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The Darkest Tour - Filth Fest 2008

The Darkest Tour - Filth Fest, 17.12.2008, Köln/Live Music Hall

Mittwoch, der 17. Dezember 2008. Vor der Kölner Live Music Hall hat sich eine nicht unerhebliche Menschenschlange angesammelt. Die meisten Wartenden sind düster gekleidet. Sie haben alle ein Ziel vor Augen: rein ins Warme zu gelangen. Um 18:00 Uhr sollen sich die Türen öffnen. Doch was ist? Der Einlass verzögert sich um über eine Stunde. Langsam zeigt sich die Ungeduld bei den wartenden Gestalten. Schließlich müssen sie in einem kontinuierlichen Nieselregen ausharren und das bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Umso erleichterter sind alle, als sich schließlich kurz nach 19:00 Uhr doch noch die Türen der Live Music Hall öffnen und alle nach drinnen ins Warme strömen können. Ein langer Abend steht den Besuchern der Darkest Tour nun bevor, doch nicht wie angekündigt mit fünf, sondern „lediglich“ mit vier Bands: Septicflesh, Moonspell, Gorgoroth und natürlich Cradle Of Filth. Aber auch vier Bands vermögen einen Abend voll und ganz auszufüllen, das wird schnell klar.

                                           

Kurz vor 20:00 Uhr haben Septicflesh aus Griechenland die Ehre, das Filth Fest zu eröffnen. Noch sieht es in der Halle recht licht aus: kein Gedrängel, kein Geschupse. Septicflesh haben Zeit, um sechs ihrer Songs zu präsentieren. Darunter befindet sich unter anderem „Anubis“ vom aktuellen Album „Communion“. Nur langsam gerät das Publikum ein bisschen in Bewegung. Sind wohl noch nicht alle aufgetaut vom langen Warten in der Kälte. Septicflesh geben sich größte Mühe, um das zu ändern und bearbeiten gekonnt ihre Instrumente. Spiros „Seth“ Antonious Gegrunze rundet dabei den Sound der Death-Metal-Band ab. 1990 war die griechische Band ins Leben gerufen worden, löste sich 2003 auf und fand erst im letzten Jahr wieder zusammen. „Communion“ ist das mittlerweile sechste Studioalbum der Herren und damit beweisen sie, dass Septicflesh zwar eine zeitlang verschwunden, aber wahrlich nicht gestorben sind. Nach und nach scheint das auch dem Kölner Publikum klar zu werden. Der ein oder andere wippt bedächtig mit dem Kopf mit. Auch wirbeln vereinzelte Haarprachten durch die Lüfte. Die Band on stage macht es schließlich gekonnt vor und widmet den letzten Song schließlich ihren Fans. Punkt 20:20 Uhr ist allerdings Schluss mit dem Aufwärmprogramm. Einzelne Zugaberufe verhallen unerhört.

                                   

Als nächstes dürfen Moonspell aus Portugal ans Werk. Ihnen gebühren immerhin 50 Minuten, um das Publikum bei Laune zu halten. Während auf der Bühne die letzten Vorbereitungen laufen, wird auf einer großen Videoleinwand im Hintergrund derweilen geschickt ein wenig Werbung für die neue Moonspell-CD/DVD „Night Eternal“ eingeblendet. Um 20:40 Uhr geht es dann aber richtig los mit der Show und die Herren um Kopf und Sänger Fernando Ribeiro betreten die Bühne. „Wie geht`s?“, begrüßt der Frontmann auf Deutsch das Publikum und bekommt zahlreiche „Metalhörner“ als Antwort. Das ist eindeutig. Alle sind nun hellwach. Die einstig eingefrorenen Füße sind plötzlich vergessen und die ersten Fans hopsen munter in die Höhe. Sogleich legen Moonspell mit dem ersten von insgesamt neun Tracks los. Während ihrer Show werden immer wieder passende Videosequenzen im Hintergrund eingeblendet und sorgen für eine perfekte Atmosphäre. So laufen beim keyboardlastigen Song „Vampiria“ Blutstropfen an der Leinwand hinunter, während bei „Full Moon Madness“ ein Vollmond eingeblendet wird. Überraschend bekommen Moonspell beim fünften Song „Scorpion Flower“, welcher auf dem aktuellen Album der Band zu finden ist, Unterstützung von Sängerin
Anneke van Giersbergen, was ebenfalls für eine gelungene Abwechslung sorgt. Die portugiesische Gothic-Metal-Band weiß an diesem Abend mit düster-harmonischen Tracks zu überzeugen und hat die Anwesenden fest im Griff.

                    

Im weiteren Verlauf des Abends geht es dann mit dunkelsten Klängen aus Norwegen weiter. So haben auch Gorgoroth die Ehre, ein Teil der Darkest Tour von den Schirmherren Cradle Of Filth zu sein. Hinter Gorgoroth verbirgt sich eine der ältesten und bekanntesten Black-Metal-Bands ihrer Heimat Norwegen. Die Band, deren Name sich mit „Tal des Schreckens“ übersetzen lässt, wurde 1992 in der Stadt Bergen gegründet. Und sie erregt Aufsehen...nicht nur allein durch ihr Styling, sondern vor allem auch durch ihre Songs und provokativen Bühnenshows. Das soll auch das Kölner Publikum zu spüren bekommen. Neugierig verfolgt es den erneuten Umbau auf der Bühne. Da werden plötzlich vier mannshohe, schwarze Holzkreuze herangeschleppt und im Boden verankert. Kurz darauf betreten vier splitternackte Personen – zwei Männer und zwei Frauen – die Bühne und nehmen jeweils ein Kreuz in Anspruch. Ihre Köpfe sind von schwarzen Säcken bedeckt. Für die nächste knappe Stunde werden die vier nackten Herrschaften an den Kreuzen hängen und in ihrer Position ausharren müssen. Kein angenehmer Job. Aber damit steht die Bühnendeko und das Konzert kann beginnen. In jedem Fall haben Gorgoroth damit alle Aufmerksam auf sich gelenkt. Und schon entern die Schreckensherren die Bühne der Live Music Hall und legen los. Auch ihnen steht die Präsentation von insgesamt neun Songs zu, wobei die Tracks alle aus einem einzigen Gegrunze und Gefauche von Sänger Gaahl bestehen, so dass eine genaue Differenzierung der Tracks – gäbe es nicht diese kurzen Pausen zwischendurch – nur bedingt möglich ist. Da muss man schon ein eingefleischter Gorgoroth-Fan sein. Wer mit dem Sound der Band weniger etwas anfangen kann, wird vor der Bühne stehen und den Kopf vor Fassungslosigkeit schütteln und nicht wissen, ob er nun lachen oder schreiend wegrennen soll. Die Herren sehen auch ganz schön „böse“ aus mit ihren schwarz-weiß geschminkten Gesichtern und den ellenlangen Nieten an den Armen. Aber Styling und Musik gehören einfach zur Band und das soll auch so bleiben. Dem einen gefällt`s eben, dem anderen nicht. Im Publikum gibt es immerhin noch zahlreiche Gestalten, denen die Musik anscheinend Spaß macht. Sänger Gaahl schleicht derweilen beim „Singen“ im Schneckentempo über die Bühne und zeigt immer wieder mit der Hand ins Publikum, als würde er jemanden auserwählen wollen. Um viertel vor zehn ist allerdings Schluss mit dem Gefauche und Gegrunze. Und auch die vier Personen an den Kreuzen sind endlich entlassen und dürfen ihre Glieder strecken.

           

Der Abend rückt langsam, aber kontinuierlich seinem Höhepunkt entgegen. Zum Abschluss dürfen die Gastgeber der Darkest Tour, Cradle Of Filth, höchstpersönlich auf die Bühne. Auch sie haben nicht an Dekoration gespart. Da wäre zum einen die Rampe zu erwähnen, die im Hintergrund aufgestellt ist und auf der Sänger Dani Filth während des Konzertes immer wieder entlang wandeln wird. Zum anderen ist in der Mitte der Bühne ein schräges Kreuz positioniert, hinter dem sich ein geöffneter Sarg mit Nägeln befindet. Links daneben steht das Keyboard von Rosie Smith, rechts auf einem Podest das Schlagzeug von Martin Škaroupka. Der Rest der Band nimmt die vorderen Plätze der Bühne ein. Dort wartet ein Mikrofonständer mit Skelett auf Sänger Dani Filth. Doch noch muss sich das Publikum ein wenig in Geduld üben. Standen die Besucher anfangs noch alle recht locker in der Halle verteilt, sind nun plötzlich alle näher zusammengerückt. Aber noch immer gibt es kein Gedrängel oder Geschupse. Alles läuft an diesem Abend reichlich gesittet und relaxt ab. Punkt 23:00 Uhr wird es ein letztes Mal dunkel in der Live Music Hall und das Intro von Cradle Of Filth ertönt aus den Boxen. Auf der Videoleinwand werden wieder kleine Filmsequenzen eingeblendet. Nur Sekunden später legen die Briten mit „Shat Out Of Hell“ vom aktuellen Album „Godspeed On The Devil´s Thunder“ los. Es folgt „Gilded Cunt“, bei dem Dani von der Rampe herunterkommt, auf der er während des ersten Tracks gestanden hatte, und mehr in den Vordergrund tritt. Derweilen bangen Gitarrist Paul und Co. an ihm vorbei. „Welcome to the Darkest Tour with Septicflesh, Moonspell and Gorgoroth! Come oooooooon!”, ruft Dani ins Mikro und bekommt ein lautes Grölen als Feedback. „This concert is going to be filmed tonight.” Und tatsächlich…wer sie noch nicht bemerkt hat, aber da schwirren ein paar Kameras durch die Gegend und nehmen das Geschehen schon den ganzen Abend unauffällig auf. 

                    

„The next song is entitled `Dusk And Her Embrace´!”, verkündet der Kopf von Cradle Of Filth weiterhin und sorgt für einen erfreuten Jubelschrei. Lediglich die Fotografen im Graben sind weniger erfreut, als sie plötzlich durch ein riesiges Monster, dass auf einmal ebenso den Graben betritt, verscheucht werden. Es ist Edwina, die lustig mit dem Kopf wippend an der ersten Reihe vorbeiläuft und ihre Hände ins Publikum reckt. Als nächsten Song gibt es mit „The 13th Caeser“ wieder neues Material, das freudig von allen aufgesogen wird, so wie auch das Wasser, das Dani in die Menge spritzt. Nun ist ein älterer Song an der Reihe und der Frontmann der Black-Metal-Band – gewohnt in schwarzer Lederkluft, weiß geschminkt und mit fetten Boots – kündigt „The Twisted Nails Of Faith“ an, welches auf dem Konzept-Album „Cruelty And The Beast“ zu finden ist. Und abermals gibt es eine Wasserdusche für die Fans in den ersten Reihen. Aber langsam ist es auch warm geworden in der Halle. Die Kälte von draußen ist komplett vergessen. Und außerdem betritt plötzlich ein Katzenwesen die Bühne und sprüht wild mit Feuerregen um sich. Mit „Honey & Sulpher“ und „Under Huntress Moon“ präsentieren Cradle Of Filth noch zwei letzte Songs, ehe sie geschlossen die Bühne verlassen. Doch das lässt das Publikum nicht auf sich sitzen und fordert einstimmig Zugaben. Eine einzige soll es noch geben. So kommen Dani Filth, Paul Allender, Dave Pybus, Charles Hedger, Martin Škaroupka und Rosie Smith zurück auf die Kölner Bühne und lassen noch einen allerletzten Song aus den Lautsprechern röhren. Es ist kurz nach Mitternacht, als das Filth Fest in der Live Music Hall ein Ende nimmt. Ein langer Abend liegt hinter den vier Bands und ihrem Publikum, aber er hat sich gelohnt. Da freut man sich doch schon auf das Jahr 2009, wenn Cradle Of Filth erneut nach Deutschland kommen, um nochmals eine richtige Headliner-Tour zu spielen – mit sicherlich mehr als nur 10 Songs. 
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Text: Lea
Fotos: Lea

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