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Tuska 2015 - Day 1
18. Tuska Open Air Metal Festival, 26.-28.06.2015, Helsinki – Suvilahti

Seit 1998 können sich Metal-Fans alljährlich auf das finnische Tuska Open Air in Helsinki freuen – bei dem auch diesmal wieder ein spannendes Line-up geboten wurde. Mitunter waren Alice Cooper, Amorphis, In Flames, Lamb Of God, Opeth und Sabaton mit von der Partie. Bis vor wenigen Jahren fand das Metal-Festival noch im gemütlichen Kaisaniemi-Park hinter dem Hauptbahnhof der finnischen Hauptstadt statt. Mittlerweile wird es im wenige Kilometer entfernten Industriegebiet Suvilahti zelebriert. Vielleicht nicht die schönste Gegend der Stadt, aber vom Flair her genau passend für die metallischen Klänge.



Freitag, 26.06.2015:

Eröffnet wurde das Tuska 2015 am frühen Nachmittag mit einem kleinen Countdown – und schon stürmten die ersten Festivalbesucher bei strahlendem Sonnenschein auf das Gelände mit seinen drei Bühnen. Ein wahrer Genuss dieses Wetter, nachdem es die Tage zuvor in Helsinki immer mal wieder geregnet hatte. Den Anfang machte die finnische Grindcore-Band Death Toll 80K um 14:30 Uhr auf der Club Stage – mit viel Gedräsche und Growling, was einfach nicht zu verstehen war. Das schien die Erstankömmlinge aber nicht zu stören, die recht luftig standen und somit viel (Frei-)Raum fürs Headbanging hatten. Und das funktionierte zur frühen Nachmittagsstunde bereits erstaunlich gut.



Auf der Hauptbühne, der Radio Rock Stage, legten zeitlich leicht versetzt die sechs Herren von Krokodil mit ihrer gut 30-minütigen Show los. Mit drei Gitarren sorgte die Sludge-Metal-Formation für ordentlich Dampf. Doch auch wenn sich Frontmann Simon Wright die Seele aus dem Leib schrie, klangen die Briten immerhin noch melodischer und strukturierter als Death Toll 80K. Im Publikum bildete sich ein erster kleiner Moshpit.



Zurück im Club gab es für die Anwesenden nun Stand-up-Comedy von Manala Comedy – einem langhaarigen Finnen mit Cowboy-Hut. Wer nicht der finnischen Sprache mächtig war, konnte sich über die Sprüche eher weniger amüsieren. Da im Publikum allerdings viel gelacht wurde, müssen wohl ein paar Schenkelklopfer dabei gewesen sein.



Als erste Band auf der schräg gegenüber von der Hauptbühne gelegenen Inferno Stage entpuppte sich der Auftritt von Ghost Brigade mitunter als Highlight des Tages. Das Sextett offerierte schwere Metal-Riffs, wobei der Cappy-tragendes Frontmann Manne Ikonen eine schöne Balance zwischen tiefen Growls und klarem Gesang fand. Songs wie „Into The Black Light“ und „Electra Complex“ wurden vor allem in der ersten Reihe mit Headbanging belohnt.



Wer vor den Sonnenstrahlen zurück in den Club flüchtete, hatte das Vergnügen mit Foreseen. Der Frontmann – Glatze, spacke Jeans, rote Schuhe – gröhlte 25 Minuten auf Finnisch und rannte wie ein aufgescheuchtes Huhn über die Bühne. Bisweilen von wilden Gitarrensoli begleitet. Zwischendurch hielt er das Mikro dem einen oder anderen Fan in der ersten Reihe hin, um ihn am „Gesang“ teilhaben zu lassen. Ein weiterer Fan schaffte es derweil auf die Bühne, um von eben dieser in die Menge zu springen. Verrückt die Finnen.



Freunde des Metalcores versammelten sich kurz vor 16:30 Uhr an der Hauptbühne, um den Klängen von Architects zu frönen. Der Sänger – anfangs noch mit Sonnenbrille auf der Nase – stand kaum eine Sekunde still, sondern hüpfte, schleuderte das Mikrofon herum und schrie sich die Seele förmlich aus dem Leib. Die Circle Pits in der Menge wurden mit fast jedem Song ein bisschen größer und gen Ende gab es ein paar „We want more“-Rufe, die allerdings unerhört blieben.



Eine musikalisch etwas seltsame Mischung gab es wenig später im Indoor-Bereich. Denn dort kombinierte das junge Quartett Apina knackige Metal-Riffs mit Hip-Hop-Elementen inklusive finnischen Texten – also quasi finnischen Rapmetal. Immerhin klang das Ganze deutlich entspannter als die Riffs der vorangegangen Bands und man konnte mal ein wenig durchatmen.



Entspannter war auch der Auftritt der schwedischen Blues Pills, an deren Mikro eine blonde Dame mit recht viel Power in ihrer Stimme steht. Das bunte Banner wie auch der Einsatz einer Schelle in Regenbogenfarben versprühten bei der Rockshow inklusive psychodelischer Gitarrensoli ein bisschen Hippie-Flair.



Auch eine deutsche Band hatte sich nach Helsinki verirrt, um am ersten Festivaltag ordentlich auf die Pauke zu hauen. In schwarzen Einheitsoutfits präsentierten die Hamburger Aeons Confer modernen Symphonic Dark Metal mit Growls sowie klarem Gesang. „It’s our first time in Finland, thanks for inviting us“, bedankte sich Frontmann Bernhard bei den Organisatoren und Zuschauern für die Einladung auf’s Tuska.



Auf der Radio Rock Stage machten sich derweil Lamb Of God für ihren gut einstündigen Auftritt bereit. Ein großes Banner kündigte die fünf US-Metaller an, die kurz nach 18:30 Uhr die mit fetten Boxen ausgestattete Bühne in Beschlag nahmen. Die Menge streckte der Band die Devil’s Horns entgegen und rief immer wieder ihren Namen. „We’re from motherfucking Virginia“, gab der mit Tarnhose bekleidete Sänger Randy Blythe zu verstehen, der nicht nur einmal in seinen Aussagen das böse f***-Wort benutzte. „In 2012 we were supposed to play here, but there was a light delay.“ In der Tat mussten Lamb Of God ihren Auftritt damals kurzfristig absagen, da Randy wenige Tage vor der Show in Tschechien verhaftet worden war – wegen Verdacht auf Körperverletzung mit Todesfolge. Doch er wurde später wieder freigelassen. Die Fans auf dem Tuska kümmerte der Vorfall nicht mehr. Sie zelebrierten jeden Song ausgiebig – etwa mit Headbanging bei „Desolation“ oder Hüpfen bei „Walk With Me In Hell“.



Eine komplett andere Musikrichtung gab es zur gleichen Zeit indoor auf die Ohren: Enforcer mit ihrem Speed Heavy Metal. Eingängig alle Male, schnell sowieso, mit wilden Gitarrensoli und trällerndem Gesang. Der blonde Sänger mit seiner weißen Flying V erinnerte optisch ein wenig an den Frontmann von Reckless Love, wobei Olli eine angenehmere Stimme hat. Doch auch dem zweiten Gitarristen von Enforcer war es gegönnt, einen Song mit deutlich tieferer Stimme am Mikrofon zu performen. Den Zuschauern gefiel die Darbietung – man streckte der Band die Fäuste entgegen. Sogar eine Schweden-Flagge wurde geschwenkt.



Headliner im Club waren am ersten Festivaltag Alfahanne aus Norwegen, deren Beginn sich allerdings ein wenig verzögerte. Und dann kam zuerst nur der Drummer der Band – ein wenig verstört – auf die Bühne und lief unruhig hin und her. Um seinen nackten, tätowierten und beschmierten Oberkörper hatte er sich eine Band-Flagge geschlungen, schrie immer wieder „Alfahanne“ und erzeugte mit Feuerzeug und Sprühflasche immer wieder eine Stichflamme. Gruselig. Als schließlich auch die restlichen drei Musiker – inklusive der zylindertragende Sänger und Gitarrist Pehr Skjoldhammer – hinzutraten, konnte die eigentliche Show beginnen: Alfapocalyptic Rock, der bisweilen dem Metal von Satyricon ähnelte. Im Vergleich zu Enforcer mussten Alfahanne mit weniger Zuschauern auskommen, was aber auch immer davon abhing, wer gerade parallel spielte.



Letzte Band auf der Inferno Stage waren Exodus, die gute Gitarrenarbeit leisteten. „We like to keep it violent“, verkündete der Frontmann Steve „Zetro“ Souza und spornte das Publikum an, richtig abzugehen. Kein Problem: Rasch war ein Moshpit erzeugt.



Finaler Headliner des ersten Tuska-Tages waren Sabaton, die auf der Radio Rock Stage bereits mit lauten Rufen heiß erwartet wurden. Dann erklang schließlich „The Final Countdown“ als Intro und ein riesiger Panzer – auf dem das Drumset positioniert war – wurde enthüllt. Ihre gut anderthalbstündige Show füllten die Schweden mit reichlich Pyrotechnik. So schossen immer wieder Feuerbälle nach oben oder wurden kleine Feuerwerksraketen abgeschossen. Das hatte was von einem Kriegsschauplatz, was sich mitunter auch im Banner (Soldaten) und Outfit der Bandmitglieder (Tarnhosen) widerspiegelte. „Hyvää iltaa, Helsinki! We’re very impressed as you’re so loud“, zeigte sich der mit Sonnenbrille getarnte Frontmann Joakim Brodén sichtlich erfreut. Wenig später gab er sich verwundert, als ein „Minensucher“ auf der Bühne erschien. „I’m preparing for war“, sagte jener. Also scheinbar wirklich ein Kriegsschauplatz. Und an diesem präsentieren Sabaton Songs wie „To Hell And Back“, „Resist And Bite“, „The Art Of War“ und „Soldier Of 3 Armies“. Zwischendurch klaute sich der Sänger die Gitarre seines Musikerkollegen, um ein eigenes Gitarrensolo darzubieten. Die Menge gab sich amüsiert und rief immer wieder „Sabaton“ zwischendurch. „We’re not yet at the end, but we will always keep this show in mind”, so Joakim. „I got goosebumps. Finnish people are crazy.“ Wobei das Festival natürlich nicht nur von finnischen Metalheads besucht wurde, sondern auch Fans aus anderen Ländern angelockt hatte. An die 25.000 Besucher sollen es in diesem Jahr gewesen sein.



Text & Fotos: Lea S.

Fotogalerie

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