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Strangelet
Interview mit Stefan & Tobi [Strangelet], Februar 2015, mailer



Mit „First Bite“ präsentiert die deutsche Hard-Rock-Formation Strangelet ihre erste Full-Length-Platte, die komplett in Eigenregie aufgenommen wurde. Sänger Stefan Zörner und Gitarrist Tobias Eurich verrieten im Interview, warum man bewusst auf einen externen Produzenten verzichtet hat, wie die fünfköpfige Band beim Songwriting Demokratie walten lässt und weshalb es keine Texte über Drachen, Blut und den Tod gibt.

Wie hat das neue Jahr für Strangelet gestartet?

Stefan: Fantastisch! Und das ist keine rosarot gefärbte Übertreibung! Wir haben bekanntlich den Dezember 2014 mit einem Vollprogramm abgeschlossen – CD-Release und drei Gigs. Und im Januar 2015 wurden wir quasi überrollt von Reviews, positiven Resonanzen und Anfragen. Unfassbar, wie wohlwollend bis euphorisch das Album aufgenommen wird. Und jetzt wird auch wieder live voll im neuen Jahr durchgestartet…

Soundtechnisch seid ihr im Hard-Rock-/Heavy-Metal-Bereich anzusiedeln. Was fasziniert euch an dieser Musikrichtung?

Stefan: Einerseits kann man in unserer „Nische“ die Power und den Dreck des Rock’n‘Roll sowie andererseits die Eleganz und Härte des Metal einbinden und verquirlen. Auf dieser Spielwiese fühlen wir uns sehr, sehr wohl!

Was waren eure ersten persönlichen Berührungspunkte mit der „härteren“ Musik? Und habt ihr musikalische Vorbilder?

Tobi: Definitiv über AC/DC – die verratzte „High Voltage“-Schallplatte meiner Mum und dem dazugehörigen Plattenspieler, der mehr Rauschen als „T.N.T“ & Co hergegeben hat. [lacht] Anschließend Guns N‘ Roses, also für mich als Gitarrist natürlich Slash, bis hin zu COB und Machine Head… Ansonsten was man halt so kennen muss. [zwinker]

Stefan: Ich habe vier ältere Geschwister. Als Teen (ich bin ja ein Kind der 70er) kam über diese schnell der Zugang zur „richtigen“ Musik, angefangen bei Bowie, Queen und Led Zep über Purple, Sabbath bis hin zum Hard Rock und Metal der 80ger.

Strangelet = vier Jungs und ein Mädel: Geht das zwischenmenschlich immer gut?

Tobi: Ich würde mal behaupten, dass nie alles rosarot ist, egal wo; aber wir sind super aufeinander abgestimmt.

Stefan: Wir lieben uns alle – meistens! [lacht]

Wie ist es um die Demokratie in der fünfköpfigen Band bestellt – oder hat immer einer das letzte Wort?

Tobi: Jeder versucht, das letzte Wort zu haben, haha! Quatsch, wir leben nach dem Prinzip der „versuchten fairen Demokratie“. Und das funkt auch erstaunlich gut. Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen, und wenn kein Kompromiss gefunden wird, passiert es auch, dass die Idee komplett verworfen wird, was manchmal auch sehr schmerzlich ist. Aber Freundschaft sollte immer im Vordergrund stehen, das ist unheimlich wichtig für uns! Dazu besteht auch eine gute Aufgabenteilung, was Promo, Booking, Songwriting, Recording etc. betrifft.

Im Dezember 2014 habt ihr mit „First Bite“ eine Full-Length-Platte veröffentlicht, die nicht euren ersten musikalischen Happen, sondern bereits den dritten Release darstellt. Wie ist somit der Titel zu deuten und in welcher Verbindung steht er zu den elf Songs der Platte?

Stefan: Die vorherigen Releases – eine reine Download-Geschichte in anderer Besetzung und anderem Sound sowie eine gebrannte Demo-EP sehen wir selbst nicht als „offizielle Band-Releases“ an, da sich die Band grundlegend neu orientiert und verändert hat. Daher ist die CD durchaus als „erster Biss“ zu verstehen, was wir auch deutlich klarstellen wollten.

Wie seid ihr beim Songwriting vorgegangen? Wer hatte welche Aufgabe inne?

Stefan: Wir sind alle in das Writing involviert. Viele Song-Ideen entstehen zuhause, wobei der Löwenanteil an Riffs und Lines von Tobi kommt, aber auch der Rest von uns schreibt Material. Dieses Rohmaterial bearbeiten wir dann tatsächlich alle zusammen im Proberaum, bis ein fertiger Song entstanden ist.

Tobi: Dabei kann es dann schon einmal zur einen oder anderen Streitigkeit kommen – „Catching Fire“ ist da so ein Paradebeispiel oder „Pray To Break“, das eigentlich ein völlig anderes Riffing hatte und als komplette Band in die heutige Form gebracht wurde. In diesem Fall verderben viele Köche den Brei eben nicht immer!

Ist es schwieriger Rock-Balladen wie „Stillborn“ oder heavy Nummern wie „Hell & Back“ zu komponieren?

Tobi: Bei einer Nummer wie „Stillborn“ hast du einen ganz anderen thematischen und emotionalen Hintergrund. Einmal angefangen lass‘ ich mich da einfach fallen und dann schreibt sich so eine Nummer fast von alleine. Bei Nummern wie „Hell & Back“ oder „Tainted“ sitzt du im Cabrio bei Sonnenschein oder taumelst morgens aus der Kneipe und hast auf einmal einen Riff im Kopf, der dann auch sofort gespielt werden will! Es kommt immer darauf an, was da für eine Lebenslage und Emotion mitschwingt…

Stefan: Das ist eine Frage der Inspiration und des Moments, wenn du mich fragst. Mir kommen oft Ideen oder Melodiefetzen beim Laufen in den Sinn. Diese versuche ich sofort festzuhalten – ein Lob auf mein Smartphone. [grinst] Und je nach Stimmung ist das halt was „Hartes“ oder was Melancholisches.

Wer von euch zeichnet für die Lyrics verantwortlich und auf welche Inspirationsquellen wird hier vorwiegend zurückgegriffen?

Stefan: Den Großteil der Lyrics verfasse ich, aber auch Tobi schreibt gern und gut. Ich selbst lasse mich von der größten, wildesten und praktisch unerschöpflichen Quelle inspirieren: dem Leben. Zum Großteil meinem eigenen Leben, haha! Und nein, wir analysieren jetzt NICHT Songs wie „Tainted“! [grinst] Ich steh‘ einfach auf zweideutig Interpretierbares, auf reale Geschichten, Fantasien und tatsächlich Erlebtes. Klar gibst du auf diese Weise viel Preis von dir, aber hey: Wer liest schon noch aufmerksam dein Booklet durch? [lacht]

Tobi: Wie Stefan schon sagte, ab und an verirrt sich auch mal ein Text aus meiner Feder in den Proberaum, wobei die Texte nie frei erfunden sind und immer einen Hintergrund haben, weil es nichts schlimmeres gibt als Klischee-Texte über Drachen, die Glorie des Rock’n‘Roll, Blut und Tod! Sie sind aus dem wahren Leben – und ja, wie Stefan sagt, ein „Tainted“ darf jeder für sich interpretieren…

Wie kam das Duett mit Nicole Gessler zustande?

Stefan: Nicole ist eine Freundin von Jonas und dazu eine fantastische Sängerin! Wir haben sie einfach angerufen und Nicole sagte „Ja“!

„First Bite“ ist komplett in Eigenregie/-produktion entstanden. Welche Herausforderungen brachte dies mit sich?

Stefan: Nun ja, vor allem der finanzielle Aspekt! Wenn du alles aus eigener Tasche hinlegst, dann musst du halt voll hinter der Sache stehen, sonst macht das gar keinen Sinn.

Tobi: Hinzu kommen noch Booklet, Fotos und alles, was nicht in erster Linie Musik ist! Das ist ein Haufen Arbeit und ohne Label im Rücken auch ganz schön schwer zu stemmen. Da muss ich noch mal meinen größten Respekt aussprechen – ja „Eierschaukeln muss manchmal auch sein“ (S. Zörner).

Worin seht ihr wiederum die Vorteile einer Selbstproduktion?


Stefan & Tobi: Volle Kontrolle! Das Album ist zu 1.000 Prozent Strangelet, es gibt keine Kompromisse mit Außenstehenden, keine von uns ungewollten Entwicklungen, keine Gefälligkeitsentscheidungen. Das Album ist unser Baby! Und dann macht es uns noch unglaublich stolz zu sehen, wie gut das alles aufgenommen wird!

Welche Anforderungen müsste ein Produzent erfüllen, damit ihr euch auf ihn einlasst?

Stefan: Hmmm... er müsste so gut wie Jonas [Kümmerle, Keyboard/Klavier] sein, haha! Jonas hat sein Handwerk echt super erlernt (bzw. ist noch dabei), und für uns stellt sich da halt schon die generelle die Frage, warum ein Produzent? Externe kritische Ohren im Produktionsprozess sind natürlich immer wichtig, aber rein vom Sound her sind wir schon ziemlich nah dran an dem, was wir wollten und wollen! But who knows? Wir sind immer offen für alles, keine Frage!

Viele Bands würden alles dafür geben, einen Plattenvertrag zu unterschreiben. Ihr habt hingegen einige Labelangebote bewusst abgelehnt. Wie kommt’s?

Stefan: Alles hat seine Zeit. Nur um sagen zu können, „Wir haben ein Label“, das uns aber weder unterstützt noch uns unsere musikalische Freiheit lässt, unterschreiben wir nicht! Ich denke, wenn es ein Label ist, das uns wirklich unterstützen, weiterbringen und aufbauen will, und das vor allem an uns und unseren Weg glaubt, dann wären wir die Letzten, die das von vorneherein ablehnen würden. [zwinker]

Macht es in Zeiten von Spotify & Co. überhaupt noch Sinn, eine physische Platte zu veröffentlichen?

Tobi: Auch wenn ich hier jetzt vielleicht ein bisschen zu direkt bin, aber „First Bite“ ist bewusst nicht auf Spotify und wie sie alle heißen. Ganz abgesehen davon, dass eine CD in der Hand schöner ist als ein paar einzelne MP3s, werden Musiker durch diese Portale ausgenutzt und geschädigt. Und mal ehrlich, als wirklicher Musikliebhaber wird man es doch wohl aufbringen, einen Zehner für eine Platte übrig zu haben, oder? Alles andere lässt Bands ohne Major-Label nur noch mehr aussterben.

Welche Bedeutung schreibt ihr Live-Auftritten zu und was erwartet uns bei Shows von Strangelet?

Stefan: Uh, wir lieben es, live zu spielen! Unser Ruf ist hier im Unterland schon recht beachtlich. [lacht] Wir legen viel Wert auf den „Show“-Aspekt – nenn‘ es ruhig eine Reminiszenz an die „goldenen“ 80er. Musik und Stageacting, Kommunikation mit dem Publikum und der sichtbare Spaß an der Sache sind da durchaus wichtige Punkte.

Tobi: Live zu spielen und ein Publikum zu begeistern ist eins der geilsten Gefühle, die es gibt. Da ergibt es sich ganz von selbst, dass unsere Show sehr energiegeladen ist und mitreißt.

Große Open-Air-Bühne oder intime Club-Show? Wo seht ihr euch zukünftig am liebsten?

Stefan: Sowohl als auch. Beides ist geil, beides hat seinen eigenen Reiz. Der Schweiß im Club, der von der Decke tropft und der direkte Kontakt zu den Fans; die große Bühne mit fetten Lights über einem, auf der man sich austoben kann – geil! Wir brennen für Live-Shows, klingt platt, ist aber einfach so.

Wie managt ihr die Bandproben im Hinblick auf Privatleben, Beruf, Hobbies…der einzelnen Bandmitglieder?

Tobi: Probe bedeutet Spaß, Freunde treffen und Musik. Mir fällt nichts ein, was da stressig wäre. Da fahre ich auch gerne 140 km für eine Probe.

Welche Rolle spielt das Image bzw. die Optik für Strangelet?

Stefan: Ich weiß, das kann jetzt durchaus als „posig“, eitel oder „untrue“ gewertet werden – ist mir scheißegal: Uns ist es schon wichtig, auch optisch als Hard-Rock-Act wahrgenommen zu werden, gerade bei den Gigs auch in entsprechenden Klamotten und Standards aufzutreten und mit dem Image klar zu machen, dass wir Rock und Metal lieben und SIND! Jedem das seine, schon klar – uns gefällt halt Leder, Bandana oder Patronengürtel! [zwinker]

Tobi: Jede Musik hat ihren Style und wir vertreten unsere! Ob im täglichen Leben oder bei Gigs…

Last but not least: Wie würdet ihr den Satz „Musik ist…“ vollenden?

Stefan & Tobi: ...everything!



Interview: Lea S.
Fotos: Promo
Website Band: www.strangelet-band.de


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