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Unzucht (III)
Interview mit Der Schulz & De Clercq [Unzucht], September 2014, mailer



Die Dark-Rocker der Unzucht stehen mit ihrem dritten Studio-Album „Venus Luzifer“ im Produktionsfinale und können es kaum erwarten, das gute Stück der Welt zu präsentieren. Ob sie es mit ihm wohl in die deutschen Albumcharts schaffen, so wie mit dem Vorgänger „Rosenkreuzer“ (2013)? Ich horchte bei Sänger Der Schulz und Gitarrist De Clercq nach.


Ahoi zusammen! Was waren eure persönlichen Highlights in diesem Sommer – sowohl bandtechnisch als auch privat?


Der Schulz: Mein privates Highlight in diesem Jahr war es, im Spätfrühling für knapp sechs Wochen den kompletten Jakobsweg zu gehen. Bandtechnisch war es eindeutig, unsere neuen Songs aufzunehmen und das Amphi-Festival zu besuchen.

De Clercq: Definitiv das Amphi-Festival, das war absoluter Wahnsinn! Private Highlights? Urlaub? Was ist das denn?

Ein Highlight steht noch bevor: die VÖ eures neuen Albums! Wie weit sind die Arbeiten vorangeschritten?

Der Schulz: Wir sind gerade im Produktionsfinale; das Artwork und Mastering müssen noch vollendet werden, dann sind wir bereit, das gute Stück in die Welt zu schicken.

De Clercq: Der Countdown läuft.

Euer noch aktuelles Album „Rosenkreuzer“ hat es in die deutschen Albumcharts geschafft. Fühlt man sich da nicht ein bisschen unter Druck gesetzt, dies mit dem Nachfolgewerk zu toppen?

Der Schulz: Es wäre natürlich schön, eine ähnliche oder bessere Chartplatzierung mit „Venus Luzifer“ zu erreichen, aber wir haben uns mit dem November einen schweren Monat für die Veröffentlichung ausgesucht, weil in der Zeit traditionell auch alle großen Acts ihre Alben veröffentlichen. Damit sind die vorderen Plätze der Charts schon reserviert. Aber wichtiger als die Chartplatzierung ist uns, das Album so schnell wie möglich bei den Fans zu haben und live zu präsentieren und endlich zu hören, ob sie es genauso geil finden wie wir.

De Clercq: Es gilt immer, sich von all dem Druck, der auf uns einprasselt zu befreien – und das geht am besten, indem man sich stumpf auf seinen eigenen Weg konzentriert. Wir marschieren einfach geradeaus und alles, was sich uns in den Weg stellt, wird überrollt.

Wann und mit welcher musikalischen Zielsetzung habt ihr das Songwriting fürs neue Album in Angriff genommen?

Der Schulz: Wir haben Ende Februar mit dem ernsthaften Songwriting begonnen und wollten die Dunkelheit dunkler, die Härte härter, die Schönheit schöner und den Wahnsinn noch durchgekrachter machen – und wir finden, dass es uns gelungen ist.

De Clercq: Die Extreme wurden konsequent weiter ausgedehnt.

Mit welchen Herausforderungen hattet ihr hierbei bisher zu kämpfen? Gab bzw. gibt es viel Diskussionsbedarf innerhalb der Band?


Der Schulz: Wenn mehrere kreative Köpfe anfangen, ihr Innerstes nach außen zu kehren, gibt es immer Diskussionsbedarf. Jeder ist natürlich von seinen Ideen überzeugt, meist ergänzt sich das aber sehr gut bei uns. Aber wenn das nicht so ist, muss halt jeder mal zurückstecken und auch mal eine Passage oder eine Textformulierung hinnehmen, die nicht so seins ist, sonst funktioniert eine Band nicht lange. Und strittige Passagen so zu arrangieren, dass jeder irgendwie damit leben kann, führt oft dazu, dass sie ihren Zauber verlieren und nicht mehr Fisch und auch nicht Fleisch sind.

Wie geht ihr mit Kreativitätstiefs um?


Der Schulz: Gelassen. Wenn mir nichts Neues einfällt, gehe ich an ältere Ideen und arbeite diese aus. Es gibt immer genug zu tun, schon allein weil De Clercq ein sprudelnder Quell für Songs ist. Insofern hatten wir das Problem noch nicht.

De Clercq: Kreativitätstiefen habe ich bis jetzt noch nicht kennengelernt. Toi Toi Toi, dreimal schwarzer Kater!

Das neue Album wird den Titel „Venus Luzifer“ tragen, was viel Raum für Interpretationen lässt. Venus, die Göttin der Liebe, aber auch ein Planet in unserem Sonnensystem; Luzifer, der lateinische Name des Morgensterns (Venus), aber auch gleichbedeutend mit dem Namen des Teufels. Welche Idee steckt eurerseits dahinter, das Album so zu betiteln?

Der Schulz: Die Idee dazu hatte unser schlagzeugspielender Literat Fuhrmann und wir fanden den Titel gleich geil, gerade wegen seiner scheinbaren Widersprüchlichkeit. Für mich geht es vor allem um diese Dualität, die in jeden von uns steckt. Weder Luzifer noch Venus sind rein gut oder rein böse, genau wie wir.

Inwiefern spiegeln sich die Themen „Astrologie/Astronomie“ und „Mythologie“ in den Songtexten wider?


Der Schulz: Nicht so sehr, höchstens zwischen den Zeilen. Die Texte gehen mehr um das irdische Dasein und das Ende des Selbigen und wie wir damit umgehen. Wie gesagt, der Titel „Venus Luzifer“ steht für mich eher als Parabel zu unserer eigenen Zerrissenheit und Widersprüchlichkeit.

Welchen Bezug habt ihr generell (auch privat) zu jenen Bereichen – Astrologie, Mythologie etc.?

Der Schulz: Privat interessiere ich mich sehr für Geschichte und Mythologie. Als im katholischen Umfeld aufgewachsener Mensch fasziniert mich, die Grenzen zwischen Glaube und Aberglauben zu ergründen und das gängige Wertesystem kritisch zu hinterfragen. Was war ursprüngliche Philosophie und was wurde von Menschen aus niederen Gründen, wie z.B. Machterhalt, in die Bibel geschrieben?

In einem eurer neuen Songs heißt es: „Du hast die Sonne nie gesehen. Du hast den Himmel nie berührt. Willst du einsam sterben, dann bleib‘ hier auf Erden. Ich springe ab und komm‘ nie wieder zurück.“ Angenommen, ihr hättet die Möglichkeit, mit einem Raumschiff ferne Planeten zu besuchen: Würdet ihr einsteigen? Was würdet ihr am liebsten sehen?

Der Schulz: Der Text ist sinnbildlich zu verstehen, als Aufforderung, seine inneren Flügel auszubreiten und sein Ding durchzuziehen. Aber ich würde einsteigen und mitfliegen. Die Planeten unseres Sonnensystems und ihre Monde aus der Nähe und unsere Erde aus der Ferne zu sehen, wär schon genial. Allerdings nur, wenn ich zur nächsten Tour wieder hier wäre, denn nirgendwo ist fliegen so schön wie auf der Bühne.

De Clercq: Eine Europa-Tour zu spielen, ist ja schon der totale Wahnsinn, aber eine Tour durch die Galaxien mit Zwischenstopp auf Ork und Melmac wäre mal eine Reise wert. Dann hebt er ab und völlig...lalala…

Gibt es eurer Meinung nach noch weiteres intelligentes Leben „da draußen“?

Der Schulz: Das wäre schön, denn bei uns klappt das ja auch schon nur bedingt mit dem intelligenten Leben

De Clercq: Natürlich! Das wissen wir doch auch schon seit den 80er Jahren, oder wie war das mit Alf?

Inwiefern sind die Songtexte auch von persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen gefärbt?


Der Schulz: Fast immer, denn ich bin kein Geschichtenerfinder und kann am besten über Dinge schreiben, die mich persönlich bewegen.

De Clercq: Ich versuche meistens meine verstörten und kranken Bilder irgendwie in Worte zu fassen. Was dabei rauskommt, hört ihr ja auf der neuen Scheibe.

Daniel (Schulz), du bist beispielsweise begeisterter Fußballfan und Wanderer, wenn ich das deinen Facebook-Bildern entnehmen darf. Dieses Jahr hast du – wie bereits erwähnt – einen recht langen Marsch absolviert. Was hat dich auf dieser Wanderung besonders geprägt und inwiefern konntest du Inspirationen für das neue Album sammeln?

Der Schulz: Fußball ist einfach ein schöner Ausgleich, um den Kopf frei zu kriegen – vor allem, wenn ich selber spiele. In die Texte fließen aber höchstens die zwischenmenschlichen Begebenheiten ein, keine Spielzüge Ganz anders beim Jakobsweg: Als ich mich im Frühjahr auf die 800 km in Richtung meiner zweiten Heimat Santiago de Compostela aufgemacht habe, waren wir schon mit einem großen Teil des Songwritings durch. De Clercq hat dann angefangen, die Arrangements der Songs im Detail auszuarbeiten, und ich habe auf der fast sechswöchigen Wanderung unterwegs aus den Arbeitstexten fertige Texte geschrieben und mir Gedanken zu den Gesangslinien gemacht. Dabei sind natürlich viele Eindrücke dieser überwältigenden Reise bewusst oder unbewusst in die Texte und Melodien eingeflossen. Die Melodiebögen sind groß und weit – so wie die Landschaft Nordspaniens und das Gefühl, das meine Zigeunerseele verspürt, wenn sie auf Wanderschaft ist.

Daniel (De Clercq), auf welche Inspirationsquellen greifst du zurück, wenn du dich ans Komponieren begibst und wo (örtlich gesehen) kannst du dich am besten auf neue Unzucht-Songs konzentrieren?

De Clercq: Ich komponiere die meisten Songs zuhause im Monsterfreilaufgehege, aber inspirieren lasse ich mich von Allem und Jedem. Die häufigsten Ideen, Melodien oder auch Textpassagen springen mir draußen in den Kopf, wenn ich unterwegs bin. Manchmal werde ich auch nachts wach und brabbel dann wilde Strukturen oder Riffs auf mein Handy.

An welcher Stelle kommen Alex und Toby ins Spiel?

Der Schulz: Immer und überall. Beim Songwriting läuft das meist so ab, dass De Clercq Playbacks und oft auch schon komplette Songs vorlegt, an denen wir beide dann arbeiten. Aber jeder von uns kann kreativ arbeiten und ist von Anfang an involviert. Alex hat bei diesem Album z.B. eine Hammersongidee und Klavierkomposition abgeliefert, aus der wir dann alle zusammen „Mein Grab“ entworfen haben.

Wie schaut ein Tag mit der Unzucht im Studio aus?

Der Schulz: Wer gerade mit aufnehmen dran ist, gibt den ganzen Tag alles, bis er nicht mehr kann. Dann gibt‘s ein, zwei Bierchen und meist noch eine Nachtschicht, um den kommenden Aufnahmetag vorzubereiten, und am nächsten Tag geht es wieder von vorne los.

De Clercq: Viel Kaffee, Zigaretten, Bier, Jack und Gorgonzolagarnelen an Steckrübensorbeet. Zwischendurch nehmen wir auch Songs auf.

Wer greift euch bei „Venus Luzifer“ produzententechnisch unter die Arme?


Der Schulz: Bislang haben wir immer komplett allein produziert und uns nur Hilfe für den reinen Aufnahmeprozess geholt. Aber dieses Mal holten wir unseren Freund und Livemischer Sascha Hörold mit ins Boot, der sich auch kreativ einbrachte und wirklich gute Ideen zum Arrangement beisteuerte. Gemischt haben wir dann mit Florian Nowak im Daily Hero Studio in Berlin – und der Sound ist wirklich fetter denn je geworden.

Wie viele Songs werden insgesamt auf der Platte zu finden sein und wann ist die VÖ geplant?

Der Schulz: Es werden 11 Songs auf Venus Luzifer vertreten sein und sie wird das Licht der Welt am 14.11.2014 erblicken.

Welcher Song ist Singlekandidat und warum?

Der Schulz: Es war uns allen von Anfang an klar, welcher Track die erste Single sein muss, weil der Song alle Ebenen, Abgründe und Emotionen des Albums in sich vereint.

Bald stehen auch schon wieder Konzerte an, etwa die Eisheiligen Nächte im Dezember. Was erwartet uns auf dieser Tour?

Der Schulz: Die beste Unzucht, die es jemals gab.

De Clercq: Ja!



Interview: Lea S.
Fotos: taken & (c) by Holger Bücker
Website Band: www.unzucht-music.com


(c) NEGAtief / Ausgabe Nov./Dez. 14 / www.negatief.de

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