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The 69 Eyes 2016
The 69 Eyes/The Ghost Wolves, 29.04.2016, Köln – Gloria

Sie sind zurück – die Hellsinki Vampires! Zurück auf der Bühne und das mit neuem Album. Dieses haben The 69 Eyes auf den Namen „Universal Monsters“ getauft. Das Werk umfasst elf frische Tracks, wie gewohnt im düsteren Goth’n’Roll-Gewand. Doch viele der neuen Songs sollten die Fans live nicht zu hören bekommen. Der Fokus lag mehr auf den altbekannten Hits. So zumindest bei der Show am 29. April 2016 im Kölner Gloria-Theater.



Doch ehe die finnischen Rocker die Bühne in Beschlag nahmen, gebührte dem texanischen Duo The Ghost Wolves die Ehre, das Publikum ein wenig in den Abend einzustimmen. Zahlreich waren die Fans erschienen und füllten die Location bis in die hintersten Ecken. Sängerin und Gitarristin Carley “Carazy” Wolf und ihr Mitmusiker am Schlagzeug, Jonathan “Little Hammer“ Wolf, sorgten trotz spartanischer Instrumentierung für ordentlich Dampf im Saal. Ihr Sound? Eine Mischung aus Rock’n’Roll, Punk Rock, Blues, Pop, Noise und Death-Western. Dazu die eindringliche Stimme von Carazy, die sich passend zu ihrer Haarfarbe ganz in Weiß gekleidet hatte und wie ihr Musikerkollege einen Hut trug.



Sie – ein richtiges Energiebündel – „turnte“ zwischendurch ein wenig mit ihrer Gitarre über die Bühne und um eine wolfsähnliche Maske herum, die auf einem Ständer am Bühnenrand thronte. Bisweilen wurde Carazy gesanglich von Little Hammer unterstützt. Beim Publikum kam’s gut an, obgleich die meisten Anwesenden noch ein wenig steif herumstanden. Immerhin das „Ohohohoho“-Mitsingen klappte. Und den Refrain von „Grandma’s A Rebel (Raised By The Devil)“ hatte man auch schnell im Ohr. Doch keine 25 Minuten später war das Vorprogramm auch schon vorbei. Das Duo räumte selbst ab, während die The-69-Eyes-Crew letzte Vorbereitungen für den Headliner traf.



Gegen 21 Uhr erklang schließlich das Intro der Finnen, ein recht langes Intro, wenn man ehrlich ist – umso größer ward die Freude, als die fünf Goth’n’Roller endlich der Reihe nach die Bühne betraten, um mit „Devils“ loszulegen. Alle Herren gewohnt in Leder- oder zumindest schwarzer Kluft – nur Jussi hatte von Beginn an das Shirt weggelassen, um beim Schlagzeugspielen immer schön seinen durchtrainierten Körper zur Geltung zu bringen. Frontmann und Sänger Jyrki 69 – ganz ungewohnt mit Ballonmütze auf dem Kopf, aber zugleich auch mit der typischen Sonnenbrille auf der Nase – überzeugte mit düsterer, Elvis-ähnlicher Stimme, hielt sich anfangs jedoch mit Ansagen und Wortbeiträgen zurück.



Von der neuen Platte „Universal Monsters“ gab es an jenem Abend nur drei Stücke zu hören: neben den beiden Vorab-Singles „Jet Fighter Plane“ und „Dolce Vita“ auch noch das Stück „Miss Pastis“. Ansonsten bestand das Set aus einem düsteren Strauß an alten The-69-Eyes-Hits – darunter beispielsweise „Betty Blue“, „Gothic Girl“, die Düsterballade „Sister Of Charity“, das ähnlich ruhige „Sleeping With Lions“, aber auch knackigere Stücke wie „Tonight“ und „Never Say Die“. Immer wieder schnellten im Publikum die Arme nach oben, um im Takt der Musik mitzuklatschen. Auf der Bühne wagte Jyrki den dazu passenden Hüftschwung – und auch Gitarrist Timo-Timo, dem zwischendurch eine Saite riss, drehte sich immer mal wieder im Kreis, während sich Gitarrist Nummero 2, Bazie, dem einen oder anderen Gitarrensolo widmete. Zugleich unterstützten er und Basser Archzie den Frontmann immer mal wieder mit Background-Gesang.



Gen Ende hin kramten The 69 Eyes nochmals ganz, ganz tief in ihrer Song-Schublade und holten den All-Time-Hit „Wasting The Dawn“ hervor, doch für noch mehr Begeisterungsstürme sorgten „Feel Berlin“ und „The Chair“, ehe sich das Quintett mit „Brandon Lee“ von der Gloria-Bühne verabschiedete. Doch natürlich ließen sich die Finnen durch laute Zugabe-Rufe rasch zurücklocken und Drummer Jussi richtete das Wort ans Publikum. Er fragte, wer The 69 Eyes bereits wie oft gesehen habe, ehe die Herren noch drei letzte Songs spielten: ein Ramones-Cover, das tanzbare „Dance d’Amour“ sowie den Kracher „Lost Boys“. Danach war Schicht im Schacht und sowohl Band als auch Publikum verließen sichtlich zufrieden den Saal.

Text & Fotos: Lea S.


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