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Lordi 2015
Lordi/Sinheresy/Palace, 18.02.2015, Köln Essigfabrik

Unermüdlich scheinen die Kölner zu sein. Gerade erst haben sie sechs Tage am Stück Karneval gefeiert, was den einen oder anderen Jecken aber nicht davon abhielt, auch nochmals am Aschermittwoch anzutanzen. Und zwar in der Kölner Essigfabrik. Der Grund? Die finnischen Monsterrocker Lordi – mit den eindeutig besten „Karnevalskostümen“ – hatten sich angekündigt, um ihr neues Album „Scare Force One“ live zu präsentieren. Musikalisch eröffnet wurde der Abend allerdings von der Heavy-Metal-Band Palace aus Speyer. Das Quartett wärmte sein Publikum mit Songs wie „The Healer“ und „Machine Evolution“ auf, wobei sich Sänger und Gitarrist Harald „HP“ Piller immer wieder kleine Battle mit seinen Musikerkollegen an den Saiteninstrumenten lieferte. Nicht ganz so gut kam hingegen seine Frage nach dem Fasching an, schließlich heißt es im Rheinland Karneval. Aber die Kölner sind zum Glück nicht nachtragend, solange man nicht „Helau“ ruft.



Als zweite Vorband stürmten Sinheresy aus Italien die Bühne der Essigfabrik und überzeugten mit symphonischen Heavy-Metal-Klängen. Das besondere an der Band: Zwei Personen teilen sich das Mikrofon – die zierliche Cecilia Petrini, die optisch gesehen eine Schwester von Christina Scabbia (Lacuna Coil) sein könnte, sowie der etwas kräftigere Stefano Sain, dem man auf Anhieb keinen so weichen Gesang zutraut, wenn man ihn das erste Mal sieht. Tatsächlich harmonierte seine Stimme aber wunderbar mit der von Cecilia. Und auch der Rest der Band legte sich mächtig ins Zeug, um beim Publikum Pluspunkte zu sammeln. Jenes wirkte zwar anfangs noch etwas steif, ließ sich aber nach und nach von den recht eingängigen Songs und der Dynamik auf der Bühne mitreißen. Trotz der nur drei im Einsatz befindlichen Live-Instrumente (Gitarre, Bass, Schlagzeug) machten Sinheresy musikalisch ordentlich Dampf – Klavier und Streicher kamen hingegen vom Band, trugen aber nicht unerheblich zum vollen Sound bei.



Gegen 22 Uhr erreichte der Aschermittwoch dann seinen festlichen Höhepunkt: Lordi – von einem Flugkapitän angekündigt – nahmen in voller Montur die mit Aufstellern, einem riesigen Banner sowie diversen „Körperteilen“ und „Knochen“ dekorierte Bühne in Beschlag und eröffneten ihre gut 75-minütige Show mit „Nailed By The Hammer Of Frankenstein“. Das Kölner Publikum zeigte sich hellauf begeistert – nicht nur bzgl. der neuen Hard-Rock-Klänge, sondern auch wegen der furchteinflößenden Monsterkostüme. Denn mit jedem neuen Album gönnt Frontmann Mr. Lordi den Kostümen einen frischen Anstrich und geizt dabei nicht mit Detailverliebtheit. Darüber hinaus wissen die Finnen ihre Fans mit amüsanten Showeinlagen zu unterhalten. So stürmte bei „This Is Heavy Metal“ plötzlich ein mit Perücke bekleideter Hair-Metaller die Bühne und spielte Luftgitarre, während bei „Hell Sent In The Clowns“ zwei Clowns ihr Unwesen trieben und Confetti verstreuten. Bei „Blood Red Sandman“ wiederum schleppte Mr. Lordi einen großen Jutesack an und schmiss selbst mit ein paar Papierschnipseln um sich. In anderen Momenten griff er zur Kettensäge, zerstückelte eine Puppe auf dem Seziertisch oder schoss wild mit einer „Nebelstrahlpistole“ um sich.



Aber auch die übrigen Bandmitglieder bekamen ihre persönlichen Showminuten, um zwischendurch in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. So lieferte etwa Schlagzeuger Mana im Dunkeln mit selbstleuchtenden Sticks ein Drumsolo, Basser Ox „entweidete“ während seines verstörenden Bass-Solos einen Statisten und Gitarrist Amen posierte bei seinem Gitarren-Solo zwischen zwei aus flackernden, rotbeleuchteten Tüchern simulierten Flammen. Keyboarderin Hella übte sich derweil ein bisschen im Headbangen, blieb aber – genauso wie die beiden als Stewardess verkleideten Background-Sängerinnen – im Hintergrund. Mit dem Ohrwurm „Devil Is A Loser“ gelangten die Monsterrocker schließlich am Ende ihrer Show an und Mr. Lordi breitete seine Flügel aus. Doch noch flog er nicht davon, denn das Kölner Publikum forderte Zugaben. Gleich drei Stück sollte es bekommen: „Scare Force One“, den Titeltrack des aktuellen Albums, „Who’s Your Daddy?“ sowie das melodische „Would You Love A Monsterman“. Danach wurden die Fans mit zufriedenen Gesichtern in die kalte Februar-Nacht entlassen.

Text & Fotos: Lea S.

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