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Tuska 2016 - Day 1
19. Tuska Open Air Metal Festival, 01.-03.07.2016, Helsinki – Suvilahti

Auch in diesem Jahr zog es wieder zahlreiche Metal-Fans aus aller Welt zum Tuska Open Air nach Helsinki in Finnland. Für die 19. Ausgabe des Musik-Events hatten sich Größen wie Avantasia, Behemoth, Children Of Bodom, Ghost, Katatonia und Stam1na angekündigt. Sie rockten vom 1. bis 3. Juli 2016 auf dem städtischen Industriegelände Suvilahti – und das Wetter spielte auch wieder mit. Zumindest größtenteils.



Bereits einen Tag vor Festivalbeginn stand im bekannten Club Tavastia eine Tuska-Auftaktshow mit Titel „Heatseeker“ an. Hier gaben sich die jungen Hard-Rock- und Thrash-Metal-Bands Santa Cruz, Lost Society sowie Shiraz Lane die Ehre, aufs 19. Tuska Open Air einzustimmen. Mit Festivalbändchen kam man gar etwas günstiger aufs Konzert, das bis nach Mitternacht stattfand und sehr gut besucht war. Das Highlight: Am Ende der Show vom Headliner Santa Cruz strömten auch nochmals die beiden anderen Bands auf die Bühne und die drei Sänger der finnischen Formationen – Archie Cruz, Samy Elbanna und Hannes Kett – sangen gemeinsam mit den Zuschauern „Paradise City“ von Guns N‘ Roses.

Freitag, 01.07.2016:

Um 13 Uhr öffneten sich die Gatter des Tuska-Festivals und gewährten den Metal-Fans Einlass aufs Gelände. Wie gewohnt gab es eine gründliche Taschenkontrolle. Diese ließen die Besucher geduldig über sich ergehen, ehe sie sich auf dem Gelände zerstreuten. Einige strömten bereits gen Radio Rock Main Stage, wo ab 14 Uhr Cattle Decapitation spielen sollten, andere suchten direkt die abgesperrten Bar-Bereiche auf, um sich ein Bier zu gönnen. Hier wurde man allerdings erst ab 18 Jahren reingelassen. Theoretisch.



Im Gegensatz zum Vorjahr gab es diesmal vier Bühnen: neben der „Radio Rock Main Stage“ noch die schräg gegenüber gelegene „Helsinki Stage“, über die man ein riesiges Zeltdach gespannt hatte, sowie die in zweierlei Hallen gelegenen Bühnen „Inferno Stage“ und „Solmusali“, wobei auf letzterer nur wenige kleinere Events stattfanden, darunter Interviews. Ansonsten gab es wieder einen „Food Garden“ mit recht überteuerten Preisen – Finnland halt –, Merchandise- und weitere Verkaufsstände, einen mobilen Alepa-Supermarkt – mit etwas günstigeren Preisen –, den EMP-Autogrammstand sowie zwei Wasserzapfstellen zum Nulltarif.

Hinter der Halle Solmusali gab es zudem noch einen speziellen VIP-Bereich, wo Musiker und Pressevertreter aufeinandertrafen und gemeinsam Bierchen zischten. Sowohl indoor als auch draußen in der Sonne hatte man die Möglichkeit, sich hinzusetzen und zwischendurch einfach mal zu verschnaufen. Selbst einen Kunstrasen hatte man ausgerollt und mit gemütlichen Kissen ausgestattet, wo später viele Musikliebhaber in der Sonne lagen.

Punkt 14 Uhr ging es auf der Hauptbühne mit der Band Cattle Decapitation los – ein ordentlicher Wachmacher aus San Diego, angekündigt von der Vorjahresmoderatorin Heta Hyttinen, Ginger Vine Management & PR. Zu jener „frühen“ Stunde hatten sich bereits erstaunlich viele Besucher vor der Radio Rock Stage eingefunden – aber gut, am ersten Festivaltag sind meistens alle noch fit und motiviert. So wurden in den ersten Reihen zu den progressiven Death-Metal-Klängen ordentlich die Köpfe geschüttelt und in der Mitte der Menge gab es gar einen kleinen Moshpit.



15 Minuten später startete auch auf der Inferno Stage das Tagesprogramm – hier allerdings mit epischem Folk-Metal von Frosttide. Zunächst noch spärlich gefüllt, kamen nach und nach immer mehr Leute in die Halle, um den fünf Finnen und ihrem melodischen Sound zu lauschen. Mit von der Partie waren etwa Songs wie „Awakening“ und das sehr schnelle „No Turning Back“. Am Ende ließen sich Frosttide noch zusammen mit den jubelnden Fans ablichten.



Noch melodischer ging es ab kurz vor 15 Uhr auf der Helsinki Stage zu, denn hier eröffneten Delain aus Holland das Programm. Am Mikro: die sympathische Charlotte Wessels. Für den Tuska-Auftritt hatte sie sich ein schwarzes, bauchfreies Top und einen langen weißen Plüschmantel angezogen und ward somit ein gefundenes Fressen für die Fotografen. Aber auch auf die neue Gitarristin Merel Bechtold – ein wahres Energiebündel – wurden immer wieder die Kameras und Blicke der Festivalbesucher gerichtet. Ihre 45-minütige Show eröffnete die Symphonic-Metal-Band mit der Ohrwurm-Single „Suckerpunch“, zu der man vor nicht allzu langer Zeit auch ein Video veröffentlicht hat. Für Delain war es der allererste Auftritt in Finnland, wie Charlotte mehrfach betonte – dafür kam das Sextett äußerst gut bei dem überwiegend finnischen Publikum an. „Thank you for making our first gig in Finland so very special“, bedankte sich die Sängerin am Ende der Show.



Parallel spielten indoor die Finnen Whorion und hauten den Fans härterer Klänge technische Death-Metal-Melodien um die Ohren. Was sich bei Whorion zuletzt geändert hat: Sänger Ari ist Ende 2015 aus der Band ausgestiegen und mittlerweile growlt Eero Harsunen ins Mikrofon. Anfangs war Band-Mastermind EP Mäkinen gar nicht so mit dessen Gesangstechnik zufrieden, wie er uns im Interview auf dem Festival verriet. Doch Eero übte und konnte EP, den Hauptsongwriter der Band, schließlich überzeugen. Ebenfalls neu ist Antti Lauri an der Gitarre. Er und seine Bandkollegen spielten auf dem Tuska eine halbe Stunde, große Ansagen gab es nicht.

Danach waren Blaakyum aus Beirut an der Reihe. Auch sie durften sich über zahlreiche Besucher freuen. „Now this is what we call an audience!! Helsinki kicked ass! Heads banged and rolled at Tuska Open Air Metal Festival and we fucking enjoyed ourselves like never before!”, posteten die Heavy-Metaller später auf ihrer Facebook-Seite.



Etwas „entspannter“ bzw. doomiger ging es derweil auf der Hauptbühne zu. Hier hatten Swallow The Sun ihren ersten von insgesamt drei Tuska-Auftritten an drei Tagen. Zur Unterstützung hatten sie Sänger Jaani Peuhu mitgebracht, der sich eigentlich eher Dark-Pop- und Electro-Klängen widmet, beim Tuska allerdings eine angenehme Ergänzung zu Mikko Kotamäkis Vocals bot. Letzterer hatte trotz warmem Sonnenschein eine dicke Wollmütze auf dem Kopf, dafür aber ein luftigeres Hemd an. Zugleich wurde die Bühne eingenebelt – aber insgesamt hätte eher Dunkelheit zu den schweren Klängen der finnischen Death-/Doom-Metal-Band gepasst.



Im Anschluss nahmen Cain’s Offering die Helsinki Stage in Beschlag. Der Übergang zwischen den beiden großen Open-Air-Bühnen ward dabei übrigens stets fließend. Keine einzige Minute wurde verschenkt – so gab es im gesamten Festivalverlauf auch keinen Zeitverzug. Top Organisation! Cain’s Offering mit Timo Kotipelto am Mikrofon – dem einen oder anderen dürfte er auch als Sänger von Stratovarius bekannt sein – boten eine Stunde lang melodischen Power-Metal und ernteten jede Menge Applaus vom Publikum.

Parallel dazu pfefferte das Duo Mantar indoor seinem Publikum eine bunte Mischung aus Black Metal, Doom und Punk entgegen. Beide Musiker (Hanno am Mikro und der Gitarre, Erinc am Schlagzeug) hatten die Oberkörper entblößt und spielten einander zugerichtet, anstatt ins Publikum zu schauen.



Derweil wurde auf der Hauptbühne schon alles für die Monster-Rocker Lordi hergerichtet, die 2006 – das dürfte in Erinnerung geblieben sein – den Eurovision Songcontest für Finnland gewonnen hatten. Um 17:50 Uhr waren sie auf dem Tuska 2016 an der Reihe und boten wie immer eine grandiose und amüsante Show passend zu ihren Hard-Rock- und Heavy-Metal-Klängen. Die Kulisse: eine düstere Burg mit großem Tor, durch das Obermonster Mr. Lordi die Bühne betrat. Zugleich: ein lauter Knall und Feuerfontänen, die es für die Fans vor allem in den ersten Reihen, auf die ohnehin schon die Sonne knallte, noch heißer machte. Dargeboten wurden Songs wie „Deadache“, „Bloodred Sandman“, bei dem Mr. Lordi wie das Sandmännchen mit einem Sack über die Bühne stiefelte, „Who’s Your Daddy?“, das wuchtige „Devil Is A Looser“, der Ohrwurm „Would You Love A Monsterman“ und natürlich der Hit „Hard Rock Hallelujah“. Schauspielerische Einlagen lockerten den Auftritt zusätzlich auf – sei es, dass der Sänger mit einer „Kreissäge“ Radau machte oder mit einer Puppe „spielte“. Sehenswert war es alle Male.



Danach waren auf der Bühne unter dem Zeltdach die Norweger Kvelertak, zu Deutsch „Würgegriff“, an der Reihe. Der bärtige Sänger Erlend Hjelvik rockte mit nacktem Oberkörper über die Bühne und verstand es sehr gut, das Publikum zum Mitbangen zu animieren. So ging es nicht nur auf der Bühne wild zur Sache. In der Menge bildete sich alsbald ein Moshpit, andere Fans klatschen im Takt der Musik mit. Geboten wurde eine Mischung aus Black Metal, Hardcore, Punk und Rock’n’Roll. Da kam auf jeden Fall Partystimmung auf.



Bendover wirkten dagegen auf der Inferno Stage nicht so mitreißend, dabei gab sich das Trio – mit Gas Lipstick (ex-HIM) an den Drums – wahrlich Mühe. Und die Herren, die sich als Metal-Band mit einem Minimumgewicht von 350 kg beschreiben, hatten sichtlich Spaß auf der kleinen Indoor-Bühne. Neben Gas mischen bei der finnischen Band übrigens noch Ali Suviala (Gesang, Bass) sowie Janne Metsola (Gitarre) mit.



Anschließend übernahmen Man With A Mission das Zepter. Schon ein lustiges Völkchen diese Japaner. Die Musiker betraten – ihre Köpfe unter plüschigen Wolfsmasken versteckt – in ansonsten hellen Klamotten die Bühne und legten mit einer Mischung aus Punk Rock, Melodic Hardcore und Nu Metal los. So absurd der Auftritt auch wirkte, beim Publikum kamen MWAM gut an. Auch dass der Sänger seltsam über die Bühne hüpfte und tanzte, schien niemanden zu stören.



Dagegen wirkte der Auftritt von Testament fast schon langweilig – zumindest optisch. Fans des Old School Thrash Metals kamen während der einstündigen Show der Amerikaner allerdings voll auf ihre Kosten. Lockenkopf Chuck Billy spielte mit seinem Mikrofon immer wieder Luftgitarre und zeigte sich generell sehr aktiv auf der weitläufigen Open-Air-Bühne. Mittlerweile waren die 20 Uhr schon überschritten und noch immer knallte die Sonne genau auf die Main Stage. Drummer Gene Hoglan hatte sich vorsorglich eine Sonnenbrille auf die Nase gesetzt.



Auf die konnten die Musiker von Behemoth getrost verzichten. Denn sie spielten unter der Zeltkuppel der Helsinki Stage im Schatten, was den Vorteil hatte, dass Scheinwerfer, Feuer und Nebel auf der Bühne ihre volle Wirkung entfalten konnten. Sänger und Gitarrist Nergal, dessen schwarzer Mikrofonständer von zwei Schlangen geziert wurde, hatte sich gewohnt eine Kapuze tief ins schwarz-weiß geschminkte Gesicht gezogen, spielte mit dem Feuer, rockte auf Knien, verbreitete zwischendurch Weihrauchduft und sorgte mit seinen Growls für die eine oder andere Gänsehaut. Vonseiten des Publikums flogen der Band die Fäuste entgegen und in der Menge bildete sich einmal mehr ein Moshpit. Als Dankeschön gab es gegen Ende einen schwarzen Papierschnipselregen von oben.

Wer mit dem düsteren Black/Death Metal der Polen nichts anfangen konnte, hatte die Gelegenheit, zur gleichen Zeit auf der Inferno Stage den Auftritt von Beast In Black zu verfolgen. Die fünf finnischen Musiker – für sie war es ein Heimspiel – boten 45 Minuten Heavy Metal.



Headliner des ersten Tuska-Festivaltages waren ab 22 Uhr Avantasia auf der Radio Rock Main Stage – immer noch bei einem tollen Wetterchen mit angenehmen Temperaturen. Als Bühnendeko wurde ein großes Podest in Form von „altem Gemäuer“ mit „Steinbögen“ und einer Treppe in der Mitte samt Geländer aufgebaut, über die zunächst Mastermind und Sänger Tobias Sammet, im Laufe der Show aber auch immer wieder Gastsänger herunterschritten, um gemeinsam mit dem Avantasia-Gründer und seinen Live-Musikern zu performen – darunter Jorn Lande, Michael Kiske, Eric Martin, Bob Catley und Ronnie Atkins. Eröffnet wurde die Show mit „Mystery Of A Blood Red Rose“, jenem Song, mit dem Avantasia in diesem Jahr beim EC-Vorentscheid für Deutschland angetreten waren. Auch der Titeltrack des aktuellen Albums „Ghostlights“ sowie der Song „Avantasia“ kamen nicht zu kurz.

Da es mittlerweile etwas dunkler in Helsinki geworden war, kam das Bühnenlicht auch besser zur Geltung. Tobias erzählte dem Tuska-Publikum, dass er schon häufig in der Stadt gewesen sei. Die ersten beiden Avantasia-Alben seien in der finnischen Hauptstadt produziert worden. Das zog Beifall aus der Menge nach sich. Beim Abschlusssong der insgesamt zweistündigen Show, „Signs Of The Cross“, kamen nochmals alle Gastsänger auf die Bühne, um gemeinsam mit Tobias zu performen. Dann stellten sich alle am Bühnenrand in einer langen Reihe auf, um sich vor der jubelnden Menge zu verbeugen. Ein gelungener Abschluss des ersten Festivaltages, der um Mitternacht sein Ende fand. Übrigens eine neue Regelung, dass mittlerweile so lang auf dem Tuska gerockt werden darf. Im Vorjahr war bereits immer zwei Stunden eher Schicht im Schacht.

Text & Fotos: Lea S.

Fotogalerie

(c) NEGAtief / www.negatief.de
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