♦♦♦ Aurora Borealis ♦♦♦
Menu  
  Home
  Events
  Interviews 2006-2011
  Interviews 2012
  Interviews 2013
  Interviews 2014
  Interviews 2015
  Interviews 2016-2017
  Gig-Reviews 2011-2014
  Gig-Reviews 2015-2017
  => Cunning Stunts play Metallica 2015
  => Unzucht 2015
  => Lordi 2015
  => Ensiferum 2015
  => Amaranthe 2015
  => Paganfest 2015
  => Sonata Arctica 2015
  => The 69 Cats 2015
  => Amoral 2015
  => Tuska 2015 - Day 1
  => Tuska 2015 - Day 2
  => Tuska 2015 - Day 3
  => Stahlmann 2015
  => Cologne Metal Festival III 2015
  => Friction Fest 2015
  => Apocalyptica 2015
  => A Life Divided 2015
  => Children Of Bodom 2015
  => Amorphis 2015
  => Hurts 2016
  => Lacrimosa 2016
  => Omnium Gatherum u. Draconian 2016
  => Eisbrecher 2016
  => Dornenreich 2016
  => End Of Green 2016
  => The 69 Eyes 2016
  => Tuska 2016 - Day 1
  => Tuska 2016 - Day 2
  => Tuska 2016 - Day 3
  => Amphi Festival 2016
  => Florian Grey 2016
  => Katatonia 2016
  => Delain 2016
  => Pain 2016
  => Insomnium 2017
  CD-Reviews 2006-2009
  CD-Reviews 2013-2014
  CD-Reviews 2015-2017
  DVD-Reviews
  Book-Reviews
  Reports
  Videos
  Gallery
  Contact
  VIP
  About
Insgesamt haben schon 228393 Besuchervorbeigeschaut!
Tuska 2015 - Day 2
18. Tuska Open Air Metal Festival, 26.-28.06.2015, Helsinki – Suvilahti

Samstag, 27.06.2015:

Auch am zweiten Festivaltag, dem 27. Juni, meinte es der Wettergott gut mit dem Tuska und seinen Leuten. Kein einziger Regentropfen fiel vom Himmel! Auf den Leinwänden im Club wurde vorsorglich der Hinweis „Remember to drink (water also), eat, protect from the sun – and enjoy!“ eingeblendet. Ob sich jeder daran hielt, mag zu bezweifeln sein. Natürlich war der abgetrennte Alkoholausschenkbereich mit Zutritt ab 18 Jahren stetig gut besucht, obgleich das Bier dort mindestens 7 Euro kostete. Dafür gab es an mehreren Orten auf dem Gelände verteilt kostenlose Trinkwasserstellen und einen Cola-Stand. Zwischen Club und dem Alkoholausschenkbereich fanden sich wie im Vorjahr die Fressbuden – mit recht überteuerten Preisen – und ein paar Accessoire-Verkaufsstände wieder. Sparfüchse konnten aber auch den mobilen Alepa aufsuchen, wo es Snacks und Getränke zu den gängigen Supermarkt-Preisen gab. Nur auf sein Essen aufpassen musste man, denn die stetig über dem Gelände kreisenden Möwen waren derart frech, dass sie den Besuchern teils das Essen direkt aus den Händen wegschnappten.



Musikalisch ging es am zweiten Festivaltag zunächst mit der Grindcore-Band Spawn From Deceit im Club und Bloodbath auf der Radio Rock Stage weiter. Eigentlich hätte letztere Band – bestehend aus Old Nick aka Nick Holms (Paradise Lost, Gesang), Blakkheim aka Anders Nyström (Katatonia, Gitarre), Sodomizer aka Per Eriksson (ex-Katatonia, Gitarre), Lord Seth aka Jonas Renkse (Katatonia, Bass) sowie Axe aka Martin Axenrot (Opeth, Drums) – einen späteren Slot verdient, doch auch schon zu jener frühen Nachmittagsstunde hatte sich eine ordentliche Menge vor der Hauptbühne versammelt und bangte zu Songs wie „So You Die“, „Breeding Death“, „Cancer Of The Soul“ und „Unite In Pain“. Die schweren Riffs und Old Nicks – der „seinen Kater“ mit einer Sonnenbrille tarnte – tiefe Growls vertrieben die letzte Müdigkeit aus den Knochen der Festivalbesucher.



Als das „Blutbad“ auf der Hauptbühne nach gut 50 Minuten beendet war, starteten die Schweden Bombus auf der schräg gegenüber liegenden Inferno Stage. Die Bands wurden übrigens stets von Moderatoren angekündigt, darunter etwa Heta Hyttinen von Ginger Vine Management & PR. Die Heavy-Metal-/Hard-Rock-Klänge der vier Bombus-Musiker kamen zwar gut bei der Menge an, doch konnte der von Scheinwerfern angestrahlte Nebel auf der Bühne bei dem sonnigen Wetter nicht so richtig seine Wirkung entfalten.



Parallel präsentierten Adamantra im Club finnischen Power Metal, obgleich die Musiker eher wie Punker bzw. Alternative-Rocker aussahen. Bei ihrem Auftritt war zwar nicht allzu viel los, doch machten die Anwesenden zumindest ordentlich Stimmung.



Im Anschluss waren die Jungspunde Shiraz Lane an der Reihe. Gerade mal Anfang 20 sind die fünf Finnen, fanden Ende 2009 als Band zusammen, haben mit ihrem Hard Rock ohne Label-Rückenstärkung schon viel erreicht. So durften sie bereits in Japan und Toronto rocken, werden im August das Wacken Open Air beehren – was  im Grunde ihr erster Deutschland-Auftritt ist – und im September mit ihren Freunden von Santa Cruz auf Tour gehen. Bei ihrem Tuska-Auftritt versprühten Sänger Hannes & Co. reichlich Energie und wirbelten in zerschlissenen Jeans über die Bühne, so dass Zusammenstöße in den eigenen Reihen nicht ausblieben. Die überwiegend weiblichen Fans freuten sich über Songs wie „Mental Slavery“ und „Out There Somewhere“, zu denen das Quintett auch professionelle Musikvideos gedreht hat. Später im Interview zeigten sich Hannes und Drummer Ana sichtlich begeistert von ihrem Tuska-Auftritt.



Zurück in der Sonne überraschten Ne Obliviscaris auf der Hauptbühne mit einer angenehmen und eigenständigen Mischung aus fetten Gitarren-Riffs, Double Bass und gefühlvollen Geigenmelodien. Kontrastreich gestaltete sich auch der Gesang, da hier die tiefen Growls von Xen – der aus der Ferne wie Ville Laihiala aussah – mit der warmen Stimme des Geigers Tim Charles kombiniert wurden. Für die Australier war es das erste Mal in Finnland, doch konnten sie sich über ein großes Publikum freuen, das die schnellen Riffs genauso wie die Geigensoli genoss. Da konnte man trotz Hitze auch schon einmal ein bisschen Gänsehaut bekommen.



Nicht ganz so melodisch, doch nicht weniger schnell gestalteten sich die Songs von Tryer im Indoor-Bereich, während wenige Minuten später das Trio Einherjer auf der im Schatten gelegenen Inferno Stage mit Norrøn Hard Rock loslegten. „Show me your fists“, rief Frontmann Frode Glesnes und die Fäuste wurden im Takt zu Songs wie „Dragons Of The North“ gen Bühne gestreckt.



Im direkten Anschluss bewegte sich die Masse wieder gen Hauptbühne, um den Klängen des „exotischen“ Acts Loudness zu lauschen: vier Japaner, die Heavy Metal machen. Das will nicht so recht zusammenpassen, doch die Musiker – extra aus Tokyo angereist – verstanden ihr Handwerk und konnten die Zuschauer mit Songs wie „Crazy Nights“ und „Heavy Chains“ von sich überzeugen.



Viel düstere und schwerere Töne gab es derweil auf der Club-Bühne zu hören. Denn hier zelebrierten zunächst Red Moon Architect melodischen, anschließend Morbid Evils gut 45 Minuten schleppenden Doom-Metal im schwachen Scheinwerferlicht.



Und eine nochmals andere Musikrichtung gab es gegen 17:45 Uhr auf der Inferno Stage zu erleben. Denn hier verwurschtelten Atomirotta E-Gitarre und Synthie-Klänge mit finnischem Rap. Der Sänger titschte dabei wie ein Flummi über die Bühne. Insgesamt etwas gewöhnungsbedürftig.



Dafür gab es danach mit Amorphis ein erfreuliches Highlight auf der Radio Rock Stage, das sich kaum einer entgehen ließ. Es sei denn, man wollte lieber die parallel im Club spielenden Death-Metaller Sotajumala sehen, um dem „feurigen Inferno“ auf der Hauptbühne zu entgehen. Denn Amorphis präsentierten an jenem Festivalabend vornehmlich Songs ihres „Tales From The Thousand Lakes“-Albums, wobei immer wieder Pyrotechnik zum Einsatz kam. Frontmann Tomi, mit Sonnenbrille auf der Nase, einem überdimensionalen Thorshammer um den Hals und seinem Spezialmikrofon in der Hand, ließ immer wieder die Haare kreisen und bot dem Publikum eine schöne Balance zwischen tiefen Growls und cleanen Vocals.



Letzte Band auf der Inferno Stage am zweiten Festivaltag waren Abbath, die mit ihren schwarz-weiß-geschminkten Gesichtern, Leder- und Stachelnieten-Outfits ein wenig angsteinflößend aussahen und auch nicht gerade Kuschelrock bei ihrer Debüt-Show spielten. Neben Sänger und Gitarrist Abbath gehören auch noch King am Bass und Creature am Schlagzeug zum Line-up der neuen Formation des Immortal-Kopfes. Mit bitterbösen schwarzmetallischen Riffs und Feuerfontänen richteten die Musiker ein kleines Inferno an, doch vor der zugleich in Nebel gehüllten Bühne war es proppevoll.



Wohl deshalb musste der Künstler hinter dem Namen Darkside Of The Mime mit einem kleinen, aber feinen Publikum auskommen. Wer hier zugegen war, den erwartete allerdings keine Musik, sondern eine Pantomime-Vorführung. Das Schöne daran: Pantomime ist eine universelle Sprache, die wohl jeder verstehen kann. Jedenfalls hat sich das Publikum im Club köstlich über die erfrischend andere Show amüsiert.



Um der Headliner-Show beizuwohnen, versammelten sich die Festivalbesucher gegen 20:30 Uhr vor der Hauptbühne. Und just in dem Moment, als In Flames eben diese betraten und mit „Only For The Weak“ loslegten, geriet die Masse in Bewegung und sprang im Kollektiv in die Luft. Frontmann und Sänger Anders Fridén mit Vollbart und Cappy mimte den Spaßvogel: „I know, crowdsurfing is not allowed here, but what if you all do it…will they throw you all out?“ Natürlich dauerte es nicht lange, bis die ersten Wagemutigen auf Händen gen Bühne getragen wurden und die Security-Mannschaft endlich mal was zu tun hatte. Dafür mussten die Fotografen bereits vor Beendigung des dritten Songs den Graben verlassen, damit die Crowdsurfer problemlos „in Empfang genommen“ werden konnten. In Flames präsentierten derweil Songs wie „Bullet Ride“, „Alias“ und die etwas entspanntere Nummer „With Eyes Wide Open“, die laut Anders „besser im Dunkeln funktioniert“. Doch Tatsache ist, dass es in Finnland im Sommer niemals richtig dunkel wird, und In Flames somit bei fast vollem Tageslicht spielen mussten. Dennoch verfehlten die LED-Strahler ihre Wirkung kaum. Weitere Pluspunkte sammelten die Melodic-Death-Metaller bei „Deliver Us“, als Anders in den Graben sprang und am Absperrgitter hochkletterte, um mit der ersten Reihe auf Tuchfühlung zu gehen. Nicht fehlen durfte natürlich auch der Hit „Cloud Connected“, den die Fans für einen Moshpit nutzten. Der Sänger scherzte später: „Are you sure you’re on the right place tonight? I heard that One Direction are playing here as well…”. Gelächter. Und dann beschwerte er sich noch: “For 5, 6 hours I’m already here, but I didn’t have a Lonkero yet. That’s disappointing! If somebody can buy me one, I will drink it right away.” Und tatsächlich bekam er wenige Minuten später einen Longdrink aus dem Publikum gereicht und teilte ihn brüderlich mit seinem Musikerkollegen. Frisch gestärkt konnten In Flames nun „Drifter“ spielen, bei dem sich einmal mehr ein Circle Pit bildete.



Text & Fotos: Lea S.

Fotogalerie


(c) NEGAtief / www.negatief.de
Time  
   
Werbung  
   
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=
copyright: Aurora Borealis 2007-2015