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Paul Roland "Re-Animator"

Paul Roland "Re-Animator", VÖ 30.11.2007, Syborgmusic



Tracklist:
01) Charles Dexter Ward
02) Re-Animator
03) Chain Gang
04) Pan
05) Taliesin
06) Arkham
07) Valdemar
08) Swamp Girl
09) Abdul Alhazred
10) Assassins
11) Cthullu
 
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Sollte ich mir darüber Gedanken machen, dass mir der Name Paul Roland bis vor Kurzem noch nichts sagte? Zumindest scheint der Brite schon etwas länger Mann seines Faches zu sein . Und kein weißes Blatt Papier scheint ihm ohne weiteres unbeschrieben davon zu kommen, wenn man die Liste seiner bereits veröffentlichten Bücher betrachtet. Aber auch als Songschreiber und Sänger hat Roland schon einiges in Reserve, so veröffentlichte er bereits 1979 sein erstes Album, gefolgt von weiteren Schaffenswerken. Und jetzt meldet er sich ganz aktuell mit seinem brandneuen Werk „Re-Animator“ zurück.  
Paul Roland ist ein Geschichtenerzähler, was auch die Art, wie er singt, nicht verbirgt. Er hat seine eigene stimmliche Note und präsentiert die Songs auf seine Weise – so soll es im Grunde auch sein. Doch mal passt die Stimme zu den Tracks wie die Faust auf`s Auge, andere Male hätte ich mir meinerseits eine etwas andere Interpretationsweise und gesangliche Note gewünscht. Natürlich kann Roland nicht jeden Wünschen gerecht werden und jeder muss am Ende bekanntlich für sich entscheiden, ob ihm „Re-Animator“s bittersüße Melancholie zusagt oder nicht. Das Werk hat zumindest verdient, erhöht zu werden!   

Warum ich beim Betrachten des CD-Covers im ersten Moment an klassische Musik denken muss, weiß ich selbst nicht so genau. Vielleicht liegt es an dem jungen Herrn mit Mozart-Frisur? Der Totenkopf zu seiner Linken, auf den erst der zweite Blick fällt, leitet dann doch in etwas andere, dunklere Gefilde. So überraschter bin ich, als die Scheibe endlich im CD-Player rotiert und die ersten Klänge von „Re-Animator“ an mein Ohr dringen. Schnell wird klar, dass Roland hier sein ganz eigenes Ding durchzieht und die Musik nur schwer einzuordnen ist. Oder wem sagt vielleicht der Begriff „Psych-Pop“ etwas? Ein paar gotische Einflüsse hat die Musik in jedem Falle auch, aber lassen sich zusätzlich auch andere Stile wiedererkennen.

„Chain gang“ klingt nach einem Retro-Stück der späten 60er Jahre, während die Violine in „Taliesin“ dieses zu einem irischen Folkstanz auferstehen lässt. Gespielt wird das Streichinstrument im Übrigen von Geoffrey Richardson – bekannt durch die britische Band Caravan –, der die Stücke ebenso mit seiner Flöte untermalt. Besonders zur Geltung kommt sie in „Pan“. Aber auch Mellotron und Orgel sind gekonnt eingesetzt und verleihen „Re-Animator“ einen symphonischen Vibe.
 
Roland erzählt auf seiner Platte atmosphärische Märchen, die hauptsächlich auf Werke des US-amerikanischen Schriftstellers Howard Phillips (HP) Lovecraft zurückgreifen. Dabei versteht es der Brite, seine fantasievollen Geschichten – wie zum Beispiel über die Stadt „Arkham“ oder den Ich-Erzähler „Charles Dexter Ward“ – geschickt mit emotionalen, psychodelischen Melodien zu verknüpfen. Auch lassen sich spirituelle und orientalische Einflüsse, wie in etwa im äußerst langen Stück „Abdul Alhazred/Assassins“, das sehr instrumental beginnt und ebenso endet, erkennen. Der Song über die Gottheit „Cthullu“ wirkt dagegen etwas düster und schlägt noch weitere psychodelische Pfade ein.
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Rezi: Lea
Website Band: www.paulroland.de

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