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Words Of Farewell
Interview mit Words Of Farewell, Februar 2012, mailer



Worte des Abschieds? Von wegen. Besser hätte der Rutsch ins neue Jahr für Words Of Farewell gar nicht laufen können. Die sechsköpfige Band aus NRW, die sich melodischem Death Metal verschrieben hat, unterzeichnete einen Plattenvertrag und kann nun endlich die Katze aus dem Sack lassen: "Immersion". Doch was erwartet die Hörer auf diesem Debüt?

Ein Hallo aus Köln! Seid ihr gut ins neue Jahr gerutscht und habt ihr schon euer 5-jähriges Jubiläum gefeiert?

Leo: Auch von uns herzliche Grüße an den Rhein! Besser hätte der Rutsch für uns als Band nicht laufen können. Dass es uns nun schon seit mehr als fünf Jahren gibt, ist im Trubel der letzten Wochen etwas in Vergessenheit geraten – spätestens bei der offiziellen Release-Party werden wir das Feiern aber hoffentlich gebührend nachholen!

Alex: Leider wurde nicht festgehalten, wann wir als Band das erste Mal zusammen geprobt haben, sonst hätte man das wirklich passenderweise feiern können. Aber in gewisser Weise ist jedes Konzert ein Fest, bei dem das Bestehen der Band auf der Bühne gefeiert wird.

Erst kürzlich habt ihr einen Plattenvertrag unterzeichnet. Wie konntet ihr das Label von euch überzeugen?

Leo: Sagen wir mal so: Es war eine Mischung aus den klassischen und wahrscheinlich zukunftsweisenden Methoden – klassisch, weil wir uns nach der Fertigstellung des Albums damit bei verschiedenen deutschen Plattenfirmen beworben haben (Promo-Paket mit CD, Bio, Fotos, etc.); zukunftsweisend, weil wir nicht zuletzt durch einen Song aufgefallen sind, den wir bei Youtube hochgeladen hatten. Das hat dazu geführt, dass die Leute im Label sich auch den Rest des Albums angehört haben – und der hat ihnen wohl gut gefallen.

Alex: Das was eigentlich ganz lustig, da wir eine E-Mail bekamen, in der die Frage stand, ob wir AFM-Records eventuell nicht auch mal das Album schicken wollen. Dabei lag es bei den Jungs bereits auf dem Schreibtisch.

Euer Debüt-Album "Immersion" erscheint im März. Was erwartet die Hörer?

Alex: Ich würde mal sagen, Melodien und tiefsinnige Atmosphäre zum Träumen für die einen und Musik zum Party machen samt fetten Riffs zum Headbangen und Durchdrehen für die anderen.

Leo: Eine 48-minütige Mischung aus brachialen Riffs, unfassbaren Lead-Passagen, brutalen Vocals und filigranen Interludes. Wir haben versucht, mit diesem Album vor allem unsere Vielseitigkeit zum Ausdruck zu bringen, und ich glaube, das ist uns gut gelungen!

Laut Band-Info wurde das Album bereits in der zweiten Jahreshälfte 2010 in den Metallurgy-Studios aufgenommen. Was habt ihr seitdem noch an der Platte verändert?

Leo: Im Prinzip nicht viel. Mix und Mastering sind gleich geblieben, wir haben lediglich ein paar Passagen nochmals neu eingespielt.

Welcher Produzent hat euch unterstützt und wie gestaltete sich die Zusammenarbeit?

Leo: Andreas Funke aus den Metallurgy-Studios in Mönchengladbach war unser Produzent. Mit ihm konnten wir hervorragend arbeiten, da er sich unvoreingenommen, locker und geduldig auf unsere Ideen und Vorstellungen eingelassen hat.

Alex: Andi und sein Studio kann man definitiv vorbehaltlos weiterempfehlen.

Gibt es Anekdoten aus dem Studio zu berichten?

Erik: Im Studio konzentrieren wir uns auf die Arbeit und versuchen dabei, möglichst professionell vorzugehen. Aufgrund des Zeitplans war es sowieso meistens so, dass wir nur mit zwei oder drei Leuten und manchmal auch allein im Studio waren.

Alex: Wir sind in der Regel nicht zu sehr auf Party und Unfug aus, schließlich soll das Album später gut klingen. Das Feiern heben wir uns einfach für unsere Konzerte auf.

Wurden letztlich alle Ziele erreicht oder seid ihr im Nachhinein mit dem einen oder anderen Aspekt vielleicht nicht zu 100 Prozent zufrieden?

Erik: Es ist immer schwierig, mit sechs Leuten auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, sodass alle das Endergebnis zufriedenstellend finden. Letztlich ist es immer eine Art Kompromiss, den man eingeht, mit dem dann aber doch jeder sehr gut leben kann.

Alex: Ich würde sagen, mit dem Album ist der gemeinsame Nenner gefunden worden, sodass wir als Band, aber auch als Einzelpersonen voll und ganz hinter dem Endprodukt stehen können. Aber wenn alle Ziele erreicht worden wären, also auf "Immersion" alles "perfekt" wäre, gäbe es keinen Sinn, ein weiteres Album zu produzieren; wir haben beispielsweise noch Songs, die schlichtweg zum Aufnahmezeitpunkt nicht zu 100 Prozent feingeschliffen waren und somit erst auf dem nächsten Album zu hören sein werden.

Ihr seid eine sechsköpfige Band. Fällt es da nicht schwer, jederzeit Demokratie walten zu lassen?

Erik: Bisher gab es keine Situation, in der sich nicht geeinigt werden konnte. Bis jetzt musste noch keiner der momentanen Besetzung längerfristig aus dem Verkehr gezogen werden.

Wie gestaltet sich der generelle Songwriting-Prozess innerhalb der Band? Wer ist für Musik, wer für die Texte verantwortlich?


Leo: Der kreative Kopf der Band ist Erik, er schreibt fast die komplette Musik. Die präsentiert er uns, dann meckert jeder ein bisschen herum und am Ende steht meist ein neuer Song. Die Texte stammen fast alle von Alex. Die einzigen Ausnahmen auf dem Album sind "Ever After" und "Sorae" – bei denen hat auch Erik den Text geschrieben.

Alex: Also meckern klingt etwas unkonstruktiv, aber sicherlich muss Erik einiges an Kritik einstecken, wenn er was Neues vorstellt. Teilweise schreibt er innerhalb von wenigen Tagen einen Song, an anderen baut er mehrere Jahre herum, bis er mit seinem Werk zufrieden ist. Und dann kommt der Rest der Band und sagt, was an dem jeweiligen Song nicht passt. Normalerweise wird daraufhin so lange getüftelt, bis wir alle damit zufrieden sind, oder der Song wird vorerst auf Eis gelegt. Allerdings schreiben auch andere Mitglieder verschiedene Riffs oder Melodien, welche Erik dann wiederum zu Teilen in seine Songs einfließen lässt.

Auf welche Inspirationsquellen habt ihr für "Immersion" zurückgegriffen?

Alex: Ich würde mal sagen, da gibt es keine wirkliche Antwort zu, denn wir haben alle sehr unterschiedliche Erfahrungshorizonte, sodass die Quellen der Inspiration von so etwas banalem wie einem Kinobesuch, einem guten Buch oder Unistoff bis zu profunden, persönlichen Dilemmata reichen. Das ist halt von Person zu Person verschieden.

Erik: Inspiration kommt bei mir stets völlig unverhofft und aus dem Nichts, meistens, wenn ich einfach durch die Straßen laufe oder nachts nicht schlafen kann. Eine bestimmte Quelle gibt es da eigentlich nicht.

Welcher inhaltliche Schwerpunkt wurde gesetzt und wie lässt sich das Verhältnis von Fiktion zu Wirklichkeit/Persönlichkeit bei den Songtexten beschreiben?

Alex: Die Textwelten von "Immersion" sind sehr heterogen, was die Inhalte angeht. Ich habe versucht, auf der einen Seite teils persönliche Dinge zu verarbeiten, die sich direkt aus meinen Umfeld und meinen Erlebnissen speisen, diese auf der anderen Seite allerdings ein Stück weit zu abstrahieren, um eine Identifikationsgrundlage für Menschen zu schaffen, welche sich mit den Texten beschäftigen. Fiktion und Wirklichkeit sind dabei nicht wirklich zu trennen, der Übergang ist fließend. Bestimmte Figuren, die in meinen Texten auftauchen, bewegen sich in einem deutlich fiktiven Kontext, ihre Motivation allerdings ist verankert in der realen Welt. Eskapismus beispielsweise ist ausgelebte Weltflucht, welche sich in verschiedensten Formen der Fantasie manifestieren kann, ebenso hat diese Symptomatik einen soziologischen Kontext, der nur allzu real ist. Ich habe versucht, solchen Sachverhalten Rechnung zu tragen, indem die Texte immer zu einem gewissen Maße interpretierbar sind, aber dem Leser immer einen Schubs in die richtige Richtung geben.

Welche Themen würden niemals Platz auf einem Album von Words Of Farewell finden?

Alex: Goldkettchen, fette Autos, Drogen und sinnlose Gewalt.

Inwiefern spiegelt sich der Albumtitel "Immersion" in den Songs wieder?

Alex: "Immersion" hat im Grunde eine doppelte, eher metaphorische Bedeutung, die sich durch das gesamte Album zieht. Der Titel steht für die immersive Qualität der Songs, in denen sich der Zuhörer verlieren soll, sie sollen ihn in seinen Bann ziehen und nicht loslassen, sodass er die Welt um sich herum vergisst; ein sehr ambitioniertes Vorhaben, muss ich zweifelsfrei zugeben. Der Titel steht aber auch für die Live-Qualität, dass Leute auf unseren Konzerten eben die Songs, die sie zu Hause in der Hängematte genießen, live in all ihrer Energie erleben können und ebenfalls ein immersives Moment erleben, während sie total ausrasten und so richtig aus sich herausgehen können. Für mich funktioniert beides, und ich hoffe, dass es anderen auch so gehen wird.

Was haltet ihr grundsätzlich von Konzeptalben?

Erik: Ich finde Konzeptalben großartig, würde selbst auch gerne mal eines schreiben. Das Problem ist nur, dass ich grundsätzlich nichts auf Kommando schreiben kann, und schon gar nicht, wenn ich mir von Anfang an ein Klangbild, das ich haben will, vorgebe. Das macht es für mich schwierig, zumindest musikalisch einen roten Faden durch ein ganzes Album zu legen. Deswegen bewundere ich es auch so, wenn eine Band es schafft, das lyrische Konzept auch ins Musikalische fortzusetzen. Ein Album, bei dem sich das Konzept nur in der lyrischen Ebene wiederfindet, ist meiner Meinung nach kein echtes Konzeptalbum.

Alex: Also ich habe teilweise Vorbehalte, da ich glaube, dass Songs, wenn man sie dann außerhalb des Albumkontextes hört, an Stärke einbüßen können. Natürlich gibt es auch Fälle, wo dem nicht so ist, allerdings fallen mir im Moment dazu kaum Beispiele ein. Ich finde, jeder Song muss für sich alleine stehen können, um die Mühlen der Zeit zu überdauern.

Wenn verschiedene Songs für ein Album über einen längeren Zeitraum hinweg entstehen, wie kann es dennoch bewerkstelligt werden, dass das Album letztlich wie aus einem Guss klingt?

Alex: Ich persönlich finde, das ist relativ. Wenn ein Album innerhalb von einer kurzen Zeit geschrieben wurde, so klingen die Songs oft gleich und das ganze wird nach vier bis fünf Songs bereits eintönig. Einen Song zu nehmen, welcher auch schon etwas älter sein mag, und diesen zu überarbeiten, weil die Kernidee immer noch stimmig ist, halte ich für extrem sinnvoll, um etwas mehr Variation in ein Album zu bringen. Die "älteren" Songs auf dem Album wurden nicht genau, wie sie vor Jahren geschrieben wurden, aufgenommen, sondern dem Zeitgeist innerhalb der Band angepasst, sodass man ihnen ihr Alter mitnichten anmerken würde. Das Mixing und Mastering trägt natürlich ebenso dazu bei, da so alle Songs rein klangtechnisch gleich sind.

Erik: Indem man bei allem, was man schreibt, seinem Stil treu bleibt. Ich schreibe öfters Sachen, bei denen mir von vorneherein klar ist, dass sie für Words Of Farewell nicht geeignet sind. Daraus entstehen dann oft nicht einmal ganze Songs.

Leo: Ich glaube, dass der Produzent hierbei eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt. Wenn er mit seinem Equipment umgehen kann und weiß, wo seine Möglichkeiten und seine Grenzen liegen, hat man damit auf jeden Fall ein Ass im Ärmel.

Euer bisheriges Song-Highlight und warum?

Alex: Vorweg natürlich die Anmerkung, dass jeder von uns da sicherlich einen anderen Song nennen würde. Live ist "Sorae" am besten; wenn ich das Album über Anlage höre, würde ich eher sagen "Project:Daybreak" oder "Sundown Serenade".

Erik: Für mich ist das das orchestrale "Interlude" und die darauffolgende Bridge in "Sundown Serenade". Ich kann nicht genau sagen wieso, aber diese Melodie ruft bei mir bei jedem Hören aufs Neue eine Gänsehaut hervor.

Leo: Mein persönlicher Favorit ist "The Great Escape" und das dazu gehörige Intro "Auriga", weil ich da am meisten zu tun habe und weil der Song das einzige Keyboard-Solo des Albums birgt. Mir gefällt die Atmosphäre von Intro und Outro, durch die der Song eingerahmt ist.

Wie oft findet man euch im Proberaum?

Alex: Leider nicht mehr halb so oft wie früher. Dadurch, dass wir nicht mehr alle in derselben Stadt wohnen und jeder private Verpflichtungen und Studium hat, kann es schon mal passieren, dass wir uns zwei Wochen nicht sehen. Wir treffen uns ein paar Wochen vor anstehenden Konzerten, um zu proben, schließlich muss auf der Bühne alles glatt gehen, damit die Leute ordentlich feiern können.

Leo: In der Regel geht es wirklich danach, wie viel gerade zu tun ist. Wenn einer mal nicht kann, ist das nicht unbedingt ein Kriterium, die Probe abzublasen. Im Gegenteil: Wenn weniger da sind, kann man genauer ins Detail gehen!

Wann werden wir die Möglichkeit haben, euch live on Stage zu erleben?

Leo: Zum Beispiel zusammen mit Morgoth und Suidakra auf dem Winternachtstraum-Festival im Februar sowie beim Evil-Horde-Festival in der Zeche Carl in Essen, u.a. mit Napalm Death. Außerdem im Untergrund mit anderen regionalen Größen. Ich kann nur sagen, dass einiges geplant ist, wir euch aber leider noch nicht mit konkreten Terminen versorgen können.

Was sind eure restlichen Pläne für 2012, ehe am 21. Dezember der Maya-Kalender endet und ggf. die Welt untergeht?

Alex: Ich persönlich hoffe, dass "Immersion" noch in Japan und in den USA erscheinen wird, damit wir mal dort touren können, auch wenn das zeitlich etwas zu knapp bemessen ist.

Leo: So viel spielen wie möglich.

Zum Abschluss noch: Wie würdet ihr den Satz "Musik ist…" vollenden?


Alex: ...Emotion.

Erik: ...eines der wenigen Dinge, die bis in die heutige Zeit nichts von ihrer Magie verloren haben.

Leo: ...der größte Teil meines Lebens.



Interview: Lea S.
Foto 1: taken from afm-records.de
Website Band: www.facebook.com/wordsoffarewell

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(c) Zillo Musikmagazin / Ausgabe 04/12 / www.zillo.de
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