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Unzucht 2014
Unzucht/Vlad In Tears, 09.01.2014, Windeck Kabelmetal

Irgendwo im Grünen zwischen Bonn und Siegen liegt idyllisch an der Sieg der kleine Ort Windeck. Vermutlich nicht viele Menschen würden sich dorthin verirren, gäbe es nicht seit September 2013 die neue Event-Location "Kabelmetal", in der nun u.a. regelmäßig Konzerte stattfinden sollen. Den Auftakt im neuen Jahr übernahmen am 9. Januar 2014 die Bands Unzucht und Vlad In Tears. Doch aufgrund technischer Schwierigkeiten musste der Showstart um eine knappe Stunde auf 21 Uhr verschoben werden, was wiederum jenen Fans mit kleinen Anreiseproblemen aufgrund mangelnder Ortskenntnis zu Gute kam. Nichtsdestotrotz blieb die Zuschauermenge in der Event-Halle an jenem Abend überschaubar, was die Anwesenden aber nicht davon abhielt, ordentlich Stimmung zu machen.



Zunächst stürmten die Supporter Vlad In Tears, die kürzlich noch mit Florian Grey auf Akustik-Tour waren, mit ihrer Rockshow die große Bühne. Dank des charismatischen Frontmanns Kris Vlad – anfangs noch in einen langen schwarzen Ledermantel gehüllt – zog die aktuell in Berlin heimische Rockband sogleich alle Aufmerksamkeit auf sich. Aber auch die übrigen vier Bandmitglieder (Bassist D. Vlad, Gitarrist Salvatore Di Pressa, Gitarrist Luca Di Pressa und Schlagzeuger Cosmo Cadar) zeigten viel Engagement und gute Laune auf der Bühne. Das wirkte ansteckend, so dass vor allem eine junge Frau ausgelassen in der Hallenmitte tanzte.



Vlad In Tears präsentierten an jenem Abend düstere Rocknummern wie "Feed On Me" und "Fallen Angel", aber auch Coversongs wie Rammsteins "Du hast", Slipknots "Duality" oder "Sweet Dreams" von Eurythmics. Bei letzterem enterte plötzlich Der Schulz, Sänger von Unzucht, die Bühne und performte den Song im Duett mit Kris. Aber auch ein kleiner Akustik-Part, den Kris zusammen mit seinem Bruder Dario an der A-Gitarre bewältigte, kam während des Auftritts nicht zu kurz. Vorgetragen wurden hierbei der Ohrwurm "Here Comes The Rain" sowie die Ballade "Vlad In Tears". Dass zwischendurch das Mikro ausfiel, hielt Kris nicht davon ab, munter weiter zu singen – mit Unterstützung des Publikums. Den Abschluss der Supportshow bildete der Kracher "Burning Bright", ehe Vlad In Tears grinsend und verschwitzt die Bühne verließen.



Nun war es Zeit für die Headliner: Unzucht. Im Flackerlicht betraten die vier Musiker die nun in Nebel eingehüllte Bühne und legten los mit dem Opener und Titeltrack ihres aktuellen Albums "Rosenkreuzer". Frontmann Der Schulz – gewohnt mit Wollmütze auf dem Kopf und dunkel geschminkten Augen – wirbelte umher, hielt immer wieder das Mikro in die Menge oder holte zwischendurch gar Fans auf die Bühne, um mit ihnen zusammen zu rocken. Auch ließ er es sich nicht nehmen, im Gegenzug in die Menge zu springen und dort auf Tuchfühlung mit den Fans zu gehen. Diese bewiesen im Übrigen während der gesamten Show Textsicherheit und sangen sowohl die neuen Nummern "Kind von Traurigkeit" und "Nymphonie" als auch den Hit "Todsünde 8" und das balladeske "Während wir uns verlieren" lautstark mit.



Aber auch die Kracher "Deine Zeit läuft ab" und "Engel der Vernichtung" gaben die Hannoveraner Dark-Rocker zum Besten, wobei Gitarrist De Clercq und Bassist Blaschke den Bandfrontmann immer wieder am Mikro unterstützten, während Fuhrmann unermüdlich sein Schlagzeug bearbeitete. "Es ist unsere 111. Show", betonte Der Schulz nicht nur einmal sichtlich stolz und zeigte mit der linken Hand die Pommesgabel und mit der rechten den Stinkefinger, um die Anzahl der Auftritte auch visuell rüberzubringen. Kein Wunder, dass die Band in Partylaune war und nach der Show sowie zahlreichen Laola-Wellen noch mit den Fans auf ein Bier am Merch-Stand anstieß.

Text & Fotos: Lea S.

Fotogalerie
Interview mit Unzucht
Interview mit Vlad In Tears

(c) Zillo Musikmagazin / www.zillo.de

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