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Zeraphine/Entwine

Zeraphine/Entwine, 01.11.2006, Köln, Prime Club

Hatte man sich nicht abgesprochen, oder warum touren plötzlich alle guten und interessanten düsteren Bands gleichzeitig hier durch die Lande? Nun gut, dann ist der November halt mit Konzerten voll gestopft. Das soll mir nur recht sein. So zog es mich kürzlich auf den Kölner Club-Gig der Berliner Band Zeraphine mit ihrem Support Entwine aus Finnland. Beide mit neuem Album im Gepäck. Entgegen aller anfänglichen Unsicherheit fand ich den Prime Club am Tag aller Heiligen recht schnell. Kein Wunder, standen doch zwei unübersehbare Tourbusse vor den Toren des kleinen Clubs in der Luxemburger Straße.

                          

Um 19 Uhr öffneten sich die Türen des Prime Clubs und die Fans strömten herein. Doch erst gegen 20:30 Uhr, als der Club gut gefüllt von schwarzgekleideten Gestalten war, stürmten die Finnen von Entwine die Bühne. Ich war mehr als gespannt auf den Auftritt der Finnen, hatte ich sie im Gegensatz zu Zeraphine noch nie live erleben können. Die sechs legten gleich mit dem Ohrwurm „Out of you“ los. Das hat gerockt, keine Frage. Und weiter ging es mit Krachern vom aktuellen Album wie „Fatal design“, „Surrender“, „Twisted“ und „Break me“. Doch auch Songs vom Vorgängeralbum „Dieversity“ gaben Entwine zum Besten. Mika erinnerte mich mit seinem Styling und Auftreten ein wenig an HIM`s Fronter Ville Valo (dabei hatte ich Mika kurz zuvor noch seine Ähnlichkeit zu Johnny Depp beteuert, worüber er sichtlich stolz schien), nur dass Mika sich dreimal mehr bewegte als Ville es für gewöhnlich tut. Auch die anderen Bandmitglieder rockten wild über die Bühne. Das schien dem Publikum zu gefallen und es war mehr als begeistert. Leider viel zu früh verließen die Finnen nach „Chameleon halo“ die Bühne. Sie kamen trotz Zugabe-Rufe nicht zurück. Aber es war insgesamt ein toller Gig, der absolut nach mehr verlangt.

                                     

Nun wurde für Zeraphine umgebaut und die Evanescence-Musik ging zum „Zeitvertreib“ wieder los.
Als dann gegen 21:45 Uhr die Berliner Mannen von Zeraphine die Bühne betraten, schien der Empfang durch das Publikum nicht ganz so euphorisch wie zuvor bei den Skandinaviern. Eigentlich seltsam, so waren doch Zeraphine eigentlich die Hauptband des Abends. Allerdings wirkte die Band im Vergleich zu Entwine auf mich eher einschläfernd. Mag es daran gelegen haben, dass Entwine als Opener einfach zu gut gerockt haben oder ich einfach nur müde wurde. Schließlich hielt ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits seit gut sechs Stunden im Prime Club auf. Direkt zu Anfang spielten die fünf Mannen von Zeraphine um Fronter Sven Friedrich „Die Macht in dir“. Dann folgten Songs wie „Niemand kann es sehen“, „Nichts aus Liebe“ und „Toxic Skies“ vom aktuellen Album „Still“, das bereits im Juni veröffentlicht wurde. Ich konnte einen Blick auf die Setlist direkt vor mir erhaschen und war überrascht: 27 Lieder, die Zugaben mit eingeschlossen. Ein guter Mix aus englischen und deutschen Songs, dazu Svens unverkennbare Stimme. Das macht die Band schon einzigartig, aber dennoch muss ich eingestehen, dass Entwine als Opener einfach mehr gerockt haben. Nichtsdestotrotz ein insgesamt sehr gelungener Abend und eine interessante Zusammenfindung zweier doch recht unterschiedlicher Bands. Selbst Mika wusste nicht recht, wie Entwine und Zeraphine eigentlich zueinander gefunden hatten. Aber gut, dass es so gekommen war.
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Text: Lea
Fotos: Lea

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