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Ensiferum 2015
Ensiferum/Insomnium/Omnium Gatherum, 11.03.2015, Bochum – Zeche

Ein ziemlich finnisches Package können derzeit die Fans melodischer Folk- und Death-Metal-Klänge erleben, denn Ensiferum, Insomnium und Omnium Gatherum aus dem hohen Norden sind gemeinsam auf Europa-Tournee. Ihre Auftaktshow absolvierten die Finnen am 11. März 2015 in der Bochumer Zeche. Den Anfang machten Omnium Gatherum, die Band von Insomnium-Gitarrist Markus Vanhala, der somit an jenem Abend gleich zweimal an die Front musste. Für den Vollblut-Musiker kein Problem – voller Energie hechtete er über die Bühne, ließ immer wieder die langen Haare kreisen und spielte zahlreiche Soli auf seiner weißen E-Gitarre, die stets bei OG-Auftritten zum Einsatz kommt. Seine fünf Mitmusiker – Joonas Koto (Gitarre), Erkki Silvennoinen (Bass), Aapo Koivisto (Keyboards), Jarmo Pikka (Schlagzeug) und nicht zuletzt Growler Jukka Pelkonen – waren aber nicht weniger aktiv. Besonders Jukka stiefelte unablässig zwischen seinen Bandkollegen hin und her, wuselte mal dem einen durch’s Haar, griff dem anderen in die Gitarrensaiten und zeigte dem Publikum immer wieder die Devil’s Horns. Jenes schien recht schnell von den harten, düsteren, aber dennoch melodischen Metal-Riffs und dem tiefen Growl-Gesang überzeugt, streckte der Band die Fäuste entgegen und rockte „The Sonic Sign“ vom aktuellen Album „Beyond“ ebenso wie das epische „Everfields“ vom Vorgänger „New World Shadows“. Leider war dem Sextett nur ein Set von 40 Minuten gegönnt, ehe es Zeit für die nächste Band wurde.



Die Melodeath-Metaller Insomnium wurden von den Zuschauern in Empfang genommen, als wären sie die Headliner des Abends. Tatsächlich waren die Finnen erst im vergangenen November auf Headliner-Europa-Tournee unterwegs und schienen dabei einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Diesmal als Support mussten sie ihre Setliste leider ein wenig verkürzen, so dass Ohrwürmer wie „Down With The Sun“, „Unsung“ und „Through The Shadows“ nicht mit von der Partie waren. Und die Fans mussten noch einen weiteren Verzicht hinnehmen: Gitarrist und Sänger Ville Friman konnte die Tour – und somit auch die Show in Bochum – aus beruflichen Gründen nicht begleiten. Allerdings hatten die verbliebenen drei Musiker – Growler und Basser Niilo Sevänen, Gitarrist Markus Vanhala und Drummer Markus Hirvonen – im Vorfeld für einen würdigen Tourersatz gesorgt: Kari Olli von Pressure Points und De Lirium’s Order. Als Niilo ihn nach dem dritten Song „Every Hour Wounds“ vorstellte, war natürlich alle Aufmerksamkeit auf den langhaarigen Musiker gerichtet, der seine Aufgabe aber sowohl an der Gitarre wie auch am Mikrofon mit Bravour erledigte. Natürlich hat seine Stimme eine ganz andere Klangfarbe als die von Ville, harmonierte aber dennoch recht gut mit Niilos Growls. Markus – noch lange nicht müde vom ersten Auftritt – stürmte derweil erneut über die Bühne, poste immer wieder mit seiner (diesmal schwarzen) E-Gitarre und lieferte sich mit den beiden Sängern wilde Headbang-Duelle – insbesondere beim Kracher „Ephemeral“.



Gegen 21:00 Uhr wurde schließlich das riesige Insomnium-Banner im Hintergrund der Bühne gegen das von Ensiferum ausgetauscht, dann noch fix die Instrumentierung angepasst – und schon konnten die Folk-Death-Metaller nach einem kurzen Intro die „Axe Of Judgement“ schwingen. Mit diesem knallharten Opener vom neuen Album „One Man Army“ setzten die Finnen direkt ein Zeichen und rissen ihre Fans von der ersten Minute an mit. Erst zwei Songs später richtete Growler und Gitarrist Petri Lindroos (Ex-Norther) die ersten Worte an die Menge und stellte ein neues Gesicht auf der Bühne vor: Netta Skog (Ex-Turisas) am Akkordeon. Sie ist nicht etwa ab sofort festes Bandmitglied, sondern wurde als Vertretung für Emmi Silvennoinen engagiert, weil die Keyboarderin aus persönlichen Gründen nicht mittouren konnte. Aber wie auch schon Kari bei Insomnium machte auch Emmi ihre Sache gut, fügte sich angenehm ins Bandgefüge ein und bereicherte die Songs um ein paar Akkordeon-Klänge. Mit von der Partie waren etwa „Heathen Horde“ und „Warrior Without A War“ vom neuen Album; aber auch der Ohrwurm „Burning Leaves“, bei dem Petri gesanglich durch Basser Sami Hinkka und Gitarrist Markus Toivonen unterstützt wurde, sowie der Titeltrack vom Vorgängeralbum „Unsung Heroes“ kamen nicht zu kurz.



Optisch wurde das musikalische Feuerwerk dabei von einer abgestimmten Lichtshow mit Strahlern sowie Nebelfontänen unterstützt, die immer mal wieder gen Hallendecke schossen. Die kurzen technischen Probleme, von denen Ensiferum zwischendurch ereilt wurden, überbrückten Emmi und Sami geschickt mit ein bisschen finnischem Humppa. Das Publikum zeigte sich von der Show derart begeistert, dass ständig neue Mosh- und Circle-Pits gebildet wurden und schließlich ein paar Crowdsurfer das Bad in der Menge wagten. Zum Ende hin mussten die Finnen dann noch mehrere Zugaben geben, ehe sie in den Feierabend entlassen wurden. Am Merchstand schlugen sie dann aber nicht mehr auf – dafür allerdings die Jungs von Insomnium und Omnium Gatherum, um noch ein wenig zu plaudern, Autogramme zu verteilen und für diverse Kameras zu posen. Insgesamt bescherte das E-um/I-um/O-um-Paket einen feinen Abend und sorgte für viele zufriedene Gesichter.

Text & Fotos: Lea S.

Fotogalerie
Interview mit Ensiferum


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