss ich sagen...

Flux: Ja, wir bekommen ganz viele nette Sachen. Da sind wir auch immer sehr gerührt. Man sieht, wie man die Fans erreicht und was wir ihnen bedeuten und dass wir mit unseren Texten und unserer Musik die Leute berühren. Dann weiß man, dass man das nicht nur für sich selber gemacht hat. Ein Teil ist es natürlich ein Egotrip, dass man sagt, ich will hier was Tolles für mich machen, Musik kreieren, die mir Spaß macht. Aber wenn man gleichzeitig damit die Leute dort erreicht oder ihnen helfen kann, dann ist das schon eine sehr, sehr schöne Sache.

Ihr habt auch schon mit einigen anderen Künstlern wie Nina Hagen und Apocalyptica zusammen gearbeitet. Gibt es trotzdem noch jemand auf eurer Liste, mit dem ihr gerne in Zukunft mal eine Single aufnehmen würdet?

Flux: Es gibt auf jeden Fall einen Namen. Wir würden gerne mal ein Duett mit Björk machen. Das ist eine Sängerin, mit der wir uns das sehr gut vorstellen können. Generell sind wir offen für Kooperationen, so lange das irgendwie spontan entsteht. Meistens ist es so, dass ein Song fertig ist und man sich überlegt, wer da noch zu passen könnte oder es kommt überhaupt erstmal der Drang auf „Mensch, hier wäre doch ein Duett genau richtig!“. Oder bei  Apocalyptica war es so, dass wir dachten, in „Die Schlinge“ passen einfach noch gut Celli mit rein. Da war´s aber leider so, dass wir die Jungs gar nicht getroffen haben. Also wir haben uns schon vorher mal getroffen bei einigen Festivals und haben uns auch hinterher wieder oft getroffen, aber die Jungs waren nicht wirklich mit uns im Studio. Wie das heute so ist, moderne Zeiten, hat man sich die Spuren über`s Internet zugeschickt und so zusammen gearbeitet. Doch dann haben wir uns natürlich beim Videodreh wiedergetroffen. Allerdings mag ich mehr die Zusammenarbeit, wenn man dann wirklich zusammen in einem Studio ist und sich auch ein paar kreative, besondere Momente ergeben. Das ist eigentlich noch viel geiler. In der Vergangenheit war das immer so, dass man wirklich zusammen mit dem Künstler im Studio war und von dessen Seite auch noch eigene Ideen beigesteuert wurden.

Ihr habt schon viele Videos gedreht und deshalb ist die Frage vielleicht ein wenig schwierig, aber gibt es ein besonderes Highlight, was du gerne hervorheben möchtest?

Flux: Ja, also so filmisch von Look her finde ich sind schon so Sachen wie „Brennende Liebe“ sehr geil geworden, obwohl ich an den Dreh eher schlechte Erinnerungen habe, weil er in einem stickigen, feuchten Kellergewölbe statt fand. Wir alle standen hinterher früh morgens, also ich zumindest, 10 Minuten lang unter der heißen Dusche und konnte 10 Minuten lang schwarzes Etwas aus meiner Nase herauspusten, was auch immer das war. Das möchte ich auch gar nicht wissen.

Staub von vor hundert Jahren.

Flux: Wir haben das alle eingeatmet den ganzen Tag über. Aber dafür ist das Video sehr schön geworden. Auch „Sex hat keine Macht“ ist ein Video, was ich sehr gerne schaue. Klar, an das erste Video kann man sich auch immer noch am besten dran erinnern, weil das eine große Sache war für uns. Da waren wir fünf Tage in Schweden.

Oh, in Schweden?

Flux: Ja, in Stockholm haben wir das gedreht. „Sex“ war das erste Video. Wir haben fünf Tage lang nur Party gemacht und zwischendurch auch irgendwie noch ein Video gedreht. Wir waren eben jung und haben das Leben eines Rockmusikers ordentlich genossen zu der Zeit. So viel erlebt haben wir selten in fünf Tagen am Stück. Da erzählen wir heute noch von. Ja, auch das neue Video ist ein richtig kleiner Film geworden. Das gefällt mir auch sehr gut.

Dann habt ihr kürzlich auf dem Amphi-Festival hier in Köln als Headliner des ersten Abends gespielt. Musste Dero eigentlich nachher den Scheinwerfer bezahlen, den er da zertrümmert hat?

Flux: (lacht) Hat er das? Ich habe nur gesehen, dass er einen Scheinwerfer in der Hand hatte, aber hat er ihn mutwillig zertrümmert? Gibt es Zeugen?

Ich bin Zeuge.

Flux: Ah, okay. Bis jetzt haben wir noch keine Rechnung bekommen. Ich glaube, das läuft unter dem üblichen Versicherungsschaden, wenn Veranstalter Konzerte mit vermeintlichen Rockstars geben. Sie rechnen damit, dass auch mal etwas zu Bruch gehen kann.

Und wie hat euch das Festival allgemein gefallen?

Flux: Sehr gut! Ich war auch überrascht, wie groß es ist. Ich bin genau ein Jahr davor auf dem Gelände bezüglich Marathonvorbereitung und Start gewesen...

Bist du beim Kölnmarathon mitgelaufen?


Flux: Genau, und von daher kannte ich das Gelände, aber mit einem anderen Gefühl im Bauch. Da ist man dann doch immer sehr aufgeregt und da habe ich gemerkt, wie entspannt ich doch bin, wenn ich nur auf die Bühne gehen muss. Und vor so einem Marathon habe ich viel mehr Angst. Aber was ich beim Festival schön fand, ist, dass wir auch zwei Autogrammstunden gegeben haben, die sehr gut besucht waren. So was ist immer schön, weil man da den Kontakt zu den Fans hat. Die eine Autogrammstunde war für die Homepage Gothic-Family.net.

Ja, da habe ich euch auch gesehen, wie ihr mit Kids und sogar einem Baby Fotos gemacht habt.

Flux: Ja, genau! Und da gibt es diese eine Community, bei der sich die Eltern und Kinder treffen und sich dort vereinen. Da hören dann auch schon die Kinder diese Musik. Dass die Eltern aber überhaupt ihre Kinder mit zu den Konzerten schleppen, finde ich allerdings recht zweifelhaft. Ich habe auch bei einem Konzert ein Kind gesehen, was das ganze Konzert über auf den Schultern von Papa saß. Ich weiß nicht, ob das das Richtige ist für ein Kind in diesem Alter ist.

Das ist auch viel zu laut und alles.

Flux: Genau, laut. Und die sind immer mitgehüpft, das Kind und der Papa. Die hatten auf jeden Fall Spaß und haben mir zugewunken und ich habe zurückgewunken. Aber gut, ist auf jeden Fall süß zu sehen, wie die Familien damit umgehen.

Im November geht ihr dann auf eigene richtig große Tour mit dem neuen Album. Kannst du denn schon ein paar Details verraten? Wird Dero wieder in Zwangsjacke auf die Bühne kommen oder was habt ihr da geplant?

Flux: Diesmal treten wir einfach nackt auf. Dann gibt es hinterher nicht so viel zu waschen. Crap und ich haben die Gitarren, wohinter wir uns ein bisschen verstecken können und Dero muss seinen Mikroständer hinter dem Mikroständer verstecken.

Wird schwierig?

Flux: (lacht) Da will ich noch nicht zu viel verraten. Ansonsten sind wir grade, was die anderen Planungen anbelangt, mitten dabei. Wir werden natürlich wieder eine bunte Mischung aus dem Programm spielen und bestimmt auch sechs neue Songs, wobei wir auch grade noch am überlegen sind, was wir da spielen. Das ist alles noch sehr frisch. Das Album ist gerade erst fertig. Bis November haben wir aber noch ein bisschen Zeit. Wir wollen natürlich wie immer eine große gemeinsame Party feiern und den Spaß, den wir auf der Bühne haben, auf`s Publikum übertragen, damit hinterher alle rausgehen „Geile Musik, geiles Konzert. Da gehe ich wieder hin“.

Mein Tipp, ihr müsst „Wer schön sein will, muss leiden“ noch als Single rausbringen! Der Song ist toll.

Flux: Ja, das ist auch schon immer einer der Singlekandidaten gewesen und er ist auch weiterhin im Gespräch. Da gibt es aber auch noch ein, zwei andere Songs, die da zur Debatte stehen. Aber „Wer schön sein will, muss leiden“ ist auf jeden Fall auch einer der Songs. Aber welcher Song es nun letztendlich wird, kann ich noch nicht sagen.

Lassen wir uns also überraschen. Flux, ich danke dir vielmals für`s Interview.

Flux: Bitte, gern geschehen. Wir sehen uns dann wahrscheinlich in Köln auf der Tour?

Das kann durchaus möglich sein.



Interview & Fotos: Lea S.
Website Band: www.oomph.de


(c) darkmoments / www.darkmoments.de, fhradio

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